Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (7)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (7)

Als Spieler habe ich ihn sehr gemocht. Bei seinen Coachingversuchen war er eher eine tragische oder komische Figur, je nach Sichtweise. Die Rede ist von Diego Maradona. Er meldete sich diese Woche zu Wort:

„Heute haben wir ein vernichtendes Deutschland gesehen, ein Deutschland, das die Perfektion streifte.“

Ach, Diego. Du Grenzgänger zwischen Genie und Wahnsinn. Der 4:0 Sieg der Elf von Übungsleiter Löw war souverän. Geholfen haben dabei eine sehr schlecht funktionierende portugiesische Mannschaft, die in der Qualifikation nicht an Russland vorbei kam, ein indisponierter Weltklassestürmer Ronaldo, ein nervenschwacher Verteidiger Pepe sowie ein Schiedsrichter ohne großes Fingerspitzengefühl.

Niederlande mit Wahnsinnsauftakt gegen Spanien darf Australien nicht unterschätzen

Heute gibt es ein Wiedersehen mit den grandios aufspielenden Holländern. Robbens Tor zum 5:1 war Weltklasse. Wahnsinn. Bitte mehr davon. Das war der Perfektion verdammt nah. Australien verlor sein Auftaktmatch gegen Chile. Dabei haben sie sich über weite Strecken durchaus achtbar verkauft. Achtung an die Niederlande: Unterschätzung, auch in der hintersten Gehirnwindung bitte vermeiden.Traveler Digital CameraWeltmeister Spanien angeschlagen

Spanien steigt heute als angeschlagener Boxer in den Ring gegen Chile. Zum Sieg gibt es keine Alternative. Die Spanier bemühten sich nach dem Debakel gegen die Niederlande um die Demonstration von Teamgeist. Zusammenrücken der Tische und solche Gesten. Kann man machen. Entscheidend ist auf dem Platz.

Kroatien vor den ersten 3 Punkten gegen Finkes Elf?

Kamerun gegen Kroatien fällt da fast ein wenig ab. Beide Teams verloren ihre Auftaktspiele. Kroatien hatte dabei den Schiedsrichter als zusätzlichen Kontrahenten im Eröffnungsspiel gegen Brasilien. Trainer Niko Kovac war bedient. Kameruns Coach Volker Finke wurde beim Regenspiel gegen Mexiko nass. Seine Mannschaft hatte nicht überzeugen können.

Australien – Niederlande

Mittwoch, 18. Juni, 18.00 Uhr, Porto Alegre, im ARD

Spanien – Chile

Mittwoch, 18. Juni, 21.00 Uhr, Rio de Janeiro, im ARD

Kamerun – Kroatien

Mittwoch, 18. Juni, 24.00 Uhr, Manaus, im ARD

Update: Vor dem Spiel gegen Australien erlaubt Bondscoach Louis van Gaal kein abheben. (Frankfurter Rundschau).

Australien erhofft sich 15.000 Fans gegen den dreifachen Vizeweltmeister Niederlande. (WZ-Newsline)

Georg Bucher hat sich bei der Neue Zürcher Zeitung Gedanken um Spaniens Goalie Casillas unter dem Titel Erbarmen mit San Iker gemacht und verweist auf eine Zäsur:

,,Als del Bosque nach der EM 2008 Nationaltrainer wurde, rechtfertigte Casillas mit herausragenden Leistungen den Stammplatz. Seine Reflexe legten den Grundstein für weitere Trophäen an der WM 2010 und der EM 2012. Die folgende Saison markierte eine Zäsur. Real Madrids Trainer José Mourinho setzte sich darüber hinweg, dass Casillas fünfmal in Folge als weltbester Torhüter ausgezeichnet worden war. Der Portugiese bevorzugt grösser gewachsene Keeper und vertrat die Ansicht, Casillas sei nach Flanken ein Risikofaktor. Er beherrsche den Strafraum nicht.“

Chile galt vielen vor der WM auch als Geheimtipp. Matti Lieske beschäftigt sich auf der Website der Frankfurter Rundschau mit dem spanischen Gegner, den unbequemen Chilenen. Übungsleiter Löw mit seiner Mannschaft hatte dieses Jahr in Stuttgart eine Probe davon live mitbekommen. Lieske titelt über Chile In Rot und wild und beschäftigt sich auch mit Arturo Vidal und adelt ihn:

,,Wenn er im Vollbesitz seiner Fähigkeiten ist, dann ist Vidal mit seiner Energie und seiner Bissigkeit wohl der derzeit kompletteste Mittelfeldspieler, er beherrscht Angriffskunst und Abwehrwucht gleichermaßen. Wenig verwunderlich, dass Real Madrid an ihm interessiert sein soll. In Chile nennen sie ihn König Arthur, da sie offenbar nicht wissen, dass dieser Titel bereits an den Boxer Arthur Abraham vergeben ist, und verehren ihn in hohem Maße.“

Kroatien kann im zweiten Spiel auf die Rückkehrer Pranjic und Mandzukic bauen. Speziell Stürmer Mario Mandzukic von Bayern München (noch), wird von seinen Mitspielern mit großen Hoffnungen versehen. Der einstige Bayern Spieler Danijel Pranjic auf FIFA.com über den im Eröffnungsspiel gesperrten Torjäger:

„Er ist eine absolute Verstärkung, den man nicht einfach so ersetzen kann. Er würde für seine Mannschaft ’sterben‘. Zwar hat es Lajic [Nikica Jelavic] gegen Brasilien gut gemacht, aber Mario ist nun mal Mario. Wir brauchen ihn. Ohne ihn ist Kroatien ein ganz anderes Team“

Kamerun schaut sorgenvoll auf Stürmerstar Samuel Eto’o vor der Begegnung mit Kroatien. Der Kicker berichtet online unter dem prägnanten Titel Eto´o ist fraglich im „Alles-oder-Nichts-Spiel“:

,,Die Beschwerden plagen Eto’o, der zum Training in Turnschuhen erschien und einen Eisbeutel am Knie trug, nach eigener Aussage bereits seit drei, vier Monaten: „Ich hatte keine Zeit, sie ausheilen zu lassen.“ Er habe sich auch Spritzen geben lassen.“

Ralf Rangnick bastelte vergangene Saison erfolgreich am Red Bull Projekt RB Leipzig. Demnächst steht ein Freundschaftsspiel von Paris St. Germain mit Superstar Ibrahimovic in Leipzig auf dem Programm. In der Faz nimmt er Stellung zur WM und befindet: ,,Özil hat sich taktisch nicht weiterentwickelt.“

Oliver Fritsch, einer der besten Fußballjournalisten Deutschlands, nimmt sich auf Zeit Online unter dem Titel Dieser DFB kann die FIFA nicht retten auch der Personalien Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach an und steigt in seinen bemerkenswerten Artikel mit folgenden einleitenden Worten in die Thematik ein:

,,Die Fifa hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, der DFB könnte sie reformieren. Doch der verliert sich im internen Kleinkrieg – und hat vielleicht selbst etwas zu verbergen.“

Die taz berichtet über die Anti-WM Proteste in Brasilien unter dem Titel Straßenfußball auf der Kreuzung.

Noch hat der große WM-Favorit Brasilien mit dem jungen Supertalent Neymar nicht seinen grandiosen und beeindruckenden Confed-Cup Rhytmus vom vergangenen Jahr aufgenommen. Die Süddeutsche Zeitung wirft auf ihrer Website einen Blick auf den mexikanischen Torwart unter dem Titel Partycrasher Ochoa wurmt den Gastgeber.

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