Leichtathletik EM 2014 Zürich: Die Preisfalle oder wieviel dürfen Tickets kosten?

Umsonst ist der Tod. Und selbst der kostet das Leben. So die oft im Volksmund zu hörende Meinung zu Preisen, die aufgerufen werden. Sei es an der Fleischtheke, beim Autohändler, beim Outletbesuch der großen deutschen Sportartikelhersteller mit fränkischen Wurzeln.

Oder Eintrittskarten für Sportveranstaltungen. Manch fleißiger und cleverer Tickethändler lebt nicht schlecht von der Nachfrage von Tickets. Die Fußball-WM ist da oft ein Jahr der Hochkonjunktur für die smarten Jungs. Ihre protzigen Armbanduhren, die schnellen Autos, die hohe Anzahl an Bargeld in ihren Geldbörsen, die markanten und im vierstelligen Preissegment erworbenen Markenhandtaschen an den Händen ihrer Freundinnen  sind oft signifikante Puzzleteile eines ausgesprochen umsatzstarken Geschäfts. Aber es gibt auch Tickethändler die auf all die Statussymbole verzichten und trotzdem ihren goldenen Schnitt machen.

Nun, das ist König Fußball. Mag man geneigt sein zu sagen. Doch auch die Leichtathletik kostet Eintritt. Kürzlich habe ich hier im Blog ja auf die Preisintensität von Zürich hingewiesen. Der Letzigrund macht da keine Ausnahme. Kritisch setzt sich auch Ralf Mittmann vom Südkurier mit der Preispolitik auseinander.

,,Ein größeres Ärgernis ist die Preisgestaltung. Zwischen 85 und 195 Schweizer Franken (70 – 160 Euro) für die Abendveranstaltung, im Familiensektor 95 (Erwachsener/78 Euro) und 47,50 Franken (Kinder unter 16/39 Euro) für ein Tagesticket – das ist Wucher. Und es ist dumm. Denn so gewinnt die Leichtathletik keine neuen Zuschauer, die vielen leeren Ränge beweisen es.“

Ein Leichtathletikfest der hohen Preise. Dabei standen zuletzt auch immer wieder die Eintrittspreise bei Fußballfreundschafsspielen der deutschen Nationalmannschaft in der Kritik. Erinnert sei auch an die wenig aussagestarke Partie mit einer Rumpfelf gegen Polen vor der WM.  Man frage bitte Familienväter mit zwei Söhnen.

Warum ich Blogs wie Abenteuer Sport mag

Ab und an werde ich gefragt, was für mich die Faszination von Blogs ausmacht. Nun, es sind die individuellen Texte, Erfahrungen, Sichtweisen der jeweiligen Blogger. Die enorme Spannbreite der Gefühle, die ausgebreitet wird. Manch Blogbeitrag wird unter großen Kraftanstrengungen erstellt. Nehmen wir als aktuelles Beispiel Stefan Nestler mit seinem Blog Abenteuer Sport.

,,Die Tarnung war mäßig, um nicht zu sagen dilettantisch. Auf meinem Visumantrag stand als Berufsbezeichnung „selbstständiger Historiker“, was immerhin einen Funken Wahrheit enthielt, weil ich einst im Nebenfach „Neuere Geschichte“ studierte. Hätte ich den Chinesen reinen Wein eingeschenkt und mich als Journalist geoutet, hätte ich höchstwahrscheinlich kein Visum erhalten. Schließlich werden die DW-Internetseite und auch mein Blog in China blockiert, wovon ich mich in Kaschgar selbst überzeugen konnte. Auf ein Mikrofon hatte ich wohlweislich verzichtet, um Scherereien an der Grenze aus dem Weg zu gehen.“

Stefan Nestler, im Hauptberuf Journalist für die Deutsche Welle, hatte aus Sicherheitsgründen auch das Logo seines Auftragsgebers auf dem Handy überklebt. Aus sicherheitstechnischen Aspekten löschte er die dienstlichen Telefonkontakte. Ebenso die Mailkontakte. Auch die zahlreichen SMS Kontakte wurden gelöscht. Der erfahrene Expeditionsreporter bloggte denn auch kontinuierlich. Trotz aller Widrigkeiten.

Dieses Ringen um einen Blogbeitrag,  ausgelebte Individualität, bei Stefan Nestler auch im Licht der Stirnlampe erstellte Texte, begeistern mich immer wieder und machen einen großen Teil der Faszination von Blogs für mich aus.