Kleine Nachlese zur Moskauer Schach-Akte

Guten Tag. Tag 2 nach Ostern. Der Rhythmus wird wieder aufgenommen. Können wir mit dem Kommentar von Michael Wiemer zum Schach-WM Kandidatenturniersieger Sergey Karjakin die Moskauer Schach-Akte abschließen? Dabei wäre noch einiges in all seinen Verästelungen aufzudröseln. Erinnert sei an das unrühmliche Kapitel  The Guardian über den Krieg um die Schachberichterstattung des WM-Kandidatenturniers in Moskau. Oder das defensive Verhalten von ARD und ZDF zur königlichen Sportart. Dabei habe ich die beiden Fernsehsender durchaus noch mit Samthandschuhen angefasst, wenngleich der eine oder andere den Titel des Artikels Die durch Zwangsgebühren gemästeten Fernsehsender ARD und ZDF mit unsäglicher Ignoranz gegenüber dem Schach-WM Kandidatenturnier 2016 in Moskau vielleicht als Fehdehandschuh auffasste.

Foto: © Michael Wiemer

Auch deutsche schachaffine Medien waren vom Hickhack um die Live-Übertragungsrechte aus dem Rhythmus gebracht. Ulrich Stock nahm sich der Schwierigkeiten von Chess 24 und Spiegel Online in seinem Artikel auf Zeit Online unter dem Titel Wem gehören die Züge auf dem Brett? an. Mit Blick auf das Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel Online:

,,Spiegel Online,  jüngst auch in die Schachberichterstattung eingestiegen, missachtet zwar das Moskauer Verbot, beschränkt sich in seinem Live-Blog aber auf eine sehr spärliche Darstellung. Stellungsdiagramme gibt es nur alle paar Züge einmal. Die Redaktion will sich dazu nicht äußern; zu hören ist allerdings, dass man mit dem Veranstalter ins Geschäft habe kommen wollen,  jedoch ohne Antwort geblieben sei.“

Tief durchatmen.

Jetzt treffen also in New York zwei Schachspieler vom Jahrgang 1990 aufeinander. Magnus Carlsen vs. Sergey Karjakin verspricht mehr Widerstand für den Norweger. Der im ukrainischen geborene Simferopol geborene Karjakin entschied sich einst bewusst im Jahr 2009 für die russische Staatsbürgerschaft und wird in der FAZ mit jenem Statement von Moskau zitiert:

,,Der Verbandswechsel sollte meine Chancen verbessern, Weltmeister zu werden. Mein Sieg im Kandidatenturnier ist das bisher beste Ergebnis in meiner Karriere.“

Auch das Carlsen Management ist sich des harten Brocken bewusst, der da auf den Weltmeister im November in New York zukommt. Manager Espen Agdestein in der FAZ:

„Es wird ein unglaublich hartes WM-Match werden. Karjakin hat starke Nerven, und er ist nur schwer zu schlagen.“

Ich freu mich drauf. Schachweltmeisterschaften üben nach wie vor eine unglaubliche Faszination auf mich aus.

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