Schach-WM 2013: 8. Partie Magnus Carlsen-Vishy Anand

Das königliche Spiel ist momentan In. In die gestrige Printausgabe vom Spiegel hat es Schach ebenfalls ganz geschmeidig geschafft. Vielleicht kommt Schach in Zukunft kontinuierlicher in der Berichterstattung zu Wort. Stolz verkündet das Hamburger Nachrichtenmagazin eine Rekordzahl in Sachen Zugriff auf den Online-Schachticker vom Spiegel. Von 1,5 Millionen Klicks in der 4. Partie ist da zu lesen. Ich kann mich noch an den WM-Kampf von Vishy Anand und Veselin Topalov 2010 in Sofia erinnern. Da brachte die charmante Powerfrau Susan Polgar auch stolz ihre Zugriffszahlen. Sie lagen im sechsstelligen Bereich. Auch dieses Jahr ist die 44-Jährige auf ihrem Blog in Sachen WM Berichterstattung unermüdlich. Ich persönlich habe während der 6. Partie am Samstag einen neuen Rekord zu verzeichnen gehabt an Besucherstrom. Der alte stammte aus der 2012er Berichterstattung von der WM Anand-Gelfand. Doch vom Spiegel oder Susan Polgar bin ich noch ein ganzes Stück entfernt in Sachen Zahlen. Andererseits schaue ich auch nicht täglich auf die Statistik drauf.

Schach ist ein rätselhaftes Geschäft. Anand hatte gestern nach dem Doppelschlag von Carlsen in der 5. und 6. Partie und dem Ruhetag am Sonntag ein Remis hingelegt. Bei zwei Punkten Rückstand auf Carlsen muss jetzt eigentlich ein entschlossener Gegenschlag kommen.

Wer eine Power-Schlacht und einen wild entfesselt angreifenden Schachweltmeister Anand erwartet hatte, sah sich getäuscht. Zeit Online titelt auf ihrem WM Live-Schachblog: Schon wieder ein ödes Remis! Der Gesamtstand lautet jetzt 5:3 für Magnus Carlsen. Bei noch vier ausstehenden Partien besteht die WM-Formel aus 1,5 aus 4 als Hausaufgabe für den norwegischen Jungstar. Sollte er sein Nervenkostüm besser im Griff haben wie gegen Ende des Kandidatenturniers in London wird es einen Generationswechsel geben und die Schachkrone nach Norwegen wechseln.

Traditionell geht es heute auch wieder zu einem ganz fleißigen in Sachen Kommentierung der Live-Schachpartien von Magnus Carlsen und Vishy Anand. Live-Ticker Kommentator Bernd Schroller fasst die Remispartie und Gesamtsituation auf sportal so zusammen:

,,Aber insgesamt war das natürlich heute eher eine langweilige Angelegenheit. Anand wollte kein großes Risiko gehen, Carlsen brauchte es nicht. Nach den beiden eher ruhigen Partien gestern und heute muss nach dem Ruhetag morgen am Donnerstag wieder etwas passieren. Es verbleiben nun nur noch vier Spiele, zwei von denen, muss der Weltmeister gewinnen, wenn er seinen Titel hier nicht verlieren will.“

Momentan sieht es nach einem Sieg von Elo-König Magnus Carlsen aus. Der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand hatte bisher noch kein Mittel parat um den Herausforderer zu bezwingen. Bei der kurzen Distanz von 12 Partien bleibt dem indischen Schach nicht mehr viel Zeit. In der 9. Partie eröffnet er. Haben seine Schachflüsterer mit der offiziellen Berufsbezeichnung Sekundanten noch einen wirkungsvollen Matchplan zur Hand? Eine tief verborgene und ausgegrabene Eröffnungsidee? Neue Pfade, die Magnus Carlsen vor intensivere Probleme stellen? Reicht die Energie von Vishay Anand, sich nochmals ernsthaft gegen den Titelverlust aufzubäumen, und dem WM-Duell gar eine dramatische Note in Form einer spektakulären Aufholjagd zu geben?

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