Archiv für den Monat November 2012

Magnus Carlsen …

ist heute 22 Jahre jung geworden. Herzlichen Glückwunsch!

Er galt nach seinem Titel bei der Blitz-Schach WM im Jahr 2009 bereits vielen als kommender Schachweltmeister. Nachfolger von Champion Viswanathan Anand. Nun, der indische Berufsschachspieler ist immer noch Weltmeister. Weder Veselin Topalov 2010 in Sofia noch Boris Gelfand 2012 in Moskau konnten den Titelträger entthronen. Der von vielen Schachfreunden erhoffte WM-Kampf Carlsen gegen Anand fand nicht statt. Magnus Carlsen hat in der Zwischenzeit viele Auftritte gehabt. Nicht nur auf der Schachbühne. Erinnert sei an die Jeanskampagne. Zeitweilig hatte ich den Eindruck, dass der Norweger sich mit all seinen außerschachlichen Aktivitäten ein wenig verzettelt. Klar, er ist noch sehr jung. Doch Michail Tal war mit 23 Jahren bereits Schachweltmeister. Er vertrödelte einfach keine Zeit.

Am 7. Dezember im Jahr 2010 schrieb ich hier im Blog:

,,Magnus Carlsen konnte kürzlich seinen Titel bei der Blitzschachweltmeisterschaft in Moskau nicht verteidigen.

Mir fehlte dieses Jahr ein wenig die Konstanz beim norwegischen Jungstar.

Natürlich gab es Werbeauftritte und Carlsen wurde kürzlich erst 20.

Einige Journalisten hatten ihm schon fast die WM-Krone überreicht.”

Vorschußlorbeeren sind für junge Sportler nicht immer gut.

Die Entwicklung des norwegischen Schachgenies ging indess weiter. Carlsen hat sich eine bemerkenswerte Elo-Zahl erarbeitet. In Schlagweite der Bestmarke von Kasparow. Doch vom WM-Titel ist er noch weit entfernt.

Ich will gerne einen WM-Kampf zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand sehen. Der Norweger könnte dann gerne der Schachwelt zeigen aus welchen Holz er geschnitzt ist.

Stammleser wissen, diese Position habe ich bereits einige Male geäußert. Doch ich muss einfach nochmals darauf hinweisen: Der WM-Kampf Viswanathan Anand gegen Magnus Carlsen steht ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste. Ich bin da hartnäckig.

Dabei ist derweil ein neuer junger Himmelsstürmer in der Schachwelt aufgekreuzt. Fabiano Caruana ist erst zarte 20 Jahre alt und belegt aktuell Rang 5 in der Weltrangliste mit einer Elo-Zahl von 2788.

Doch zurück zum Geburtstagskind.

Magnus Carlsen möge sein volles Potenzial die nächsten Jahre den Schachfreunden dieser Welt zeigen und ernsthaft einen WM-Kampf anpeilen und erreichen.

4. London Chess Classic vom 1. bis 10. Dezember 2012

Schachfreunde können sich auf den Dezember freuen.

Es gibt nochmals schachliche Feinkost.

In London trifft sich zum Jahresausklang  erneut ein illustrer Kreis von hochrangigen Schachgroßmeistern inclusiver weiblicher Beteiligung.

Grund hierfür ist ein hochklassig besetztes Schachturnier: Die Rede ist vom 4. London Chess Classic. Vom 1. bis 10 Dezember 2012 treffen der Schachweltmeister Anand und … alles weitere gibt es gut aufbereitet bei chesstigers.

Die Schachelite in London. Das ist ein schöner Jahresausklang. Der Elo Durchschnitt kann sich auch sehen lassen. 2751. Respekt. Dabei kann im speziellen Fall ein Schachspieler eine Rekordmarke brechen. Bereits am 1. November fragte chess-international alias Schach-Ticker konkret: Knackt Magnus in London Garris Elo-Weltbestmarke? und schrieb:

,,Es ist nämlich nicht unmöglich, dass Magnus Carlsen (Zeichnung: Copyright Frank Stiefel) sie bei den 4. London Chess Classic (1.-10.Dezember) noch in diesem Jahr positiv beantworten wird.

