Serie vom EV Lindau reißt, VfB Friedrichshafen mit Problemen, Willi Landgraf adelt den MTU-Hallencup

Es ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Eishockey. Die ambitionierten Sportjournalisten Jürgen Schmieder und Johannes Aumüller (im vergangenen Herbst hier im Sportinsider Interview) hatten in ihrem Werk Sport das Buch auch dem faszinierenden Spiel ein paar Seiten gewidmet. Auf den Seiten 94 bis 97 bekommt die Sportart ihre Anerkennung.

Foto: © Michael Wiemer

Johannes Aumüller und Matthias Schmieder zeigen auch den beeindruckendsten Laufweg in der Geschichte des Eishockeys auf:

,,Der Penalty von Peter Draisaitl bei Olympia 1992 in der Partie Deutschland gegen Kanada. Der Puck trudelte langsam auf das Tor zu – blieb jedoch auf der Linie liegen. Deutschland verlor deshalb das Viertelfinale und schied aus.“

Soweit ein kleiner abschweifender Blick in die Eishockeygeschichte.

Es waren Sieben auf einen Streich. Die Eishockey-Cracks der EV Lindau, amtierender Meister der Bayernliga, hatten offenbar meine Artikel über die noch nicht vorhandene Meisterform als Weckruf genommen. Danach folgten 7 Siege in 7 Begegnungen. 100% Punktausbeute. Mehr ging nicht. Am gestrigen Sonntag dann der abrupte Stopp der Erfolgsgeschichte. Die Serie reißt mit einem rabenschwarzen Tag in Waldkraiburg. Eine heftige 2:10 Niederlage für die Männer von Coach Sebastian Buchwieser. Beim Blick auf den Sportkalender am Bodensee sind bis Jahresende 3 Heimspiele angesetzt. Chance zur Wiedergutmachung.

Apropos Chance zur Wiedergutmachung. Der amtierende deutsche Meister im Volleyball hat am Wochenende ebenfalls verloren und noch 2 Heimspiele in diesem Jahr um Kredit bei den Fans wieder zurückzugewinnen. Im eingangs erwähnten Sportinsider Interview vom Oktober 2014 kam die Rede auch auf Volleyball und den VfB Friedrichshafen. Eine kleine Reminiszenz:

Die Deadline für das Buch war der 31. Juli 2014. Die Volleyball-WM 2014 hat es so nicht mehr in Sport – Das Buch geschafft. Auf Seite 322 heißt es bei Wettkampf, den man gesehen haben muss: 

,,Das WM-Finale der Männer 1986. Nach Jahrzehnten, in denen bei Weltmeisterschaften ausschließlich osteuropäische Mannschaften Gold gewannen, kam es nun zum direkten Duell zwischen den USA und der Sowjetunion – und die USA siegten. Seitdem gewannen nur noch Italien (dreimal) und Brasilien (ebenfalls dreimal) WM Gold.”  

Jetzt kam Weltmeister Polen dazu. 

Haben Sie die Volleyball-WM  2014 verfolgt, sportdeutschland.tv übertrug ja im Internet alle 103 Spiele.

Jürgen Schmieder: Ja, ich habe das verfolgt – doch so toll die Spiele auch waren: Ich bleibe beim WM-Finale 1986 als Wettkampf, den man in dieser Sportart gesehen haben muss…

Johannes Aumüller: Ja, hätten wir den letzten Satz besser mal weggelassen. Zumal ich als Osteuropa-Freund ohnehin sagen muss, dass jetzt wieder eine Zeit der Osteuropäer kommt: Dieser Dmitrij Muserskij ist einfach unglaublich, und vielleicht schafft er bis zur zehnten Auflage im Jahr 2020 ja auch in die Rubrik “Bester Sportler”.

Da wir gerade bei Volleyball waren. Die aktuelle Volleyball Bundesliga hat unter neuen Namen, Claim, und Webauftritt ein Facelifting hinter sich. Wer wird in der Saison 2014/2015 bei den Männern deutscher Volleyballmeister?

Jürgen Schmieder: Ich bin ja aufgrund meines Wohnortes Los Angeles eher dem Beachvolleyball zugeneigt – gerade waren in Manhattan und Hermosa zwei wunderbare Turniere. Aber okay, hier die Tipps: Bei den Frauen muss ich auf den Titelverteidiger Dresdner SC setzen, auch wegen Louisa Lippmann. Bei den Männern wäre es einfach, nun “Berlin” zu sagen. Aber genau deshalb sage ich: Friedrichshafen.

