Mentale Einstimmung auf die Outdoor 2017 in Friedrichshafen (7)

Die Outdoor 2017 beginnt am Sonntag, den 18. Juni 2017. Es ist die 24. Ausgabe. Zur mentalen Einstimmung gab es Lesestoff.

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (1)

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (2)

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (3)

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (4)

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (5)

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (6)

Im 7. Teil der mentalen Einstimmung auf die Branchenmesse in der Zeppelinstadt am Bodensee steige ich ins Archiv und werde fündig. Stefan Glowacz, einer der charismatischen Protagonisten in der Outdoor-Branche. Wacher und kritischer Geist. Insider. Extrem-Kletterer. Erfolgreicher Outdoor-Unternehmer. Unlängst sorgte er für Schlagzeilen. Sein Unternehmen Red Chili wurde durch Edelrid (Vaude Gruppe) übernommen.

Ispo.com, die Webseite der internationalen Sportmesse in München und nach eigener Angabe „weltgrößte Multisegment-Messe im internationalen Sports Business“, leitete die Nachricht am 7. Juni 2016 unter dem Titel Red Chili an Edelrid verkauft: Stefan Glowacz erklärt Anschluss an Vaude Gruppe so ein:

,,Stefan Glowacz hat sich erstmals zur Übernahme von Red Chili durch Edelrid (Vaude-Gruppe) geäußert. Gegenüber ISPO.com erklärte der 52 Jahre alte Kletter-Star und Unternehmensgründer, dass Red Chili vor allem beim Ausbau des internationalen Vertriebs und der Produktpalette an Grenzen gestoßen sei – und man durch die Fusion mit Edelrid eine große Chance erhalten habe.“

Okay.

Der Extrem-Kletterer Glowacz war vor gut einem Jahr mit kritischen Worten aufgefallen. Er legte den Finger in die Wunde der oft zu ähnlichen Produkte am Outdoor-Markt.

Stefan Glowacz sieht Trittbrettfahrer in der Outdoor-Branche. Genug der Vorrede. Vorhang auf.

Reblog: [vom 16. Juli 2016]

Stefan Glowacz über Trittbrettfahrer in der Outdoor-Branche

Er bringt es auf den Punkt. Klartext. Prägnant und ohne Weichspüler. Lassen wir die Worte auf uns wirken:

„Es gibt zu wenige wirklich innovative Unternehmen und stattdessen zu viele Trittbrettfahrer, die auf jeden Trend draufspringen. Wir haben viel zu viele ähnliche Produkte. Inzwischen sieht alles mehr oder weniger gleich aus. Es gibt zu viele Marken, die von einem Trend zum nächsten springen. Dabei geht ihre DNA und ihre Kernkompetenz verloren.“

Stefan Glowacz, Extrem-Kletterer und CEO vom kleinen Outdoor-Unternehmen Red Chili zu Problemen der Outdoor-Branche auf ispo.com.

Foto:  © Michael Wiemer

Stefan Glowacz hat auch einen Platz in meinem Bücherregal gefunden. Im Buch outdoor Legenden über Abenteurer, Forscher, Pioniere befindet sich ein Kurzporträt und Interview auf den Seiten 128 bis 130. Stefan Glowacz fand in dem Buch vom Pietsch Verlag Platz im illustren Kreis der Legenden wie Herman Buhl, Roald Amundsen, Freya Stark, Edmund Hillary, Thor Heyerdahl, Tenzing Norgay, Reinhold Messner, Ernest Shackleton, James Cook, Marco Polo, Robert Scott, Beni Böhm, Rüdiger Nehberg, Hans Kammerlander, Gerlinde Kaltenbrunner, Arved Fuchs, Chris Bonnington, Cecilie Skog, Ueli Steck, Michael Martin, Freya Hoffmeister oder Hubert Schwarz.

Die Probleme der Outdoor-Branche, die Stefan Glowacz mit den Trittbrettfahrern aktuell anspricht auf ispo.com, sind vorhanden. Auch wenn sich die Branche gerne feiert. Es gibt auf dem Markt einfach sehr viele austauschbare Produkte. Eine eigene DNA vermisst man da zuweilen. Da helfen auch Marketingkampagnen oder dicke und mit viel Aufwand in Szene gesetzte Kataloge oder Videos nicht. Wer sich mit den Gedanken von Stefan Glowacz weiter vertraut machen will, dem sei auch noch dieses Interview über die Kletter- und Outdoorszene sowie sein Unternehmen Red Chili an die Hand gegeben.

Meinen Lesern wünsche ich ein entspanntes Wochenende.

Mentale Einstimmung auf die OutDoor 2017 in Friedrichshafen (6)

Heute ist Fronleichnam. Das Thermometer zeigt geschmeidige und wohlgesonnene 26 Grad an. Der Bodensee liefert die entsprechende Kulisse inklusive dem Alpenpanorama. Der Sportkalender am Bodensee weist auch auf ein Segelevent hin. Das 67. RUND UM vom Lindauer Segler-Club. Auf der Webseite des 1889 gegründeten Lindauer Segler-Club gibt es reichlich Infos und News-Häppchen. Wer mag, schaut hier entlang zu den Inselstädtern, die ambitioniertes Mitglied der 1. Segel-Bundesliga sind.

