Nachdenkenswert #374

,,Die drei Pole – Nordpol, Mount Everest (auch Ostpol genannt) und Südpol – stehen symbolisch für das Ende der Welt. Das Ende im Norden, das Ende nach oben, das Ende nach Süden. An all diesen Orten liegt Schnee, es ist kalt dort und meist stürmisch. Als Prestigeziele aber sind diese Fluchtpunkte menschlicher Eitelkeit unübertrefflich. Obwohl es nichts als ungemütlich dort ist.“

Reinhold Messner, Grenzgänger, Extrembergsteigerlegende, Museumsgründer, Buchautor, Redner, Philosoph, Sportler, Bergbauer, Freigeist und Filmautor über die Prestigeziele Nordpol, Mount Everest und Südpol auf seiner Website Messner-Mountain-Museum.

Spektakulärer Coup: Weltmeister Frank Stäbler wechselt zum SV Germania 04 Weingarten

Das Beständigste am Leben ist die Veränderung. Dies betrifft selbstverständlich auch Personalien in der Sportbranche. Alleine in den letzten 12 Monaten gab es davon reichlich hier in der Bodenseeregion. Erinnert sei an den Wechsel in der Geschäftsführung vom deutschen Volleyballmeister VfB Friedrichshafen. Dem verdienstvollen und erfolgreichen Geschäftsführer Jürgen Hauke folgte Sebastian Schmidt. Oder der Abschied von Jeff Saibene auf der Trainerbank vom FC St. Gallen und die Nachfolge von Coach Joe Zinnbauer. Oder der Abschied von Jenia Grebennikov 2015 nach dem Double mit dem VfB Friedrichshafen in italienische Gefilden zu Cucine Lube Treia. Bei der Volleyball-WM 2014 in Polen wurde Grebennikov als bester Libero ausgezeichnet. Auch die Trennung des VfB Friedrichhafens vom langjährigen Manager Stefan Mau am 10. Dezember 2015 sorgte für Schlagzeilen. Ebenso die Breaking News zwischen den Weihnachsfeiertagen beim Schweizer Handballmeister Kadetten Schaffhausen. Deutschlands Handballweltmeister von 2007 und erfolgreicher Coach bei den Ostschweizern – Markus Baur, wurde entlassen. Dafür folgte der dänische Trainer Lars Walther.

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Foto: © Michael Wiemer

Da wäre auch noch Gianluca Gaudino zu erwähnen. Auch die Leihgabe von Bayern München zum FC St. Gallen sorgte für mediales Interesse und scheint beiden Seiten zu bekommen. Gaudino bekommt Spielpraxis und der FC St. Gallen holte mit dem Nachwuchstalent aus den ersten 4 Punktspielen 2016 smarte 2 Siege, 1 Unentschieden und 1 Niederlage. Der deutsche Rekordmeister kann nächstes Jahr im Sommer immer noch entscheiden ob er dann einen Spielpraxis Intus habenden Gianluca Gaudino wieder in die bayerische Landeshauptstadt zurück haben möchte oder man sich monetär halt mit St. Gallen einigt. Man wird sehen.

Österreichs Handballmeister Alpla HC Hard lässt nach dem Ende der Saison Meistertrainer Markus Burger gehen. Eine Vertragsverlängerung wollten die Verantwortlichen von Hard nicht. Burger holte 4 Meisterschaften mit dem Handballspitzenteam vom Bodensee. Nachfolger wird der Tscheche Petr Hrachovec, derzeit Co-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft und Co-Trainer von Pfadi Winterthur.

Foto: © Michael Wiemer

Doch diese Woche folgte dann ein ganz spektakulärer Coup hier in der Bodenseeregion. Ringerweltmeister Frank Stäbler wechselt vom Meister ASV Nendingen zu Vizemeister SV Germania 04 Weingarten. Weingartens Trainer Frank Heinzelbecker ist dann auch im Videoausschnitt auf der Website vom SWR voller Vorfreude während der Pressekonferenz in Musberg und erwähnt ein paar Eckdaten von Frank Stäbler. Der Weltmeister hat in der Ringer-Bundesliga bisher 76 Kämpfe bestritten und davon 62 gewonnen. In der Saison 2015/2016 legte Frank Stäbler eine bemerkenswerte Serie hin. 12 Kämpfe und 12 Siege. Dabei hat er in der abgelaufenen nationalen Ringersaison nur 2 technische Wertungen gegen sich zugelassen. Auch bei den olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro geht er mit aussichtsreicher Medaillenperspektive in die Kämpfe.  Bei der heute in der lettischen Hauptstadt Riga beginnenden Europameisterschaft geht Frank Stäbler in der Gewichtsklasse bis 71 kg an den Start.

