Adidas, Nike, Puma, Under Armour & Uhlsport

Kürzlich hatten wir hier auf sportinsider unter Nachdenkenswert #397 den Verweis auf das offensive Interview von Wolfgang Wähner-Schmidt, Vice President & Regional Director bei Getty Images Deutschland, mit dem in der Bodenseeregion in St. Gallen sitzenden ESB Marketing Netzwerk über die Aufgaben von Getty Image als offizielle Fotoagentur sowie offizieller Bildlieferant des IOC, die bevorstehenden olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro und über die Veränderungen der Berichterstattung von spektakulären, großen Sportereignissen für Medien und Marken im Zeitalter der Digitalisierung. Dieses Interview mit Wolfgang Wähner-Schmidt auf esb-online kam selbstbewusst daher wie einst Muhammad Ali und Bobby Fischer in ihren besten sportlichen Zeiten.

Foto: © Michael Wiemer

Selbstbewusst zeigen sich in der Regel auch Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike, Puma und Co. Da macht 2016 mit der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und den olympischen Sommerspielen in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro keine Ausnahme. Die Adidas AG lud ja bekanntlich kürzlich die Aktionäre  am 12. Mai zur Ordentlichen Hauptversammlung in der Stadthalle Fürth, in die Rosenstraße 50 ein. Die exorbitante Entwicklung des Aktienkurses in den letzten 12 Monaten war dabei ein angenehmer Fakt. 53,06 % Kursgewinn in den letzten 12 Monaten für die Adidas Aktie wies das Börsenportal Onvista an jenem 12. Mai 2016 um 15.43 Uhr aus.

Kein Wunder, dass sich Parteien wie die SPD mit ihrer Politik des Mindestlohnes und dem Gerede von sozialer Gerechtigkeit, keine nennenswerten Wahlprozente bei der Bevölkerung ergattern können. Bei der Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg erzielte die SPD 12,7%, ein Wahlergebnis, dass mit den Worten Allzeittief noch charmant umschrieben ist. Andererseits haben ja alle erlebt wie die Genossen Schröder, Steinbrück etc. nach den Geldtöpfen schauten und ihre eigenen Karrieren zielstrebig verfolgten. Apropos Steinbrück. Am 30. Oktober 2011 schaute ich hier auf sportinsider mit meinen Lesern auf Peer Steinbrück und Helmut Schmidt mit den Schwierigkeiten am falsch aufgestellten Schachbrett.

,,Ich will den Vorgang nicht auf die Tagesaktualität herunterbrechen: Es ist ein zeitloser Vorgang. Politiker und die Inszenierung mit Hilfe der Bilder und Symbolik des Sports. Da macht auch mein geliebtes Schach keine Ausnahme. Der charismatische Schachweltmeister Bobby Fischer mit IQ 184 hätte wahrscheinlich zum Medienereignis der Woche geraunt: Amateure. Der ehemalige Bundeskanzler Schmidt und der einstige Finanzminister Steinbrück bestimmten beim Buch-Marketing zum Werk Zug um Zug die Schlagzeilen der Republik. Es ist kein Schachbuch. Doch unterlief den Akteuren zum Thema Schach ein Fauxpas.“

Schachspieler Steinbrücks rechter Turm stand auf einem schwarzen Feld, jedoch müsste es nach den Regeln ein weißes sein.

Aber lassen wir diesen kleinen Ausflug in die Geschichte ruhen. Widmen wir uns wieder den Sportartikelherstellern. Wie gesagt, die Hauptversammlung von Adidas vom 12. Mai ist auch bereits wieder Geschichte. In jener Woche schlug einen Tag später die Meldung über Bauaktivitäten von Puma in Herzogenaurch auf. SAZsport, die Branchenzeitung für den deutschsprachigen Sporthandel, berichtete am 13. Mai 2016 unter dem Titel Puma rückt in Herzogenaurch ab 2018 näher an Adidas ran:

,,Sportartikelausrüster Puma baut in Herzogenaurach auf der dem Hauptsitz gegenüberliegenden Straßenseite (nur wenige Meter von Adidas entfernt) ein zweites Firmengebäude mit 14.000 qm Bürofläche. Der Spatenstich erfolgte soeben. Die neuen Räumlichkeiten (sechs Stockwerke), die durch eine 85 m lange Fußgängerbrücke mit dem bestehenden Gebäude „Puma Vision“ (10.000 qm) verbunden sein werden, sollen im Frühjahr 2018 bezogen werden. Bis zu 550 Mitarbeiter werden dort ihre Büros haben. Neben einem Fitnessstudio (500 qm) werden auch ein Beachvolleyball-Feld, ein Basketballplatz und eine Multifunktionsfläche eingerichtet. Der alte Standort Würzburgerstraße mit 350 Mitarbeitern auf 11.000 qm, wo sich aktuell die D/A/CH-Organisation befindet, soll mittelfristig aufgegeben werden.“

Puma und Adidas, eine unendliche Geschichte.

