Die visuelle Mündigkeit der Münchner Bürger

Manch Sportfunktionär oder Politiker traute seinen Augen vor gut zwei Wochen nicht. Der Volksentscheid über die Bewerbung für olympische Spiele München 2022 war ein Votum für die Heimat und eine Absage an die Risiken einer gigantischen IOC-Veranstaltung. Es war auch ein Ausdruck der visuellen Mündigkeit der Bürger. Die Befürworter der olympischen Spiele plakatierten und flaggten was das Zeug hielt und der finanzielle Marketingtopf hergab.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraNun ist der Ausbau des Nahverkehrs ja keine schlechte Sache. Er muss aber nicht an eine Veranstaltung mit derartig „charmanten“ Verträgen gekoppelt sein. So schlecht funktioniert die U-Bahn in München auch nicht. Das passt schon.Traveler Digital CameraIch will jetzt gar nicht erst das Argument des sozialen Wohnungsbau der Befürworterkampagne herauskramen. Olympische Spiele, um preiswerten Wohnraum zu schaffen. Ein Schenkelklopfer, wenn es nicht so ernst wäre.Traveler Digital CameraAuch das Konterfei erfolgreicher Wintersportler, zahlreich in München plakatiert, zeitigte keinen Erfolg für das Bewerbungsmarketing.  Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraAm Ende blieb München eine teure und unüberschaubare Großveranstaltung erspart. Dies ist kein Widerspruch zur Sportbegeisterung der Bevölkerung. Aber eben auch ein klares Zeichen für die visuelle Mündigkeit der Bürger. Das inflationäre plakatieren und beflaggen in der Landeshauptstadt zeitigte keine Wirkung und bekam die Quittung an der Wahlurne.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraMünchen ist auch ohne olympische Spiele 2022 eine schöne Stadt. Der Kelch ging gerade nochmal an ihr und seinen Bürgern vorbei.

Nike (10), Puma (8), Adidas (8) bei der Fußball-WM Brasilien 2014

Noch sind ein paar Wochen im Jahr 2013 zu absolvieren. Dann schreiben wir bereits 2014. Dann ist die WM in Brasilien nur noch wenige Monate entfernt. Das Wettrennen um die Ausstattung der Fußballmannschaften ist ja nie in einer richtigen stillen Phase ohne Aktivitäten. Es geht im Verdrängungswettbewerb der Sportartikelhersteller immer um Marktanteile, Präsenz, Absatzmärkte mit Prioritäten, Marketing und Umsätze. Traveler Digital CameraDas Branchenmagazin Sponsoring extra wirft einen kleinen und dezenten Blick auf den Stand in Sachen Ausrüstung für die WM 2014.

,,Die Amerikaner rüsten zehn Teams aus, darunter mit Gastgeber Brasilien, den USA und England die wichtigsten Absatzmärkte. Die in den Playoffs qualifizierten Franzosen warben sie 2011 von Adidas ab. Selbst Puma rüstet mit neun Nationalmannschaften dank der Qualifikation von Uruguay mehr Teams aus als Adidas (acht). Zudem sind diesmal mehrere kleine Ausrüster wie Burrda (Belgien), Legea (Bosnien-Herzegowina) oder Marathon (Ecuador) vertreten.“

Adidas hat unter anderen Spanien und die deutsche Fußballnationalmannschaft unter Vertrag und verlängerte gerade den Kontrakt mit der FIFA bis 2030.

Update: Es hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Die fränkischen Hersteller Adidas und Puma rüsten je 8 Mannschaften zur WM 2014 aus.