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Foto: © Michael Wiemer

Ringerweltmeister Frank Stäbler mit klarem Statement zum neuen Verein:

,,Die sportlichen Perspektiven, die Weingarten mir über längere Zeit hinaus bietet, sind toll. Es ist an der Zeit für eine Weiterentwicklung. Die kann man nur haben, wenn man eine neue Herausforderung meistert.“

Das lasse ich mal so stehen.

Frank Stäbler war ja zum Jahresanfang mit dem ASV Nendingen zum dritten Mal in Folge deutscher Mannschaftsmeister geworden. Da zwei Ringer von Nendingen positiv auf Meldonium getestet wurden, droht die Aberkennung des Meistertitels. Der Titel ginge dann nachträglich an den SV Germania 04 Weingarten.

Doping im Sport ist Bullshit

Apropos Doping mit Meldonium. Die russische Weltklassetennisspielerin Maria Scharapowa ist positiv auf Doping getestet worden. Während der Australian Open sei bei Schaparowa die verbotene Substanz Meldonium in ihrem Körper gefunden worden, sagte die 28-Jährige Tennisspielerin in Los Angeles. Maria Scharapowa wird mit Wirkung zum 12. März 2016 suspendiert, die Dauer der Doping-Sperre ist noch unklar. Vor fast genau einem Jahr am 10. März 2015 schrieb ich den Text Doping im Sport ist Bullshit. Er hat an seiner Aktualität nichts verloren.

Richard Ringer gewinnt Deutsche Crossmeisterschaft 

Der in Überlingen am Bodensee geborene Läufer Richard Ringer vom VfB LC Friedrichshafen gewinnt erwartungsgemäß die Deutsche Crossmeisterschaft und kommt damit seiner Favoritenrolle gerecht. Auf runnersworld sind die Details nachzulesen. Die Eckdaten: Für die 10,4 km benötigte Richard Ringer 32:30 Minuten.

Der sympathische Richard Ringer auf seiner Website:

,,Bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften in Herten konnte ich meinen 3. Titel nach 2013 und 2014 einfahren. Es war ein schwieriges Geläuf mit einigen Anstiegen, Hindernissen (Strohballen), Matsch- und Rindenmulchpassagen. Auf der abschließenden Aschebahnrunde konnte man jede Runde aber nochmal sehr viel Geschwindigkeit aufbauen.“

Der 27-Jährige Läufer Ringer fasst das Rennen prägnant zusammen und zeigt auch Respekt vor der anspruchsvollen Strecke.

,,Von Anfang an setzte ich mich an die Spitze und die Führung vergrößerte sich bis 3 Runden vor Schluss doch recht deutlich auf bis zu 80m. Doch auch ich musste der Strecke Tribut zollen und eine Runde etwas rausnehmen, sodass es für den Zuschauer noch einmal spannend wurde, weil Mitku nochmal nahe ran kam. In der letzte Runde zeigte ich aber nochmal was ich über den Winter trainiert habe und vergrößerte den Vorsprung auf 26‘‘ vor Mitku Seboka und 38‘‘ vor Karsten Meier und kam auf dem selektiven 10,4km Kurs nach 32:30‘ ins Ziel.“

Der nächste Termin für Richard Ringer ist am 13./14.05.2016 beim Adidas-Meeting in Herzogenaurach. Sponsoren sind für deutsche Läufer immer ein Thema. Für den Läufer vom LC VfB Friedrichshafen stehen als Hauptsponsoren der fränkische Sportartikelhersteller Adidas und MTU. MTU ist Stammlesern von Sportinsider durch die Berichterstattung vom internationalen U-15 Hallenfußballturnier in Friedrichshafen ein Begriff.

Siehe Sport am Bodensee: Marktwert ehemaliger MTU-Hallencup-Spieler.

MTU steht für Motoren- und Turbinen-Union Friedrichshafen und ist eine Marke der Rolls-Royce Power Systems. Das Häfler Unternehmen vom Bodensee zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Großdieselmotoren und kompletten Antriebssystemen.

Co-Sponsoren von Richard Ringer sind die Deutsche Sporthilfe, ZF, ultra sports und Sport Reischmann.