Kürzlich trafen sich ja im April beide Sportartikelhersteller im juristischen Strafraum. SAZsport berichtete über den Streit Adidas-Puma: 2. Etappensieg für die Raubkatze. Das OLG Düsseldorf lehnte die einstweilige Verfügung von Adidas auch in zweiter Instanz ab. Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung ist ein Dämpfungssystem für Laufschuhe, konkret das Puma-Modell „NRGY“.

Und es gibt noch eine weitere Auseinandersetzung. SAZsport schrieb am 31.03.2016 unter dem Titel Adidas will einstweilige Verfügung erwirken:

Im Gegenzug klagt wiederum Puma gegen Adidas. Stein des Anstoßes ist das Laufschuhmodell „Boost“ von Adidas, das 2013 auf den Markt kam. Puma glaubt, dass die Drei-Streifen-Marke ein geschütztes Design verletzt. Dieses Verfahren ist derzeit in Berufung beim OLG Frankfurt und wird im Oktober fortgesetzt.

Puma entwickelte nach eigenen Angaben 2009 in Zusammenarbeit mit BASF Schuhzwischensohlen aus dem Kunststoff eTPU. Zwei Jahre später wurde diese Kooperation von Seiten BASFs beendet, woraufhin der Chemiekonzern eine Partnerschaft mit Adidas schloss.

Adidas und die Ordentliche Hauptversammlung am 12. Mai 2016 und ein paar abschweifende Gedanken

Adidas lädt zur Ordentlichen Hauptversammlung in die Stadthalle Fürth ein. Der Blick auf den Aktienkurs des Sportartikelherstellers aus dem fränkischen Herzogenaurach, der längst zum Global-Player emporgestiegen ist und sich seit Jahren einen Fight um Umsätze, Marktanteile, Profisportlerverträge, attraktive Sponsorships mit Kultvereinen etc. mit dem amerikanischen Gegenspieler Nike liefert, zeigt in den letzten 12 Monaten einen dominanten Aufwärtstrend. 53,06 % Kursgewinn weist das Börsenportal Onvista heute 15.43 Uhr aus.

                                          Foto: © Michael Wiemer

Adidas, der Stoff aus dem Sportlerträume sind. Was für Legenden sich in entscheidenden Momenten auf die Kleidung mit den 3 Streifen verlassen haben. Bevor ich selber ein paar dieser Stars beisteuere noch ein Blick auf die Eckdaten, die Onvista via adidas Group parat hält:

,,Die ADIDAS AG ist eine der weltweit größten Anbieter von Produkten rund um den Sport. Das Angebotsspektrum umfasst mehrere Marken. Zu diesen gehören: adidas, Reebok, TaylorMade-adidas Golf, Rockport und CCM Hockey. Unter diesen Marken werden Sportschuhe, Sportbekleidung, Accessoires, Golfbälle, Golfschuhe, Eishockey-Bekleidung sowie Casual-Schuhe und Bekleidung hergestellt. Die Adidas AG wurde am 18. August 1949 durch Adolf Dassler gegründet und ging am 17. November 1995 an die Börse und ist seit dem 19. Juni 1998 im Dax enthalten. ADIDAS gehört zusammen mit Nike, Puma und Head zu den bekanntesten Sportartikelherstellern weltweit.“

Kann sich jemand so ad hoc noch an das Jahr 1998 erinnern? Das Sportjahr hielt ja diese Ergebnisse bereit:

Das Sportjahr 1998

  • Fußballweltmeister                               Frankreich
  • Deutscher Fußball-Meister                  1. FC Kaiserslautern
  • Deutscher Pokalsieger                          Bayern München
  • Champions-League                                Real Madrid
  • Europapokal der Pokalsieger              FC Chelsea
  • UEFA-Cup Sieger                                    Inter Mailand
  • Formel-1 Weltmeister                           Mika Häkkinen (Finnland)
  • Wimbledon Sieger                                 Pete Sampras (USA)
  • Wimbledon Siegerin                              Jana Novotná (Tschechien)
  • Tour de France Sieger                           Marco Pantani (Italien)

