Deutschland möchte die olympischen Spiele! Ja, wirklich?

In diesen Tagen wird in Berlin und Hamburg mächtig getrommelt. In eigener Sache. Trotz erheblicher Probleme mit Projekten wie dem Flughafen oder der Elbphilharmonie, wird das stemmen eines vom IOC durch spezielle Vertragswerke durchaus ambitionierten Mammutprojekts wie der Bewerbung um die olympischen Sommerspiele vorangetrieben. Mit allem PR-Getöse, politischen Worthülsen und akrobatischen Verrenkungen in puncto Frage: Wer soll das alles bezahlen? Die Frage stellte sich ja auch 2013 in München.Traveler Digital Camera

Dabei brachten die Befürworter von olympischen Spielen 2022 ihr Ja für eine Bewerbung durchaus intensiv plakatiert in der bayrischen Landeshauptstadt an – gar keine Frage. Doch die Abstimmung ist heute eben nicht im Vorbeigehen mit einem Plakatwald zu gewinnen. Traveler Digital Camera

Auch am Marienplatz und den flankierenden Seitenstraßen wurde Flagge für ein Ja zu den olympischen Winterspielen 2022 gezeigt. Deine Stimme Deine Spiele. So war es zu lesen. Am Ende hat aller materieller PR-Einsatz nichts geholfen. Die Abstimmung der Bürger war eindeutig: Nein, zum intransparenten Mammutprojekt, deren Gewinne nur eine kleine Gruppe einstreicht und die Kosten der Allgemeinheit aufs Auge gedrückt werden sollen. Nachhaltiger Sportstättenbau ist ja auch immer so ein Thema. Es gab jedoch keine Lust auf Olympia-Ruinen wie in Turin.Traveler Digital CameraMünchen war jedoch in den letzten Jahren nicht der einzige  deutsche Bewerber für olympische Spiele. Der vielleicht kompetenteste Journalist in Sachen olympischer Sportpolitik und seiner handelnden Personen ist Jens Weinreich. Investigativ nähert er sich den Zusammenhängen. Dröselt versteckte Fakten auf, macht Zahlen im olympischen Bewerbungsritual sichtbar. Er ist hartnäckig und recherchestark. Auf seinem Blog wird er in den nächsten Wochen öfters auf vergangene deutsche Bewerbungen einen Blick werfen. Unter dem Titel Olympiabewerbung Berlin (2000): „Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln“ merkt Grimme Online Award Preisträger, Play the Game Award Preisträger (gemeinsam mit Andrew Jennings) und Sportjournalist des Jahres 2013 (Mediummagazin)  Jens Weinreich an:

,,Beginnen möchte ich mit einem meiner Lieblingspapiere überhaupt, mit dem Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert:

  • 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und
  • weitere elf Millionen vom Bund.

Niemand wurde zur Verantwortung gezogen.​ Diese gemäß Rechnungshof “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln” wurde auch während der Leipziger Olympiabewerbung 2012 von Buchprüfern gerügt.“

Tief durchatmen. Der Volksmund sagt da auch gerne dazu: Das Geld zum Fenster rauswerfen.

Nun will es jenes Berlin erneut probieren. Mit dem kräftigen öffnen der Fenster und der schwungvollen Handbewegung. Oder? Der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Blogger Jens Weinreich ist kürzlich beim ersten Bürgerforum des Senats zur Olympiabewerbung gewesen. Der Titel „Was will Berlin?“. Die PR-Branche war anwesend. Vertreter der Medien selbstredend, auch Funktionäre des Sports, Stadtplaner, Politiker etc. Jens Weinreich hat das Ganze visuell gut auf den Punkt gebracht unter dem Titel Berlins Olympiabewerbung2024: was die Bürger auf Tischdecken schreiben ….

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