Per 1. November jedenfalls trennen jedenfalls den bald 22-jährigen Norweger (30. November 1990) nur noch ganze drei Punkte von Garri Kasparows Elo-Weltbestmarke vom Juli 1999, die seitdem unerschütterlich auf 2851 steht.”

Der talentierte Magnus Carlsen wird also auch bereits wieder ein Jahr älter. Kürzlich begeisterte der Norweger (von einigen Medien vor Jahren bereits als Schachmozart etikettiert) das Publikum in Mexiko beim UNAM Schachfestival im Blind-Schnellschachturnier. Die renommierte, interessante und zahlreich gelesene Schachwebsite Chessbase berichtete wie immer über bemerkenswerte Schachevents, ausführlich und kompetent darüber. Inclusive der sehenswerten Fotos von der Schachbühne in Mexiko.

Für mich persönlich ist ja Schachweltmeister Viswanathan Anand der Schachspieler des Jahres 2012. Seinen Titel in einem harten WM-Kampf gegen den zähen Boris Gelfand in Moskau zu verteidigen war eine beachtliche Leistung. Elo-Zahlen hin oder her. Anand wollten ja jetzt in den letzten Jahren einige Schachspieler bereits vom Thron stoßen. Scheint nicht so einfach zu sein für die Konkurrenten des indischen Schachweltmeisters. Der Weltmeistertitel ist für mich weiterhin das Maß aller Dinge.

Doch jetzt spielt´s alle noch ein schönes Turnier in London.

Nachdenkenswert #156

,,So bleibt zuletzt die bange Frage, wie lange der Verfechter des schönen und risikofreudigen Spiels seinen Weg wohl noch wird gehen können, wenn er nicht bald einen großen Triumph erringt. Titel sind zwar keine ästhetische Kategorie, für einen deutschen Bundestrainer aber irgendwann ein Muss.”

Christoph Bausenwein, Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Fußballkultur, in seinem Buch Joachim Löw und sein Traum vom perfekten Spiel im Jahr 2011 auf Seite 347

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen nach Hitchcock Thriller in der 4. Etappe der Champions-League wieder in den Mühen des Alltags

Das Spiel hallte nach. Champions-League Feinkost der Marke – Spannend wird es nach einem 0:2 Satzrückstand – bot der VfB Friedrichshafen dem begeisterten Publikum. Gegen den belgischen Vertreter Knack Roeselare boten die Häfler einen spannungsgeladenen Hitchcock Thriller auf höchsten Unterhaltungsniveau in der ZF Arena. Das Volleyballparkett vibrierte. Den Spannungsbogen hätte kein Regisseur besser hinbekommen können. Der Coach des Gästeteams bekam nach der 2:0 Führung zunehmend eine dickere Halsschlagader. Emile Rosseaux konnte einem fast ein bißchen leid tun. Am Ende resümierte er sichtlich verärgert, enttäuscht und auch ein wenig resigniert:

,,Wenn du dich nach zwei Sätzen ausruhst und aufhörst das zu machen, was dir dein Trainer sagt, dann verlierst du.”

Die Volleyballer von Kulttrainer Stelian Moculescu drehten das Spiel zu einem 3:2 Sieg (15:25, 20:25, 25:18, 25:22, 16:14). Alfred Hitchcock hätte seine Freude dran gehabt. 2600 Zuschauer hatten glänzende Augen. Es geht an einem kalten Novemberabend nichts über ein spannendes Volleyballspiel in der Halle. Kürzlich skizierte der Fanbeauftragte der Häfler, Rudi Krafcsik, hier im sportinsider Interview den idealen Spieltag.

,,Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.”

Jetzt ist wieder Alltag angesagt. Die Mühen der Ebene. Es geht diesen Sonntag zu Generali Haching. 16  Uhr ist der smarte, familienfreundliche Beginn.

