Nachdenkenswert #317

,,Das Feedback auf unser neues Modell LA 28 war überragend. Das Boot war offensichtlich der Eyecatcher der Messe, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, viele waren voll des Lobes. Ein älterer Schweizer Besucher meinte sogar, er habe sich das erste Mal in ein Boot verliebt. Unser Auftritt hier auf der Interboot war wirklich erfolgreich, das Modell mit 35 Fuß ist verkauft und für meine anderen Schiffe werden wohl noch weitere Kaufentscheidungen nach dem Probesegeln in Waren an der Müritz Ende Oktober fallen.“

Lothar Fichtner, Geschäftsführender Gesellschafter der LA Yacht- & Bootsbau GmbH, zufrieden mit dem Verlauf der 54. Interboot in Friedrichshafen am Bodensee.

Sportinsider Ranking: Messen in Friedrichshafen

Die 54. Interboot in Friedrichshafen ist auch bereits wieder Geschichte. Renommierte und charismatische Verkaufstrainer wie Dirk Kreuter mit dem Fokus auf Umsatz im Vertrieb hätten ihre Freude gehabt am Statement von Gerhard Schöchl, dem Geschäftsführer von Sunbeam Yachts Schöchl Yachtbau GmbH:

,,Wir wären nicht hier auf der Interboot, wenn wir keine Boote verkaufen würden. Wir sehen, dass eine neue, jüngere Generation von Seglern auf uns zukommt. Was die Besucher und die Messe auszeichnet, ist das familiäre Klima und die positive Einstellung der Menschen hier im Süden. Generell ist die Messe immer wieder gut und wir freuen uns aufs nächste Jahr.“

Die Messe vermeldet am Ende ihrer Veranstaltung immer die Besucherzahlen. 90.700 Besucher waren 2015 offiziell dabei. 475 Aussteller aus 18 Ländern. Auch Messechef Klaus Wellmann war zufrieden. Mit Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres  gab es dieses Jahr wieder einen Anstieg. Die Messe ist auch nicht in den Hallen abgeschottet, durch die Einbeziehung des Hafens in Friedrichhafen und Elementen wie den Segel-Oldtimern in unmittelbarer Nähe der deutsch-schweizerischen Fähre gelingt der Spagat zwischen Branchen-Business und Neugier-Publikumsmesse.

Foto:  © Copyright – Michael Wiemer

Friedrichshafen versteht sich als Zeppelin- und Messestadt. Sportinsider Stammleser sind immer beizeiten im Sportkalender Bodensee über die jeweiligen aktuellen Messen informiert und wissen von meiner Sympathie für die eine oder andere Veranstaltung. Ein persönliches Ranking der Messen mit sportiver Note in Friedrichshafen nach Image, Marketing, Offenheit dem Publikum gegenüber und persönlicher Vorliebe hat dieses Aussehen:

Sportinsider Ranking: Messen in Friedrichshafen

  1. Eurobike
  2. Interboot
  3. Klassikwelt Bodensee
  4. OutDoor
  5. Motorradwelt Bodensee
  6. Aqua-Fisch
  7. InterDive

Die Eurobike punktet unter anderen mit dem Publikumstag, jedoch auch mein eigenes Faible für Radtouren in der Bodenseeregion. Dazu ein smartes Marketing.

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Die Eurobike ist gut eingeführt am Markt. Tour de France Sieger Jan Ullrich machte ihr bereits die Aufwartung. Auch der sprintstarke André Greipel, ebenfalls mit Meriten bei der Frankreichrundfahrt , jener Höllentour. 10 Etappensiege stehen zu Buche bei der weltweit spektakulärsten und medienwirksamsten Radsportveranstaltung der Welt. Die Eurobike passt thematisch gut an den Bodensee. Das kann selbstverständlich auch die Interboot für sich in Anspruch nehmen. Die OutDoor verpasst ein besseres Ranking durch den fehlenden Publikumstag. Klassikwelt Bodensee ist immer ein Anziehungspunkt für Freunde der mobilen Oldtimer. Die Motorradwelt Bodensee ist für coole Biker ein Magnet. Die Aqua-Fisch – Internationale Messe für Angeln, Fliegenfischen und Aquaristik hat auch ihre Fans. Ebenso die InterDive, der Messeevent für Tauchen, Schnorcheln und Reisen.

