Die Beendigung des Fluchs am Bodensee

Es schien sich ein Fluch über die Leistungssportszene 2016 am Bodensee gelegt zu haben. Viele Chancen, doch kein Meistertitel. In der Ringer-Bundesliga unterlag der in der Bodenseeregion verankerte Ringsportverein SV Germania 04 Weingarten dem Titelverteidiger ASV Nendingen in zwei Finalduellen mit 12:12 und 7:11. Der Eishockeymeister der Bayernliga 2015, der EV Lindau Islanders, musste im Playoff-Halbfinale abreißen lassen und dem EHC Waldkraiburg zum Finaleinzug gratulieren. Auch für die Eishockeycracks der Ravensburg Towerstars war in der DEL2 im Playoff-Halbfinale gegen den späteren Meister Kassel Huskies Endstation. Pressesprecher Frank Enderle bat ich vor dem entscheidenden Spiel in Kassel um ein Statement für sportinsider und fragte ihn auch nach seinen Pulswerten während der Playoff-Spiele. Eishockeyexperte Frank Enderle merkte damals in der 14. KW im April 2016 vor dem entscheidenden Freitagspiel an:

,,Wegen den Pulswerten … eine nette Frage. Ehrlich gesagt bin ich diese Saison trotz heißer Szenen zum Finale der Hauptrunde, im Viertelfinale gegen Bad Nauheim und auch gegen Kassel überraschend ruhig und ausgeglichen. Ich denke, das liegt daran, dass ich in den letzten Jahren so einiges – immer hautnah am Geschehen dran – miterlebt habe. Nicht … dass das jetzt alles bloße Routine ist. Aber ich habe während der Spiele, egal ob zu Hause oder auswärts, immer sehr viel zu tun. Man wird da automatisch etwas gelassener. Wobei ich mich über einen Sieg immer noch genauso freue und einer Niederlage auch nachtrauere.“

Frank Enderle musste miterleben wie an jenem 8. April die Kassel Huskies ihr Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars mit 4:1 gewannen und damit die Playoff-Halbfinalserie im Best-of-Seven Modus mit 4:2 gewannen. Die Uhr zeigte damals 21:58 Uhr in Kassel an.

Jahrelang war der VfB Friedrichshafen ein Garant für Titel die an den Bodensee gingen. Die Volleyballer legten unter Coach Stelian Moculescu eine atemberaubende Bilanz hin:

Deutscher Volleyballmeister von 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2015 und Pokalsieger 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2012, 2014, 2015 sowie Champions-League-Sieger 2007.

In der Volleyball-Saison 2015/2106 sollten zwei Titel verteidigt werden. Der nationale Pokal und die Meisterschaft …

Foto: © Michael Wiemer

Auch die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen schienen in dieser Saison mit einem Fluch belegt. Gestartet als Doublegewinner, schied man im Pokal zeitig gegen United Volleys RheinMain im November 2015 aus. Dazu das Aus in der Vorrunde der Champions-League mit Niederlagen in Moskau, Paris, Ankara und der Heimniederlage gegen das türkische Volleyballteam. In der Meisterschaft gelang dann im Halbfinale gegen den Neuling United Volleys Rhein Main die Revanche für die Pokalniederlage. Doch im Playoff-Finale gab es ein 0:3 in der Serie gegen den Erzrivalen Berlin Recycling Volleys. Trainerlegende Stelian Moculescu beendete seine Trainerlaufbahn beim VfB Friedrichshafen mit einer titellosen Saison.

Auch die Fußballvereine in der Bodenseeregion wie der SCR Altach in der höchsten österreichischen Spielklasse oder das in der Ostschweiz beheimatete Team vom FC St. Gallen in der Super League waren beizeiten chancenlos in ihren Ligen auf Meisterehren. Es stand sogar eher lange Zeit der Kampf gegen den Sog des Abstiegsgespenstes an.

