Sportsponsoring in der Schweiz

Das sport.forum.schweiz 2012 in Luzern ist durch. Ein Blick auf das Programm der letzten zwei Tage (14./15.November) zeigt die Themen und handelnden Personen im Sportbusiness. Plattform auch für Unternehmen und Vereine. Netzwerke vertiefen, Ideen austauschen, genau hinhören, eigenen Konzepte präsentieren oder von Erfolgsgeschichten im Sponsoring reden. Im illustren Teilnehmerkreis fanden sich unter anderen Allianz Suisse, AXA Winterthur, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Emmi, FC Zürich, FC Luzern, FC St. Gallen, Feldschlösschen, FIFA, Grasshopper Club Zürich, Groupe Mutuel, McDonald’s Schweiz, Migros, Milka, Ochsner Sport, P&G, PostFinance, Rivella, SC Bern Eishockey, Swiss Ice Hockey Federation, Swiss Olympic, Würth u.v.m. In die Veranstaltung in Luzern war auch das fussball.forum eingebettet.

Auf der Website der Europäischen Sponsoring Börse findet sich dann auch ein kleines Vorbild aus der Bundesliga für die Schweiz unter dem Titel „Doppelpass für die volle Hütte“ – Lernen von der Bundesliga:

,,Bayer 04 Leverkusen hat auf lokaler Ebene mit dem 1.FC Köln und seit dieser Saison auch mit Fortuna Düsseldorf zwei Traditionsvereine als direkte Konkurrenten um die Gunst der Zuschauer. Trotz der Beliebtheit der „beiden grossen Nachbarn“ ist die BayArena regelmässig mit über 30.000 Zuschauern ausverkauft. Meinolf Sprink (Direktion Kommunikation/Marketing, Bayer 04 Leverkusen) erläutert wie der Doppelpass zwischen Club und Sponsoren auf Marketingebene funktioniert, um die Attraktivität des Stadionbesuchs für Zuschauer und Sponsoren zu steigern. Anschliessend zeigt Simon Trägner (Geschäftsführer akzio!, München) anhand konkreter Beispiele und Konzepte wie es gelingt, die Verweildauer der Fans im Stadion durch kreative Vorevents mit Einbindung der Sponsoren zu erhöhen.“

Ausverkaufte Stadien in der Schweiz in der Raiffeisen Super League sind selten zu vermelden. Dabei ist es ja mit der Vergleichbarkeit von Ländern und spezifischen Situationen im Sport immer so eine Sache. Das betrifft auch das Thema Sportsponsoring in der Schweiz. Es gibt länderspezifische Besonderheiten. Ganz gut illustrierte dies eine Sendung im schweizer Fernsehen mit 3 unterschiedlichen Beispielen und Beweggründen der handelnden Sportler, Verbände und Sponsoren.

Nachdenkenswert #154

„Wir haben den ersten Satz regelrecht verschenkt. Wenn du in der Folge dann keine Annahme hast, dann kannst du so ein Spiel nicht gewinnen.“

Stelian Moculescu, Kulttrainer vom VfB Friedrichshafen, nach der 3. Etappe in der CEV Champions-League mit dem ernüchternden 1:3 beim belgischen Volleyballteam Knack Roeselare auf der Website der Häfler

Schachpartie für den Novemberblues

Der November hält ja hin und wieder auch trübe Tage bereit. Neblig. Nasskalt. Dunkel in der Frühe. Dunkel in den späten Nachmittagsstunden. Sonnenfreie Tage. In solchen Momenten möchte man manchmal schmunzeln können und sich in eine gute Partie Schach vertiefen. Vielleicht sind da die Herren Herricht und Preil die richtigen Protagonisten für entspannte Minuten an den königlichen 64 Feldern. Vorhang auf für eine Schachpartie der speziellen Art!

Dann lieber doch ein Schachbuch …

Mich stören immer diese Bücher, die mit sehr viel Lärm angekündigt werden. Das ist für mich in der Regel immer ein Grund die gedruckten Seiten zwischen zwei Buchdeckeln nicht zu kaufen. Die Skepsis überwiegt. Lautstärke könnte die dünne Inhaltsschicht überdecken. Fehlender Content wird durch eine Marketingmaschinerie ersetzt. Ich mag dann nicht. Nein. Im vergangenen Herbst war das Büchlein eines international noch titellosen deutschen Nationalspielers mit Kapitänsbinde so ein Fall. In meiner Bibliothek war noch Platz. Das Budget für den Bücherkauf 2011 war auch noch nicht ausgereizt. Von den traditionellen Buchschenkungungen meiner Liebsten war auch noch eine Festivität offen. Dazu später mehr. Alleine ich wollte nach dem medialen Gedöns dieses Buch nicht haben.

