Schachbundesliga Live am 21.10.2012

Die neue Schachbundesliga-Saison 2012/2013 ist in vollen Gange. Heute wird bereits Runde 2 gespielt nach dem gestrigen Auftakt. Auf bundesliga.liveschach.net ist wieder alles gut zu verfolgen. Die erste Partie ist auch bereits beendet. SC Eppingen gegen SF Katernberg 0:1.

Im Laufe des Tages werde ich die eine oder andere Bemerkung zur Schachbundesliga und zum Geschehen äußern. Also immer mal wieder reinschauen.

SC Eppingen gleicht gegen SF Katernberg dank des Sieges von Namig Guliyev gegen Matthias Thesing zum 1:1 aus.

Der erste Schachspieler mit einem Sieg am heutigen Tag war Großmeister Sebastian Siebrecht für Katernberg gegen Schachfreund Falko Bindrich.

Bei der Begegnung SG Trier 1877 gegen Hamburger Sk steht es 0,5:0,5. Lubomir Ftacnik (Hamburg) und Tornike Sanikidze (Trier) spielen Remis nach 23. Zügen.

Ich möchte hier übrigens keinen Leser beim Multitasking erwischen – Auf dem Couchtisch zur besten deutschen Sonntagsmittagszeit den Schweinebraten und die Klöße, sowie auf den Oberschenkeln der abgelegte Laptop. Entweder oder.

Dem ersten Tagessieger von heute, Sebastian Siebrecht, möchte ich hiermit einen kleinen Lorbeerkranz flechten in Form des Verweis auf seinen Eintrag bei wikipedia.

Bei den Duellen zwischen…

OSG Baden-Baden – Norderstedt

Hockenheim – Mülheim

Wattenscheid – Forchheim

SG Solingen – SF Berlin

Werder Bremen – Wiesbaden

und

Emsdetten – Griesheim

steht es noch 0:0.

Ups, der Serienmeister aus Baden-Baden geht gerade nach dem letzten Tastaturanschlag von mir mit 1:0 in Führung.

Der meinungsstarke Großmeister Arkadij Naiditsch gewinnt nach 23. Zügen gegen IM Michael Kopylov.

In der Begegnung SG Trier gegen Hamburger Sk gibt es das zweite Remis des Tages. Somit aktueller Stand 1:1. Nach 21. Zügen trennen sich Robert Kempinski (Hamburg) und Viktor Erdos Remis.

Titelfavorit OSG Baden-Baden macht ernst. 3:0 gegen Norderstedt.

Trier – Hamburg mittlerweile 2,5:2,5.

Hockenheim gegen Mülheim 0,5:0,5. Navara hatte heute keine Lust wieder so lange zu spielen wie gestern. Siehe dazu auch Schachbundesliga Live vom gestrigen Sonnabend.

Mittagszeit ist durch.

Zeit für Zwischenstände.

Werder Bremen – Wiesbaden 2:2

Emsdetten – Griesheim 2,5:0,5

SG Solingen – SF Berlin 2,5:1,5

Wattenscheid – Forchheim 3:1

OSG Baden-Baden – Norderstedt 5,5:0,5

SG Trier – Hamburg 2,5:3,5

SC Eppingen – Katernberg 3:2

Hockenheim – Mülheim 2:3

Beim Serienmeister OSG Baden-Baden spielt Ex-Kultkolumnist Jan Gustafsson noch seine Partie gegen Viktor Polischuk. In diesem Moment gewinnt Jan Gustafsson.

Ich war ein großer Befürworter seiner Kolumne. Sie hatte durch seine spritzige Art des deutschen Schachgroßmeisters schnell Kultstatus erreicht. Ich bedaure es sehr, das am Ende die Luft aus ging. Selbstverständlich habe ich Verständnis für den Balanceakt in Deutschland Schach und den Verdienst des Lebensunterhalts unter einen Hut zu bringen. Einstige hoffnungsfrohe Internetprojekte reihen sich als abgebrochene Online-Ruinen im Netz aneinander. Die Frage ist ja bei solchen abgebrochenen Projekten immer: Warum gab es nicht mehr Beharrlichkeit, Leidenschaft, etwaige Änderungen an der Herangehensweise. Das oft vorgebrachte Argument der fehlenden Monetarisierung mag ich da gar nicht kleinreden.

Übrigens Viktor Bologan (SC Eppingen) spielte heute nur 35 Züge.

Nimmt die Schachbundesliga Live eigentlich den Schachvereinen die Zuschauer vor Ort weg? Eine gemeine Frage!? Ich bin mir da nicht so sicher. Was die Gemeinheit anbetrifft.

Erneut Zeit die aktuellen Zwischenstände zu vermelden:

Werder Bremen – Wiesbaden 2:2

Emsdetten – Griesheim 3:1

SG Solingen – SF Berlin 2,5:1,5

Wattenscheid – Forchheim 3,5:1,5

OSG Baden-Baden – Norderstedt 6,5:0,5

SG Trier – Hamburg 2,5:3,5

SC Eppingen – Katernberg 3:3

Hockenheim – Mülheim 2:5

Den gestrigen Auftakt zur Saison 2012/2013 der Schachbundesliga lässt chessbase Revue passieren. Dazu gibt es Fotos von Georgios Souleidis. Spitzenreiter nach der 1. Runde die SG Solingen. Am heutigen Sonntag in der 2. Runde führen sie knapp mit 2,5:1,5 gegen die Berliner.