Doch der Fluch der titellosen Zeit im Jahr 2016 in der Bodenseeregion wurde inzwischen längst beendet. Die Handballer von Kadetten Schaffhausen holten sich mit ihrem in der Saison für Markus Baur gekommenen dänischen Coach Lars Walther den Cup in der Schweiz. Auch die Handballer der HSG Konstanz waren auf der Erfolgsspur. Sie stiegen in die 2. Handball-Bundesliga auf und feierten ihre Meisterschaft ausgelassen. In der entscheidenden Punktspielendphase gab es auch von der Stadt Konstanz eine Motivationsspritze. Es wurden für den Fall des Aufstiegs 354.000 Euro in 3 Tranchen a 117.000 Euro für die nächsten 3 Jahre verbindlich in Aussicht gestellt.

Die Kadetten Schaffhausen können ihrem Pokalerfolg diese Woche auch noch den Meistertitel und damit die Verteidigung der Meisterschaft beifügen. In der Playoff-Finalserie gegen Wacker Thun steht es 2:2. Dabei verloren die Kadetten beide Auswärtsspiele. Es waren diese atemberaubenden klatschnassen Trikot Hitchcock-Thriller. Inklusive Verlängerung am letzten Dienstag und der ersten Niederlage gegen Thun und der zweiten Verlustpartie am Sonntag in letzter Sekunde. Am Donnerstag, den 26. Mai ab 19.30 Uhr, geht es für Schaffhausen um die Meisterschaft. Ein Sieg in der heimischen BBC Arena ist dafür nötig.

Sport Mixed Zone Bodensee 

Volleyball: Der VfB Friedrichshafen bastelt am Kader für die neue Saison. Erste bemerkenswerte Spielerverpflichtung ist Libero Markus Steuerwald, der 2007 mit den Häflern die Champions-League sowie das Triple gewann und 2010 Richtung Paris wechselte. Mit Paris Volley wurde er 2016 Meister und kommt nun wieder an den Bodensee zurück. Den neuen VfB Coach und Noch-Bundestrainer Vital Heynen kennt Steuerwald aus der gemeinsamen Nationalmannschaftszeit gut. +++ Fußball: Nach der 1:2 Testspielniederlage gegen Borussia Mönchengladbach setzte es für den FC St. Gallen eine böse 1:4 Heimniederlage gegen den FC Luzern. Nach dem Klassenerhalt am Pfingstmontag war bei dem Team von Trainer Joe Zinnbauer die Luft raus. Spürbar raus. Bayern München Leihgabe Gianluca Gaudino, im Testspiel gegen Gladbach eingewechselt, spielte beim FC St. Gallen 90 Minuten durch. Am 25. Mai 2016 bestreitet St. Gallen das letzte Punktspiel der Saison beim FC Lugano. +++ Segeln: Die Internationale Bodenseewoche in Konstanz vom vergangenen Wochenende wird vom Südkurier in Text und Bild reflektiert. +++ Schach: Die Offene Stadtmeisterschaft 2016 vom Schachverein Friedrichshafen gewinnt Reiner Schnorrberger vor Florian Benkö und Frank Dangelmayer. Danach folgten auf dem 4. Platz Peter Kalker und auf Rang 5 Christopher Welling. Damit gewann seit dem Sieg von Peter Kalker im Jahr 2009 erstmalig wieder ein Spieler vom gastgebenden SV Friedrichshafen die Stadtmeisterschaft. Nach 4 Runden führte Florian Benkö aus Tettnang mit 4 aus 4 vor Reiner Schnorrberger und Peter Kalker mit jeweils 3 Punkten. In der abschließenden 5. Runde musste die finale Entscheidung fallen. Es kam zum direkten Duell zwischen Reiner Schnorrberger und Florian Benkö. Schachfreund Schnorrberger gewann mit den weißen Figuren die Partie und sicherte sich den Turniersieg. Christopher Welling und Altmeister Peter Kalker spielten Remis. 15 Schachspieler nahmen an der Offenen Stadtmeisterschaft 2016 vom SV Friedrichshafen teil. Sie kamen aus Friedrichshafen, Tettnang, Markdorf, Ravensburg und Überlingen. Gespielt wurde im Vereinsheim des TSV Fischbach.

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