Der Fall Oscar Pistorius

Ich habe lange überlegt ob ich etwas zu Oscar Pistorius und dem tragischen Geschehen in der Nacht zum Valentinstag schreibe. Es ist die letzten Tage viel geschrieben und gesendet worden zu dem Kriminalfall. Schuldig oder nicht schuldig? Manches deutet auf einen Mord im Affekt hin. Das Model Reeva Steenkamp weilt nicht mehr unter den Lebenden. Oscar Pistorius wird der Tat verdächtigt. Der Sportler und das Model – Reeva Steenkamp war die Freundin von Oscar Pistorius. Ein Stoff für einen Hollywood-Film. Alle Puzzleteile für eine atemberaubende Story auf der Leinwand scheinen vorhanden.

Medienstar der Paralympics

Der Südafrikaner war der Medienstar der Paralympics. Er sorgte für aufmerksamkeitserheischende Schlagzeilen. Seine Sponsorverträge waren gut dotiert. Nike hatte ihn unter Vertrag. Der amerikanische Sportartikelhersteller setzte das Vertragspapier nach der Verhaftung von Oscar Pistorius aus. Die französische Kosmetikfirma Clarins verzichtet ab sofort auf die Werbung mit dem Olympiasieger. In den südafrikanischen Städten entfernten die Menschen die Plakate vom einstigen Idol von den Häuserwänden. Ein schneller Sturz vom Denkmalsockel.

Körper-Normalität des Models und Pistorius Kaution von 85.000 EURO

In der FAZ hat sich Hans Ulrich Gumprecht der Personalie Pistorius angenommen. Gumbrecht ist 1948 in Würzburg geboren, Professor für Literatur an der Stanford University und amerikanischer Staatsbürger. Er schreibt in seinem bemerkenswerten Artikel unter anderen:

,,Der Status des gewaltsamen Tods seiner Freundin als Kasus wird nun dadurch unterstrichen, dass Reeva Steenkamp ein Model war (ein mehr oder weniger berühmtes Model zu Lebzeiten, aber das wahrscheinlich weltweit berühmteste Model nach ihrem Ableben). Denn der Begriff des “Models” steht ja für eine Körper-Normalität, die angesichts ihrer Vollkommenheit in scheinende Körper-Normativität umschlägt. Auf den gemeinsamen Photographien präsentierte sich Oscar Pistorius immer wieder als das männliche Äquivalent von Reeve Steenkamps scheinender physischer Normativität.“

Seit gestern ist Oscar Pistorius gegen Kaution von umgerechnet 85.000 Euro wieder in Freiheit. Steffen Wurzel, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg, schreibt auf tagesschau.de unter dem Titel Reich, berühmt – und auf Kaution frei auch über die Reaktion auf die Freilassung bis zum Prozess im Juni.

,,Er habe es kommen sehen, sagt der 42-jährige Stanley aus der Innenstadt von Johannesburg. „Erstens, weil Pistorius extra einen PR-Experten aus Großbritannien hat einfliegen lassen.“ Zweitens habe Pistorius ein Team aus exzellenten Verteidigern. „Einer, der 500.000 Euro im Jahr verdient, kann doch machen was er will. Wäre das einer ohne Geld gewesen, wäre er nie im Leben auf Kaution rausgekommen“, wettet Stanley.“

Der Fall Oscar Pistorius wird nicht so schnell zu den Akten gelegt werden können.

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