Hochdosiertes Outdoor-Marketing

Es geht immer um Verkauf. Da macht die Outdoor Branche keine Ausnahme. Deutschlands bekanntester und charismatischster Verkaufstrainer, Unternehmer und Kongressredner, der sehr geschätzte Dirk Kreuter, meint prägnant zum Thema Verkaufen:

,,Wenn Du es nicht verkaufen kannst, ist es nichts wert.“

Bei der kürzlich am Bodensee in Friedrichshafen absolvierten 24. Ausgabe der Branchenmesse OutDoor gab es zahlreiche Podiumsdiskussionen. Eine davon war besetzt mit den Protagonisten Melvin Boecher, Sophie Radcliffe, Bonnie Klingler, Georg Haas und Mirjam Reisch. Auch da ging es um Verkauf.

 (v.l. Melvin Boecher, Sophie Radcliffe, Bonnie Klingler, Georg Haas, Mirjam Reisch)

Foto:  © Michael Wiemer

Die Podiumdiskussion in Friedrichshafen stand unter der Überschrift: Where is the influence? Lessons learnt from influences, brand & destination.

Influencer? Mein Assistent Wikipedia schiebt mir schwungvoll einen Artikel über Influencer aus seinem Areal herüber. Einleitend heißt es da:

,,Influencer (von engl.to influence: beeinflussen) ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt (Influencer-Marketing).“

Influencer schafft es auch 2017 permanent in die Schlagzeilen. Alleine im Zeitraum der letzten 24 Stunden finden sich Beiträge über die Beeinflusser, die letztendlich beim verkaufen helfen sollen. Umsätze generieren, Produkte promoten. Carsten Drees widmet sich auf mobilegeeks ebenfalls dem Thema Influencer und hat dabei Caro Daur im Fokus.

Caro Daur ist 22 Jahre und hat 1,1 Millionen Anhänger auf Instagram. Carsten Drees nimmt dabei auch das für Schlagzeilen sorgende Interview von Caro Daur mit dem Manager Magazin unter die Lupe. Er macht sich Gedanken, dröselt die Thematik Influencer geduldig auf in seinem Artikel unter dem Titel: Caro Daur und die Werbung: Immer drauf auf die Influencer und merkt an:

,,Ich habe aber auch noch ein anderes Verständnisproblem: Wieso arbeiten sich derzeit so viele Menschen – gerade in den sozialen Medien – an diesen „Influencern“ ab. Ich schreibe das übrigens so gern in Anführungszeichen, weil ich dieses Wort in dem Zusammenhang furchtbar finde – junge Menschen werden von der Industrie geködert, um noch jüngere Menschen dazu zu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen. Nicht die Art Einfluss, die man meiner Meinung nach nehmen sollte, schon gar nicht auf ein so junges Publikum bezogen.“

So weit Carsten Drees.

Auch die Gründerszene hat sich dem Thema Influencer innerhalb der letzten 24 Stunden gewidmet. Ihr Fachbeitrag kommt mit der Headline Wie kennzeichnen Influecer ihre Werbung richtig? 

Einleitend wird von Dr. Martin Gerecke, Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei CMS, angemerkt:

,,Influencer stehen stark in der Kritik. Der Vorwurf: Sie kennzeichnen Werbung für Produkte in den sozialen Medien nicht korrekt. Doch worauf kommt es überhaupt an?“

Der Artikel ist sachlich, kompetent. Dr. Martin Gericke beleuchtet die gesetzlichen Rahmenbedingungen von werblichen Beiträgen und geht auch der Frage nach, wie es sich mit dem Sachverhalt beschriebener Produkte verhält, wenn diese vom Influencer selbst gekauft werden.

Ebenfalls innerhalb der letzten 24 Stunden gab es zum Thema Influencer auf welt.de einen Artikel mit der Lesedauer von 6 Minuten von Julia Friese unter dem Titel Die geschminkte Wahrheit einer Influencer Party.

Melvin Boecher, Sophie Radcliffe, Bonnie Klingler, Georg Haas und Mirjam Reisch

Doch zurück zur sportiven Branchenmesse OutDoor 2017 in Friedrichshafen. Die Zeppelinstadt empfing in der diesjährigen Ausgabe 965 Hersteller aus 40 Ländern, 21412 Fachbesucher aus 90 Nationen, 1.019 akkreditierte Medienvertreter und 160 Blogger. Da wir gerade bei Zahlen sind. Es gab 2 genutzte Freiareale, 11 mit Ausstellern belegte Messehallen, 38 Auszeichnungen durch die OutDoor Award Jury, der sich 330 Produkte stellten. Schlussendlich 85.000 Quadratmeter Ausstellungsflächen.

Zu oben angesprochener Podiumsdiskussion mit Melvin Boecher, Sophie Radcliffe, Bonnie Klingler, Georg Haas und Mirjam Reisch. Es war ein buntes Puzzleteil der 24. OutDoor 2017 am Bodensee.

Foto:  © Michael Wiemer  (v.l. Melvin Boecher, Bonnie Klingler, Georg Haas, Mirjam Reisch)

Die junge Dame in der Bergwelt auf der Leinwand ist Sophie Radcliff.  Es war eine spannende Podiumsdiskussion auf der Bühne der Outdoor Blogger Base.  Sophie Radcliffe (Bloginhaberin von challengesophie). Sebstverständlich verfügt sie auch über einen Twitter-Account und hat 31.463 Follower, Stand 6. Juli 2017. Mehr geht immer. In Sachen Follower. Melvin Boecher kommt auf seinem Kurznachrichten-Account bei Twitter auf  smarte 266.123 Follower. Aber ich will mich hier gar nicht zu sehr an Follower Zahlen festbeißen. Jetzt läuft ja momentan eines der vielleicht spektakulärsten Outdoor-Ereignisse der Welt. Die Tour de France. Unter freiem Himmel, in mörderischen Felsschluchten, bei atemberaubenden Abfahrten auf schmalen Reifen und schweißtreibenden Pedalritten bei Aufstiegen in die Bergetappenziele ist medial auch der einstige Velo-Jesus (Copyright by Jürgen Kalwa) in vorderster Reihe. Lance Armstrong bringt es locker auf 3 Millionen 778.540 Follower auf seinem Twitter-Account. Beitrittsdatum des Texaners ist der Oktober 2008.