Real Madrid damals mit Coach Jupp Heynckes,  Jana Novotná im 3. Anlauf in Wimbledon. Marco Pantani, der die Höllentour gewann und nicht mehr unter den Lebenden weilt. Der 1. FC Kaiserslautern im Durchmarsch in der Bundesliga vom Aufsteiger zum Meister mit Otto Rehhagel. Gastgeber Frankreich wurde 1998 erstmalig Fußballweltmeister mit dem großen Zidane. Chelsea in der Ära vor Roman Abramowitsch schlug im Europapokal den VfB Stuttgart im Endspiel von Stockholm. Die Schwaben damals mit Übungsleiter Löw. Finnland huldigte dem Racer Mika Häkkinen. Inter Mailand gewann in jenem Jahr den UEFA-Cup, für den Argentinier Diego Simeone der größte Erfolg als Vereinsspieler. Jetzt coacht er das Leidenschaftsmonster Atletico Madrid. Pete Sampras verteidigte seinen Titel in Wimbledon.  In jenem 1998 wurde Adidas in den Dax aufgenommen.

Emil Zátopek – Sportler des Jahrhunderts in Tschechien

Adidas und Stars, jetzt komme ich wie versprochen auf einige Legenden, bildeten oft eine hochinteressante Symbiose aus sportlichen Erfolg, Glamour, gut zu vermarktender Story und Sex-Appeal. Adidas stattete zum Beispiel Leichtathleten erstmalig bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam aus. Der Sportartikelhersteller sollte in dieser olympischen Königsdisziplin eine lange Erfolgsgeschichte hinlegen. Adi Dassler betreute in der niederländischen Metropole die Sportler vor Ort höchst persönlich. In der langen Geschichte der olympischen Spiele unvergessen die phänomenale Laufleistung von Emil Zátopek. 1952 bei den Sommerspielen in Helsinki erläuft er sich Gold über 5.000 Meter, 10.000 Meter und im Marathon. Das bemerkenswerte Zeitfenster: Eine Woche. Ich wiederhole. Eine Woche. 3 Wettkämpfe über 5000, 10.000 Meter und den Mythos Marathon. Faszinierend und bis heute unerreicht. 1997 wurde Sportlegende Emil Zátopek in Tschechien zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Sportartikelhersteller Adidas legte in den 90er Jahren auch einen international vielbeachteten Werbespot mit  Emil Zátopek auf. Der Trainingsschuh aus dem Jahr 1950 ist die absolute Härte. Die Werbestrategen haben dabei auch den blutigen Prager Frühling 1968 in die Sequenz mit eingebaut.

Reinhold Messner mit Adidas Leicht-Trekking-Schuhen bis zum Basecamp

Eine andere Sportlegende und ein persönlicher Heroe von mir ist der charismatische Reinhold Messner. Er ist Extrembergsteiger, Grenzgänger, faszinierende Sportlerpersönlichkeit, Bergbauer, Autor, Bühnenredner, Philosoph, Freigeist und Museumsbesitzer. Reinhold Messner bestieg am 8. Mai 1978 zusammen mit seinem Partner Peter Haberle ohne Sauerstoffgerät den mythischen Mount Everest. Den Königsberg. Mythos Mount Everest. Bis zum Basecamp trug der ehrgeizige Reinhold Messner Adidas Bergstiefel. Die Leicht-Trekking-Schuhe hatten die Herzogenauracher speziell für den charismatischen 8000er Bergspezialisten entwickelt.

Der Boxkampf des Jahrhunderts zwischen Ali und Frazier

3 Jahre vor dem Finalsieg der deutschen Fußballnationalmannschaft mit Bundestrainer Trainer Helmut Schön Elf gegen die niederländische Johan Cruyff Traummannschaft in Adidas Schuhen im Münchner Olympiastadion gab es am 8. März 1971 den legendären Boxkampf des Jahrhunderts. Weltweit beachtet, gesehen, fasziniert, diskutiert und über Jahrzehnte immer wieder in der Erinnerung erzählt. Die Rede ist von einem heroischen Kampf der Boxer Muhammad Ali und Joe Frazier. Die beiden Faustkämpfer Ali zund Frazier standen sich in einem unbarmherzigen Duell gegenüber. Beide legendären Boxer trugen Boxstiefel von Adidas. Es gibt Sportereignisse die überdauern den Tag. Über sie wird auch noch Jahrzehnte danach gesprochen. Vor 45 Jahren weckte mein Vater mich. Nein, die Schule in der Virchowstraße in Leipzig musste noch etwas warten. Es war die Zeit für etwas besonderes angebrochen. Kein normaler Boxkampf. Muhammad Ali gegen Joe Frazier. Das kleine TV-Gerät sandte die emotionalen schwarz-weiß Bilder in die Wohnstube. Faszinierend.

