Nachlese OutDoor 2017

Gibt es eigentlich eine griffige Definition für Outdoor? Mir persönlich gefiel die Definition von Sabine Messner von OUTSIDEstories im Sportinsider Interview am 11. Januar 2015 sehr gut.

,,Ich bin ein Stadtkind und habe über 40 Jahre meines Lebens dort verbracht. Im Laufe vieler Wochenenden am Fuße der Oberbayerischen Berge habe ich die Nähe zur Natur, die Ruhe, die gute Luft und die kurzen Wege um draußen aktiv zu sein schätzen gelernt. Vor ca. eineinhalb Jahren bin ich mit meiner Familie dorthin gezogen, wo die Berge zum greifen nahe sind. Der Begriff Outdoor ist für mich nicht ausschließlich mit extremen Leistungen am Berg verbunden, sondern steht deshalb für alles was man draußen in der Natur unternehmen kann, um Ruhe und Ausgleich zum Büroalltag zu finden und um die Natur zu spüren. Das ist für mich die Faszination Outdoor.“

Der Messefilm OutDoor 2017 ist durch. Die B31 erfreute sich verstärkter Frequenz von Fahrzeugen, die ihre Abreise vom Bodensee antraten. Hersteller und Händler auf der Rückreise. Der Weg zurück ins Alltagsgeschäft. Die Messe hat auf ihrer offiziellen Webseite outdoor-show Stimmen eingesammelt von Protagonisten der Outdoor Branche.

Zu Wort kommen unter anderen Mark Held (General Secretary European Outdoor Group), Antje von Dewitz (Geschäftsführerin Vaude), Rene Skytte (Vice President adidas Outdoor), Tsedo Sherpa-Ednalino (Chief Operating Officer Sherpa Adventure Gear), Urs Weber (Chefredakteur Runner´s World), Markus Bötsch (CSO Jack Wolfskin), Matthias Leurs (Sales Director AGS Bergans of  Norway), Wolfgang Jahn (Salesmanager Europe Royal Robbins), Steffen Sator (Inhaber Faltboot.de/Out-Trade GmbH), Maximilian Nortz (Managing Director International Business – Europe , Blackyak), Georg Haas (CEO von Outdoor Blogger Network) und viele andere.

Stellvertretend ein Statement von Andreas Schechinger, Geschäftsführer Tatonka:

,,Die Messe ist für Tatonka nach wie vor der wichtigste Auftritt im Jahr, um Marke und Produkte Händlern und Öffentlichkeit zu präsentieren. Der viel diskutierte frühere Termin wird von uns grundsätzlich positiv wahrgenommen. Durch die Vorverlegung ist die Messe wieder ein gemeinsamer Kick-Off für die Orderrunde. Uns ist bewusst, dass das nicht alle so sehen, aber das ist bei Veränderungen ja immer so. Die ersten beiden Tage waren gut besucht. Der Terminkalender für den dritten Tag ist „proppenvoll“, während der Mittwoch, wie überall, als letzter Messetag deutlich abfällt. Die Rückmeldungen von Kundenseite zum Termin-Thema unterscheiden sich vor allem im Hinblick darauf, ob die Kunden aus der DACH-Region oder aus dem restlichen Europa und International kommen. Letztere haben offensichtlich mit dem früheren Termin eher ein Problem. Insbesondere die besser organisierten und progressiveren Händler aus der DACH-Region sehen den frühen Termin jedoch überwiegend positiv. Wir als Tatonka können mit der aktuellen Situation gut leben und hoffen, dass sich der Diskussionsfokus, mit der Beibehaltung des Termins im nächsten Jahr, wieder drängenderen Problemen zuwendend wird, wie dem viel zu langsamen Ausbau digitaler Kompetenz innerhalb der Branche.“

Okay, das lasse ich mal so stehen. Das Thema digitale Kompetenz hörte man in den Messehallen oder diversen Podiumsdiskussionen öfters. Das vertiefe ich ein andermal.