Modernes Schachmarketing mit Magnus Carlsen

Schachspieler sind nicht zu vermarkten? Mit angestaubten Rezepten sicher schwer. Leichtigkeit kommt da aus Skandinavien. Frisch und sympathisch. Die Natur und Musik geschickt im Video mit eingebunden. Der Clip ist bereits einige Wochen im Netz. Der Weltranglistenerste Magnus Carlsen aus Norwegen zeigt wie modernes Schachmarketing aussehen kann.

Schach – Das Duell

Was passiert wenn sich ein angehender Mediengestalter in Bild und Ton mit dem Thema Schach – Das Duell auseinandersetzt?

Die Arbeit stammt aus dem Jahr 2007. Der Dank geht an Ramondo12.

Derweil dürfte Schachspieler Peer Steinbrück andere Sorgen haben. Das Duell gegen die schwarze Dame war rhetorisch vor ca. 7 Wochen kampfstark eröffnet worden. Alleine danach hätte ich ein offensives e2-e4 erwartet. Eine kraftvolle Eröffnung des Wahlkampfes gegen die Titelverteidigerin. Stattdessen endlose Diskussionen um Nebentätigkeiten, Honorare, Buchvergütungen, unterschiedliche Ansichten der Modalitäten in Sachen monetäre Entlohnung einer Veranstaltung in Bochum. In der in die Schlagzeilen gekommene Bochumer Veranstaltungsreihe Atrium Talk der ortsansässigen Stadtwerke waren auch Sänger Peter Maffay, Protestant Joachim Gauck und Fußballurgestein Uli Hoeneß zu Wort gekommen. Spende oder Honorar war auf einmal ein vieldiskutiertes Thema in der Presse Deutschlands und an den Stammtischen der Bundesrepublik. Manch CDU-Wahlkämpfer wird heimlich vor Freude ein Bier geöffnet haben ob der erfreulichen taktischen Spielsituation.

Doch zurück zum Zeitpunkt wo aus der Troika ein Bundeskanzlerkandidat und Herausforderer der Titelverteidigerin sich in Stellung brachte. Peer Steinbrück ließ seinen Worten am Freitag, den 28. September 2012 noch nicht die notwendigen Taten folgen:

,,Wir wollen diese Bundesregierung ablösen.”

Die Eröffnung lässt vorläufig auf sich warten. Die Zeit läuft. Nun, in der Geschichte des Schachsports ist ja zum Beispiel Bobby Fischer mit seinem Zuspätkommen an das Schachbrett gegen Boris Spasskij berühmt-berüchtigt geworden, um am Ende das Schachmatch des Jahrhunderts 1972 in Reykjavik doch zu gewinnen. Die Uhr vom Schachgenie aus den Staaten lief. Doch er holte den Zeitverlust dann regelmäßig im Kampf um den Titel heraus. Im Buch von Svetozar Gligoric Fischer Spasskij – Schachmatch des Jahrhunderts ist dieses arteigene Zeitspiel von Bobby Fischer während der 1. Partie so beschrieben:

,,Spasskij betrat die hell erleuchtete Bühne des großen Turniersaales eine Minute vor 17 Uhr Ortszeit. Fischer war noch nicht erschienen. Deshalb galt der Applaus der nach Tausenden zählenden Zuschauer (selbst der sowjetische Botschafter war zugegen) ausschließlich dem Titelverteidiger.”

Herausforderer Bobby Fischer kam mit neun Minuten Verspätung in den Saal. Dies wiederholte sich bei anderen Partien im WM-Kampf. Hm. Mir scheint Schachspieler Peer Steinbrück hat bereits mehr Zeit wie jene neun Minuten aus der Auftaktpartie von Fischer verloren. Dabei warte ich immer noch auf einen 1. Zug. Es ist ja nicht so, dass die schwarze Dame keine Schwächen hätte. Bei Sascha Lobo könnte er sich unter dem Titel Dr. Merkels vollstes Vertrauen Anregungen holen. Blogger Lobo hat die Dinge grafisch anschaulich aufbereitet. Wer ist eigentlich der Sekundant von Peer Steinbrück? Material für einen Angriff auf den Damenflügel ist in Hülle und Fülle da. Ohne Ende.