So geht es mir jetzt wieder mit dem Druckerzeugnis eines Ex-Fußballpräsidenten. Es bedurfte schon besonderer Körperbeherrschung um den größten Schlagzeilen der Buchpromotion aus dem Weg zu gehen. Hat sich jemand bereits gefragt: Was taugt das Werk? Kultblogger Trainer Baade nimmt sich der Thematik unter dem Titel Wann ist ein Narr ein Narr? an:

,,Natürlich ist das Ganze für sich schon eine Narretei, so Vieles an diesem Buch ist falsch: der Zeitpunkt so dicht an seinem Rücktritt, der Vorabdruck in der FOTO, die wenig distanzierte Selbsterhöhung im Titel und das höchst unseriöse Ausplaudern von etlichen Interna rund um Verträge, Planungen und Personal mitten aus der Zentrale des DFB.“

Vor zwei Jahren interviewte ich hier auf dem Blog Schachbuchverleger Jens-Erik Rudolph. Er will auch Bücher verkaufen. Doch wie wohltuend seine bodenständige Art und Sicht der Dinge.  Kein nervöser Hype, keine übertriebene Lautstärke und echte Bücher mit Inhalt. Jener berühmte Content. Wirklich tiefer und hochinteressanter Lesestoff.

Mit Büchern und dem Potenzial zum Bestseller ist es ja immer so eine Sache. Timothy Ferris sein Buch Die 4-Stunden Woche verkaufte sich wie geschnitten Brot. Auf Seite 205 wirft er den Scheinwerfer auf die Buchbranche:

,,Weniger als fünf Prozent der 195 000 Bücher, die jedes Jahr auf den Markt kommen, werden mehr als 5000-mal verkauft. Heerscharen von Verlegern und Lektoren mit zusammen jahrzehntelanger Erfahrung in der Buchbranche landen nur selten einen Treffer, viel häufiger sind Fehlentscheidungen.“

Bestseller hin oder her. Meine Entscheidung für mein nächstes Buch steht. Es wird ein Schachbuch… Meine Jahrhundertliebe fragt immer sensitiv vor den Festivitäten wie Weihnachten, Geburtstag oder Ostern. Ich darf dann Wünsche äußern. Sie hat bisher jedes gewünschte Buch bekommen. Da kann ich mich auf meine Liebste verlassen.

Derweil bietet auch das Internet momentan eine Reihe von interessanten Content. Eine Perle möchte ich meinen geneigten Lesern und Schachfreunden besonders ans Herz legen. DeepChess hat unter dem Titel Historical (2) eine ukrainische unsterbliche Partie aus dem Jahr 1931 oder 1937 in Kiew zwischen Efim Kochmar und Abram Poliak ausgegraben. Sehenswert. Wie gewohnt in äußerst guter Qualiät aufbereitet und die 20 Minuten Videozeit vergehen wie im Flug. Wenn es DeepChess nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Ich bin jedesmal begeistert.

Liveportal Schachbundesliga 3. + 4. Runde am 10.11. + 11.11.2012

So jetzt darf sich die Schachbundesliga auch wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Causa Bindrich hin oder her. Hier im Blog hatten wir das Thema hier, hier und hier. Schach sollte wieder im Mittelpunkt stehen. Andererseits hält sich ja auch nach wie vor die Legende, das Bobby Fischer bei seinem Sieg im Schachmatch des Jahrhunderts 1972 gegen Boris Spasskij in Reykjavik auch von Journalisten ohne jegliche Schachkenntnisse über das ganze Match begleitet worden ist. Schach lebt wie jede Sportart natürlich auch von ihren Protagonisten die interessante Storys fabrizieren. Die Schachbundesliga kommt ohne solche Vorfälle wie den Handyvorfall in den auflagenstarken Printmedien dieser Republik eher selten bis gar nicht vor.

Doch es gibt ja das Internet. Champagner. Am Wochenende ist wieder das Liveportal der Schachbundesliga für alle Schachenthusiasten zur Verfolgung der 3. + 4. Runde geöffnet. Sonnabend, den 10.11. beginnt das Spiel auf den 64 Feldern 14.00 Uhr. Am Sonntag, den 11.11. um geschmeidige 10.00 Uhr.

Noch ein paar Lesetipps bis zum Start der Schachbundesliga.

Chessbase widmet Ennio Morricone beim Schach einen lesenswerten Artikel inclusive Bonusmaterial in visueller Form.

