Faszination Sports Memorabilia

Die Faszination in Sachen Sports Memorabilia hält weiter an. Die Sammelleidenschaft ist bei zahlreichen sportbegeisterten Menschen zu einem zeitintensiven Hobby geworden. Andere betreiben ihre Sammlung professionell. Es wird munter getauscht, gekauft und verkauft. Manch einer hat sich spezialisiert, andere sammeln von Fußballtrikots ihrer Lieblingsmannschaft, über Autographen, Programmhefte, Spielwimpel, Eintrittskarten, Fußballschals, Internationale Souvenirgläser, Plakate, Fußballsonderhefte, Pins oder signierten Trikots von Arjen Robben, Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Co. alles in großer Vielfalt. Siehe auch:

https://sportinsider.wordpress.com/2017/01/23/arjen-robben-champions-league-trikot-bayern-muenchen-saison-20142015-mit-unterschrift/

Der 1958 in Chicago, Illinois, geborene Eric Lindon kam durch die Militärkarriere seines Vaters als Kind nach Fußball-Deutschland. Er ist Pins Sammler. Seine Sammlung an Pins, umfasst rund 20.000 Exemplare. Das Magazin der Fußballverbände in Baden und Württemberg im Spiel berichtete in der Ausgabe 5/2016 von ihm und der Leidenschaft für den Aufbau einer Sammlung.

,,Rund um die Olympischen Spiele ist die Sammelgemeinschaft auch sehr groß und es gibt hier mit Sicherheit mehr Nadeln als beim professionellen Fußball. Aber so, wie es in der Breite und bis in die untersten Klassen des Amateursports hinein geht, gibt es bei den Anstecknadeln nichts, was mit dem Fußball vergleichbar wäre. Das drückt sich auch schon bei den Preisen aus. Ich habe z. B. eine Anstecknadel aus der Vorkriegszeit des Turnvereins Kasiserslautern. Wert wären sie etwa 50 Euro. Was die Leute aber nicht wissen: In diesem Turnverein hat man früher auch Fußball gespielt. Das weiß ich wiederum, weil ich forsche. Und schon ist die Nadel das Dreifache wert, weil sie nun im Bereich des Fußballs angesiedelt ist.“

Eric Lindon wird dann im Laufe des Interviews auch gefragt nach dem höchsten Preis den er je für eine Anstecknadel bezahlt hat. Der Pins Sammler Eric Lindon offenherzig:

,,Da meine Frau das sicher lesen wird, muss meine Antwort <<Kein Kommentar!>> sein. (grinst) Aber ein Beispiel gebe ich: Es gibt DFB-Nadeln aus den 1950er Jahren, die Spieler für die Meisterschaft erhielten. Die gehen für bis zu 10 000 Euro weg. Und wenn die Geschichte dazu noch interessant ist, noch viel mehr.“

Ja, Sports Memorabilia ist spannend. Ich selber habe eine Anstecknadel 50 Jahre Vierschanzentournee 2001/2002. Das war die Tournee mit dem vierfachen Sieg in allen Einzelspringen in Oberstdorf, Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen von Sven Hannawald. Die Nadel ist sicher auch aufgrund der sportlichen Komponente des bisher einmaligen Ereignisses, alle Springen einer Vierschanzentourneee zu gewinnnen, recht interessant.

Aber auch Fußballprogrammhefte sind in meiner Sammlung. Erwähnt sollen hier nur ein paar sein. Dynamo Dresden gegen VfB Stuttgart in der 2. Runde des UEFA-Cup am 24. Oktober 1979. Oder FC Carl Zeiss Jena vs. AS Rom im Europapokal der Pokalsieger an jenem legendären 1. Oktober 1980. Die Römer hatten das Hinspiel mit 3:0 gewonnen. Im Rückspiel musste der junge Carlo Ancelotti, der heutige Trainer von Bayern München, eine 0:4 Niederlage gegen das wie entfesselt stürmende Team von Trainer Hans Meyer hinnehmen.

Nett anzuschauen ist auch das Programmheft vom Spiel im Europapokal der Pokalsieger vom 1. Oktober 1975 zwischen Sachsenring Zwickau und Panathinaikos Athen im Georgi-Dimitroff-Stadion. Auf dem Titelfoto eine glückliche Mannschaft weitestgehend mit freien Oberkörper und Weltklassetorwart Jürgen Croy und der Bildunterschrift:

,,Am 14. Juni dieses Jahres gewann Sachsenring Zwickau das Pokalfinale gegen Dynamo Dresden mit 6:5 nach Verlängerung und Strafstoßschießen. Nachdem der Pokal in Empfang genommen wurde, stellte sich das gesamte Kollektiv dem Fotografen.“

Sehr schön. Das Schiedsrichterteam kam damals aus England. Referee Burns wurde an den Linien attestiert von Shapter und Mitchell.