Erfahrene Wahlkampfstrategen reiben sich verwundert die Augen. Warum ist der Honorarkönig nicht bereits zum Angriff übergegangen. Im Buch Die Patin von Frau Gertrud Höhler kommt auf der Umschlagsinnenseite auch einer der führenden intellektuellen Köpfe Deutschlands, der charismatische und smarte Verleger Jakob Augstein (Herausgeber Der Freitag) zu Wort:

,,Es ist ein bisschen wie beim Piraten Jack Sparrow, nur das Merkel ihre Ziele nicht selber wählt – weil sie außer dem Amtserhalt keine hat.”

Peer Steinbrück ist am Zug.

Rotebrauseblogger Interview mit RB Leipzig Cheftrainer Alexander Zorniger

Rotebrauseblogger alias Matthias Kießling ist ein sehr lesenswertes Interview mit dem RB Leipzig Coach Alexander Zorniger gelungen. Alleine der Einstieg in das Frage-und-Antwort-Spiel machte Appetit auf mehr:

,,Wissen Sie eigentlich, dass Sie bei Wikipedia einen Eintrag hatten, der wegen Irrelevanz gelöscht wurde? Begründung: Sie sind schließlich nur Trainer im „Amateurbereich“..

Zorniger geht nicht nur bei dieser Frage eloquent und mit einem gesunden Menschenverstand zur Sache. Rotebrauseblogger seine Interviews gehen auch immer sehr in die Tiefe und holen aus dem Gesprächspartner offenbar das Beste heraus. Dabei äußert sich Cheftrainer Alexander Zorniger im langen und lesenswerten Interview auch über ein Pressing der besonderen Art:

,,Wie gesagt, es wäre auch mal interessant, aber ich weiß nicht, ob ich dazu mit meinen Mannschaften mal irgendwann taktisch in der Lage sein werde, mit einem 3-4-3 ein aggressives, fast in die Selbstaufgabe gehendes Pressing zu gehen. Dazu brauchst du drei pfeilschnelle Tiere in der Offensive, dazu brauchst du 4 Topballeroberer mit unglaublichen technischen Möglichkeiten und du brauchst drei Vollathleten in der Defensive.”

So mehr wird jetzt aber nicht verraten. Alles weitere bitte beim rotebrauseblogger.

Nachdenkenswert #155

,,In einer alten Sägemühle in Villnöß lernte ich für das Abitur. Zwischendurch kletterte ich an den Steinmauern herum. An jedem Wochenende war ich in den Bergen: Drei Zinnen, Mugonispitze, Marmolada. Im Juni fiel ich durchs Abitur.”

Reinhold Messner, Grenzgänger und Extrembergsteiger, ohne Interesse an einer genormten bürgerlichen Existenz, im Buch Die Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will

Die Passion

Schachbuchverleger Jens-Erik Rudolph gibt nicht nur lesenswerte Schachklassiker heraus. Er hat auch einen historischen Stoff aus der Welt des Pokers verlegt. Poker – Ein Spielerroman von Edmund Edel. Hier geht es zu einer kleinen Leseprobe entlang. Kapitel 14: Damenpoker. Dabei haben die Damen jeweils ihren individuellen Glücksbringer mit dabei:

,,Alle Damen machten unwillkürlich dieselben Bewegungen. Alle suchten nach ihrem Fetisch, nach ihrem Glücksbringer. Jede hatte irgendein Amulett. Die eine einen alten Pfennig, die andere eine Fischgräte, die dritte ein schmutziges Zehnpfennigstück mit der Zahl 1907. Von diesen trennten sie sich nicht, und an ihre Wirkung glaubten sie fest und heilig. Sie lagen zwischen den Jetons oder dicht bei der Leder- oder Goldtasche oder zwischen der Puderquaste und dem Handspiegel, zwischen all den Kleinigkeiten, die jede Spielerin vor sich auf dem Tisch hatte. Das Spiel ging weiter. Die Degendorf aber war ganz still geworden.”