Sport Mixed Zone Bodensee

Handball: Beim österreichischen Meister Alpla HC Hard wird ab nächster Saison Torwart Thomas Hurich den Kader der Vorarlberger verstärken. Er kommt von Ligakonkurrent Union Juri Leoben. Der 23-Jährige Psychologie-Student mit klarem Statement: „Hard war immer mein Wunschverein. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich hier spielen kann. Von Torwart Golub Doknic kann ich sehr viel lernen. Ich unterstützen ihn, wo ich kann und werde bereit sein, wenn er einen schlechten Tag hat.“ +++ Handball: In der Finalrunde der NLA mussten die Kadetten Schaffhausen eine bittere 19:29 Niederlage bei Pfadi Winterthur hinnehmen. Der Schweizer Handballmeister titelt auf seiner Website: Auch ,,Trompeten-Sigi“ konnte die Niederlage nicht verhindern. +++ Eishockey: EV Lindau will seinen Meistertitel in der Bayernliga verteidigen. Im Playoff-Halbfinale wartet bekanntlich Waldkraiburg auf die Inselstädter. In puncto Tickets gibt es neues zu vermelden. Die Lindauer starten morgen den Vorverkauf und merken dazu auf ihrer Website an: ,,Die Eishockey-Euphorie am Bodensee ist wieder in vollem Gange: Am kommenden Wochenende startet die Bayernliga-Halbfinal-Serie für die EV Lindau Islanders gegen den EHC Waldkraiburg. Im Kampf um die bayrische Meisterschaft müssen die Lindauer zunächst am Freitag auswärts antreten, ehe es am Sonntag (17:30) zum mit Spannung erwarteten aufeinandertreffen in der Eissportarena Lindau kommt. Für dieses Spiel starten die Islanders am Mittwoch den Kartenvorverkauf.“

FC St. Gallen, SCR Altach, FV Ravensburg und Playoff-Time EV Lindau, Ravensburg Towerstars und VfB Friedrichshafen

Wer trotz der anhaltenden negativen Schlagzeilen im Fußball, erinnert sei an die FIFA-Verhaftungswelle, das geplatzte Sommermärchen, die Story „Geschenkter Gaul“ wie Frankfurt A.M. dem DFB ein Grundstück überlässt – via interpool.tv, die Suspendierung von Michel Platini und Großwesir Sepp Blatter, den Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach oder den von Jens Weinreich bloggenderweise verfolgten Freshfields-Bericht zur WM 2006, noch keine Substratsättigung in Sachen Königsdisziplin Fußball hat, dem kann heute eine Prise rund um das runde Leder aus der Bodenseeregion verabreicht werden.

Foto: © Michael Wiemer

Gestern Abend traf der FC St. Gallen auf den Grashopper Club Zürich. Bayern München Leihgabe Gianluca Gaudino, einst als U-15 Spieler beim MTU-Hallencup in Friedrichshafen dabei, bestritt gestern sein 4. Spiel für St. Gallen. Nach der Auftaktheimniederlage gegen Wacker Thun, dem Sieg beim FC Luzern und dem spannenden 3:3 gegen den FC Lugano folgte gestern ein 2:0 Heimsieg gegen Grashopper Club Zürich. Am letzten Samstag war eine Schneeschicht Schuld an der Spielverlegung. Die Grashoppers reisten als Tabellendritter zum FC St. Gallen und verpassten durch die Niederlage den Sprung auf Platz 2.

Das Montagsspiel liest sich in Fakten so:

St. Gallen: Lopar; Thrier, Leitgeb, Gelmi, Hanin; Mutsch; Aratore, Aleksic (74. Hefti), Gaudino, Bunjaku (88. Wiss); Salli (79. Cueto).

Grasshoppers: Mall; Bauer, Pnishi (58. Brahimi), Senderos, Antonov; Basic, Källström; Alpsoy (46. Tabakovic), Tarashaj, Caio (68. Kamberi); Dabbur.

Rote Karte gegen Mutsch 17. Minute

Tore:

1:0 Bunjaku (Vorlage Salli) 14. Minute

2:0 Aleksic (Vorlage Salli) 41. Minute

Schiedsrichter: Bieri

Zuschauer: 11.521

Die Mannschaft von Trainer Joe Zinnbauer (einst beim Hamburger SV kurzzeitig Coach in der Bundesliga) liegt auf Platz 5 und hat durch den Heimsieg nur noch einen Punkt Rückstand auf den FC Sion. Platz 4 ist gleichbedeutend mit einem Europa-League-Platz.

Das nächste Spiel für den FC St. Gallen führt am 13. März zum Branchenprimus FC Basel.