Foto: © Michael Wiemer

Nächstes Jahr steigt dann mit der 25. OutDoor hier am Bodensee die Jubiläumsausgabe. Von der diesjährigen sportiven Messe noch ein paar Lesestoffhinweise. Joachim Hofer hat beim Handelsblatt die neue Lust am Wandern der Deutschen festgestellt und weist gleichzeitig auf Probleme hin in puncto Personal bei den Bergwanderschuh-Herstellern Meindl und Lowa:

,,Das größte Problem für die Schuhhersteller: Es fällt ihnen schwer, geeignetes Personal zu finden, um all die Bestellungen abzuarbeiten. Meindl und Lowa stellen ihre hochwertigen Modelle in der bayerischen Heimat her, wo schon seit Jahren Vollbeschäftigung herrscht. Dazu kommt, dass die Arbeit körperlich anstrengend ist, „das will kaum noch jemand machen“, ärgert sich Lukas Meindl. Doch selbst für die Produktionsstätten in Ost- und Südosteuropa tun sich die Hersteller schwer, Leute anzuheuern. In Ländern wie Ungarn stehen sie in Konkurrenz mit der Autobranche.“

Selber habe ich über Jahe beim Bergwandern mit meiner Jahrhundertliebe Lowa Schuhe getragen. Die Qualität ist zuverlässiger Begleiter bei zahlreichen Touren gewesen. Im vergangenen Jahr bei einer faszinierenden und ambitionierten Bergtour in der Schweiz kamen sie dann in den Erschöpfungszustand. Doch das einst für eine Summe im dreistelligen Bereich gelegene Geld für den Kauf der Lowa Schuhe hatte ich abgewandert. Definitiv.

Demnächst schiebt sich ja die OutDoor-Schwestermesse Eurobike wieder in den Fokus. Im Terminkalender ist die sportive Radmesse am Bodensee in Friedrichshafen vom 30.08. – 02.09.2017 vermerkt. Doch das Branchenmagazin radmarkt wirft vorher einen Blick auf die Zahlen der Outdoor-Branche. Konkret in das von der Europäischen Outdoor Group (EOG) veröffentlichte Zahlenmaterial in Sachen Produktkategorien.

,,Laut dem vorgelegten Zahlenmaterial lag der Reinverkauf bei 5,47 Milliarden Euro. Damit lag der geschätzte Einzelhandels-Umsatz bei 11,5 Milliarden Euro.
Besonders gut lief einmal mehr Bekleidung. Hier soll der Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr bei 4,2 und der Mengenzuwachs bei 6,3 Prozent gelegen haben. Es folgten Kletterausrüstung (plus 4,4 bzw. 3,5 Prozent), Zubehör (3,5 bzw. 3,1 Prozent) sowie Rucksäcke & Reisetaschen (5,3 bzw. 2,6 Prozent). Das Wachstum des vorab fünf Jahre gut gelaufenen Sektors Footwear musste hingegen ein Wertminus von 1 Prozent hinnehmen. Der Bereiche Zelte (nur noch plus 2 Prozent) und Schlafsäcke (minus 1 Prozent) mussten ebenfalls schlucken. Einen guten Marktüberblick über die Entwicklung der jeweiligen Kategorien vermittelt Chart 1 (siehe unten).“

Zum kompletten Text von Radmarkt und dem angesprochenen Chart geht es hier, wer obige Verlinkungsausfahrt verpasst hat.

OutDoor 2017 Sequenzen

Noch ein paar Sequenzen der OutDoor 2017 gefällig? Nun, reichlich Bildmaterial ist vorhanden. Heute eine kleine Auswahl.

Emotionale Power ….

Foto: © Michael Wiemer

Scott. Scott. Was Scott in Sachen Messeauftritt und Markeninszenierung hinlegte, war nicht von schlechten Eltern.

Foto: © Michael Wiemer

Dann wäre da auf meinem Chip noch ein Foto mit 3 Damen und zwei Herren. Die weibliche Seite flankierte Georg Haas, den CEO von Outdoor Blogger Network. Das Outdoor Blogger Network hat im Impressum eine finnische Adresse. In der Stadt Vaasa. Die westfinnische Hafenstadt liegt am Bottnischen Meerbusen. Logistisch interessant, hier beginnt die Fährlinie nach Umeå. Sie stellt die kürzeste Schiffsverbindung zwischen den skandinavischen Ländern Finnland und Schweden dar. Doch ich will mich nicht verplaudern.