Die Erstausgabe erschien 1912 und wurde 1928 unter dem Titel ,,Wenn die Mutter mit der Tochter…” verfilmt. Wer sich weiter in den Spielerroman vertiefen will findet hier beim Rudolph Verlag alle relevanten Infos zum 176 Seiten umfassenden Buch.

Die Faszination Poker ist keine Erscheinung der Neuzeit. Der Londoner Spieleexperte und Buchautor David Parlett hat in seinem Klassiker Oxford Guide to Card Games auch die historischen Wurzeln von Poker freigelegt. Eine starke Verbreitung fand das Spiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Damals waren Fernsehen, Computer, Internet und Co. noch nicht am Horizont zu sehen. Parlett selber ist übrigens kein Theoretiker in Sachen Spiele. Im Jahr 1973 kreierte er das Spiel Hase und Igel , eine imposante Erfolgsstory. Marketingstrategen aufgepasst! David Parett verkaufte es bisher weltweit über 3 Millionen mal. Ab 1978 erschien das Kultspiel auch bei Ravensburger in Deutschland. Doch zurück zum Poker und dem Online-Zeitalter…

Im Jahr 2012 ist die Begeisterung und Faszination für das Online Poker bereits traditonell zu nennen. Prominente Sportler werben für Poker. Das Spiel ist in der Gesellschaft angekommen. Friedfertig liegen in der gutsortierten Bahnhofsbuchhandlung Schachmagazine und Publikationen zum Poker nebeneinander. Fernsehsender werben kontinuierlich für das Pokerspiel. Die Damen aus dem eingangs erwähnten Buch Poker – Ein Spielerroman hätten wahrscheinlich auch schon das eine oder andere Online-Poker Spiel mit Hingabe und individueller Aufmerksamkeit gespielt. Inclusive ihrer Glücksbringer.

Medienecho vom Schach Magazin 64

Guten Morgen. Schon in aller Gemütlichkeit den ersten Kaffee getrunken? Ich mag ja dieses rehbraune Getränk zum Frühstück sehr. Bereits der Duft einer guten Tasse Kaffee ist eine Versuchung. Ein wenig wird gelesen. Heute das Schach Magazin 64. Schau an, mein Blog wird mit der altehrwürdigen Süddeutschen Zeitung in einem Namen genannt. Sowohl in der Printausgabe wie auf der Online-Website:

,,Die deutsche Schachbundesliga gehört zu den bedeutendsten Mannschaftsturnieren der Welt, über einhundert Titelträger kommen dort zum Einsatz, nur erfährt davon außerhalb der Schachkreise kaum jemand etwas. Es sei denn, es gibt etwas Negatives zu melden.

“Die neue Saison in der Schachbundesliga hat ihre ersten unangenehmen Schlagzeilen. Die Causa Falko Bindrich schlägt hohe Wellen”, meldet beispielsweise der Blog Sportinsider (https://sportinsider.wordpress.com/2012/10/24/causa-bindrich-schlagt-hohe-wellen/), und die auflagenstarke “Süddeutsche Zeitung” widmete in ihrer Ausgabe vom 24. Oktober dem gleichen (negativen) Ereignis einen größeren Artikel unter dem Titel “Auffällig oft auf der Toilette”… Weitere Meldungen zu diesem unerfreulichen Thema finden Internet-Suchmaschinen in Windeseile.”

Nun, mittlerweile ist die 3. + 4. Runde in der Schachbundesliga ohne Handyvorfall ordnungsgemäß gelaufen. Wer in Ruhe im Nachklapp die größten Gurken des Schachwochenendes durcharbeiten will findet beim Entwicklungsvorsprung von Mister Schachbundesliga Georgios Souleidis interessante Stellungen und Lernstoff.