Mixed Zone Bodensee 

Sportmarketing: Das ESB Marketing Netzwerk mit Sitz in St. Gallen und 1994 als Europäische Sponsoring-Börse gegründet, wirft einen Blick auf den Kongress Digital Sports & Entertainment am 05. Oktober 2015 in Berlin, der von den Ostschweizern organisiert wird. +++ Segeln: Der Lindauer Segler-Club führt die 2. Segel-Bundesliga nach der Regatta in Überlingen weiter an (wie gestern berichtet). Am Wochenende steht Absegeln auf dem Programm bei den Inselstädtern. +++ Fußball: Der Cashpoint SCR Altach trifft im ÖFB Samsung Cup Achtelfinale auf FK Austria Wien, dem vorjährigen Pokalfinalisten. Die Männer um Kapitän Philipp Netzer wollen ihre Performance aus dem vergangenen Jahr mindestens wiederholen. Da zog der SCR Altach ins Viertelfinale. Hier geht es zu den kompletten Ansetzungen und Terminen. +++ Motorsport: Der ehemalige Red Bull Pilot Sebastian Vettel, der auf der Schweizer Seite seit 2009 im thurgauischen Ellighausen in der Nähe von Kreuzlingen in der Bodenseeregion wohnt, siegte kürzlich beim spektakulären Nachtrennen in Singapur. Jetzt belegte der vierfache Weltmeister in Suzuka einen 3. Platz. Don Dahlmann hat in bewährter Form die Details auf seinem Racingblog aufgedröselt. +++ Fußball: Nach der 1:4 Niederlage beim FC 08 Villingen belegt der FV Ravensburg in der Fußballoberliga Baden-Württemberg nach 9 Spieltagen den 7. Tabellenplatz. Hier geht es zur Tabelle. +++ Volleyball: Während Deutschland gerade ein Automarkendomino erlebt (siehe auch die im gewohnt bulligen Sound verfasste Spiegel Online Kolumne von Jakob Augstein unter dem Titel Ex-VW-Boss Winterkorn: unersättlich, unverantwortlich) wird andernorts ausgeliefert. Der neue Geschäftsführer der VfB Friedrichshafen Volleyball Gmbh, Sebastian Schmidt, und Erfolgscoach Stelian Moculescu bekamen von Toyota aus dem Lexus Forum Filderstadt ihre Autos.

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Ich würde sehr unruhig schlafen, wenn ich Alexander Zorniger wäre

Wir brauchen nicht um den heißen Brei herumzureden. Der einstige Vorzeigeclub in Baden-Württemberg schwächelt. Ich würde sehr unruhig schlafen, wenn ich Alexander Zorniger wäre. Die Null-Punkte-Ikone vom VfB Stuttgart lässt ansehnlichen Fußball spielen. So hört man. Doch was nutzt eine positive Torschussstatistik oder eine Chancenvielfalt wie sie der FV Ravensburg im WFV-Pokalfinale 2015 gegen den SSV Reutlingen hatte, wenn die ernüchternde Bilanz 0 von 15 möglichen Punkten im tabellarischen Abrechnungsbogen lautet. Klarer Fall von Shit Happens.

Foto:  © Michael Wiemer

Bruno Labbadia wurde einst sehr früh im Saisonstadium in Stuttgart entlassen. Geduld hin oder her. Noch ist Alexander Zorniger Trainer beim punktlosen Tabellenvorletzten. Ihm wäre eine volle Saison in der Schwabenmetropole zu gönnen. In Leipzig musste er in der vergangenene Saison nach Beginn der Rückrunde die Trainerbank in der deutschen 89er Revolutionsstadt verlassen. RB Leipzig will zielstrebig in die Bundesliga. So lautet seit 2009 der Red Bull Masterplan, der einst in den Gefilden der Fünftklassigkeit in Markranstädt begann. Sportchef Ralf Rangnick traute Alexander Zorniger einen Aufstieg in die deutsche Eliteklasse nicht zu. Was man so hörte.

Ich finde, ein paniertes Schnitzel ist ein Konstruktionsfehler. Auch eine Doppelfunktion Sportchef + Trainer, wie sie der einst mit Burn-out Problemen in der Öffentlichkeit für Schlagzeilen sorgende Ralf Rangnick jetzt inne hat, mag ich nicht für einen konstruktiven Geniestreich halten. Erinnert sei an dieser Stelle auch an Rangnick und die Veteranenmedaille der Leistungsgesellschaft. Schaun mer mal.

Themenwechsel. Schwenk zum ehemaligen Red Bull Piloten Sebastian Vettel, der auf der Schweizer Seite seit 2009 im thurgauischen Ellighausen in der Nähe von Kreuzlingen in der Bodenseeregion wohnt. Für Ferrari siegte er beim spektakulären Nachtrennen in Singapur. Der vierfache Weltmeister überflügelte mit seinem 42. Grand Prix Sieg die Formel 1 Ikone Ayrton Senna. Die Analyse vom GP Singapur 2015 gibt es von Don Dahlmann in bewährter Form auf seinem Racingblog.

Eishockey. Wie sich bittere Niederlagen in Debakel-Höhe anfühlen, musste die Mannschaft von Coach Daniel Naud kürzlich im August beim Auswärtstestspiel in Österreich gegen die Dornbirn Bulldogs durchleben. 1:8 an einem Sonntagabend. Es gibt schönere Erlebnisse zum Wochenausklang. Am Freitag setzte es für die Ravensburg Towerstars vor heimischem Publikum gegen Bietigheim Steelers in der noch frischen DEL2 Saison eine herbe 1:7 Klatsche. Am gestrigen Sonntag dann die psychologisch wichtige Wiedergutmachung im Auswärtsspiel bei den Heilbronner Falken. 7:2. Hier geht es zum Spielbericht vom engagierten Eishockeyexperten Frank Enderle. Tief durchatmen.

