Adidas und die Ordentliche Hauptversammlung am 12. Mai 2016 und ein paar abschweifende Gedanken

Adidas lädt zur Ordentlichen Hauptversammlung in die Stadthalle Fürth ein. Der Blick auf den Aktienkurs des Sportartikelherstellers aus dem fränkischen Herzogenaurach, der längst zum Global-Player emporgestiegen ist und sich seit Jahren einen Fight um Umsätze, Marktanteile, Profisportlerverträge, attraktive Sponsorships mit Kultvereinen etc. mit dem amerikanischen Gegenspieler Nike liefert, zeigt in den letzten 12 Monaten einen dominanten Aufwärtstrend. 53,06 % Kursgewinn weist das Börsenportal Onvista heute 15.43 Uhr aus.

                                          Foto: © Michael Wiemer

Adidas, der Stoff aus dem Sportlerträume sind. Was für Legenden sich in entscheidenden Momenten auf die Kleidung mit den 3 Streifen verlassen haben. Bevor ich selber ein paar dieser Stars beisteuere noch ein Blick auf die Eckdaten, die Onvista via adidas Group parat hält:

,,Die ADIDAS AG ist eine der weltweit größten Anbieter von Produkten rund um den Sport. Das Angebotsspektrum umfasst mehrere Marken. Zu diesen gehören: adidas, Reebok, TaylorMade-adidas Golf, Rockport und CCM Hockey. Unter diesen Marken werden Sportschuhe, Sportbekleidung, Accessoires, Golfbälle, Golfschuhe, Eishockey-Bekleidung sowie Casual-Schuhe und Bekleidung hergestellt. Die Adidas AG wurde am 18. August 1949 durch Adolf Dassler gegründet und ging am 17. November 1995 an die Börse und ist seit dem 19. Juni 1998 im Dax enthalten. ADIDAS gehört zusammen mit Nike, Puma und Head zu den bekanntesten Sportartikelherstellern weltweit.“

Kann sich jemand so ad hoc noch an das Jahr 1998 erinnern? Das Sportjahr hielt ja diese Ergebnisse bereit:

Das Sportjahr 1998

  • Fußballweltmeister                               Frankreich
  • Deutscher Fußball-Meister                  1. FC Kaiserslautern
  • Deutscher Pokalsieger                          Bayern München
  • Champions-League                                Real Madrid
  • Europapokal der Pokalsieger              FC Chelsea
  • UEFA-Cup Sieger                                    Inter Mailand
  • Formel-1 Weltmeister                           Mika Häkkinen (Finnland)
  • Wimbledon Sieger                                 Pete Sampras (USA)
  • Wimbledon Siegerin                              Jana Novotná (Tschechien)
  • Tour de France Sieger                           Marco Pantani (Italien)

Real Madrid damals mit Coach Jupp Heynckes,  Jana Novotná im 3. Anlauf in Wimbledon. Marco Pantani, der die Höllentour gewann und nicht mehr unter den Lebenden weilt. Der 1. FC Kaiserslautern im Durchmarsch in der Bundesliga vom Aufsteiger zum Meister mit Otto Rehhagel. Gastgeber Frankreich wurde 1998 erstmalig Fußballweltmeister mit dem großen Zidane. Chelsea in der Ära vor Roman Abramowitsch schlug im Europapokal den VfB Stuttgart im Endspiel von Stockholm. Die Schwaben damals mit Übungsleiter Löw. Finnland huldigte dem Racer Mika Häkkinen. Inter Mailand gewann in jenem Jahr den UEFA-Cup, für den Argentinier Diego Simeone der größte Erfolg als Vereinsspieler. Jetzt coacht er das Leidenschaftsmonster Atletico Madrid. Pete Sampras verteidigte seinen Titel in Wimbledon.  In jenem 1998 wurde Adidas in den Dax aufgenommen.

