Es kann keine Empfehlung für den Fußball ausgesprochen werden

Nein, so empfiehlt sich Fußball nicht, die Lieblingssportart der Schwiegermütter zu werden. Das es übrigens keinen sofortigen Ausschluss vom russischen Fußballteam bei der EM in Frankreich geben würde, hatte bereits Fred Kowasch auf interpool.tv präzise prognostiziert.

,,Hinzu kommt ein Veranstalter, der führungslos ist. Die UEFA kann ein solches Turnier derzeit nicht schultern. Ihre Ausschlussdrohungen gegen Russland und England: nicht mehr als ein Placebo. Wer macht schon sein eigenes Millionenbusiness kaputt?!“

Eben.

Jetzt also eine Geldstrafe von 150.000 Euro und eine Bewährungsstrafe. Auf den Zeit Online Artikel unter der Headline UEFA bestraft Russland mit EM-Ausschluss auf Bewährung entspann sich eine durchaus emotional geführte Diskussion. Innerhalb von 3 Stunden und 50 Minuten liefen über 400 Kommentare auf der Kommentarfunktion von Zeit Online ein.

Nein, es kann keine Empfehlung ausgesprochen werden. Fußball ist gerade dabei sich selber zu zerlegen. Aber mehr wie deutlich. Überdrehende Kommerzialisierung, Funktionärskorruption, die spektakuläre Verhaftungswelle in Zürich, Doping, eine nervtötende Fernsehberichterstattung der zwangsalimentierten ARD und ZDF, Fußball-Weltmeisterschaften an dubiosen Orten mit bizarren Wahlritualen, überforderte Sicherheitskräfte, ein seit vielen Jahren existierendes Hooligan Thema, eine permanent angezogene Leistungsschraube in puncto Geldverwertung und Erfolgsanforderung. Mir fällt dazu eine kürzliche Podiumsdiskussion in Regensburg ein. Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg hatte Sportkommentator Marcel Reif zu Gast. 48 Stunden vorher hatte er für Sky das Madrider Stadtderby in der Champions-League kommentiert.

,,Nach fest kommt ab.“

Eine alte handwerkliche Binsenweisheit. Andreas Allacher hat die Podiumsdiskussion prägnant auf mittelbayerische.de festgehalten.

Tornado-WM in Lindau

Schwenken wir zum Sportgeschehen am Bodensee. Segelexperte Volker Göbner fasst die gestrige Wettfahrt in Lindau auf schwaebische.de zusammen und leitet seinen Text mit folgenden Worten ein:

,,Sonne, Wind und Regen – das waren die Zutaten für die Wetterküche am Montag, dem zweiten Regattatag bei der Weltmeisterschaft der Tornado-Segler in Lindau. Mal gab es alle drei zugleich, dann wieder keines davon. Weiterhin in Führung bleibt das Team um Alexandros Tagarapoulos und Nikolaos Mavros.“

Damit liegt nach drei Wettfahrten der Titelverteidiger in Front.

Hier ein Video vom Tag 2.

Hier noch eine Videosequenz von Tag 1.

Soweit ein paar Impressionen der Tornado-WM in Lindau auf dem Bodensee.

Die TORNADO WORLDS Lindau Germany Lake of Constance ist noch bis zum 17. Juni 2016 präsent.

Ravensburger Emanuel Buchmann wird 20. beim Critérium du Dauphine 

Im vergangenen Jahr nahm der in Ravensburg geborene Emanuel Buchmann erstmalig an der Tour de France teil. Er startete für das Team Bora-Argon 18. Bora ist Hersteller von Kochfeldern und Kochfeldabzügen. Argon 18 ist ein Radhersteller aus Kanada. Das Radsportteam firmiert seit dem 1. Januar 2015 unter dem Namen Bora-Argon 18. Deutschland und Radsportsponsoring hatte ja durchaus mal sehr viel Durchschlagskraft. Erinnert sei an Telekom oder Gerolsteiner. 

Bora merkt auf seiner Website zum Thema Radsportsponsoring an:

,,Vor allem die Punkte Werbewert und Reichweite, also die internationale Verbreitung der Sportart, haben eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt. Alleine durch die Teilnahme des Teams an der Tour de France haben wir international ein Millionen-Publikum im europäischen „Free-TV“ und vor Ort erreicht. Die Markenbekanntheit hat sich bereits nach nur einem Jahr deutlich gesteigert.“

Doch zurück zu Radprofi Emanuel Buchmann. Er hatte vor seinem Tour de France Debüt 2015 für Aufsehen gesorgt. Bei der deutschen Meisterschaft im Straßenrennen in Bentheim wurde Emanuel Buchmann Meister. Bei der am letzten Wochenende beendeten Rundfahrt Critérium du Dauphine in Frankreich belegte der Ravensburger Platz 20.