Christian Eichler schrieb 2011 in der FAZ einen sehr lesenswerten Rückblick auf den Fight zwischen Ali und Frazier.

,,Der „Kampf des Jahrhunderts“ zwischen Joe Frazier und Muhammad Ali am 8. März 1971 im New Yorker Madison Square Garden bot vor 40 Jahren etwas so Epochales, dass ihm Abermillionen ihren Schlaf vor einem normalen Arbeits- oder Schul-Dienstag opferten.“

Der Schlaf vor einem normalen Arbeits- oder Schultag wird heute für einen Boxkampf eher nicht geopfert.

Fußball kam heute etwas kurz. Über Fußball und Adidas könnte man selbstredend stundenlang schreiben. Aber vielleicht ein andermal, ich bin von der Hauptversammlung eh bereits etwas abgeschweift.

Reblog: Red Bull: Nike löst Adidas bei den Fußballern ab

Ein Blick auf sportbusiness.com und das Ranking unter dem Titel Sports Sponsorship Insider Top 40 Deals of 2015 zeigt wie hart und mit welch monetärem Aufwand der Kampf um Marktanteile geführt wird. Mit dabei auch die Sportartikelhersteller Adidas und Nike sowie der Shootingstar Under Armour. Dessen Frontmann Kevin Plank freut sich bekanntlich auf den Konkurrenzkampf mit Adidas, Nike, Puma und Co.

Apropos Nike. Sie konnten 2014 einen spektakulären Coup in Deutschland landen. Das von Red Bull 2009 in der damaligen Fünftklassigkeit der Oberliga Nordost mit dem Erwerb des Startrechts des SSV Markranstädt aufgelegte Fußballprojekt RB Leipzig mit der Lizenz zum Erfolg hatte das langfristige Ziel Bundesliga. Das Vorhaben von Red Bull Boss Dietrich Mateschitz polarisiert wie der am Dienstag am Leidenschaftsmonster Atletico Madrid gescheiterte Pep Guardiola. Vor zwei Jahren löste der amerikanische Sportartikelhersteller Nike dann Adidas bei RB Leipzig ab. Gelegenheit ins Archiv zu steigen und einen Blogartikel hervorzuholen.

Reblog: [09. April 2014] Red Bull: Nike löst Adidas bei den Fußballern ab  

Noch ist der Aufstieg von RB Leipzig nicht perfekt, es sieht jedoch bereits verdammt gut aus.  Die Getränke, bei Bedarf auch in den neuen Geschmacksrichtungen von Red Bull, können bereits kaltgestellt werden.Traveler Digital Camera

Foto: © Michael Wiemer

In Anlehnung an die Frage von Jochen Breyer vorige Woche im Interview mit Jürgen Klopp darf auch vermutet werden: Die Sache ist durch, oder? Das wird nicht allen gefallen. Der aktuelle Tabellenzweite der 3. Liga polarisiert. Derweil gibt es auch positive Nachrichten in Sachen Equipment. Ein neuer  Bus und ein Ausrüstervertrag mit einem amerikanischen Sportartikelhersteller. Guido Schäfer, einst Fußballprofi in der 2. Liga bei Mainz 05 und Mannschaftskamerad von Jürgen Klopp, wechselte nach seiner Laufbahn zur Zeitung. Seine erste Station war die Allgemeine Zeitung in Mainz. Seit 2000 schreibt er für die Leipziger Volkszeitung. Seine Texte sind Kult. Wie es ihn eigentlich nach Leipzig verschlug machte er im Interview mit Lisa Garn auf urbanite.net offenkundig:

,,Im März 2000 wurde ich bei der Allgemeinen Zeitung unehrenhaft entlassen. Der Chef, ein fetter böser Typ, hat Mobbing der übelsten Sorte betrieben. Als ich ihm ans Leder wollte, flog ich raus. Ich habe mich bundesweit beworben, die LVZ hat mich genommen.“