Vital Heynen und der VfB Friedrichshafen haben jetzt auch Gewissheit über die kompletten Gegner in der nächsten Volleyball-Bundesliga Saison.  Die Solingen Volleys bekamen dann wider Erwarten doch noch eine Finanzierung hin. Der kolportierte Etat von 400.000 Euro reichte für die Lizenz der Saison 2017/2018. Der VBL-Pressemitteilung ist auch zu entnehmen, dass die Umbenennung in Bergische Volleys abgesegnet wurde. Der Ligaverband gab grünes Licht.  Das komplette Ligafeld schaut jetzt so aus: VfB Friedrichshafen, Berlin Recycling Volleys, HYPO TIROL AlpenVolleys Haching, Netzhoppers SolWo Königspark KW, SVG Lüneburg, SWD powervolleys Düren, TSV Herrsching, TV Ingersoll Bühl, TV Rottenburg, United Volleys Rhein-Main und Bergische Volleys.

Derweil schreitet der Countdown in Sachen OutDoor 2017 fort. Die sportive Branchenmesse, hier die offizielle Webseite mit Ausstellerverzeichnis, Programm und Themenschwerpunkten wie Microadventure, Bouldern, Running oder Water Sports ist dieses Jahr vom 18. bis 21. Juni terminiert. Gelegenheit eine weitere mentale Einstimmung zu bringen:

Reblog: [vom 16. Januar 2011] Reinhold Messner Spezial – Teil 2 – 

Nach Reinhold Messner Spezial – Teil 1 – folgt heute der 2. Teil. Die Antarktis Expedition machte aus den beiden Abenteurern Messner und Fuchs keine Freunde. Beide gingen danach nie wieder gemeinsam auf Tour. Am Silvestertag 1989 erreichen beide den Südpol. Allen Differenzen während der Antarktis-Durchquerung zum Trotz arrangiert Reinhold Messner mit einer Flasche Rotwein ein Fest für Arved Fuchs und seinen Rekord: Zwei Pole innerhalb eines Jahres. Danach gelingt bis zum 13.2.1990 die gesamte Durchquerung.

Messner zelebrierte auf der Bühne auch die Besteigung des Mount Everest. Sein Berg. Im Interview auf profil online sagte er im vergangenen Jahr:

,,Es ist schon komisch: Als ich und Peter Habeler damals erstmals ohne künstlichen Sauerstoff auf den Mount Everest stiegen, wurden wir von den Medien in Grund und Boden verdammt. Niemand dachte, dass das geht. Wir wurden als ehrgeizig und verantwortungslos beschimpft. Wir haben den Versuch unternommen und wollten nur herausfinden, wie weit wir ohne künstlichen Sauerstoff kommen. Wir wollten damals schon so wenig Hilfe wie möglich in Anspruch nehmen. Wir haben uns ganz oben angesehen und uns vergewissert, dass es noch weiterging, und irgendwann waren wir am Gipfel. Trotzdem blieb die Maske das Übliche. Dass sich das heute so umdreht und Sauerstoff sogar als Doping bezeichnet wird, finde ich lustig. Eine präparierte Piste und Fixseile sind übrigens die viel größere Hilfe als künstlicher Sauerstoff.“

Zurück nach Oberstdorf. Messner spricht mit viel Respekt vom Mount Everest. Stolze 8848 Meter. Der Extrembergsteiger und Grenzgänger erbringt auch allen anderen Gipfeln die nötige Hochachtung entgegen, der Mount Everest bleibt etwas besonderes. Reinhold Messner erinnert auf der Bühne in Oberstdorf auch an Sir Edmund Hillary.  Ihm gelang am 29. Mai 1953 die historische Erstbesteigung des Mount Everest.

Die Biografien der Pioniere wie Sir Edmund Hillary oder Ernest Shackleton hat Reinhold Messner intensiv studiert und spricht mit tiefer Demut von beiden. Er erzählt ausführlich vom Mut und der unglaublichen Ausdauer von Shackleton. Seine Männer vertrauten ihm. „Boss“ Ernest Shackleton ist einer der ganz Großen in der Geschichte der Abenteurer.

Messner machte auch einen Ausflug in die Politik. Er war zeitweise für die Grünen im Europaparlament. Da möchte ich jetzt keinen Vergleich zu den hiesigen semiprofessionellen Akteuren in der Hauptstadt Berlin und den jeweiligen regionalpolitischen Politmärkten herstellen.

Messner erfindet sich auch immer wieder. Mit Akribie hat er ein lang geplantes Museumsprojekt umgesetzt. Das Messner Mountain Museum. Er bezeichnet es als sein sechstes Leben. Selbstverständlich arbeitet er ohne Zuschüsse vom Land. Experten wie Museumsdirektoren, Wirtschaftsprüfer oder Touristikspezialisten waren skeptisch. Das Zentrum Firmian auf Schloss Sigmundskron und die vier themenbezogenen Museen MMM Juval, MMM Ortles, MMM Dolomites und MMM Ripa wurden infrage gestellt. Nebenbei hat Messner beim spektakulären Museumsprojekt drei denkmalgeschützte Objekte revitalisiert.

Meine Liebste und ich sind mit einem guten Gefühl nach dem wunderbaren Abend  noch ein wenig durch Oberstdorf gelaufen. Die Worte, Bilder, Musik, Gestik, Authentizität und die charismatische Persönlichkeit von Reinhold Messner klangen nach. Passion for Limits.