Bernie Ecclestone mit einem Termin in München

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Update: Das Medieninteresse an der Personalie Bernie Ecclestone ist riesig. Grund genug auf ein paar aktuelle Artikel hinzuweisen.

Bei der taz berichtet K. Antonia Schäfer über den letzten Autokraten.

Die Frankfurter Rundschau bringt einen Beitrag vom Sportinformationsdienst (SID).

Die tz bringt einen Artikel mit Fragen und Hintergründen von der dpa.

Auf Format.at wird getitelt Ecclestone kämpft vor Gericht um sein Lebenswerk.

Der newsticker der Neue Zürcher Zeitung bringt eine afp Meldung und verweist auf eine etwaige humorvolle Note, die sich vom Hoeneß Prozess signifikant unterscheiden könnte.

,,Für Freunde eines gepflegten Humors dürfte der Prozess am Landgericht München I einiges zu bieten haben. Denn der Brite Ecclestone und der bayerische Richter Peter Noll sind sich schon im Prozess gegen Gribkowsky begegnet. Die beiden lieferten sich bei Ecclestones Zeugenaussage Dialoge mit so viel Wortwitz, dass die Prozessbeteiligten und Zuhörer vergnügt auflachten.“

Er war nie um einen Spruch verlegen. Der Playboy brachte im vergangenen Jahr folgendes Ecclestone-Zitat:

,,Ich bin bescheiden – ein Learjet, ein Helikopter und täglich ein Steak, mehr brauche ich nicht zum Leben.”

Damit schaffte das Marketinggenie es am 29. Oktober in meine Rubrik Nachdenkenswert #200.

Doch jetzt hat der Patriarch der Formel-1 andere Sorgen. Es steht ein Prozess an.

Bernie Ecclestone und seine Sicht auf die Justiz sind so eine Sache. Einst (bei Spiegel Online im Jahr 2006) kam der Chefpromoter der Formel 1 mit folgenden Worten daher:

„Wenn man in Amerika ‚Guten Morgen‘ sagt und es ist 5 nach 12, landet man vor Gericht.“

Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Das Urvertrauen von Bernie Ecclestone in die amerikanische Justiz ist so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager.

Doch diese Woche steht ein Termin in einem deutschen Gerichtssaal für den sehr mächtigen Automobilsport-Funktionär und Milliardär Ecclestone an. Der 83-Jährige ist nicht als Zeuge nach München geladen.

Da rede noch einer von Krise im Journalismus oder fehlender Beharrlichkeit. Nicht alles ist über einen Kamm zu scheren. Beim hartnäckigen investigativen interpool.tv von Spiritus Rector, Organisator und Macher Fred Kowasch kommt der Ecclestone Biograph Tom Bower im bemerkenswerten Interview zu Wort.

„What is the significance for Mr Ecclestone to be on trial in Munich?“

„Ecclestone is very upset about being on trail. The last thing that he wants is to be accused of bright who to the thread is going to to prison. The german courts are very different to the british courts. Ecclestones success and genius has always been to accept that he is touchable but he then can touch them back harder to keep them away. And usually he could, he always can find a way out.“

Tom Bower seine Biografie über den britischen Medienstar und ehrgeizigen sowie umstrittenen Formel 1 Vermarkter No Angel: The Secret Life of Bernie Ecclestone war international sehr beachtet. Wer mag schaut bei The Guardian hinein. Dort hat Richard Williams sich mit dem Buch auseinandergesetzt. Williams ist selber profunder Kenner der Motorsportszene und seiner Hintergründe sowie Begleiterscheinungen. Von ihm stammt das Buch The Death of Ayrton Senna.

Auch Jörg Eigendorf und Dagmar von Taube haben sich auf welt.de mit der Personalie des machtbessenen und einflussreichen Ecclestone in ihrem Artikel unter dem Titel So funktioniert das System Bernie Ecclestone beschäftigt.

Hermann Renner berichtete aus Schanghai auf der Online Site der FAZ unter dem martialischen Titel Krieg hinter den Kulissen der Formel 1 und bemerkte unter anderen einen leeren Pavillion:

,,Pavillon Nummer 04 im Fahrerlager von Schanghai blieb leer. Normalerweise hat Bernie Ecclestone dort sein Hauptquartier. Doch der erste Mann der Formel 1 blieb dem Grand Prix von China fern. Vier Tage nach dem vierten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft beginnt am Donnerstag sein Prozess in München. Ecclestone ist dort vor dem Landgericht wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt.“

Eventuell wird es dann nach Ende des Prozesses wie zuletzt geschehen, an der Zeit sein über die Neue Zürcher Zeitung mit einer kleinen Chronik der Besichtigung vom Uli Hoeneß Gefängnis zu berichten.

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