Schachmatch des Jahrhunderts: Bobby Fischer, Mister Chester Fox und die Kameras

Der für den amerikanischen Schachverband startende Schachgroßmeister Fabiano Caruana, derzeit beim spannenden achtköpfigen Schach-WM Kandidatenturnier in Moskau, bekommt auf Instagram die besten Wünsche von Elijah Miles.

 ,,Come on Fabiano!!! Fischer won this tournament, and then went on to beat Spassky! Bring home the victory!!!“

Das ist natürlich für einen Bobby Fischer Fan wie mich eine Steilvorlage.

Man kann sich ja auch nicht immer jeden Tag mit The Guardian über den Krieg in der Schachberichterstattung des WM-Kandidatenturniers 2016 in Moskau thematisch auseinandersetzen.

Daher heute ein Blick in die Schachgeschichte.

1972. Reykjavik. Der zur Niederlage in der Auftaktpartie des als Schachmatch des Jahrhunderts in den Geschichtsbüchern verankerten WM-Kampfes zwischen Herausforderer Bobby Fischer und  Weltmeister Boris Spasskij führende 29. Zug von Fischer …    Ld6 x h2 ist einer der prägnantesten Fehler in der Geschichte der Schachweltmeisterschaften.

Dieser 29. Zug ist damals in Reykjavik gefilmt worden. Der charismatische und sehr gut gekleidete Bobby Fischer verlor seinerzeit die 1. Partie nach 56 Zügen. Die Kameras waren für den Einsatz des gesamten Schach-WM Kampfes geplant. Die amerikanische Firma von Mister Chester Fox hatte die gesamten Filmrechte erworben. Doch bekanntlich erschien Bobby Fischer dann zur 2. Partie in Reykjavik nicht. Er beharrte auf der Entfernung der Kameras.  Dies passierte dann auch. Weitere größere Fehler bei den Schachzügen von Bobby Fischer gab es dann auch nicht zu filmen.

Doch bleiben wir noch ein wenig bei der 2. Partie. Die fand damals ja gar nicht statt. Im legendären Buch Fischer Spasskij Schachmatch des Jahrhunderts von Svetozar Gligoric, jugoslawischer Großmeister und Freund des amerikanischen Schachgenies Bobby Fischer, ist die Situation beschrieben:

,,Die Kameras blieben im Saal. (Das stand so im Vertrag mit beiden Spielern.) Und Bobby Fischer – er blieb in seinem Hotelzimmer. 25 Minuten, bevor das Spiel strafweise an Spasskij ging, ließ der halb verzweifelte Mr. Fox telefonisch wissen, die Kameras würden entfernt, wenn nur Fischer bereit wäre, zu kommen und zu spielen. Da verlangte der Herausforderer auch noch, daß ihm die verlorenen 35 Minuten auf seiner Uhr zurückgestellt würden.“

Bobby Fischer legte dann vor der 3. Partie schriftlichen Protest gegen den verhängten Strafpunkt bei Oberschiedsrichter Lothar Schmid ein. Der Einspruch von Bobby Fischer wurde vom Wettkampfkomitee abgewiesen. Bekanntlich ging Bobby Fischer dann mit dem Handicap des 0:2 Rückstandes gegen Boris Spasski in die weiteren Partien des Schachmatch des Jahrhunderts. Am Ende jenes turbulenten Sommers stand Bobby Fischer mit dem 12,5 : 8,5 Sieg gegen seinen Leningrader Kontrahenten als neuer Schachweltmeister fest.

Bernd Hüttenhofer in der Schwäbischen Zeitung: „Hauptsponsor ZF beabsichtige seine Zuwendungen empfindlich zu kürzen, heißt es.“

Während in Moskau beim Schach-WM Kandidatenturnier Sergey Karjakin nach 4 von 14 Runden mit dem gestrigen Sieg gegen Vishy Anand die alleinige Führung übernimmt, geht das Sportgeschehen in der Bodenseeregion auch smart getaktet weiter. Stichwort Playoffs. In denen befinden sich ja bekanntlich die Eishockeyteams der EV Lindau Islanders und der Towerstars Ravensburg. Auch die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen steigen in die Playoffs ein. Fast vergessen der von der Süddeutschen Zeitung diagnostizierte Schock am See am 2. Dezember 2015  in der Online-Ausgabe und Tags darauf am 3. Dezember in der Printausgabe.

Foto: © Michael Wiemer

Ich lasse solche Artikel ja gerne auch ein paar Tage sacken. Am 11. Dezember 2015 nahm ich den Check der Medienkritik der Süddeutschen Zeitung am VfB Friedrichshafen vor.

Die Saison war damals in einem schwierigen Fahrwasser. Das nationale Pokalaus,  die klare Niederlage in Paris – die frühzeitig Hoffnungen in der  Champions-League besiegelte, die Trennung des VfB Friedrichshafen vom langjährigen Manager Stefan Mau. Dazu die Zuschauersituation in einer fußballbundesligafreien Region. Die Zuschauerzahlen in der ZF Arena  sind immer noch mit riesigem Potenzial nach oben versehen.

Doch sportlich hat Stelian Moculescu die Mannschaft wieder in die Spur gebracht. Es folgten phänomenale Heimsiege in der Champions-League gegen Paris Volley und Moskau. Das war Volleyball aus der Feinkostabteilung mit der nötigen Power, gepaart von Spiellust, Leidenschaft und bärenstarken Aktionen inklusive dem nötigen Selbstbewusstsein. Die Meisterschaftsspiele zogen in puncto Konzentration auch an. Lohn war unter anderen der Prestigesieg beim Erzrivalen Berlin Recycling Volleys.

Fernab der sportlichen Seite gab es am letzten Freitag in der Schwäbischen Zeitung einen Artikel von Bernd Hüttenhofer, der Fans vom VfB Friedrichshafen nachdenklich stimmen wird und unter anderen auch das Sponsoring streifte:

,,Allein dass alles gut wird am See, ist unwahrscheinlich: Hinter den Kulissen rumort es. Hauptsponsor ZF beabsichtige, seine Zuwendungen empfindlich zu kürzen, heißt es. Am besten also, der VfB wird noch mal schnell Meister – bevor´s vielleicht fürs Erste vorbei ist damit.“

Bernd Hüttenhofer ist ein profunder Kenner der Vorgänge um den VfB Friedrichshafen und begleitet die Geschehnisse seit Jahren.

Sport Mixed Zone Bodensee

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