Richard Ringer mit einer Trias an wichtigen Terminen

Richard Ringer vom VfB LC Friedrichshafen hat eine Dreiheit an Terminen fest im Auge. Die Deutsche Meisterschaft 2016 in Kassel am 19.06. steht als nächster Höhepunkt fest. Danach folgen die Europameisterschaften in Amsterdam am 10.07. Der Saisonhöhepunkt sind die olympischen Spiele in Rio de Janeiro am 17.08. Der am 27. Februar 1989 in Überlingen geborene Leichtathlet startete mit einem respektablen 2. Platz beim Silvesterlauf über 6,8 Kilometer im österreichischen Peuerbach in das neue Jahr. Es folgte das Trainingslager vom 1. bis 13. Januar im portugiesischen Gordo. Ringer, der im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft in Peking über 5.000 Meter Platz 14 belegte, nahm nach dem Trainingslager in Portugal an einer Reihe von Wettkämpfen teil.  Er gewann die Oberschwäbische Crosslaufserie in Bad Waldsee. Auch beim Baden-Württembergischen Cross über 9 Kilometer in Sindelfingen ging der in Unteruhldingen am Bodensee wohnende Läufer als erster über die Ziellinie. Beim Eurocross in Diekirch (Luxemburg) gab es Platz 2. Damit waren die Läufermonate Januar und Februar durch. Im März belegte Richard Ringer dann bei der Deutschen Meisterschaft im Cross in Herten Platz 1. Dann folgte vom 26.03. bis 09.04 das Trainingslager im italienischen Cecina.

Ringer mit Platz 2 beim Adidas Boost Athletics Meeting in Herzogenaurach

Im Mai folgten das Adidas Boost Athletics Meeting in Herzogenaurach über 800 Meter mit Rang 2. Dem schloss sich das Internationale Pfingstsportfest am 16. Mai in Rehlingen über 1.500 Meter mit Platz 5 an. Den Monat beendete Ringers Lauf beim German Meeting in Dessau über 3.000 Meter und dem zweiten Platz. Am 1. Juni dann ein Start in Frankreich. Das Meeting Demifond in  Montbéliard über 1.500 Meter und dem silbernen Podiumsplatz. Am 5. Juni dann die Teilnahme an der Sparkassen-Gala in Regensburg über 1.500 Meter und Rang 7. Jetzt also wie gesagt am Wochenende die Deutsche Meisterschaft in Kassel. Hier geht es zur Website von Richard Ringer.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Die HSG Konstanz wird in der 2. Handball-Bundesliga smarte 20.414 Kilometer zurücklegen. 19 Auswärtsspiele mit Hin- und Rückfahrt. Die Details hat Andreas Joas auf der Website vom Aufsteiger aufgedröselt. +++ Bregenz Handball: Der aktuelle österreichische Vizemeister und neunfache Meister engagiert sich auch in sozialen Projekten. So in der Leukämiehilfe Österreich www.gebenfuerleben.at. +++ Alpla HC Hard: Für die Playoff-Spiele zur Handball-WM Qualifikation gegen Dänemark hat Österreichs Nationalcoach Patrekur Johanesson mit Rückraumspieler Dominik Schmid und SC Magdeburg-Legionär Robert Weber  zwei Harder Urgesteine nominiert. Das Playoff-Hinspiel verlor Österreich in Dänemark am Wochenende mit 27:35. Am Mittwoch geht es in der Albert-Schultz-Eishalle in Wien um die Tickets für die WM in Frankreich 2017. ORF Sport + wird Live übertragen. Im Hinspiel konnte Österreich bis zum 12:15 Halbzeitstand passabel mithalten. In der 2. Hälfte drehten die Dänen dann weiter auf. 8 Tore Rückstand gegen den zweifachen Europameister aufzuholen ist viel Holz.

Adidas (9), Nike (6), Puma (5) bei der Fußball-EM 2016

Nein, der umsatzstarke amerikanische Sportartikelhersteller Under Armour mit seinem charismatischen und mit dem Mentalpower-Selbstbewusstsein von Muhammad Ali sowie Bobby Fischer auftretendem Marketinggenie und CEO Kevin Plank ist bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich mit keiner Mannschaft zugegen. Under Armour belegt in den USA in Sachen Umsatz Platz 2 hinter Nike vor Adidas und sorgte immer wieder für Schlagzeilen, insbesondere mit einem sehr offensiven Marketing, das oft an die Motivationsansprache im Sport angelehnt ist. Kevin Plank arbeitet sich in der Fußballbranche jedoch erst ran. Ab der Saison 2016/2017 können deutsche Fußballfreunde zusehen wie das Sponsorship mit dem FC St. Pauli verlaufen wird. Shootingstar Under Armour gilt als Aufsteiger in der Sportartikelindustrie, der Weg von Plank ist so ein typischer Weg des Do it yourself Milliardärs, der von amerikanischen Motivationstrainern wie Anthony Robbins so gerne in epischer Länge und prägnanter Bildsprache erzählt wird. Roland Lindner, Wirtschaftskorrespondent der FAZ in New York, legte in Vom Rosenverkäufer zum Sportmogul vor einem Jahr ein paar Puzzlesteine des Erfolgsweg von Plank und Under Armour frei.