Johannes Aumüller: Einer der seltenen Fälle rund um dieses Buch, bei denen wir uns einig wären. Normalerweise gab es ja immer heftige Diskussionen, zum Beispiel, ob beim Fußball in die Kategorie “Spiel, das man gesehen haben muss” eher das Jahrhundertspiel von 1970 gehört oder das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien bei der WM 2014. Was meinen Sie?

Sportinsider: Nun, nach drei Jahren ohne Meistertitel ist die Mannschaft von Stelian Moculescu reif den Berlinern den Titel abspenstig zu machen. Der VfB Friedrichshafen hat sich gut verstärkt, die Stimmung im Umfeld ist gut und der Hunger auf die Meisterschaft da. Ich lege mich fest: Der VfB Friedrichshafen wird seinen 13. Meistertitel am Ende der Saison 2014/2015 feiern.

……………

Soweit der kleine Rückblick. Momentan ist die Stimmung nach der 6. Saisonniederlage des VfB Friedrichhafens (2 x Liga, 3 x Champions-League, 1 x Pokal) getrübt. Aber nicht nur sportlich, wenn man in Ruhe den Text der letzten Woche in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel Schock am See liest, gibt es eine Unwucht. Das Scheinwerferlicht wird auch auf den neuen Geschäftsführer Sebastian Schmidt gerichtet.

,,Nachfolger Sebastian Schmidt setzt aber auf eine Neukonzeption. Er beauftragte eine Agentur mit der Ausarbeitung einer nicht ganz günstigen Werbekampagne, außerdem sollten die Profis so lange in pinken Trikots zu den Heimspielen antreten, bis die Halle einmal ausverkauft ist. Die Trikots sind der Renner, das Problem ist nur, dass die Halle trotzdem nie voll war. Am Samstag gegen Lüneburg kaufte daher ein Sponsor so viele Tickets, dass der Klub werbeträchtig eine ausverkaufte Halle melden konnte – obwohl viele Plätze tatsächlich frei geblieben waren. Von außen betrachtet sieht es ganz danach aus, als wolle Schmidt, der am Mittwoch nicht zu erreichen war, den so traditionsreichen Klub entstauben.“

Der Artikel von Autor Sebastian Winter in der Süddeutschen Zeitung hätte allerdings dann auch in Puncto Sponsor Ross und Reiter nennen können. Also für alle Volleyballfreunde die nicht in der Bodenseeregion residieren: Das Unternehmen Stadtwerk am See orderte ein größeres Eintrittskartenkontigent.

Ich würde auch bei der jetzigen sicherlich nicht himmelhochjauchzende Situation beim VfB Friedrichshafen nicht unbedingt von Schock am See sprechen. Schock ist dann doch noch mal was anderes. War nichts anderes da in der Schublade Griffige Überschriften?

Willi Landgraf adelt MTU-Hallencup

Es war wohl ein gutes Zeichen, dass ein Willi Landgraf Interview am Samstag in der gedruckten Ausgabe der Lindauer Zeitung erschien. Jochen Schlosser stelle dem einstigen Urgestein der 2. Bundesliga und jetzigem Nachwuchscoach die Fragen. Der U-15 Trainer von Schalke 04 adelte den MTU-Hallencup. Bereits zum Einstieg des Interviews (gibt es auch in der Online Ausgabe von schwäbische.de) merkte Willi Landgraf an:

,,MTU-Cup? Kennt hier im Ruhrgebiet jeder junge Spieler. Fragen Sie mal Julian Draxler oder Joel Matip, egal wen! Meine Jungs fragen mich: „Wann ist Friedrichshafen?“ Um dabei sein zu können, müssen wir jedes Jahr ein Liga-Spiel verschieben. Aber das machen wir gerne.“

Zusammen mit seinem Assistenten Gerald Asamoah schickte er ein starkes Team in das internationale Turnier und konnte sich über den Sieg der 13. Auflage freuen. Sportinsider berichtete gestern davon. Die ZF Arena war seit 2013 zum dritten mal Austragungsstätte vom MTU-Hallencup. Auch der Südkurier bringt sich in die mediale Berichterstattung ein und attestiert Spannende Spiele und tolle Stimmung.

