Turnschuhe im Regal bei Karstadt-Sport, Sneakerness, Adidas und der GamePlan-A

Es gibt zur Faszination der Produkte von Sportartikelherstellern wie Adidas oder Nike unzählige Texte. Beide liefern sich seit Jahren marketingtechnisch Schlachten mit Werbekampagnen, großen Marketing-Budgets, aufwändig in Szene gesetzten Videos, intensivem Sponsoring von Profi-Mannschaften und Sportstars, selbstbewusste Statements im Stile von Muhammad Ali oder Anthony Robbins. Längst haben die Produkte die Alltagskultur erfasst. Einen auch heute noch gültigen und für mich in all den Jahren besten Text zu Adidas und Nike hat Friedrich von Borries, Architekt und Design-Theoretiker, im  vierseitigen Interview mit Peter Laudenbach im Wirtschaftsmagazin brand eins 10/09 geliefert:

„Irgendwann ist Nike und Adidas klar geworden, dass es nicht besonders sexy ist, wenn ihre Turnschuhe bei Karstadt-Sport gestapelt werden. Nike hat 1990 als erstes Mode-Unternehmen angefangen, Flagship Stores zu entwickeln. Es ging darum, die Produkte mit Aura zu versehen und zum Beispiel Original-Schuhe oder -Tennisschläger berühmter Sportler wie Kunstwerke auszustellen. Was wir aus dem Völkerkundemuseum kennen, passiert nun mit unserer eigenen Konsumkultur: Alltagsgegenstände werden als Reliquien präsentiert, eine Ethnologie der Konsumgesellschaft – allerdings mit spezifischen kommerziellen Interessen. Was in der alten, fordistischen Industriegesellschaft zählte, also Funktion, technische Innovation, Gebrauchswert, Preis, wird abgelöst durch Aura und kulturellen Mehrwert. Lifestyle-Accessoires wie Nike-Sneakers brauchen diese Aufladung.“

Apropos Sneakers. Im vergangenen Jahr fand in Köln die 6. Sneakerness in der rheinischen Metropole statt. Auch Städte wie Amsterdam, Zürich und Paris haben ihre Turnschuhmessen unter dem Label Sneakerness. In Amsterdam fand die Ausgabe 2016 vor 14 Tagen statt.

Daniela Althofen und Marcus Wessel sind ebenfalls im Thema verankert. Unter sneaker-zimmer.de bloggen die beiden leidenschaftlich, kreativ und reichlich bebildert zu ihrer Passion der Sneakers. Beim Artikel von Martin Weber zur Sneakerness im Kölner-Stadtanzeiger kamen beide zu Wort.

Daniela Althofen hat für 365 Tage im Jahr die entsprechende Vielfalt an Sneakers:

 „Ich komme schon durch ein Jahr, ohne zweimal dasselbe Paar zu tragen, aber die reine Masse erzählt nichts über die Qualität einer Sammlung.“

Und Marcus Wessel merkte an:

„Ein Schuh muss eine Geschichte haben, und dass wir beide so viele Sneaker haben, hat sich im Laufe der Jahre ergeben. Wir kaufen die Schuhe, um sie zu tragen und nicht, um sie ins Regal zu stellen. Aber das passiert auch schon mal, wenn man so viele hat. Auf der Sneakerness verkaufen wir die, die wir nicht mehr tragen.“

In Köln auf der letzten Sneakerness zeigten sich ca. 100 private und 50 Profi-Händler.

Kommen wir konkret zu einem Sportartikelhersteller aus Deutschland, der am Wochenende unter anderen mit Real Madrid ein weiteres Erfolgspuzzle in der Marketingschlacht mit dem amerikanischen Konkurrenten Nike verzeichnen konnte. Adidas.

Foto: © Michael Wiemer

Timing ist alles. Zwei Tage vor der Hauptversammlung 2016 für Adidas Aktionäre in der Stadthalle in Fürth kam der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach mit einer offensiv kommunizierten Meldung an die Öffentlichkeit.

,,Obgleich der adidas Group Blog eine tolle Möglichkeit geboten hat, Einblicke in das Unternehmen hinter den Marken zu gewähren, wollten wir uns weiter öffnen. Wir möchten künftig noch mehr Inhalte über die Community generieren, neue und interessante Inhaltsformate anbieten und der Community eine Plattform bieten, auf der sie zusammenkommen und Erfahrungen austauschen kann.“

Jan Runau, Leiter Unternehmenskommunikation der Adidas Gruppe, zur Einführung  der am 10. Mai 2016 neu initierten digitalen Plattform GamePlan-A.com. Adidas versteht dies nach eigener Marketing Aussage als „Business-Lifestyle-Magazin“. Thematisch soll der Fokus auf „der Schnittmenge zwischen Sport, Business und Lifestyle“ liegen.

GamePlan-A.com bekam die entsprechende flankierende Unterstützung in Sachen Marketing. Die neue in Englisch erscheinende Plattform wird mit entsprechender Power auf dem Twitter-Account  @GamePlan_A promotet.

Schaun mer mal.

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