Doch zurück zur OutDoor Bühne in Friedrichshafen. Neben Sophie Radcliffe und Melvin Boecher waren auch Georg Haas, CEO von Outdoor Blogger Network (OBN), Bonnie Klingler, die einst im Kunsthandel startete und jetzt im Bereich Marken-Kommunikation aktiv ist. Sie ist bei der Agentur Kern Gottbrath, einer Kommunikations-Agentur mit den Schwerpunkten Sport, Bike, Outdoor und Textil tätig. Die Runde komplettierte Mirjam Reisch (Referentin Online Kommunikation bei der Messe Friedrichshafen).

Die lebendigsten Wortbeiträge vernahm ich von Melvin Boecher, der den Auftakt der Podiumsdiskussion mit einem Kurzvortrag einleitete sowie von Sophie Radcliffe. Georg Haas kam mit seiner ruhigen Art auch sehr sympathisch rüber. Sein Outdoor Blogger Network (OBN) hatte es im vergangenen Jahr auf die Titelseite der Seewoche geschafft. Bonnie Klingler und Mirjam Reisch traten nicht so extrovertiert auf wie Melvin Boecher und Sophie Klingler. Das ist auch in Ordnung. Power-Mann Boecher fühlt sich auf der Bühne einfach sauwohl. Und auch die reisefreudige Sophie Klingler ist offensiv bei ihrem Part dabei. So einer Runde mit unterschiedlichen Charakteren und Temparamenten kann ich als Beobachter immer eine Menge abgewinnen.

In der OutDoor Nachlese 2017 merkte ich an:

,,Ist die Outdoor Industrie kompatibel mit Outdoor-Bloggern?

Die Frage der nächsten Zeit: Ist die Outdoor Industrie kompatibel mit Outdoor-Bloggern? Blogs sind generell nicht skalierbar. Blogger in den meisten Fällen Freigeister, die sich schlecht in normierte Schubladen stecken lassen. Andererseits fiel oft das Wort Influencer. Auch Content-Marketing schallt es aus zahlreichen Ecken. Oft alter Wein in neuen Schläuchen.

Das Marketing der Outdoor-Hersteller stößt teilweise bei bisherigen althergebrachten Werbeaktionen und Vertriebsaktivitäten auf Grenzen. Inwieweit Outdoor-Blogger die Türen zu Konsumenten öffnen können, wird sich zeigen. Nicht nur als Strohfeuer. Sondern langfristig. Nachhaltig. Seriös und zuverlässig. Dazu gibt es auch nationale Besonderheiten zu beachten. Deutschlands Outdoor-Blogger haben in der Regel im deutschsprachigen Raum wesentlich weniger potentielle Leser wie die internationalen Bloggerkollegen aus den USA, Großbritannien, Kanada etc. im englischsprachigen Raum. Mir persönlich sind auch in Deutschland die Outdoor-Blogger und ihre Texte zu Peroduktvorstellungen oft zu brav. Als ob eine vorgegebene Checkliste ohne große Inspiration abgearbeitet wird. Da fehlt oft leidenschaftliches Bloggerblut. Eine Prise Content-Power im Schreibstil von Jack London würde ich mir da öfters wünschen. Mehr Mut. Das hineinziehen in lustvolle Texte, gerne auch emotionaler Achterbahnen. Produkte haben auch Kanten und Ecken. Wer hat nicht schon mal ein Outdoor-Equipment verflucht. Erinnert sei an das Survival Drama All is Lost mit Robert Redford. Timing ist alles. Passend zur OutDoor 2017 hatte das ZDF den Streifen am Montagabend, am 2. Messetag im Kinoabendprogramm Montagskino des öffentlich-rechtlichen platziert. Das Outdoor-Drama All is Lost erschien erstmalig 2013.“

Das Robert Redford Survival-Drama empfehle ich jedem Marketingleiter aus dem Lager der Outdoor-Hersteller.

Hochdosiertes Outdoor-Marketing ist übrigens das eine. Influencer und das Grundrauschen in den sozialen Netzwerken das andere. Letztendlich läuft bei vielen Konsumenten die Entscheidung für Produkte aus der Outdoor-Branche über die Fachkompetenz des Handels. So hört man. Das schließt freilich Preissensible Kundschaft mit ein. Das schielen nach Online-Angeboten. Die präzisen Preisvergleichs Aktivitäten der Konsumenten ebenso. Der Outdoor-Markt ist vielfältig, hat bunte Facetten. Nicht frei von Problemen. Selbstverständlich gibt es da auch die Erscheinung von Substratsättigung. Inwieweit Influencer aktiv beim verkaufen von Outdoor-Produkten mitwirken können, smartes Marketing zelebrieren können mit nachfolgenden Umsatzsteigerungen, wie nachhaltig die Sache der Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Influencern sein wird, dass lässt sich perspektivisch nicht seriös prognostizieren.

Aus meiner Sicht sind Influencer ein Tool im Arsenal der hochdosierten Outdoor-Marketing Aktionen der Industrie.

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