Reiner Schnorrberger gewinnt Nikolaus Cup beim SV Friedrichshafen

Am Freitag, den 4. Dezember 2015 um 17.00 Uhr deutscher Zeit begannen die 7th London Chess Classic. Siehe chessbase mit dem Auftaktbericht unter dem Titel Der Countdown läuft. Es ist ein spektakuläres Aufeinandertreffen der Weltelite mit einem bemerkenswerten Elo-Schnitt von 2784,2. Der Real Madrid Fußballfan und Schachweltmeister Magnus Carlsen ist die Nummer 1 der Setzliste in der englischen Metropole. Derweil stand beim 1920 gegründeten Schachverein Friedrichshafen am Freitagabend in der Zeppelinstadt im traditionsreichen Spiellokal im Hotel Schloßgarten der Nikolaus Cup an.  Reiner Schnorrberger gewinnt vor Nachwuchstalent Gerold Reif und Frank Dangelmayer. Die Spannung war hoch und vor der letzten Runde gab es 5 Schachspieler die mit 3 aus 4 punktgleich vorne lagen. Nach der Abschlussrunde hatten 3 Schachfreunde 4 Punkte auf dem Konto. Am Ende setzte sich Reiner Schnorrberger mit 2 Buchholzpunkten mehr als Gerold Reif und 4 Buchholzpunkte mehr als Frank Dangelmayer durch. Herzlichen Glückwunsch.

Mixed Zone Bodensee

Fußball: Nach der Heimniederlage gegen Ried powert der SCR Altach in Grödig beim 3:0 Auswärtssieg. Der Tag danach in der Statistik gibt es hier. Trainer Damir Canadi merkte an:  „Wir freuen uns über den Sieg und er ist auch sehr wichtig. Wir haben heute verdient gewonnen. Die schnelle 2:0 Führung hat uns gut in die Karten gespielt. Wir haben danach Grödig das Spiel überlassen und haben auf Konter gespielt. Ich denke wir haben heute eine tolle Leistung abgerufen. Ich bin stolz, dass die Mannschaft auch in unserer schwierigen Situation die Leistung abrufen kann.“ +++ Handball: Der deutsche Weltmeister von 2007 und Coach der Kadetten Schaffhausen, Markus Baur, ist weiter auf Erfolgskurs. Im Ligaspitzenspiel bei HC Kriens-Luzern gab es einen 27:26 Auswärtssieg und die Festigung der Leaderposition in der NLA. International hatte sich das Team aus Schaffhausen vorige Woche mit einem 24:23 Sieg gegen das rumänische Team von Baia Mare aus der Champions-League verabschiedet. +++ Bregenz Handball: Der österreichische Vizemeister setzt seine Siegesserie fort gegen Union JURI Leoben. Youngster Ante Esegovic nach dem Spiel:  ,,Wir sind heute mit der richtigen Einstellung ins Spiel gegangen und haben von Anfang an eine sehr gute Deckung gespielt. Damit konnten wir leichte Tore erzielen und uns schnell absetzen. Die 10-Tore-Führung zur Halbzeit hat uns in der zweiten Hälfte ohne Druck aufspielen lassen, wodurch wir den Vorsprung nicht nur halten, sondern bis zum Ende noch ausbauen konnten.“ +++ Verletztenliste bei Alpla HC Hard: Nein, der amtierende Serienmeister im Handball in Östereich ist zur Zeit nicht zu beneiden. Beim Auswärtsspiel bei UHK Krems fehlte der grippeerkrankte Kapitän Roland Schlinger sowie die 5 Langzeitverletzten Lukas Vogelauer, Samuel Wendel, Felix Klötzel, Gernot Watzl und Marko Tanaskovic. Der hohe Lazarett Stand war für Hard nicht zu kompensieren bei der 22:25 Auswärtsniederlage in der Handball Liga Austria. +++ Eishockey: Ravensburg Towerstars weiter in bemerkenswerter Form. Mit dem Heimsieg gegen die Eispiraten Crimmitschau holte das Team von Coach Daniel Naud in den letzten 8 Spielen smarte 7 Siege. Frank Enderle titelt seinen Spielbericht markant mit Towerstars überzeugen mit abgebrühter Chancenverwertung. Lohn ist die Festigung von Tabellenplatz 3. +++ Schach-Weihnachtsblitzturnier: Für Schachspieler und Freunde des gepflegten Blitzens empfiehlt sich ein Blick auf die Website vom Schachklub Bregenz 1920. Am 18. Dezember ist in Bregenz und am 26. Dezember in Lochau ein Weihnachtsblitzturnier angesetzt.

Hier geht es zum Sportkalender am Bodensee

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