HSG Konstanz erhält Lizenz zur 2. Handball-Bundesliga ohne Auflagen und exklusive Stipendien für Talente wie Samuel Wendel

Der Bodensee mausert sich immer mehr zu einer robusten und erfolgreichen Handballregion. In den letzten 4 Jahren gewann auf österreichischer Seite Alpla HC Hard die Meisterschaft. Dieses Jahr steht Bregenz Handball im Playoff-Finale gegen Fivers WAT Margareten und hat am 24. Mai das erste Spiel in Wien. Die Festspielstädter aus Bregenz (meine Jahrhundertliebe schwärmt heute noch von den Aufführungen der namhaften Zauberflöte 2014 und von Turandot 2015 auf der Festspielbühne) waren 2001, 2002, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 Handballmeister in Österreich. Die Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz holten dieses Jahr den Pokal und haben die Chance ihren Meistertitel am Donnerstag, den 26. Mai, gegen Wacker Thun in heimischer BBC Arena zu verteidigen.

Auch auf deutscher Seite des Bodensees lassen sich die Dinge erfreulich an. Bei den Handballdamen gab es den 3. Platz der SV Allensbach in der 3. Bundesliga Süd. Traditionell gut eingeführt ist der Internationale Skoda Cup, der im vergangenen Jahr im August seine 17. Auflage in Allensbach erlebte. Auch im Turnierkalender am Bodensee fest verankert das Dreikönigsturnier der HSG Friedrichshafen-Fischbach, mit der 66. Auflage im Januar 2016 können sie auch auf eine lange Tradition verweisen.

Dann wäre da noch das Handballmärchen von der größten und für viele schönsten Stadt am Bodensee. Sie sind das Architektenduo für den fulminanten sportlichen Aufstieg der HSG Konstanz in die 2. Handball-Bundesliga. Coach Daniel Eblen und sein Vater Otto Eblen, der Präsident der HSG Konstanz.

Foto: © Peter Pisa

Der Aufstieg war keine Selbstverständlichkeit, die Handballer aus der größten Stadt am idyllischen Bodensee, wurden am Saisonanfang nicht zu den Top-Favoriten auf die Meisterschaft gezählt. Coach Daniel Eblen vor Beginn der Saison 2015/2016:

„Wir haben auf diese Saison – auch schon letzte – einige wichtige Säulen verloren. Die Mannschaft ist nochmal verjüngt worden. Es wäre schön, wenn wir gut in die Saison starten und von Anfang an einen gesunden Abstand zu den Abstiegsrängen herstellen könnten. Dann – ohne großen Druck – kann eine junge Mannschaft einiges erreichen.“

Daniel Eblen ist in der Konzilstadt Konstanz am Bodensee geboren. Für den 41-Jährigen gab es bisher in seiner Handballkarriere als Spieler und Trainer nur einen Verein, die HSG Konstanz. Seit 2004 begleitet Daniel Eben die Position des Cheftrainers. Jetzt warten in der neuen Saison Mannschaften wie TUSEM Essen, VfL Bad Schwartau, HSG Nordhorn-Lingen, HC Empor Rostock (wenn sie einen 4 Punkte-Vorsprung auf HG Saarlouis in den letzten zwei Saisonspielen nicht verspielen), EHV Aue, TV Emsdetten oder SG BBM Bietigheim auf den Aufsteiger vom Bodensee.

Wer schon immer mal wissen wollte, was es für attraktive Alternativen zum Autokorso bei Meisterschaftsfeiern noch gibt, der erhielt auch Anschauungsunterricht.

Meisterjubel_Schiff_2

Foto: © Peter Pisa

Die Handballmänner jubelten im Konstanzer Hafen mehr wie 500 Fans zu. Derweil nehmen die Vorbereitungen auf die neue Saison in der 2. Bundesliga konkrete Formen an. In Sachen Spielertransfers ist man aktiv und die Lizenz ist ohne Auflagen an die HSG Konstanz erteilt wurden. Letzteres ist seit Montag, den 23. Mai 2016 amtlich. Die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga GmbH (HBL) hat der HSG Konstanz die Lizenz für die 2. Bundesliga ohne Auflagen erteilt. In einer Pressemitteilung der HBL heißt es:

,,Dortmund, 23. Mai 2016 – Am heutigen Montag gibt die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga GmbH nach Prüfung der eingereichten Lizenzunterlagen ihre Entscheidung über die Lizenzanträge der Drittligisten zur Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga bekannt. Folgende Klubs haben sowohl die sportliche, als auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erbracht:

