Dagur Sigurdsson heuerte einst am Bodensee bei Bregenz Handball an

Dagur Sigurdsson hatte in seiner Jugend zwei Lieben: Fußball und Handball. Der Isländer bestritt 7 Länderspiele für die U-17 Fußballnationalmannschaft von Island. Doch die Liebe zum Handball war letztendlich größer. Am Wochenende coachte er die deutschen Handballer zum Europameistertitel. Dagur Sigurdsson machte 1996 erstmalig intensiv Bekanntschaft mit Deutschlands Handball bei seinem Engagement beim damaligen Zweitligisten LTV Wuppertal. Ein Jahr später stieg er mit dem Team auf. 2000 verließ Sigurdsson Deutschland und unterschrieb einen Vertrag als Spielertrainer bei Wakunaga Hiroshima. Nach der Niederlage im japanischen Meisterfinale gegen Honda Suzuka wechselte er 2003 an den Bodensee und heuerte bei Bregenz Handball an. Dort agierte er überaus erfolgreich und holte vier Meistertitel in den Jahren 2004, 2005, 2006 und 2007 mit den Festspielstädtern.  In seiner Zeit in Bregenz von 2003 bis 2007 fiel auch der größte internationale Erfolg von Bregenz Handball, der Einzug in das EHF-Pokalviertelfinale 2004/2005.

In dieser Woche beginnt für Bregenz Handball wieder der Ernst des Lebens. Am 5. Februar steht am Bodensee das Duell beim Erzrivalen Alpla HC Hard an. Die Bregenzer hatten in den letzten Tagen noch 3 Testspiele ihrer Wintervorbereitung absolviert. Am vergangenen Freitag reiste der aktuelle österreichische Vizemeister zum deutschen Zweitligisten HC Erlangen um weiter am Feinschliff zu arbeiten. Zur Einstimmung wurde vorab gemeinsam der EM-Halbfinalspiel Hitchcock-Thriller Deutschland vs. Norwegen angeschaut. Bei den Skandinaviern zeigte Bregenz Rückraumspieler Espen Lie Hansen erneut eine bärenstarke Leistung. Nach der Fernsehzeit ging es aufs Parkett. Erlangen gewann das Testspiel mit 32:23.

Danach ging es zum Miniturnier nach Öhringen zum 2. Hohenlohe Cup. Der deutsche Erstligist TVB 1898 Stuttgart (Bittenfeld) gewann gegen Bregenz mit 5 Toren Differenz. Das kleine Finale bestritten die Bregenzer dann gegen TV 1893 Neuhausen aus der 2. Bundesliga. Nach einem Remis nach regulärer Spielzeit ging es in die Verlängerung. Die Kraftreserven waren jedoch nach den intensiven Vorbereitungstagen aufgebraucht und so blieb nur der Glückwunsch an Neuhausen für deren Sieg und 3. Platz beim 2. Hohenlohe Cup.

Alpla HC Hard wechselt den Trainer und verliert im ÖHB-Cup bei Westwien

Auch beim amtierenden österreischischen Handballmeister Alpla HC Hard gingen die Augen nach Polen. Ihr ehemaliger Spieler Kresimir Kozina holte mit Kroatien im kleinen Finale die Bronzemedaille. Kozina wechselte vor dreieinhalb Monaten vom Bodensee in die deutsche Handballbundesliga zu SG Flensburg-Handewitt. Einen Wechsel gibt es auch auf dem Trainerstuhl beim fünffachen Meister Alpla HC Hard. Der Verein verlängert den zum Saisonende auslaufenden Vertrag von Meistercoach Markus Burger nicht. Burger war einst in Bregenz Co-Trainer von Dagur Sigurdsson. 2008 wechselte er zum TSV St. Otmar St. Gallen. 2010 trat er seine Amtszeit bei Alpla HC Hard an und führte sie zu vier Meistertiteln. Am Freitag coacht er Hard im besagten Derby gegen Bregenz Handball. Es ist die 77. Auflage des ewig jungen Duells der beiden Handballteams vom Bodensee in Vorarlberg. Vorab gab es für Hard noch eine böse Überraschung. Im ÖHB-Cup-Achtelfinale unterlag man bei Westwien mit 32:33 nach einem 5-Tore Vorsprung in der 46 Minute. Die Vorarlberger Nachrichten titeln dann auch wenig sentimental: Meister HC Hard blamiert sich im ÖHB Cup.