Foto: © Michael Wiemer

Durchaus spannende Podiumsdiskussion auf der Bühne der Outdoor Blogger Base mit Melvin Boecher ( Twitter Follower Anzahl 265.000 auf seinem Kurznachrichten-Account), Sophie Radcliffe (Bloginhaberin von challengesophie), Bonnie Klingler (startete im Kunsthandel – und ist jetzt im Bereich Marken-Kommunikation aktiv, mehr Infos hier), Georg Haas (CEO von Outdoor Blogger Network (OBN)) und Mirjam Reisch (Referentin Online Kommunikation bei der Messe Friedrichshafen). Dazu werde ich noch einen längeren Riemen schreiben.

Ist die Outdoor Industrie kompatibel mit Outdoor-Bloggern?

Die Frage der nächsten Zeit: Ist die Outdoor Industrie kompatibel mit Outdoor-Bloggern? Blogs sind generell nicht skalierbar. Blogger in den meisten Fällen Freigeister, die sich schlecht in normierte Schubladen stecken lassen. Andererseits fiel oft das Wort Influencer. Auch Content-Marketing schallt es aus zahlreichen Ecken. Oft alter Wein in neuen Schläuchen.

Das Marketing der Outdoor-Hersteller stößt teilweise bei bisherigen althergebrachten Werbeaktionen und Vertriebsaktivitäten auf Grenzen. Inwieweit Outdoor-Blogger die Türen zu Konsumenten öffnen können, wird sich zeigen. Nicht nur als Strohfeuer. Sondern langfristig. Nachhaltig. Seriös und zuverlässig. Dazu gibt es auch nationale Besonderheiten zu beachten. Deutschlands Outdoor-Blogger haben in der Regel im deutschsprachigen Raum wesentlich weniger potentielle Leser wie die internationalen Bloggerkollegen aus den USA, Großbritannien, Kanada etc. im englischsprachigen Raum. Mir persönlich sind auch in Deutschland die Outdoor-Blogger und ihre Texte zu Peroduktvorstellungen oft zu brav. Als ob eine vorgegebene Checkliste ohne große Inspiration abgearbeitet wird. Da fehlt oft leidenschaftliches Bloggerblut. Eine Prise Content-Power im Schreibstil von Jack London würde ich mir da öfters wünschen. Mehr Mut. Das hineinziehen in lustvolle Texte, gerne auch emotionaler Achterbahnen. Produkte haben auch Kanten und Ecken. Wer hat nicht schon mal ein Outdoor-Equipment verflucht. Erinnert sei an das Survival Drama All is Lost mit Robert Redford. Timing ist alles. Passend zur OutDoor 2017 hatte das ZDF den Streifen am Montagabend, am 2. Messetag im Kinoabendprogramm Montagskino des öffentlich-rechtlichen platziert. Das Outdoor-Drama All is Lost erschien erstmalig 2013.

Wie gesagt ein längerer Riemen zur Podiumsdiskussion mit Melvin Boecher, Sophie Radcliffe, Georg Haas, Bonnie Klingler und Mirjam Reisch folgt ein andermal.

Sport Mixed Zone Bodensee

Beach Sport: Passend zur beendeten OutDoor und dem strahlend sonnigen Wetter am Bodensee gibt es 5 Tage Beach Days satt. Alle Details gibt es hier inklusive dem Verweis auf 250 Tonnen Sand. +++ Segeln: Eine weitere OutDoor Sportart, wenn man der Definition von Sabine Messner von OUTSIDEstories im Sportinsider Interview folgt. Die 1. Segelbundesliga hatte nach Prien und Lindau mit Kiel den 3. Spieltag. In der Gesamttabelle nach 3 Regatten liegen die Vertreter vom Bodensee auf den Plätzen 2 (Segel- und Motorboot Club Überlingen), Platz 8 (Lindauer Segler-Club) und Platz 9 (Württembergischer Yacht-Club) +++ Fußball: Eine weitere Sportart die unter freiem Himmel ausgetragen wird und damit Outdoor-Feeling verspricht. Hier am Bodensee läuft der Countdown für das internationale Fanclubturnier in Konstanz. Auf bodensee-fancup sind noch 30 Tage, 0 Stunden, 11 Minuten und 4 Sekunden ausgepreist. Veranstalter ist der Bayern München Fanclub Mia San Konstanz e.V.

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