ISPO 2013 und die Outdoor-Branche zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Outdoor. Alleine dieses Wort bringt Männeraugen und die Augen der Frauen mit einem Faible für sportive Aufenthalte im Freien zum glänzen. In München steht demnächst die ISPO 2013 auf dem Plan. Die offizielle Website der Branchenmesse kommt selbstbewusst daher und verkündet mit stolzer Brust:

,,Wir begrüßen Sie auf der internationalen Leitmesse für das Sport-Business. Auf der ISPO MUNICH präsentieren über 2.300 internationale Aussteller mehr als 80.000 Besuchern aus über 100 Ländern das gesamte Angebot an Sportartikeln, Sportschuhen und Sportmode. Seien Sie dabei und entdecken Sie die neuesten Trends aus den Segmenten Outdoor, Ski, Action und Performance Sports!“

Vom 3. bis 6. Februar wird um Aufmerksamkeit, Umsatzanteile, Geschäftsbeziehungen, Image, PR, das verankern von Trends in den Köpfen der Besucher und mehr gekämpft. Im Vorfeld haben zahlreiche kleinere, mittlere und größere PR-Agenturen Pressemitteilungen versandt, Bildmaterial gestreut, versucht ein positives Image für die geweilige Klientel aufzubauen. Die Hersteller selber legen sich auch ins Zeug. Jack Wolfskin hat einen Outdoor-Blog aufgelegt. Heute mit dem Artikel Auf Wiedersehen, Südafrika.

Davor gab es Artikel im Januar auf dem Jack-Wolfskin Outdoor Blog an folgenden Tagen:

28. Januar 2013

25. Januar 2013

22. Januar 2013

14. Januar 2013

02. Janaur 2013

Da ist im Hinblick auf die Frequenz sicherlich noch Luft nach oben.

Die Branche gibt sich seit Jahren betont ökologisch. Artikel wie auf Spiegel Online im Oktober 2012 unter dem Titel Belastete Outdoor-Kleidung: Zurück zur Chemie lassen den aufgeklärten Verbraucher durchaus aufhorchen. Nicolai Kwasniewski leitete seinen Text dann auch mit den wenig schmeichelnden Worten ein:

,,Die Hersteller von Outdoor-Kleidung werben gerne mit unberührter Natur. Die wetterfesten High-Tech-Klamotten enthalten allerdings eine ganze Reihe von Chemikalien, die Umwelt und Gesundheit belasten können, wie eine Greenpeace-Untersuchung zeigt.“

Apropos Spiegel Online. Gut zwei Jahre vor dem Artikel über die Green-Peace Untersuchung gab es im Juli 2010 einen aufsehenerregenden Artikel von Susanne Amann unter dem Titel: Studie: Outdoor-Hersteller fallen bei sozialer Verantwortung durch. In der Branche wird viel Geld verdient. Susanne Amann leitete ihren kritischen Text mit den folgenden Worten ein:

,,Die Outdoor-Branche steht für Freiheit und Naturverbundenheit, doch mit ihrer Verantwortung nehmen es die Hersteller nicht so ernst. Nun geraten sie massiv in die Kritik – denn obwohl eine Jacke gerne mal 600 Euro kostet, werden die Arbeiter in den Produktionsländern abgespeist.“

Es scheint es liegt noch viel Arbeit vor der Outdoor-Branche um Selbstverständnis, theoretisch formulierte ökologische und soziale Standards mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen.

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