Reblog: Sportsponsoring im Radsport in Deutschland oder die Illusion vom Return on Investment

Fußball zerlegt sich gerade wie einst der Radsport. Unappetitlich. Beim Radsport waren die systemimmanenten Betrügereien (bei signifikant wesentlich weniger Geld als im Kreislauf des Weltfußballs) dann ja auch ein Grund für den Rückzug zahlreicher Sponsoren. Soweit ist es im Fußball noch nicht. Es ist jedoch vielleicht ganz interessant einen Rückblick auf die Schwierigkeiten an der Sponsorenfront im Radsport zu werfen. Ein Blick ins Blogarchiv …

Reblog [13.08.2010]: Sponsoring im Radsport in Deutschland oder die Illusion vom Return on Investment 

Mir ist letztens in einem wunderschönen Cafe fast die Tasse frisch gebrühter Kaffee aus der Hand gefallen. Ich lese die Sportbild Nr. 29/10. Eingebunden in die roten Seiten vom Lesezirkel. Da stolpere ich doch über eine Aussage von Hans-Michael Holczer, 56, Ex-Gerolsteiner-Teamchef:

,,Aus Marketingsicht bietet der Radsport immer noch den bestmöglichen Return on Investment.” 

Rückblick. Im August 2007 kündigt das Unternehmen Gerolsteiner die ordnungsgemäße Beendigung des Sponsorvertrages zum Ende des Jahres 2008 an. Zeit genug für eine erfolgreiche Sponsorenakquise. Einen Tag vor dem Start der Deutschland Tour vor 2 Jahren in Kitzbühel sagte Holczer der Nürnberger Abendzeitung desillusioniert:

,,Kein Sponsor hatte den Mut und das Vertrauen, einzusteigen, weil sie sich nur oberflächlich damit beschäftigt haben.” 

Dem Chefredakteur Udo Kürbs vom Fachmagazin Sponsor news gab Hans-Michael Holczer ein Jahr zuvor optimistisch die Auskunft im September oder Oktober 2007 einen Sponsornachfolger für das Gerolstein-Team präsentieren zu können. Die Ankündigungstermine wurden dann öfters verschoben. Bis zum Frühjahr 2008. Bis Tourbeginn der Tour de France. Nach der Tour. Am Jahresende 2008 sprudelte es nicht mehr. Die Geldquelle war versiegt.

In seinem bürgerlichen Beruf ist Hans-Michael Holczer Lehrer. Mit der damaligen 12-monatigen Mission der Sponsorenakquise war der Teamchef gescheitert. Für Herzblut oder ein Statement zur Faszination Radsport vor der Kamera gab es keine 8 Millionen Euro. Zum Schluss hat es Holczer nach eigener Aussage mit der Brechstange versucht. Den Return on Investment konnte der Lehrer den Entscheidungsträgern in den Konzernzentralen nicht verkaufen.

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