Schwenk nach Altach. Der SCR Altach steckt auch nach dem 0:0 gegen den Spitzenreiter Rapid Wien weiter in akuter Abstiegsnot und auf dem vorletzten Tabellenplatz. Coach Damir Canadi merkte nach der Punkteteilung an:

„Es war nicht leicht gegen den spielstarken Tabellenführer zu spielen, das haben wir gewusst. Mit ein wenig Glück und Martin Kobras hinten drinnen ist ein Unentschieden gelungen. Das 0:0 war gut für die Moral der Mannschaft. Wir haben nach den drei Spielen in einer Woche viele angeschlagene Spieler gehabt und deswegen bin ich sehr stolz auf das Ergebnis. Gegen den Tabellenführer als 9. musst du verteidigen, so musst du gegen den Tabellenführer spielen. Die Null zu halten war das Ziel.“

Die Tabellenführung musste Rapid Wien nach der Null-Nummer in Altach an Red Bull Salzburg abgeben. Sky Experte Heribert Weber sah das Spiel so:

„Rapid war sehr dominant, hat gut nach vorne gespielt, phasenweise sehr schön kombiniert, über die Flanken super gedribbelt, viele Torchancen vorgefunden, aber diese nicht verwertet. Vor allem über die linke Seite – Kainz war außergewöhnlich und großartig mit Stangl im Zusammenspiel. Es ist von Rapid sehr viel investiert worden. Von der Einstellung und Laufbereitschaft kann man Rapid nichts vorwerfen, gefehlt hat das eine Tor, das dann für mehr gesorgt hätte, weil Altach in der Folge aufmachen hätte müssen.“

Die nächsten beiden Fußballspiele gegen Ried (Auswärts) und Grödig (Heimpartie) sind jetzt für den SCR Altach richtungsweisend.

Schwenk zum FV Ravensburg. Auf der deutschen Seite vom Bodensee ist der Fußball nicht ganz so hochklassig. Der FV Ravensburg spielt als ranghöchster Vertreter in der Oberliga Baden-Württemberg. Für alle Leser aus der Schweiz und Österreich: In Deutschland ist die Oberliga nach Bundesliga, 2. Bundesliga, der 3. Liga und Regionalliga die fünftklassige Liga. Die Ravensburger frästen sich im Auswärtsspiel an der französischen Grenze beim Kehler FV zu einem 1:0 Auswärtssieg trotz einer frühen roten Karte vs. Daniel Hörtkorn. Das Team von Trainer von Wolfram Eitel ist damit 2016 weiter ungeschlagen. In der Tabelle belegt Ravensburg Platz 7, smarte 14 Punkte hinter Spitzenreiter FC Nöttingen. Nach unten haben die Puzzlestädter auch Abstand hingelegt. Auf den Tabellendreizehnten Stuttgarter Kickers aus der unmittelbaren Abstiegszone hat der FV Ravensburg 7 Punkte Sicherheitspuffer. Der momentane Platz 7 fühlt sich irgendwie zwischen Baum und Borke an.

Sport Mixed Zone Bodensee

Volleyball: Der VfB Friedrichshafen gewann souverän am Ammersee beim TSV Herrsching. Morgen noch das Heimspiel in der ZF Arena gegen SWD powervolleys Düren und am Samstag die Auswärtsbegegnung beim TV Rottenburg, dann kurz durchatmen und auf in die Playoffs. +++ Eishockey: Was die Häfler noch vor sich haben, hat der EV Lindau bereits in der heißen Phase. Im Playoff-Viertelfinale fräste man sich nach der Auftaktniederlage daheim gegen den TEV Miesbach mit 3 Siegen in Folge ins Halbfinale. Der EHC Waldkraiburg ist der nächste Kontrahent. Freitag, den 11. März das 1. Auswärtsspiel und am Sonntag dann die Heimpartie für die Inselstädter. Am Freitag, den 18. März dann wieder in Waldkraiburg. Der EV Lindau ist auf dem Weg seinen Titel in der Bayernliga zu verteidigen. +++ Eishockey: Ebenfalls Playoff-Time in Ravensburg. Die Mannschaft von Coach Daniel Naud bekommt es bekanntlich mit dem EC Bad Nauheim im Playoff-Viertelfinale der DEL2 zu tun. Derweil verkünden die Ravensburg Towerstars den Abschied von Torwart Christian Rohde nach der Saison. Zukünftig will sich Rohde der beruflichen Karriere widmen. ,,Ich bin jetzt 33 Jahre alt und da muss man sich als Eishockeyprofi mit solch einer Entscheidung beschäftigen“.