Guido Schäfer ist hart im nehmen. Nimmt in der Regel kein Blatt vor den Mund. Er begleitet seit Jahren auch den Weg von RB Leipzig, jenem erfolgversprechenden Projekt von Red Bull.  Aktuell berichtet er von zwei Zugängen des ambitionierten Fußballvereins aus der sächsischen Metropole. Da wäre der bereits eingangs erwähnte neue Bus. Jenes luxuriöse Modell wie es bereits die Profis von Borussia Dortmund und Bayern München  zu schätzen wissen. Stichwort MAN. Dann wäre da auch noch ein Wechsel in Sachen Ausrüster. Nike statt Adidas. Guido Schäfer weist auf einen feinen aber entscheidenden Unterschied in den Vertragsmodalitäten hin:

,,Durchgesickert: Der Deal ist perfekt, Nike wird mit Beginn der Saison 2014/2015 die Salzburger und Leipziger Werktätigen von Brause-Tycoon Dietrich Mateschitz ausrüsten. Die Zusammenarbeit unterscheidet sich übrigens fundamental von der zwischen Red Bull und Adidas. Während die Herzogenauracher „nur“ Schuhe, Trikot et cetera zum Nulltarif rüber wachsen lassen (ließen), überweist Nike darüber hinaus eine nennenswerte Summe (erfolgsabhängig) ans Mateschitz-Imperium.“

Erfolg macht sexy. Für Nike auch eine gute Gelegenheit im Wettbewerb mit Adidas die Aura weiter aufzuladen. Realistisch betrachtet ist RB Leipzig der einzige ostdeutsche Fußballclub der momentan das Zeug hat perspektivisch zügig in die Bundesliga aufzusteigen und dort mehr wie eine flüchtige  Fahrstuhlmannschaft zu werden.

Nachdenkenswert #382

,,Hummel  hat uns mit einem tollen Konzept als neuer Ausrüster überzeugt. Neben dem Textilsortiment kann Hummel  auch den ganzen Schuhbereich abdecken. Wir wollen eine aktive und kreative Partnerschaft. Hummel  ist ein Ausrüster, der sehr gut zu unseren Werten und der Philosophie des Vereins passt.“

David Graubner, Geschäftsführer des in der Bodenseeregion beheimateten Schweizer Handballmeisters Kadetten Schaffhausen zum Ausrüsterwechsel von Adidas zum dänischen Hersteller Hummel. Die Dänen sind auch im deutschen Handball gut bekannt. Hummel stattet in Deutschland unter anderen die Füchse Berlin, die HSG Wetzlar, den TSV GWD Minden und den SC DHFK Leipzig aus.

Reblog: Marketinggenie Kevin Plank von Under Armour freut sich auf den Konkurrenzkampf mit Adidas, Nike, Puma und Co.

Die Chefs von Adidas, Nike und Puma wirken im Vergleich zu Kevin Plank von Under Armour fast wie schüchterne Klosterschüler. Sind sie natürlich nicht. Doch dieses Marketinggenie Kevin Plank ist besonders laut. Am Tag, an dem die Adidas Aktie wie eine Silvesterrakete nach oben ging, wegen der offiziellen Verkündigung des Stuhltauschs an der Spitze beim deutschen Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach, ist vielleicht ein smarter Blick ins Blogarchiv zum Emporkömmling Under Armour und seinem charismatischen Chef Kevin Plank angebracht. Der ab 1. August 2016 zu Adidas wechselnde und zwei Monate später das Amt von Vorgänger Herbert Hainer übernehmende bisherige Henkel Mann Kasper Rorsted wird sich auch mit dem ehrgeizigen Amerikanern auseinandersetzen müssen. Rorsted bekommt reichlich Lobeshymnen in der FAZ. Siehe auch: Die große Aufgabe des neuen Adidas-Chefs und Kasper Rorsted Superstar. Superstarstatus hat auch Kevin Plank. Doch genug der Vorrede. Vorhang auf für das Reblog.

Reblog [vom 23. Februar 2015]: Marketinggenie Kevin Plank von Under Armour freut sich auf den Konkurrenzkampf mit Adidas, Nike, Puma und Co.