,,Selbst mit dem noch viel größeren Wettbewerber Nike will er es aufnehmen. Sein Traum ist es, Nike eines Tages als größten Sportartikelhersteller der Welt abzulösen. Von Plank ist die Geschichte überliefert, dass er früher dem Nike-Gründer Phil Knight jedes Jahr eine Weihnachtskarte mit dem bedrohlich klingenden Satz „Eines Tages wirst Du von uns hören“ schickte.“

Doch zur großen Bühne der Sportartikelfirmen in Frankreich. 24 Mannschaften. In 20 Fällen teilen sich die „zweieinhalb“ Großen Adidas, Nike und Puma die Ausstattung der Fußballteams. Adidas stattet 9 Mannschaften aus, Nike folgt mit 6 und Puma verweist auf 5. Dröseln wir das ganze kurz auf. Plus der 4 kleinen Hersteller Joma, Umbro (die einst eine große Traditionsmarke waren und über viele Jahre den Weltmeister England 1966 ausstattete),  Erreà sowie Macron, die jeweils eine Nationalmannschaft einkleiden.

Adidas:

Deutschland, Spanien, Belgien, Russland, Ukraine, Schweden, Ungarn, Nordirland, Wales

Nike:

Frankreich, England, Portugal, Kroatien, Polen, Türkei

Puma:

Italien, Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowakei

 Joma:

Rumänien

Umbro:

Irland

Erreà:

Island

 Macron:

Albanien

Bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien stattete Nike 10 Teams aus, gefolgt von Adidas mit 9 und Puma mit 8. Vor der Weltmeisterschaft war Adidas ein Marketing-Coup gelungen. Sportartikelhersteller Legea hatte sich das Großereignis Fußball-WM Brasilien 2014 nicht im Vertrag mit Bosnien-Herzegowina inkludieren lassen. Adidas nutzte die Vertragslücke. Bosnien-Herzegowina lief erstmalig am 4. Juni 2014 im Länderspiel gegen Mexiko in  Adidas-Trikots auf.

Foto: © Michael Wiemer

 Auch jetzt blicken sie wieder auf eine gelungene Akquiseaktion zurück. Startete Belgien zur WM 2014 noch in Trikots von Burrda, flankiert von Geld aus Katar, wechselten die Roten Teufel nach dem Turnier in Brasilien zu Adidas. Kolportiert wird eine Summe von 1,8 Millionen Euro pro Jahr gegenüber 1 Million, die Burrda bezahlte. Siehe auch das manager-Magazin. Dort hat Arvid Kaiser einen Artikel in zehn Teilen unter dem Titel Adidas gegen Nike – wer den Ausrüster-Kampf gewinnt verfasst.

Adidas hat in letzter Zeit auch verstärkt in Sachen Content-Marketing investiert. Siehe auch den kürzlich hier publizierten Text Turnschuhe im Regal bei Karstadt-Sport, Sneakerness, Adidas und der GamePlan-A.

Die Geschichte der aufmerksamkeitsstarken Fußball-EM war in den letzten Jahren für den fränkischen Sportartikelhersteller immer verbunden mit dem Europameistertitel. 2012 und 2008 holte Spanien in Adidas Trikots die kontinentale Meisterschaft. Auch Außenseiter Griechenland siegte 2004 in Portugal in der Spielkleidung mit den drei Streifen. Frankreich wurde 2000 ebenfalls in Adidas Trikots Europameister. 1996 siegte Deutschland in …. Na Sie wissen schon. Auch das Team von Berti Vogts feierte den Europameistertitel in England in bewährter Adidas Kleidung. Erst beim Blick in das Jahr 1992 stoßen wir auf einen anderen Hersteller. Hummel stattete damals die Sensationsmannschaft Dänemark aus. Doch für heute soll dieser kleine historische Rückblick genügen. Selbstredend könnte man auch noch die EM 1988 aufgreifen, wo Deutschland bei der Heim-EM dem ungeliebten Fußballbruder Niederlande zum Titel gratulieren musste. Die Holländer spielten damals ebenfalls in Adidas Trikots.