  1. Dessau-Rosslauer HV, Aufsteiger Liga Nord (dessau-rosslauer-hv.de)
  2. HSG Konstanz, Aufsteiger Liga Süd (hsgkonstanz.de)
  3. TV 05/07 Hüttenberg, Aufsteiger Liga Ost (tv-huettenberg.de)
  4. SG Leutershausen, Aufsteiger Liga Süd* (sg-leutershausen.de)

*Die Clubs 1-3 haben die Saison als Meister ihrer Staffel abgeschlossen. Die SG Leutershausen komplettiert das Aufsteigerfeld als Zweitplatzierter der 3. Liga Süd, da aus der Staffel „West“ kein Lizenzantrag zur Teilnahme am Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga vorlag. Die Entscheidungen trifft die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga. Die Kommission setzt sich zusammen aus: Rolf Nottmeier (Richter am Arbeitsgericht Minden), Olaf Rittmeier (Steuerberater) und Frank Bohmann (Geschäftsführer DKB Handball-Bundesliga).“

Soweit zur Thematik Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga.

In Sachen Spielertransfer gibt es auch eine frische Meldung. Der engagierte junge Pressesprecher Andreas Joas der HSG Konstanz vermeldet auf der Website des Aufsteigers Fünfter Neuzugang: HSG Konstanz verpflichtet Talent von Österreichs Serienmeister Hard.  Der 19-Jährige Samuel Wendel unterschrieb einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2019. Die Nachrichtenwebsite Vorarlberger Online (vol.at – eine Marke von russmedia) weist auf den „Konstanzer Weg“ in Sachen „exklusive Stipendien“ hin und merkt an:

,,ALPLA HC Hard-Nachwuchsspieler Samuel Wendel wechselt in die 2. Bundesliga nach Deutschland. Der 19-Jährige unterschieb einen Dreijahresvertrag beim Aufsteiger HSG Konstanz. Gleichzeitig wird das Harder Urgestein an der Universität Konstanz ein Wirtschaftsstudium (Dauer drei Jahre) beginnen.

 Der ehemalige Jugendnationalspieler profitiert dabei vom sogenannten „Konstanzer Weg“. Dies ist eine einzigartige Kooperation der Exzellenzuniversität mit dem Bundesligisten. An talentierte und leistungswillige Handballer werden dabei exklusive Stipendien vergeben.“

Ein smarter Weg.

HSG Konstanz Pressesprecher Andreas Joas fasst die bisherigen Verpflichtungen für die neue Saison vor dem Österreicher Samuel Wendel aus der Bodenseestadt Hard zusammen:

,,Zuvor hatte die HSG bereits Rechtsaußen Gregor Thomann, 198-facher Torschütze in der Saison 2015/16 (24, HBW Balingen-Weilstetten), den für 87 Tore verantwortlichen Kreisläufer Sebastian Bösing (21, TSG Haßloch) und den 101 Mal erfolgreichen Rückraumkanonier Felix Gäßler (22, SG Köndringen-Teningen) unter Vertrag genommen. Zusammen mit Chris Berchtenbreiter (22, SG Köndringen-Teningen), dem nach 135 Saisontoren besten Kreisläufer der 3. Liga Süd, nimmt der Zweitliga-Kader der HSG somit immer mehr Gestalt an.“

Konstanz scheint in diesen Tagen nicht die schlechteste Adresse für ambitionierte Handballer zu sein.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Bregenz Handball spielt heute das 1. Spiel in der Finalserie um die österreichische Meisterschaft bei Fivers WAT Margareten. Nach dem Halbfinalsieg gegen Alpla HC Hard brennt Bregenz auf die Finalserie in der Handball Liga Austria. Bregenz Handball beim HC Fivers Margareten, kein unbekanntes Duell. In der Geschichte des Handballs in Österreich trafen sich beide Teams bisher in der Finalserie sechsmal. Jetzt die 7. Finalbegegnung. Am heutigen Dienstag, den 24. Mai um 20.00 Uhr, wird in der Sporthalle Hollgasse in Wien das erste Spiel angepfiffen. ORF Sport+ überträgt live. +++ Fußball: Der Tabellensiebente FC St. Gallen wirft die Rabattmaschine an. Auf die Trikots der abgelaufenen Saison 2015/2016 gibt es 50%. Was für eine Rabattschlacht. +++ Deutsche Segel-Bundesliga: Nach dem Auftakt auf dem Starnberger See kommt es zur 2. Regatta der 1. und 2. Segel-Bundesliga in Konstanz vom 27. bis 29. Mai 2016. Hier geht es zur offiziellen Website der Segel-Bundesliga mit zahlreichen Infos und den aktuellen Tabellen der beiden Bundesligen.

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