Nein, Kevin Plank ist kein Leisetreter. Für gewöhnlich hält er sich nicht an die vorgegebenen Rahmenbedingungen. Da wo Plank ist, ist Umsatz. Inklusive Wachstum. Dass andere Player im Sportartikelmarkt wie Nike oder Adidas die größere Tradition aufweisen, hindert den Chef von Under Armour nicht am lustvollen Angriff auf die Konkurrenten. Der charismatische Plank erinnert an große Marketinggenies wie Red Bull Chef Dietrich Mateschitz, Apple Gesicht Steve Jobs oder Formel-1 Boss Bernie Ecclestone. Verkaufen wird energisch zelebriert, die Marke intensiv aufpoliert und kraftvoll in Szene gesetzt. Spektakulär. Graue Maus Auftritte sind nicht das Ding von Kevin Plank.

Rockstar in Sachen Sportmarketing und ein Raunen in der Branche

Auf der Bühne des Sportmarketings bewegt er sich kraftvoll wie ein Rockstar. Wort und Tat von Plank bilden eine dynamische Flügelzange, die mit Power auf Ergebnisse ausgerichtet ist. Kürzlich wechselte der Tennisstar und Olympiasieger Andy Murray vom fränkischen Sportartikelhersteller Adidas zu Under Amour. Ein Coup, der ein Raunen in der Szene verursachte. Der umworbene Wimbledon Gewinner ist jetzt in Diensten des amerikanischen Emporkömmlings Under Armour. Ein Big Point. Es ist nicht überliefert ob Kevin Plank die Becker Faust nach Abschluss des Deals gemacht hat, es würde jedoch nicht überraschen.

Under Armour hat in den USA im Umsatzranking Adidas überholt. Nur noch Nike ist im geografisch und marketingtechnisch wichtigen Absatzgebiet vor dem Unternehmen von Kevin Plank. Das ist durchaus beachtlich. Under Armour und Kevin Plank versprühen Sex-Appeal. Ein Ende der bemerkenswerten Erfolgsstory ist nicht in Sicht. Die Überholspur ist die Lieblingsspur des offensiv agierenden ehemaligen Sportlers. Seine Disziplin war eine amerikanische Lieblingssportart, die traditionell viel Durchsetzungsvermögen von den Protagonisten verlangt: American Football.

Die polarisierenden Sprüche von Kevin Plank

Der vor Selbstbewusstsein strotzende Unternehmenslenker von Under Armour ist im Medienzeitalter nicht der erste, der mit großartig getimten Sprüchen auf sich aufmerksam macht. Doch schon jetzt könnten die Vielzahl der rhetorischen Fausthiebe ein komplettes Büchlein füllen mit dem Titel Die Sprüche von Kevin Plank. Er polarisiert – gar keine Frage. Doch wenn Sprüche mit Leistung unterlegt sind, schadet dies in der Regel den Protagonisten nicht. Wer erinnert sich nicht an die zahllosen Sprüche von Schwergewichtsboxweltmeister Muhammad Ali. Seine Fans liebten ihn wegen des großen Mundwerks und seiner Boxkunst. Doch bleiben wir bei Kevin Plank. Ein paar Sprüche sollen stellvertretend für das permanente Sendungsbewusstsein vom Under Armour Chef stehen:

„Ich mag Adidas nicht. Allerdings mag ich die anderen auch nicht, aber das ist mein Job.“

im Bloomberg TV Interview.

,,Ich kann schlafen, wenn ich tot bin. Wenn du erfolgreich sein willst, musst du arbeiten.“

bei manager-magazin online vom 06.01.2015.

,,Wir wollen die Nummer eins unter den globalen Sportmarken werden.“

bei manager-Magazin online vom 06.01.2015.

Standort München im Visier von Under Armour

Im Februar ist die große bayrische Landeshauptstadt fest vorgesehen für den geplanten Markenauftritt von Under Armour. München ist eigentlich in fester Hand von Adidas. Deutschlands Rekordmeister im Fußball, der kürzlich von Hannovers Präsident Kind im ARD als „einzige Weltmarke des deutschen Fußballs“ bezeichnete Vorzeigeclub Bayern München wird seit Jahrzehnten von Adidas ausgestattet. Dazu hält Adidas Anteile an der Bayern München AG.

