Reblog: Das Zentralstadion

Heute findet bekanntlich hier in der Bodenseeregion das Fußballtestspiel Borussia Dortmund vs. AFC Sunderland statt. Spielstätte ist die Cashpoint Arena vom österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Die Vorschau auf das Spiel gab es diese Woche hier. Fassungsvermögen des Stadions: 8.500. Ich bin ja in einer Stadt aufgewachsen die neben den beiden Spielstätten der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Lokomotive Leipzig auch ein Zentralstadion hatte.

Anlässlich des II. Deutschen Turn- und Sportfestes vom 2. – 5. August 1956 wurde in Leipzig das Zentrlastadion eingeweiht. Das Stadion der Hunderttausend.

Gelegenheit tief ins Blogarchiv zu steigen und einen Artikel wieder ans Tageslicht zu holen.

Reblog: Das Zentralstadion [vom 13. November 2009]

Das Red Bull Fußballteam RB Leipzig spielt momentan noch im Stadion am Bad in Markranstädt. Steigt die Mannschaft am Ende der Saison auf, wird das Zentralstadion die neue Spielstätte des ambitionierten Vereins sein. Es lohnt ein kleiner historischer Rückblick auf das Leipziger Zentralstadion.

In dem Zeitraum zwischen 1954 und 1956 bestand die Großbaustelle in Leipzig 17 Monate. Neben den Bauarbeitern leisteten 180 218 Leipziger immense 735 992 Aufbaustunden. 170 000 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben und 2700 Bohrpfähle in den feuchten Grund getrieben.

Direkt vom Stadtzentrum brachte die Trümmerbahn den Trümmerschutt auf die Baustelle, um die 23 Meter hohe und 8 Meter breite Dammkrone aufzuschütten. Es erschließt sich von dort oben ein herrlicher Blick auf das Fußballfeld, die Aschenbahn und die 75, insgesamt 50 Kilometer langen Sitzreihen.

Die Sportstätte konnte 100 000 Zuschauer aufnehmen – das Markenzeichen des Leipziger Zentralstadions. Stadion der Hunderttausend. Mit seinem 43 Meter hohen Glockenturm und der knapp 4 Tonnen schweren Werner-Seelenbinder-Glocke, wird anläßlich des II. Deutschen Turn- und Sportfestes vom 2. – 5. August 1956 diese imposante Sportstätte eingeweiht.

Die Messestadt besitzt damit ein rieiges Stadion. Es wird schnell zum Zuschauermagnet. Am 8. September 1956 besuchen 100 000 Zuschauer das denkwürdige Ortsderby Rotation gegen SC Lok Leipzig. Dies ist bis heute der gültige Zuschauerrekord für Fußball-Punktspiele in Deutschland. Am 25. November bezieht der SC Lok Leipzig gegen Schalke 04 eine 1:3 Niederlage vor ebenfalls 100 000 Zuschauer.

Der Rekord wird jedoch am 6. Oktober aufgestellt. 110 000 Zuschauer sehen beim innerdeutschen Duell zwischen DDR Meister SC Wismut Karl-Marx-Stadt und dem 1. FC Kaiserslautern ein 3:5 und das legendäre Jahrhunderttor von Fritz Walter. 400 000 Kartenbestellungen lagen damals vor, zusätzliche 10 000 Stehplätze wurden verkauft.

Im Zentralstadion ist jedoch auch die Leichtathletik heimisch. Gisela Birkemeyer stellte 1960 bei den DDR-Leichtathletikmeisterschaften einen Weltrekord über 80 m Hürden auf. Renate Stecher lief 1973 während des Leichtathletik Länderkampf DDR, Großbritannien und Bulgarien als erste Frau der Welt die 100 m unter 11 Sekunden. Ihre Weltrekordzeit betrug 10,9 Sekunden.

Weitere historische Höhepunkte im alten Zentralstadion gibt es hier.

Der Zahn der Zeit nagte an der alten Sportstätte. Hier ein Bild aus dem Jahr 1996. So entschieden Bund und Länder 2000 den Umbau des Stadions. Zum Deutschen Turnfest im Jahr 2004 wurde das neue Zentralstadion eröffnet. 44.345 Zuschauer finden in der reinen Fußballarena Platz. Zuletzt war das Zentralstadion Austragungsstätte des WM-Qualifikationsspiels Deutschland gegen Liechtenstein.

Wie geht es konkret mit Red Bull und dem Zentralstadion weiter?

Michael Kömel ist der Besitzer des Zentralstadions. Er hat mit Red Bull einen Mietvertrag bis zum Jahr 2030 abgeschlossen. Der Kontrakt beinhaltet auch die Namensrechte. Die Entscheidung über die zukünftige Namensgebung des legendären Zentralstadions liegt jetzt in den Händen des österreichischen Energy Drink Herstellers und Sportförderers. Im Sommer interviewte Sebastian Pittelkow in der taz den Stadionbesitzer Michael Kömel zu sportlichen und wirtschaftlichen Chancen:

Michael Kömel:,,Ich freue mich auf Red Bull. Es wird jetzt noch eine neue Farbe im Leipziger Vereinsfußball geben. Aktuelle Umfragen zeigen, das Hoffenheim der zweitbeliebteste Bundesligist der abgelaufenen Saison ist. Daran sieht man, auch ein Verein mit einem großen Investor kann dahin kommen. Zwar kann man sich, wenn man mit etwas mehr Geld spielt, den Erfolg nicht kaufen, aber für Leipzig steigen die Chancen.“

Hier gehts zum kompletten taz Interview „Auch andere werden profitieren“.

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