Adidas rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Nigeria, Mexiko, Kolumbien, Japan, Russland, Spanien, Argentinien und Deutschland

Puma rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Elfenbeinküste, Algerien, Ghana, Kamerun, Chile, Uruguay, Schweiz und Italien

Nike rüstet im einzelnen folgende Teams aus:

Südkorea, USA, Kroatien, Australien, Brasilien, England, Frankreich, Griechenland, Niederlande und Portugal

Burrda

Belgien

Uhlsport

Iran

Marathon

Ecuador

Lotto

Costa Rica

Legea

Bosnien-Herzegowina

Joma

Honduras

Update: Dem fränkischen Sportartikelhersteller Adidas ist ein Marketing-Coup vor der WM gelungen. Legea hatte sich das Großereignis Fußball-WM Brasilien 2014 nicht im Vertrag mit Bosnien-Herzegowina inkludieren lassen. Adidas nutzte die Vertragslücke. Bosnien-Herzegowina wird am 4. Juni im Länderspiel gegen Mexiko in  Adidas-Trikots auflaufen. Siehe auch den Artikel bei  The Wall Street Journal mit Fußball-WM 2014 wird zur Materialschlacht der Ausrüster.

Nachlese vom Duell Magnus Carlsen-Vishy Anand

Das WM-Match ist durch. Herzlichen Glückwunsch an den neuen Schachweltmeister Magnus Carlsen! Respekt und Dank an Vishy Anand.Traveler Digital CameraDie faszinierende Schach-WM 2013 in Chennai war in aller Munde und erfreute sich einer großen Resonanz. Schachhändler verzeichneten anziehende Umsätze. Auch im Radio fand Schach statt. Die Aufmerksamkeit für das königliche Spiel ist erfreulich.

,,Anlässlich der laufenden Weltmeisterschaft in Indien fragen wir: Ist die derzeitige Schachbegeisterung ein Modephänomen – und was drückt sich darin aus?“

Dieser Frage gingen beim SWR2 in einer Gesprächsrunde mit Elisabeth Pähtz, Schachblogger Johannes Fischer und Schriftsteller Helmut Krausser in der Woche der WM-Entscheidung nach.

Ein paar Gedanken von mir auf Schach-Ticker gibt es dazu auch zu lesen:

,,Das mit dem Modephänomen wird sich sehr bald nach der WM zeigen. Erinnert darf hierbei auch an die kurzftistige Handballbegeisterung in Deutschland beim Wintermärchen 2007. Es wird sicher auch regionale Unterschiede geben. In Norwegen ist die Euphorie sicherlich tragender wie in anderen Ländern, die im Profischach keine adäquaten Publikumslieblinge vorweisen können. Andererseits haben zahlreiche Bekannte von mir gerade wieder ihr Schachbrett entstaubt. Die geschmeidigen Übertragungsmöglichkeiten des Internets und die wirklich zahlreichen guten Offerten brachten Schach wirklich bis in die entlegensten Winkel. November war ein Schachmonat. Gar keine Frage. Ob die Schachbegeisterung anhält – ich möchte da jetzt heute noch keine voreilige Prognose abgeben. Schön wäre es, wenn aus einem Modephänomen eine dauerhafte Liebe werden würde.“

Beim Rückblick auf das C&A Duell kommen auch Chess-Tigers, Niclas Huschenbeth, Bernd Schroller und Chessdom (mit Powerzahlen) etc. vor. Viel Spaß beim schmökern!

Schach-WM 2013: 10. Partie Magnus Carlsen-Vishy Anand

Mathematiklehrer haben es heute einfach. Magnus Carlsen benötigt nur noch einen halben Punkt für den erstmaligen Weltmeistertitel. Der bisherige Amtsinhaber Vishy Anand liegt eindeutig mit 3:6 in der Gesamtwertung zurück. Der Live-Kommentator Bernd Schroller auf sportal meint im Hinblick auf den Titelverteidiger und seine Körpersprache:

,,Andererseits wirkt es gerade bei Anand so, als ob er mit diesem Turnier ein Stück weit schon abgeschlossen hat.“

Vorige Woche ging es am Freitag in die 5. Partie. Bis dahin konnte Anand den Angriff auf seinen Titel parieren. 4 Punkteteilungen hintereinander ergaben einen Zwischenstand von 2:2. Der Favorit Carlsen tat sich schwer seine Elo-Dominanz auch auf dem Brett auszuspielen. Doch eine Woche später schaut eigentlich alles nach einem kürzeren Ende des WM-Kampfes aus. Kaum vorstellbar, dass das C&A Duell über 12 Runden geht. Sind die Agenturmeldungen für den Titelgewinn von Carlsen für heute eigentlich bereits vorbereitet?