Bonuspunkte erarbeitete sich der fränkische Sportartikelhersteller auch in der Halle. Dort trumpft seit der von Uli Hoeneß mit angeschobenen Projekttaufe der deutsche Basketballmeister Bayern München auf. In Adidas Kleidung. Selbstredend. Im vergangenen Jahr beendeten die Korbjäger von Coach Pesic die Siegesserie der Domstädter von Brose Baskets Bamberg, die den Titel in Deutschland im Stile eines Abonnenten vorher gebucht und erspielt hatten. Fernab der Welt des Leistungssports gibt es unweit des Marienplatzes in guter Citylage einen Adidas Store. Einer von vielen Anbietern von Adidas Produkten in der prosperierenden Metropole München.

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  Foto: © Michael Wiemer

Dies ist beileibe nicht der einzige Laden in dem der geneigte Kunde Adidas Schuhe oder Trikots kaufen kann. Ganz in der Nähe gibt es zum Beispiel am Marienplatz das Sportgeschäft Sport Münzinger, der selbstverständlich auch einen Service in Sachen Beflockung für die Trikots anbietet, wenn etwa wohlbetuchte arabische Kundschaft für die eigenen fußballbegeisterten Kinder in größerer Stückzahl Trikots der Bayern München Stars ordert. Dazu ist ein ständiges Grundrauschen an Umsatz durch deutsche Fußballfans zu vernehmen. Auch zahlungskräftige russische Kundschaft kauft gerne die Markenartikel mit den prägnanten drei Streifen. Das passt schon. Es gibt dazu unzählige Möglichkeiten für den Konsumenten sich in München mit Adidas Kleidung zu versorgen. Der Bedarf an Sportkleidung scheint mit den zahlreichen Angeboten bis in die Randlagen der an der Isar gelegenen City gut gedeckt zu sein.

Der Markt in München wartet nicht mit offenen Armen auf Under Armour

Der Markt für Sportartikel wartet in der bayrischen Landeshauptstadt also keineswegs mit offenen Armen auf neue Player. Kevin Plank hat für Under Armour jedoch bewusst den Standort München gewählt. Er soll Auftakt für die Markteroberung in Deutschland sein. Eine beispiellose Umsatz- und Marketingstory soll geschrieben werden. Die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma sowie der seit Jahren in Deutschland eingeführte amerikanische Konkurrent Nike sind da eher gern angenommene Herausforderung. Berührungsängste kennt Kevin Plank nicht. Dabei ist sich der Unternehmenslenker schon bewusst, dass Deutschland ein Fußballland ist. Umsatz immer auch über die Königsdisziplin geht. Die Anzahl an ausgestatteten Profivereinen ein Indiz für Marktstärke und Imagetransport vom Label ist. Da liegt noch viel Akquise vor Under Armour. Das zwischenzeitliche Engagement beim Bundesligisten Hannover 96 war nicht nachhaltig. Der jetzt vom Branchenmagazin SPONSORs kolportierte Vertragsabschluss mit St. Pauli soll ab Juli 2016 umsetzbar sein, in Form medialer Bilder die sich dem Kunden und Fan durch die getragenen Trikots der Fußballprofis ins Gedächtnis einbrennen sollen. Vermarktungsspezialist Kevin Plank wird mit der ihm eigenen Marketing-Power weitere Abschlüsse realisieren wollen.

Nachdenkenswert #352

,,Ich bin sehr zuversichtlich, unsere Orderbücher für das erste Halbjahr 2016 sind voll. Als Konzern planen wir wieder ein deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn.“

Herbert Hainer, Adidas Chef, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das Interview wird am Montag den 4. Januar erscheinen. Keine schlechte zeitliche Lancierung, 20 Tage vor Beginn der ISPO MUNICH 2016. Die Münchener Sportmesse hatte im vergangenen Jahr ein Rekordjahr in der über 40-Jährigen Messegeschichte zu verzeichnen. 2.585 Aussteller und 83.000 Fachbesucher waren 2015 in der bayerischen Landeshauptstadt. 

Flauschcontent für alle Freunde und Gegner von Adidas

Ich würde schlecht schlafen, wenn ich Marketingdirektor von Adidas wäre. Es wird am Image gekratzt. Respektlos im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Jan Böhmermann nimmt auf ZDFneo  im Neo Magazin Royale sich den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach vor. Bevor das Video wieder aus dem Netz verschwindet: 10 Minuten … Vorhang auf! Beteiligte Personen: Herbert Hainer, Waldemar Hartmann, Bernard Tapie,  Robert Louis-Dreyfus, Sepp Blatter, Michel Platini und Co.