Mixed Zone Bodensee 

Interboot: Der obligatorische positive Messen-Erfolgsmeldungs-Regler ist aufgedreht. Die 54. Interboot ist ein Anziehungspunkt – gar keine Frage. Sie muss sich auch nicht, anders wie die OutDoor in Friedrichshafen, fragen lassen wieso es keinen Publikumstag gibt. Messechef Klaus Wellmann lässt sich im Pressebericht mit folgendem Statement zum Eröffnungswochende der Messe zitieren: „Die Interboot steht für emotionale Erlebnisse sowohl in den Hallen, als auch auf dem Wasser. Über 35 000 Besucher haben sich am Wochenende dafür entschieden, sich auf dem Messegelände inspirieren zu lassen und den Wassersport hautnah zu erleben“. +++ Fußball: Der FV Ravensburg wird im Spiel gegen den Freiburger FC von Neuzugang Jonas Wiest erlöst. Die Partie in der Oberliga Baden-Württemberg wollten 400 Zuschauer sehen. Hier geht es zum Spielbericht. +++ Radsport: Das 82. Internationales Radkriterium in Wangen ist auch bereits wieder Geschichte. Das älteste Radkriterium Deutschlands erlebte die Premiere 1929. Im Jahr 2015 gewinnt Martin Reinert. Veranstalter war die Rad Union Wangen 1913. e.V. +++ Fußball: Der vom Sportwettenanbieter Cashpoint gesponserte SCR Altach ist ernüchtert. Nach dem Sieg gegen Rapid Wien setzte es jetzt eine Niederlage in Ried. Altach Coach Damir Canadi nach dem Spiel angefressen: „Seit ich in Altach bin, haben wir es noch nicht geschafft hier ein gutes Spiel abzuliefern. Ich weiß nicht, was da unterm Teppich ist, dass wir nichts mitnehmen können. Es gibt anscheinend so Stadien in denen wir unsere Leistung nicht abrufen können, die wir eigentlich im Stande sind zu leisten. Wir haben hier noch nie gut gespielt.“ Auch Philipp Netzer geht kritisch mit der eigenen Teamleistung um: „Wir müssen mit uns selbst hart in die Kritik gehen. Wir müssen uns fragen, ob es heute genug war für ein Bundesliga Team. Ich denke nicht. Ich bin der Meinung, dass wir härter mit uns umgehen müssen. Wir denken wir schlagen Rapid und nehmen die Punkte hier im Vorbeigehen mit.“ Nach 9 Spieltagen liegt der Cashpoint SCR Altach auf dem drittletzten Tabellenplatz. +++ Radsport: Der in der Bodenseeregion lebende Tony Martin hatte bekanntlich bei der Tour de France nicht das Glück gepachtet und schied vorzeitig aus. Jetzt bei der WM in Richmond fuhr er beim Team-Zeitfahren mit seinem Quick-Step Team zu Silber. Der ehrgeizige Martin merkte an: „Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir sind hierher gekommen, um Gold zurückzuholen. Jetzt ist es der zweite Platz geworden. Am Ende ist es egal, ob Silber oder Bronze“. Am Mittwoch dann das mit Spannung erwartete Einzelzeitfahren. Der dreifache Einzelzeitfahrweltmeister Tony Martin hat einen einfachen Masterplan. Gold. Nur Gold. „Alles andere als Gold ist Enttäuschung.“

Schach: Der Schachklub Bregenz 1920 rief zum 2. Blitz am See. 35 Blitzer aus 5 Ländern folgten der Einladung. Am Ende war WIM Helene Mira (Bregenz) siegreich vor FM Christian Srienz (Lochau) und Alois Planatscher (Lochau). Die Klassensieger: Kategorie Beste Dame – Karla Reif (Schachverein Friedrichshafen), Kategorie Bester Senior – Hans Rigg (Lochau), Kategorie Jugend – Gerold Reif (Schachverein Friedrichshafen), Kategorie Schüler – Christian Kozissnik (Bregenz). +++ 24. Harder Stundenlauf: 531 Teilnehmer waren bei der Charity-Veranstaltung auf der Sportanlage am See zu verzeichnen. Der Haupterlös vom Harder Stundenlauf 2015 kommt der querschnittsgelähmten Kira Grünberg aus Innsbruck zu Gute. +++ Medizinisches Bulletin: Der österreichische Vizemeister Bregenz Handball musste am Wochenende eine schmerzhafte Niederlage bei HC Fivers WAT Margareten einstecken. Lucas Mayer musste in der 40. Minute mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss das Parkett verlassen. Der Verdacht erhärtete sich und wurde heute Vormittag von Dr. Jürgen Oberladstätter von der Praxisgemeinschaft Unfallchirurgie in Innsbruck bestätigt. Lucas Mayer erlitt eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes im linken Knie.

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