Noch wird aber in Chennai gespielt. Bernd Schroller wirft auf sportal einen Aspekt im Hinblick auf die Kürze des Turniers im historischen Kontext ein:

,,Sollte Carlsen bereits heute den Sack zumachen und Weltmeister werden, wäre dies zugleich das kürzeste Turnier der WM-Geschichte. 1910 verteidigte Emanuel Lasker seinen Titel zwar auch in nur zehn Partien, die Forschung ist sich aber nicht einig, ob das Duell gegen Carl Schlechter wirklich ein offizieller WM-Kampf war.“

Der gute alte Emanuel Lasker. Deutschland hat durchaus eine erfolgreiche Schachtradition. Warum haben wir eigentlich keinen Magnus Carlsen? Was läuft da schief in der Nachwuchsförderung? Okay, die letzte Frage ist vielleicht etwas zu polemisch gestellt. Wir stellen dafür ja den Serienweltmeister in der Formel 1.

Live Schach-WM 2013: 10. Partie Magnus Carlsen – Vishy Anand

Die 10. Partie zwischen dem 22-Jährigen Magnus Carlsen und dem 43-Jährigen Vishy Anand steht heute in Chennai auf dem Programm. Ist es die letzte Partie bei diesem WM-Match? Oder geht da auf Seiten von Weltmeister Anand noch was? Kann er den Staffelstabwechsel am heutigen Tag verschieben? Amateurschachspieler sind da in einer entspannteren Situation.Traveler Digital CameraAlso nochmals ein Blick nach Chennai zur 10. Partie im WM-Match Vishy Anand kontra Magnus Carlsen.

Live ist Live. Ab 10.30 Uhr lohnt sich ein hineinschauen in die Live-Berichterstattung.

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Schach WM 2013: 9. Partie Vishy Anand-Magnus Carlsen

Kommt noch Drive in den WM-Kampf? Erleben wir einen Hitchcock-Thriller? Ich will heute einen Anand Sieg sehen. Ich bin da ganz bei Hans-Walter Schmitt und Eric van Reem, die seit Jahren zum A-Team vom Champion gehören. Also auf geht es. Die Körperspannung von Vishy Anand gefällt mir heute viel besser. Sehr viel besser. Aber heute keine lange Vorrede. Wir tauchen gleich in die Live-Ticker Berichterstattung von Bernd Schroller auf sportal ein.

Schach WM-Live: 9. Partie Vishy Anand-Magnus Carlsen

Heutige WM-Duelle um die Schachkrone sind auf die sehr kurze Distanz von 12 Partien ausgelegt. Das war nicht immer so.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraDie 9. Partie zwischen dem 43-Jährigen Vishy Anand und dem 22-Jährigen Magnus Carlsen steht in Chennai auf dem Programm. Dem Herausforderer fehlen noch 1,5 Punkte zum erstmaligen Weltmeistertitel. Der sympathische Titelverteidiger Vishy Anand steht mit dem Rücken zur Wand. Kommt noch ein Hitchcock-Thriller zustande? Magnus Carlsen seine Nerven waren beim WM-Kandidatenturnier kurz vor dem Sieg sehr volatil. Es wäre fast ein Chennai-Ticket für Großmeister Kramnik herausgesprungen.

Live ist Live. Ab 10.30 Uhr lohnt sich ein hineinschauen in die Live-Berichterstattung.