Schach-Ticker titelt Wann kommt die ,,Beschwerde“-Flut? und der Jugendbundestrainer Bernd Vökler berichtet dabei über die Rahmenbedingungen  der Jugend-WM aus Maribor und den Ängsten besorgter Eltern vor dem Wasser.

DeppChess hatte im Sommer von einer fast unbekannten unsterblichen Schachpartie aus Hastings im Jahr 1974 unter dem Titel Historical (1) berichtet. Ein Klassiker. Habe ich gerne nochmals ausgegraben.

Großmeister Sebastian Siebrecht im Interview mit DeepChess

Hat der Begriff E-Doping eigentlich bereits Einzug bei wikipedia gehalten? E-Doping die neue Gefahr des Schachs? Heute ein sehr gelungenes Interview von DeepChess. Er war an jenem 21. Oktober 2012 zum Match in der Schachbundesliga der Gegenspieler von Falko Bindrich. Großmeister Sebastian Siebrecht. Jetzt erklärt der smarte Essener im Interview mit Moderator Andreas Hecker die Hilfe über die goldene Brücke, die Bindrich nicht annahm, positioniert sich gegen Smartphone Unterstützung beim Turnierschach und plaudert über die Arbeit als Coach der schweizer Frauenmannschaft bei der Schacholympiade in Istanbul, Schulprojekte in Essen sowie die von ihm auf die Beine gestellten Events. Hochinteressant und recht gut anzuschauen. Sehzeit 27 Minuten. Gut investierte Zeit. Hat-Tip geht an Schach-Ticker.

Genug der Vorrede. Vorhang auf für Großmeister Sebastian Siebrecht und Moderator Andreas Hecker.

Schach schafft es auf die Titelseite der Financial Times Deutschland

Da sage noch einer das deutsche Schach bekommt zu wenig Medienpräsenz in den gedruckten Zeitungen. Es geht heute ausdrücklich nicht um Schachspieler Peer Steinbrück. Über den Honorarkönig sprechen wir ein andermal. Gestern war der 7. November. Das königliche Spiel schaffte es in Form der Causa Bindrich auf die Titelseite der Financial Times Deutschland. Für regelmäßige Nutzer des Internets und aufmerksame Schachfreunde vielleicht etwas verspätet. Es kam mir spontan der Satz von Jeff Jarvis, Buchautor von Was würde Google tun?  und Professor für interaktiven Journalismus an der City University of New York in den Sinn. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau am 11.05.2010 sagte er:

,,Das ist doch das Problem an Zeitungen! Die Hälfte der Nachrichten darin kenne ich immer schon aus dem Radio, Fernsehen oder Internet.”

Zur Erinnerung. Der Handyvorfall ereignete sich am 21. Oktober 2012. In der Zwischenzeit ist der Fall ausführlich im Netz behandelt worden. Der Schachgroßmeister Falko Bindrich hat selber eine Stellungnahme am 25. Oktober auf Schachwelt abgegeben. Ausführlich stellt er seine Sicht der Dinge dar und äußert sich auch zur Sonnabendpartie (am 20.10.12) über der bis vor kurzen auch das Damoklesschwert des Protestes schwebte. Doch der Protest der SV Mülheim ist abgewiesen worden. Bleibt also die strittige Sonntagspartie von Schachfreund Bindrich. Alle bedeutenden Schachwebsiten Deutschlands wie chessbase, chesstigers, Jörg Hickels Schachwelt, Schach-Ticker oder die offizielle Schachbundesliga haben sich mit dem Thema der frühzeitig nach 10 Zügen durch den Schiedsrichter beendeten Partie und den Handy-Rahmenbedingungen sowie Begleiterscheinungen inclusive pro und kontra des Regelwerks und des Verhaltens von Falko Bindrich ausführlich beschäftigt.

Schachgroßmeister Jörg Hickel, Spiritus Rector, Organisator und Macher von Schachwelt fragte am 23.10.12:

Betrug nun auch in der Schachbundesliga?!

Nun also die Financial Times Deutschland am 7. November 2012  mit der Titelzeile – Läufer auf WC und dem kuschligen …

,,Die deutsche Schachbundesliga hat einen Dopingskandal: Per Smartphone soll sich ein Großmeister unerlaubte Hilfe geholt haben. Doch der Betrug ist schwer nachzuweisen – Tatort ist eine Toilette“

Einspruch Euer Ehren.  Das war kein Doping. Es ist nicht gespritzt worden. Ein Imageverlust für die Schachbundesliga bleibt der Vorfall dennoch. Gerade auch in Zeiten schwierig werdender Sponsorenakquise für die Schachvereine keine gute Gesprächsgrundlage.