SV Germania Weingarten unterliegt gegen ASV Nendingen im Kampf um den Titel

Okay, das Timing war für die Bundesligaringer im Finalrückkampf in Sachen medialer Aufmerksamkeit nicht optimal. Das Wochenende war mit Kerber Tennis und dem Gold der deutschen Handballnationalmannschaft intensiv bestückt. Die Süddeutsche Zeitung machte am Montag mit dieser Titelseite auf:

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Fotos: © Michael Wiemer

Da blieb für Ringen kein Platz.

Spannend ging es beim Kampf um den Meistertitel der Ringer in Weingarten zu. Der ASV Nendingen holte sich den 3 Meistertitel in Folge. Sie mussten beim Rückkampf beim SV Germania Weingarten auf ihren an Windpocken erkrankten Weltmeister Frank Stäbler verzichten. Den Hinkampf hatte Nendingen mit 11:7 entschieden. Den Rückkampf gewann Gastgeber Germania Weingarten mit 12:8. Am Ende entschied die Anzahl der mehr errungenen Einzelsiege den Meisterschaftskampf. Da lag Nendingen mit 11:9 vorn. Hier geht es zum detaillierten Bericht inklusive aller Einzelergebnisse.

Sport am Bodensee Mixed Zone

Volleyball: Der Meister VfB Friedrichshafen gewinnt beim 300.000 Euro Low Budget Team VSG Coburg/Grub. Der grippegeschwächte Branchenprimus holte nach seiner Gala gegen Moskau einen 3:2 Arbeitssieg und verteidigt seinen 2. Tabellenplatz. +++ Eishockey: Trotz der 1:6 Heimniederlage gegen den HC Landshut ist der amtierende Meister EV Lindau in der Bayernliga vorzeitig für das Play-Off Viertelfinale qualifiziert. Die Inselstädter waren in den letzten Wochen von Sieg zu Sieg geeilt. Das Heimdebakel wurde vom Publikum nicht mit Pfiffen quittiert. Dies wusste auch die Mannschaft zu schätzen. Coach Sebastian Buchwieser merkte nach dem Spiel an:  „Das hat die Mannschaft dankbar und positiv aufgenommen.“ +++ Ravensburg Towerstars: Die Playoffs haben auch die Eishockey-Cracks von Coach Daniel Naud als Ziel. Die Verantwortlichen legten sich auch kurz vor Ende der Transferfrist am Sonntag in Sachen Neuverpflichtung fest: Eishockey wird mit dem bewährten Team weitergespielt. Wie hart in Sachen Transfer hinter den Kulissen gerungen wird, lassen diese Worte der Mitteilung der Towerstars erahnen: ,,Teilweise kamen konkrete Wechsel allerdings nicht zustande, weil der interessierte Spieler von seinem bisherigen Club keine Freigabe erhielt. Auch scheiterte es – insbesondere bei Kandidaten aus Nordamerika – mitunter an den Gehaltsforderungen.“ Am gestrigen Dienstagsspiel gab es einen wichtigen Auswärtssieg bei den Starbulls Rosenheim. +++ Handball: Der Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen setzte zu Weihnachten 2015 Weltmeister Markus Baur den Trainerstuhl vor die Tür. Es waren die Breaking News zwischen den Weihnachtsfeiertagen in der Bodenseeregion. Es wurde der Däne Lars Walther inthronisiert. Heute das Pokalviertelfinale im Schweizer Cup in der heimischen BBC Arena gegen Kriens-Luzern. Kadetten Manager Gabor Vass merkt vor dem Pokalspiel an: ,, Wir haben hart an der Physis gearbeitet und waren daher in den Testspielen auch eher müde. Ich persönlich war an drei von vier Partien dabei und war zwei Mal mit der Leistung zufrieden. In der Partie, in der ich nicht zufrieden war, weiss ich aber, dass die Mannschaft durch lange Reisen zuvor nicht ganz fit war. Der Trainer macht seine Sache gut, die Feinabstimmung wird natürlich noch weiter verbessert – das ist ein laufender Prozess.”

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