Auch das Programmheft vom Spiel des BFC Dynamo gegen den Hamburger SV im Europapokal der Landesmeister am 15. September 1982 ist in meiner Sammlung. Auf der Trainerbank der Hamburger der große Ernst Happel. Im Aufgebot des HSV Torwart Ulrich Stein, Manfred Kaltz, Ditmar Jakob, Holger Hieronymus, Wolfgang-Felix Magath (wo ist später dann eigentlich der Wolfgang namenstechnisch abhanden gekommen), Horst Hrubesch, Wolfgang Rollf oder Thomas von Heesen.

Auch das Spiel des BFC Dynamo gegen SV Werder Bremen im Europapokal der Landesmeister am 6. September 1988 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark schaut mich gerade an. Trainer der Bremer ein gewisser Otto Rehagel. Im Aufgebot von Werder Keeper Oliver Reck, Rune Bratseth, Ulrich Borowka, Frank Neubarth, Karl-Heinz Riedle (im Programmheft Karlheinz abgedruckt), Manfred Burgsmüller, Norbert Meier oder Thomas Schaaf. Bei den Berlinern Torwart Bodo Rudwaleit, Frank Rohde, Rainer Ernst, Thomas Doll, Frank Pastor oder Andreas Thom. Auf der Trainerbank saß Jürgen Bogs.

Der BFC Dynamo war in jenen Jahren Dauergast im Europapokal der Landesmeister wie die Programmhefte vom 19. März 1980 vom Spiel gegen Nottingham Forest oder vom 21. März 1984 gegen den AS Rom zeigen.

Der 41. EC Gast von Carl Zeiss Jena war im UEFA-Cup am 1. Oktober 1986 der Bundesligist Bayer 05 Uerdingen. Im Aufgebot der Uerdinger die Brüder Wolfgang und Friedhelm Funkel. Auch Oliver Bierhoff und Stefan Kuntz zählten damals zum Aufgebot des Teams von Trainer Karl-Heinz Feldkamp.

Fehlen darf in einer Sammlung eines in Leipzig lange Jahre lebenden auch nicht das Programmheft 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Girondins Bourdeaux am 22. April 1987 im Zentralstadion. Es ging damals im Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger um den Einzug ins Finale. Dramatisches Elfmeterschießen, Wahnsinns Atmosphäre. Ein andermal mehr dazu.

Auch in der Sammlung befindet sich das Programmheft vom EM-Gruppenspiel am 11. November 1970 zwischen der DDR und der Niederlande in Dresden. Die voraussichtliche Aufstellung der Niederländer las sich in der Programmankündigung so: van Beveren, Strik, Israel, Suurbier, van Duivenbode, Rijnders, Jansen, Klijnjan, van der Kuylen, Cruijff und Keizer. Auf Seiten der DDR war folgende Aufstellung angekündigt: Croy, Dörner, Bransch, Strempel, Sammer, Fräßdorf, Stein, Kreische, Schlutter, Vogel und Peter Ducke.

Auch das Olympia-Qualifikationsspiel DDR gegen Italien am 1. Mai 1971 fand im Dynamo-Stadion Dresden statt. Zum Aufgebot der italienischen Mannschaft heißt es:

Von der italiensichen Olympiaauswahl war uns bei Redaktionsschluß folgendes Aufgebot bekannt:

Es folgen die Akteure Bettega, Landini, Spinosi, Zaniboni, Montorsi und Cuccureddu von Juventus Turin, die Spieler Bellugi, Bordon und Fabian von Inter Mailand, Gennari und Macchi vom AC Florenz sowie Villa (AC Mailand), Liguori (AS Rom), Palici (AC Turin) und Orazi von Verona.

Der Auswahlkader der DDR las sich so: Croy, Blochwitz, Schneider, Rock, Kurbjuweit, Strempel, Klaus Sammer (der Vater vom späteren Bayern München Sportvorstand Matthias Sammer), Ganzera, Bransch, Dörner, Weise, Fritzsche (falsche Schreibeweise im Programmheft, denn es handelt sich um Joachim Fritsche vom 1. FC Lok Leipzig), Stein, Irmscher, Kreische, Schlutter, Häfner, Vogel, Peter Ducke, Sparwasser (3 Jahre später in Hamburg bei der WM – aber die Geschichte kennen wir ja alle), Frenzel und Richter.

Kann dass sein, mein wordpress zeigt mir gerade 1003 geschriebene Wörter an. Okay, das ist ein Hinweis, ein gepflegtes Frühstück einzunehmen.

Foto: © Michael Wiemer
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s