Die Schachbundesliga geht derweil in Runde 3 und  4 am kommenden Wochenende. Auf Schachbundesliga gibt es eine lesenswerte Vorschau von Georgios Souleidis und vielleicht schafft es  Schach auch demnächst mit erfreulicheren Nachrichten auf die Titelseite der Financial Times Deutschland. Der fleißige und umtriebige Georgios Souleidis hat nebenbei auch noch Zeit in seinem Schachblog Entwicklungsvorsprung sich im Nachklapp mit dem European Club Cup zu beschäftigen und ist auf eine ungewöhnliche Stellung gestoßen.

Die sportive Familie Obama

Das Duell ist durch. Der Titelverteidiger gewinnt gegen den Herausforderer. Obama hatte es mit seiner Gattin bereits am 2. November 2009 hier in den Blog gebracht. Hinz und Kunz plauderten ein wenig und streiften dabei auch das Gespür von Obama für Bilder:

Hinz: Sag mal Kunz, was war für Dich der Höhepunkt im Oktober ?

Kunz: Natürlich die Kopenhagener Bewerbungsshow für Olympia 2016. Obama flog mit seiner Gattin Michelle extra in die dänische Hauptstadt ein. Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses war er bereits wieder im Flieger mit Ihr unterwegs. Obama weiß um die Macht der Fotos. Ein Verlierer-Image Bild nach dem Ausscheiden von Chicago und dem Gewinn von Rio de Janeiro war nicht in seinem Sinn. Fotografen hatten zu dem Zeitpunkt keinen Obama mehr vor der Linse.

… Das war 2009.

Das Gespür für inszenierte Bilder ist den Obamas nicht verloren gegangen, er konnte sich da auch immer der Unterstützung seiner Gattin sicher sein. Ob weiblicher Fußballkick mit David Beckham oder charmante Tennis-Promotion mit Andre Agassi und Steffi Graf. Michelle Obama lieferte die gewünschten Bilder. Barack Obama war auch nicht untätig. Seine Auftritte beim Basketball sind präzise choreografische Darbietungen. Hier eine Sequenz seines sportlichen Einsatzes. Vorhang auf für Barack Obama!

Felix Baumgartner – Extremsportler oder …?

Er war in aller Munde. Der Sprung von Felix Baumgartner mit der Red Bull Stratos Mission. Ich schrieb damals hier im Blog vor knapp einem Monat dazu:

,,Extremsportler wie Reinhold Messner oder Felix Baumgartner beziehen einen Großteil ihrer Faszination für das Publikum aus ihren Grenzgängen. Dabei gehen die Protagonisten kalkuliertes Risiko ein. Die Grenzgänger vermarkten ihre Abenteuer auch mit Statements, die ein ,,normaler” Sportler oder Fan so nie authentisch bringen könnte.“

Nun ist mir ein Interview von Reinhold Messner vor Augen gekommen, in dem die Bergsteigerlegende den Begriff Extremsportler nicht bei Felix Baumgartner angewandt wissen will. Er nennt es lieber …

Das Interview ist am 26. September 2012 in Wien im Hotel Das Triest von Matthias Greuling mit Reinhold Messner geführt worden. Da hatte der Salzburger Felix Baumgartner sein technisches Abenteuer noch vor sich.

„Der letzte macht das Licht aus“

Auf der Website Europäische Sponsoring Börse gibt es ein Interview mit Jürgen May und dem Verband für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland zu lesen unter dem Titel „Der letzte macht das Licht aus“. Jürgen May ist Leiter des VSD-Arbeitskreises ,,Nachhaltigkeit im Sport“. Er arbeitet freiberuflich als Senior Consulter.

,,Umso wichtiger ist es im Sport, auch die mit dem Sponsor gemeinsamen erarbeiteten Nachhaltigkeitsziele im Sinne einer nachhaltigen Kommunikation glaubwürdig und authentisch zu leben und zu kommunizieren. Vor allem die zunehmende Dynamik der Medien und des Informationsflusses im Sport, steigende gesellschaftliche Ansprüche an Veranstalter, Sponsoren, Management und Sportler unter dem Stichwort „Corporate Social Responsibility“ und wirtschaftliche Erfolgserwartung, erfordern eine Früherkennung von Chancen und Risiken. Wie es bzgl. der Früherkennung von Risiken nicht sein soll, zeigt uns aktuell Werder Bremen und Wiesenhof.“