Nachdenkenswert #499

,,Seit wir in den vergangenen Jahren mehr über die Produktionsbedingungen und Hintergründe dieser formidablen Show erfahren haben, als wir je wissen wollten, stellt sich nun aber die Frage, inwiefern man sich den Genuss des Spektakels noch gestatten darf. Kann man einfach ignorieren, dass das gezeigte Leistungsniveau erlogen ist, dass die vermeintlich edlen Helden in Wirklichkeit nicht besser sind als Hedge-Fond-Manager, die sich ein paar Linien Koks reinziehen, damit sie spät in der Nacht fit genug sind, um noch ein paar Millionen mehr scheffeln zu können? Kann man das einfach weiter in sich hineinstopfen wie Hormonfleisch aus industrieller Massentierhaltung?“

Sebastian Moll, Tourbeobachter, der in New York lebende Journalist berichtete im Sommer 2011 in der damals noch existierenden Financial Times Deutschland über das Phänomen Tour de France. Die Überschrift seines damaligen Artikels lautete: Darf man sich an der Tour de France erfreuen?

In diesen Tagen schrieb Sebastian Moll in der FAZ einen bemerkenswerten Text über die Tour de France 2017. Er titelte: Die Amerikaner schalten auch ohne Sagan ein.

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