Archiv für den Tag 10. Dezember 2012

Trend Schulschach in Deutschland

Mit dem Schachspiel kann man nicht früh genug anfangen. Ja, Schachwunderkinder hat es immer wieder einige gegeben. Man denke an Capablanca, der mit 4 Jahren Schach erlernte und mit 12 bereits die kubanische Schachmeisterschaft gewann. Svetozar Gligoric schrieb in seinem Buch Fischer Spasskij – Schachmatch des Jahrhunderts in dem Kapitel zu den Schachweltmeistern in der Geschichte des königlichen Spiels:

,,Capablanca lernte im Alter von vier Jahren das Schachspiel, als er seinem Vater beim Spiel gegen einen Freund zuschaute. Die Figuren faszinierten ihn, und er schaute weitere zwei Tage zu. Am dritten Tag bemerkte er, wie sein Vater mogelte und einen Springer von einem weißen Feld auf ein anderes Feld verschob. Als er nach dem Spiel seinen Vater darauf ansprach, schalt der ihn, er solle keine so großen Sprüche reißen, da er noch nicht einmal die einzelnen Züge kenne. Klein José , entschlossen zu beweisen, daß er recht hatte, forderte seinen Vater zu einem Spiel heraus und schlug ihn prompt zweimal hintereinander.”

Warum ist Schach eigentlich in Deutschland kein Pflichtfach? Ab der 1. Klasse 2 Stunden pro Woche wäre doch ein guter Anfang. Die Vorzüge des Schachs sind ausgiebig bekannt. Oder? Die Befürwörter hier aufzuzählen würde  den Rahmen des Artikels sprengen. Lassen wir einen ehemaligen klugen Bundespräsidenten zu Wort kommen. Richard von Weizsäcker:

,,Der Schachsport fördert Fähigkeiten wie Konzentration, eine gute Beobachtungs- und Auffassungsgabe, Kombinationsvermögen und Ausdauer, Fähigkeiten also, die allgemein im Leben von Nutzen sind.”

In Deutschland gibt es engagierte Menschen wie Hans-Walter Schmitt der mit Herzblut, Leidenschaft, Konzentration  und dem Gespür für Schachförderung von klein auf, ganz aktiv Kinder im königlichen Spiel stetig verbessert. Das Chess Tigers Training Center fördert momentan 160 Kinder in Schulschach AGs. Siehe auch den lesenswerten Bericht Gute Plätze mit 2-3-3-4 in allen Altersstufen, aber kein Titel! Die Resonanz der Eltern und Lehrer ist durchweg positiv. Normal müsste jede Schulleitung sich nach so einer Schachförderung sehnen. Aber ich bin Realist. Es wird noch viel Aufbauarbeit vonnöten sein.

Schulschach ist noch kein Boom in der Bundesrepublik. Doch es gibt erfreuliche Ansätze. Kürzlich fand in Dortmund der 5. Schulschachkongress statt. Auf dieser Veranstaltung gab es auch den Vortrag vom Schulschachexperten Björn Lengwenus. Einige Anregungen zum diskutieren, nachdenken, zur Vertiefung.

Ich selber habe einst in der Schule Schach gespielt. Es gab eine AG (Arbeitsgemeinschaft) und eine engagierte Frau die uns 6-Jährigen in die Geheimnisse des königlichen Spiels einwies. Später kam dann der leider dieses Jahr viel zu früh verstorbene Paul Gaffron in mein Leben. Er war Schachtrainer, Organisator, engagierter Schachfunktionär und Spiritus Rector von Motor Gohlis Nord. Mit viel Liebe zum Detail, einer unheimlichen Geduld, der kontinuierlichen Analyse unserer Turnierpartien vom Wochenende am Dienstagabend im Schachvereinshaus Heinrich-Budde sowie dem unerschütterlichen Glauben an unsere schachlichen und menschlichen Fähigkeiten, begleitete er unseren Weg zu den ersten Medaillen bei den Schachkämpfen im Bezirk.

Die Fotos stammen von Ray Morris-Hill ( rmhphotos.eu) von den diesjährigen 2012 London Chess Classic Junior Events.

Sport am Bodensee: Bayern München powert beim U-15 MTU-Hallencup 2012

Im vergangenen Jahr gewann Dinamo Zagreb.

Dieses Jahr siegten die Jungs von Bayern München beim 10. MTU-Hallencup der U-15.

Ein hochkarätig besetzes internationales Fußballturnier.

Mittlerweile fest im Terminkalender etabliert am Bodensee in Friedrichshafen mit hervorragender Sponsorarbeit und Hintergrundarbeit der Veranstalter.

Okay, der angedachte Umzug in die ZF Arena der Volleyballer vom VfB Friuedrichshafen hat dieses Jahr noch nicht geklappt. Doch den Organisatoren ist ein Kompliment zu machen.

Alleine die Teilnehmerliste … Kenner schnalzten mizt der Zunge. Ein kleiner Ausschnitt. Alleine die Teilnehmerliste … Kenner schnalzten mit der Zunge. Ein kleiner Ausschnitt. Arsenal London, Manchester United, Manchester City. Aus dem Land des aktuellen Welt- und Europameisters der FC Barcelona mit zwei Mannschaften.

Dazu aus Deutschland der VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Bayern München, TSG 1899 Hoffenheim, Eintracht Frankfurt oder Mainz 05. Aus dem sympathischen Land der emotialen Türkei Besiktas Istanbul. Aus dem Nachbarland Schweiz der FC Basel und Grashoppers Zürich. Nicht zu vergessen die regionalen Mannschaften wie der VfB Friedrichshafen, TSV Meckenbeuren oder die TSG Ailingen.

Die Sponsoren schauen auch immer auf die wichtige überregionale Medienwirksamkeit so einer Veranstaltung.

Auch dieses Jahr hat es der MTU-Hallencup wieder in den kicker geschafft:

,,Zum zehnten Mal fand am Wochenende der MTU-Hallencup statt. Und mit dem FC Bayern München hat das internationale U15-Turnier in Friedrichshafen auch den zehnten Sieger. Zwar stand mit dem VfB Stuttgart der Sieger des Jahres 2007 im Finale, die Schwaben mussten sich dem Nachwuchs des Rekordmeisters aber knapp mit 2:3 geschlagen geben.”

Ausführlich berichteten auch regionale Medien vom spektakulären Fußballereignis für die Jugendlichen Ballkünstler. Stellvertretend sei hier der südkurier genannt.

Ein gelungenes Wochenende für alle Beteiligten.

Chess Tigers schiebt sich alleine auf Platz 3 der Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012

Heute spielen die Schachprofis in London ihre letzte Runde.

Die Schachbundesliga hat am Wochende ebenfalls intensiv gespielt.

Bei der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 wird weiter fleißig abgestimmt. Es ist wieder Zeit für einen kleinen Zwischenstand. Der Schach-Ticker hat sich in der Lesergunst einen respektablen Vorsprung erarbeitet. Auf Platz 2 weiterhin das Schach-Magazin 64. Alleine auf den 3. Platz hat sich Chess Tigers geschoben. Dahinter folgt mit knappen Abstand ChessBase. Danach folgt bereits eine etwas größere Lücke.

Das Verfolgerfeld wird von Entwicklungsvorsprung angeführt.

Schachbundesliga, Schachblätter, Schachwelt folgen knapp dahinter. Danach DeepChess, Zeitschrift Schach, Karl Online und Rochade Europa.

Aber die Wahl nach der besten Schachwebsite des Jahres  2012 hat noch nicht die Halbzeit erreicht. Insofern ist für alle Beteiligten noch viel Potential bis zum 22. Dezember drin.