Archiv für den Tag 16. Dezember 2012

Sport am Bodensee: Häfler Kultverein nach der 6. Etappe der CEV Champions League 2012/2013 vor einem titellosen Übergangsjahr?

Stelian Moculescu ist ein ehrgeiziger Trainer. Er mag Niederlagen nicht. Diesen kann er in der Regel keinen hohen Sympathiewert zuordnen. Natürlich lag nach der Niederlage in der 6. Etappe der CEV Champions League gegen die Österreicher ein wenig der Blues über der ZF Arena. Doch es wurde in Friedrichshafen nicht auf Halbmast geflaggt. Das Leben ging nach dem Verlust des Spiels gegen Hypo Tirol Innsbruck hier am Bodensee weiter. Nach dem Aus im nationalen Pokal gegen evivo Düren nun auch Endstation in dieser Saison auf internationalen Parkett. Stelian Moculescu im Interview auf der Website des Häfler Kultvereins:

,,Wenn man das so deuten will, dann kann man sagen, dass es Programm hat, dass es diese Saison eine Tendenz gibt, dass wir in wichtigen, entscheidenden Momenten nicht richtig reagieren. Wir haben immerhin Spieler, die schon mal Volleyball gespielt haben und die jetzt diese Saison nicht das erste Mal auf so einem Niveau spielen. Von daher fällt die Ursachenforschung schwer.”

Jetzt kann der Meisterschaft die volle Konzentration gelten. Der VfB Friedrichshafen hat oft genug in den letzten Jahren mit voller Power auf allen drei Hochzeiten getanzt. Ein Szenario eines titellosen Übergangsjahres wäre auch kein Weltuntergang, wenngleich für die Macher des Vereins gewöhnungsbedürftig. Titel sind das Salz in der Suppe.

Reden wir über Geld und das Sponsoring. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht in den nächsten Jahren verstärkt neue Unternehmen für den Sponsorenpool zu gewinnen. Visionär 2-3 vertriebsstarke Menschen mit einer Affinität zum Sport und dem Wissen um Zusammenhänge in der Wirtschaft zusätzlich in der Geschäftsstelle des VfB Friedrichshafen einbauen. Von dort die komplette wirtschaftspotente Bodenseeregion vertriebstechnisch professionell täglich bearbeiten. Eine intensive Akquise die den Namen verdient.

Auch neue Wege gehen. Mir fällt da spontan das Thema Spielerpatenschaft ein. Einzelne Spieler für eine Saison für einen interessanten monetären Betrag Unternehmen anbieten. Gegenleistung sollte dann über das Autogrammgeben hinausgehen. Da darf ein Spieler auch in einem Unternehmen wie ZF oder einem neu zu gewinnenden Firmenverbund auch gerne Podiumsvorträge halten über Trainingspläne, Jahresziele, Einteilen der Ziele in Etappen, Motivation, Beharrlichkeit und herauskitzeln der Leistungsreserven. Durchaus Anleihen bei Reinhold Messner sich holen. Über den Tellerrand schauen. Firmen ordern den Bergsteiger mit dem extremen Ehrgeiz und einer kontinuierlichen Lernbereitschaft gerne. Warum sollen leistungsstarke Volleyballer vom VfB mit entsprechender Rhetorik nicht auch den Firmen Mehrwert bieten können? Zu Firmenjubiläen oder einem Tag der offenen Tür Spieler aus dem Nähkästchen plaudern lassen. Oder Kooperationen mit Schulen. Verstärktes Sachsponsoring. Erhöhung des Etats bei den bestehenden Sponsoren. Die Marke VfB Friedrichshafen mit Emotionalität und einer strategischen Sponsorarbeit noch stärker herausarbeiten.