Emil Zátopek – Sportler des Jahrhunderts in Tschechien

Adidas und Stars, jetzt komme ich wie versprochen auf einige Legenden, bildeten oft eine hochinteressante Symbiose aus sportlichen Erfolg, Glamour, gut zu vermarktender Story und Sex-Appeal. Adidas stattete zum Beispiel Leichtathleten erstmalig bei den olympischen Spielen 1928 in Amsterdam aus. Der Sportartikelhersteller sollte in dieser olympischen Königsdisziplin eine lange Erfolgsgeschichte hinlegen. Adi Dassler betreute in der niederländischen Metropole die Sportler vor Ort höchst persönlich. In der langen Geschichte der olympischen Spiele unvergessen die phänomenale Laufleistung von Emil Zátopek. 1952 bei den Sommerspielen in Helsinki erläuft er sich Gold über 5.000 Meter, 10.000 Meter und im Marathon. Das bemerkenswerte Zeitfenster: Eine Woche. Ich wiederhole. Eine Woche. 3 Wettkämpfe über 5000, 10.000 Meter und den Mythos Marathon. Faszinierend und bis heute unerreicht. 1997 wurde Sportlegende Emil Zátopek in Tschechien zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Sportartikelhersteller Adidas legte in den 90er Jahren auch einen international vielbeachteten Werbespot mit  Emil Zátopek auf. Der Trainingsschuh aus dem Jahr 1950 ist die absolute Härte. Die Werbestrategen haben dabei auch den blutigen Prager Frühling 1968 in die Sequenz mit eingebaut.

Reinhold Messner mit Adidas Leicht-Trekking-Schuhen bis zum Basecamp

Eine andere Sportlegende und ein persönlicher Heroe von mir ist der charismatische Reinhold Messner. Er ist Extrembergsteiger, Grenzgänger, faszinierende Sportlerpersönlichkeit, Bergbauer, Autor, Bühnenredner, Philosoph, Freigeist und Museumsbesitzer. Reinhold Messner bestieg am 8. Mai 1978 zusammen mit seinem Partner Peter Haberle ohne Sauerstoffgerät den mythischen Mount Everest. Den Königsberg. Mythos Mount Everest. Bis zum Basecamp trug der ehrgeizige Reinhold Messner Adidas Bergstiefel. Die Leicht-Trekking-Schuhe hatten die Herzogenauracher speziell für den charismatischen 8000er Bergspezialisten entwickelt.

Der Boxkampf des Jahrhunderts zwischen Ali und Frazier

3 Jahre vor dem Finalsieg der deutschen Fußballnationalmannschaft mit Bundestrainer Trainer Helmut Schön Elf gegen die niederländische Johan Cruyff Traummannschaft in Adidas Schuhen im Münchner Olympiastadion gab es am 8. März 1971 den legendären Boxkampf des Jahrhunderts. Weltweit beachtet, gesehen, fasziniert, diskutiert und über Jahrzehnte immer wieder in der Erinnerung erzählt. Die Rede ist von einem heroischen Kampf der Boxer Muhammad Ali und Joe Frazier. Die beiden Faustkämpfer Ali zund Frazier standen sich in einem unbarmherzigen Duell gegenüber. Beide legendären Boxer trugen Boxstiefel von Adidas. Es gibt Sportereignisse die überdauern den Tag. Über sie wird auch noch Jahrzehnte danach gesprochen. Vor 45 Jahren weckte mein Vater mich. Nein, die Schule in der Virchowstraße in Leipzig musste noch etwas warten. Es war die Zeit für etwas besonderes angebrochen. Kein normaler Boxkampf. Muhammad Ali gegen Joe Frazier. Das kleine TV-Gerät sandte die emotionalen schwarz-weiß Bilder in die Wohnstube. Faszinierend.

Christian Eichler schrieb 2011 in der FAZ einen sehr lesenswerten Rückblick auf den Fight zwischen Ali und Frazier.

,,Der „Kampf des Jahrhunderts“ zwischen Joe Frazier und Muhammad Ali am 8. März 1971 im New Yorker Madison Square Garden bot vor 40 Jahren etwas so Epochales, dass ihm Abermillionen ihren Schlaf vor einem normalen Arbeits- oder Schul-Dienstag opferten.“

Der Schlaf vor einem normalen Arbeits- oder Schultag wird heute für einen Boxkampf eher nicht geopfert.

Fußball kam heute etwas kurz. Über Fußball und Adidas könnte man selbstredend stundenlang schreiben. Aber vielleicht ein andermal, ich bin von der Hauptversammlung eh bereits etwas abgeschweift.

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