Georgios Souleidis wird in der neuen Ausgabe vom Schach Magazin 64 ebenfalls erwähnt. Eric van Reem verweist auf die Fotos von ihm auf der Website Schachbundesliga unter dem Button Emotionen. Eric van Reem werden Stammleser hier auf meinem Blog auch kennen. Während der Schach-WM 2012 zwischen Viswanathan Anand und Boris Gelfand hat er freundliche Grüße aus Moskau gesandt.

Übrigens habe ich Eric van Reem am 29. Januar 2011 hier auch bei Eine Frage des Geschmacks erwähnt.

,,Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Oder auch nicht. Der Auftritt der Berufsschachspieler in puncto Kleidung ist sicherlich diskutabel. Bei den Fotos von Eric van Reem vom Tata Steel Chess 2011 in Wijk aan Zee auf chesstigers gibt es einige modische Sünden.  Wir reden hier nicht von einem Amateur Open. Sehnsüchtig schau ich zurück. Was waren das noch für Zeiten als Schachspieler wie Bobby Fischer mit Anzug und Krawatte spielten. Das hatte Klasse. Das war Stil.”

Doch zurück zur neuen Ausgabe vom Schach Magazin 64. Auf dem Titelblatt ein junger hoffnungsvoller deutscher Spieler. Der 15-Jährige Rasmus Svane. Er gewann gegen den Weltmeister von 2004. Historisch interessierte Schachfreunde können den damaligen Titelträger sicher auch Nachts um halb drei aus dem Schlaf gerissen, sofort nennen. Es ist Rustam Kasimdzhanov. Das die Bäume auch für ein hoffnungsvolles Schachtalent nicht in den Himmel wachsen, musste Svane jedoch auch bereits erfahren. Ich berichtete im Oktober hier auf dem Blog bei Schachbundesliga Live am 21.10.2012 darüber:

,,Trier liegt gegen den Hamburger SK mit 3:4 zurück. Wenn mich mein geübtes Schachauge nicht täuscht wird diese Partie mit einem 4:4 enden. Constantin Lupulescu muss die Partie gegen Rasmus Svane eigentlich gewinnen. Es sei denn er schwächelt wie die deutsche Nationalmannschaft im Fußball gegen Schweden.

Emsdetten führt gegen Griesheim mit 5,5:1,5.

Nimmt ein Buchmacher noch Wetten auf Lupulescu an?

Hier die Live Situation.

Auf Lupulescu kann man das komplette Sparbuch setzen. Unverlierbar. Ohne Sieg wird es wohl kein Abendbrot heute Abend für ihn geben.

Constantin Lupulescu gewinnt nach 59 Zügen. Er hat nicht wie die Löw Elf am schwedischen Abend geschwächelt. Trier damit mit einem 4:4 gegen Hamburg.”

Rasmus Svane verlor also nach seinem bemerkenswerten Sieg am Vortag nach 59 Zügen gegen Constantin Lupulescu. Der Ruf  nach einem Wunderkind des Schachs ist ja immer schnell gehört. Gemach, gemach. Der spätere Schachchampion Capablanca (der Legende nach lernte er mit 4 Jahren das königliche Spiel) gewann mit 12 Jahren die kubanische Schachmeisterschaft. Oder einer der spektaktulärsten Schachspieler aus der einstigen UdSSR, Michail Tal, kam auch zeitig zu Meriten. Ich glaube mich zu erinnern, dass Michail Tal mit 23 Jahren Weltmeister war und Ruhm und Ehre für die russische Schachschule erspielte. Zurück nach Deutschland. Doch Rasmus Svane sollte jetzt nicht mit einer überbordenden Erwartungshaltung, die sich leicht zu einem nicht abzuarbeitenden Erwartungsdruck ausbreiten kann, in Beschlag genommen werden. Einfach konzentriert weiterarbeiten.