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Nachdenkenswert #202

,,Mehr noch griff der Titelverteidiger zur Berliner Verteidigung im Spanier und durfte sich nicht wundern, dass sein Gegner im Blitztempo die Züge runterspulte. Bald hatte Anand ausgeglichen, aber mehr war definitiv nicht drin. Zug um Zug tauschten sich die Klötzchen bis ins absolut ausgeglichene Bauernendspiel. Nach weniger als 1,5 Stunden war der Spuk auch schon vorüber.“

     Mike Rosa, über ein blutleeres Remis in Chennai auf chess-tigers

Schach-WM 2013: 8. Partie Magnus Carlsen-Vishy Anand

Das königliche Spiel ist momentan In. In die gestrige Printausgabe vom Spiegel hat es Schach ebenfalls ganz geschmeidig geschafft. Vielleicht kommt Schach in Zukunft kontinuierlicher in der Berichterstattung zu Wort. Stolz verkündet das Hamburger Nachrichtenmagazin eine Rekordzahl in Sachen Zugriff auf den Online-Schachticker vom Spiegel. Von 1,5 Millionen Klicks in der 4. Partie ist da zu lesen. Ich kann mich noch an den WM-Kampf von Vishy Anand und Veselin Topalov 2010 in Sofia erinnern. Da brachte die charmante Powerfrau Susan Polgar auch stolz ihre Zugriffszahlen. Sie lagen im sechsstelligen Bereich. Auch dieses Jahr ist die 44-Jährige auf ihrem Blog in Sachen WM Berichterstattung unermüdlich. Ich persönlich habe während der 6. Partie am Samstag einen neuen Rekord zu verzeichnen gehabt an Besucherstrom. Der alte stammte aus der 2012er Berichterstattung von der WM Anand-Gelfand. Doch vom Spiegel oder Susan Polgar bin ich noch ein ganzes Stück entfernt in Sachen Zahlen. Andererseits schaue ich auch nicht täglich auf die Statistik drauf.

Schach ist ein rätselhaftes Geschäft. Anand hatte gestern nach dem Doppelschlag von Carlsen in der 5. und 6. Partie und dem Ruhetag am Sonntag ein Remis hingelegt. Bei zwei Punkten Rückstand auf Carlsen muss jetzt eigentlich ein entschlossener Gegenschlag kommen.

Wer eine Power-Schlacht und einen wild entfesselt angreifenden Schachweltmeister Anand erwartet hatte, sah sich getäuscht. Zeit Online titelt auf ihrem WM Live-Schachblog: Schon wieder ein ödes Remis! Der Gesamtstand lautet jetzt 5:3 für Magnus Carlsen. Bei noch vier ausstehenden Partien besteht die WM-Formel aus 1,5 aus 4 als Hausaufgabe für den norwegischen Jungstar. Sollte er sein Nervenkostüm besser im Griff haben wie gegen Ende des Kandidatenturniers in London wird es einen Generationswechsel geben und die Schachkrone nach Norwegen wechseln.

Traditionell geht es heute auch wieder zu einem ganz fleißigen in Sachen Kommentierung der Live-Schachpartien von Magnus Carlsen und Vishy Anand. Live-Ticker Kommentator Bernd Schroller fasst die Remispartie und Gesamtsituation auf sportal so zusammen:

,,Aber insgesamt war das natürlich heute eher eine langweilige Angelegenheit. Anand wollte kein großes Risiko gehen, Carlsen brauchte es nicht. Nach den beiden eher ruhigen Partien gestern und heute muss nach dem Ruhetag morgen am Donnerstag wieder etwas passieren. Es verbleiben nun nur noch vier Spiele, zwei von denen, muss der Weltmeister gewinnen, wenn er seinen Titel hier nicht verlieren will.“

Momentan sieht es nach einem Sieg von Elo-König Magnus Carlsen aus. Der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand hatte bisher noch kein Mittel parat um den Herausforderer zu bezwingen. Bei der kurzen Distanz von 12 Partien bleibt dem indischen Schach nicht mehr viel Zeit. In der 9. Partie eröffnet er. Haben seine Schachflüsterer mit der offiziellen Berufsbezeichnung Sekundanten noch einen wirkungsvollen Matchplan zur Hand? Eine tief verborgene und ausgegrabene Eröffnungsidee? Neue Pfade, die Magnus Carlsen vor intensivere Probleme stellen? Reicht die Energie von Vishay Anand, sich nochmals ernsthaft gegen den Titelverlust aufzubäumen, und dem WM-Duell gar eine dramatische Note in Form einer spektakulären Aufholjagd zu geben?