Countdown 3-Länder-Marathon mit Start in Lindau und Wunderläufer aus Kenia

Meine Marathon-Sozialisierung erlebte ich 1976 vor dem Schwarz-Weiß Fernseher als 12-Jähriger. Mein Vater und ich schauten den olympischen Marathon von Montreal. Am Ende siegte Waldemar Cierpinski. Jener Kilometer um Kilometer über sich hinaus wachsende Cierpinski wiederholte diesen Erfolg 1980 in Moskau. Zweifacher Olympiasieger, was für ein Statement. Dies gelang vor ihm nur dem legendären Abebe Bikila. Waldemar Cierpinski bekam auch medial die entsprechende Flankierung. Starreporter Heinz-Florian Oertel:

„Liebe junge Väter oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“

Doch von der Erinnerung zurück in das Jahr 2015. Heute sind Marathonläufe in den Städten willkommene Tools des Stadtmarketings. Mittlerweile haben diese Sportevents Dimensionen angenommen, die am Wochenende in Berlin zu besichtigen waren. Doch auch hier im Süden in der Bodenseeregion gibt es Marathon, marketingtechnisch professionell aufbereitet, und in Kürze am nächsten Wochenende mit Start in Lindau und Ziel in Bregenz zu erleben. Die Rede ist vom 3-Länder-Marathon. Der Countdown läuft. Der mit Spannung erwartete Start erfolgt auf der malerischen und von Touristen überfluteten Insel Lindau. Die Läufer peilen dann Österreich an. Erst geht es durch Lochau, dann weiter zur Festspielstadt Bregenz. Es folgt Hard, Domizil des österreichischen Handballmeisters. Dann Fußach, Höchst, weiter über die Schweizer Grenze nach St. Margrethen und dann läuft das Marathonfeld zurück über den Rheindamm nach Hard zum Finish im Zielstadion in Bregenz.

Foto:  © Copyright – Michael Wiemer

Vielleicht benötigt der eine oder andere Läufer für den Sparkasse 3-Länder-Marathon am Bodensee noch mentale Einstimmung. Da will ich gern behilflich sein und auf startblog-f das blog für läufer der f-klasse verweisen. Dort gab es vor ein paar Tagen eine bemerkenswerte Buchbesprechung. Nun lese ich ja gerne und zahlreiche Buchbesprechungen, doch emotional lockt man mich nicht so leicht hinter dem Ofen hervor. Hier war es anders. ,,Wunderläuferland Kenia“ von Jan Fitschen – Buchvorstellung hat das gewisse Extra. Es kommt charmant daher und vermittelt interessante Einblicke. Jan Fitschen war 2006 Europameister über 10.000 Meter und hat seine Erfahrungen mit den Läufern aus Kenia bei Aufenthalten vor Ort in ein Buch gepackt.  42 Kapitel sind es am Ende geworden.

,,Spannend wird es immer, wenn Jan Fitschen vom Training in Iten berichtet. So wird der frühmorgendliche 18-km-Dauerlauf bei den Kenianern jeden Tag zum Ausscheidungsrennen: Gestartet wird im großen Pulk von etwa 100 Läufern im ruhigen Tempo von 6:00 min/km, aber bereits nach kurzer Zeit wird das Tempo von der Spitzengruppe gnadenlos immer stärker angezogen, bis immer mehr Läufer nicht mithalten können (oder wollen) und aussteigen.“

Laufen ist kein Selbstzweck. Auch in Afrika nicht. Ziel ist auch für die Leistungsstärksten das erklimmen der Pyramide an Geld, Image, sozialen Status. Wer jedoch denkt, dass die Kinder erfolgreicher Langläufer aus Kenia in die Fußstapfen ihres Vaters treten, wird in der Buchbesprechung eines besseren belehrt.

,,Die Kenianer laufen allerdings auch nicht nur zum Spaß: Eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste Triebfeder sind Einkommen und Wohlstand. Für viele ist Laufen die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Unter diesem Aspekt verwundert es nicht, dass die Kinder erfolgreicher Läufer hier selten auch gute Läufer werden: Aufgrund des „erlaufenen“ Wohlstands des Vaters oder der Mutter haben sie es nicht mehr nötig zu laufen, können gute Schulen besuchen und etwas „Richtiges“ werden. Wobei Jan an vielen Stellen des Buches betont, wie hoch angesehen Läufer in dem afrikanischen Land sind.“

Soweit zur Buchbesprechung und meiner Empfehlung der mentalen Einstimmung für die Läufer des 9. Sparkasse 3-Länder-Marathons am Bodensee.

Mixed Zone Bodensee 

Interboot: Gesammelte Ausstellerstimmen. Die Stimmung war gut. Die Geschäfte auch +++ Eishockey: Die Ravensburg Towerstars können ihrem Auswärtssieg gegen Bremerhaven im Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen keine Erfolgsstory anhängen. Towerstars Coach Daniel Naud nach der Niederlage gegen die Elbflorenzer: „Natürlich möchte ich die taktisch sehr gute Leistung der Gäste nicht schmälern, aber leider haben wir heute ab dem zweiten Drittel zu kompliziert gespielt“. +++ Sportmarketing: Das in St. Gallen ansässige ESB Marketing Netzwerk, 1994 gegründet als Europäische Sponsoring-Börse und 2014 umbenannt, wirft einen Blick auf den 30. München Marathon mit über 20.000 Anmeldungen. +++ Fußball: Der FC St. Gallen holt mit dem kürzlich verpflichteten Trainer Joe Zinnbauer ein 1:1 bei Grasshopper Club Zürich. Am 4.10.2015 erfolgt die Eröffnung der Nachwuchsakademie beim FC St. Gallen, der spürbar stolz anmerkt. ,,Auf dem ehemaligen Armstrong Areal, in unmittelbarer Nähe zur AFG ARENA, ist seit dem Baustart im Juni 2014 ein Wohnkomplex für den Ostschweizer Fussballnachwuchs entstanden, in dem bis zu 24 Talente ab 13 Jahren in zwölf Doppelzimmern untergebracht werden können. Der moderne Bau verfügt ausserdem über eine Gemeinschaftsküche und einen Essraum, Aufenthaltsräume, einen Gymnastikraum und zusätzlich über 14 Mietwohnungen.“ +++ Eishockey: EV Lindau Islanders noch im Vorbereitungsmodus und einer Torflut am Bodensee. 31 Tore in zwei Eishockeyspielen. Kompliment für spektakuläre Begegnungen in Landsberg und gegen ECDC Memmingen. +++ Segel-Bundesliga: Die Regatta 6 der 1. Segel-Bundesliga fand am Wochenende in Überlingen statt. Hier geht es zu den Ergebnissen inklusive der Tabellenpositionen der Segelvereine aus der Bodenseeregion. In der 2. Segel-Bundesliga fand die Regatta 5 statt. Austragungsort ebenfalls Überlingen. Hier geht es zu den Ergebnissen inklusive Tabelle. Der Lindauer Segler Club führt weiter die Wertung an.

Hier geht es zum Sportkalender am Bodensee

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