Wattenscheid führt mittlerweile mit 4,5:1,5 gegen den Aufsteiger aus Forchheim.

Zeit für einen Kaffee.

Emsdetten führt gegen Griesheim mittlerweile 4,5:1,5.

Bei Hockenheim gegen Mülheim-Nord haben sich Luka Lenic und Boris Grache nach 28 Schachzügen Remis getrennt. Damit Hockenheim – Mühlheim 2,5:5,5 als erste Begegnung am heutigen Sonntag beendet.

Schachbundesliga Live ist ja ab und an die Kannabalisierung beim Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer für die Bundesligaschachvereine vorgeworfen worden. Tritt OSG Baden-Baden mit den Cracks Magnus Carlsen, Schachweltmeister Viswanathan Anand und Levon Aronian an zieht das Zuschauerinteresse fernab des Rechners an. Diese Protagonisten will man vor Ort selber sehen. Gar keine Frage. Eine ander Frage ist: Inwieweit haben die deutschen Schachvereine in der Bundesliga ihre Hausaufgaben gemacht? Wie familienfreundlich ist das Zuschauerangebot? Kann ein kompletter Tag vor Ort im Kreise der ganzen Familie verbracht werden? Auch wenn sich die Frau Gemahlin oder der Sohn weniger für Schach interessiert wie der Familienvater?

Ein wenig Service noch. Chesstigers hat die kompletten Kader der Schachbundesligisten und die dazugehörige Website mit Verlinkung sowie die durchschnittliche Elo-Zahl der Top 8 jeder Mannschaft zusammengestellt.

Schachbundesliga Live ist eine feine Sache. Die oben angesprochene Kannabalisierung sehe ich so nicht. Schachvereine sollten Angebote machen. Familienfreundlich. Sehr interessante Offerten. Neue Ideen und Wege gehen. Die Schulen der Region aktivieren. Mit den Direktoren ins Gespräch kommen. Die Sportjournalisten der regionalen Zeitungen intensiv mit einbinden. Die Verbindung von Schach und Leben stärker ins Gespräch bringen. Welche Vorteile hat ein Kopf mit logischen Schachvermögen?

Andererseits dient Schachbundesliga Live auch prima als Ausrede für den einen oder anderen Verein ob der schwachen Zuschauerzahlen vor Ort. Aber wieder ein Blick auf das Geschehen in der 2. Runde der Schachbundesliga.

SC Eppingen verliert gegen Katernberg mit 3,5:4,5. Der klare Titelfavorit und Serienmeister OSG Baden-Baden schickt Norderstedt mit 7,5:0,5 nach Hause.

SG Solingen führt 4:2 gegen SF Berlin. Wattenscheid – Forchheim mit komfortablen 5:2 in Führung.

Die im Sponsoring abgerüsteten Bremer haben ein 3:3 gegen Wiesbaden auf dem Tacho stehen.

Trier liegt gegen den Hamburger SK mit 3:4 zurück. Wenn mich mein geübtes Schachauge nicht täuscht wird diese Partie mit einem 4:4 enden. Constantin Lupulescu muss die Partie gegen Rasmus Svane eigentlich gewinnen. Es sei denn er schwächelt wie die deutsche Nationalmannschaft im Fußball gegen Schweden.

Emsdetten führt gegen Griesheim mit 5,5:1,5.

Nimmt ein Buchmacher noch Wetten auf Lupulescu an?

Hier die Live Situation.

Auf Lupulescu kann man das komplette Sparbuch setzen. Unverlierbar. Ohne Sieg wird es wohl kein Abendbrot heute Abend für ihn geben.

Constantin Lupulescu gewinnt nach 59 Zügen. Er hat nicht wie die Löw Elf am schwedischen Abend geschwächelt. Trier damit mit einem 4:4 gegen Hamburg.

Derweil verliert Werder Bremen gegen Wiesbaden mit 3:5.

Die 2. Runde ist durch. Alle Ergebnisse auf einen Blick.

Werder Bremen – Wiesbaden 3:5

Emsdetten – Griesheim 6,5:1,5

SG Solingen – SF Berlin 5,5:2,5

Wattenscheid – Forchheim 6:2

OSG Baden-Baden – Norderstedt 7,5:0,5

SG Trier – Hamburg 4:4

SC Eppingen – Katernberg 3,5:4,5

Hockenheim – Mülheim 2,5:5,5

Einen schönen Sonntag noch.

Schachbundesliga Live

Was war denn eigentlich diese Woche mit der Hintermannschaft der Fußballnationalelf los? Wenn die Abwehr der Löw Truppe ein Auto wäre, käme sie momentan nicht durch den TÜV. Dabei gilt sicherlich auch: Wenn eine Fußballmannschaft in allen Bereichen auch als Team funktioniert, dann verliert sie normalerweise so einen klaren 4:0 Vorsprung nicht.

Derweil hat uns der Bundesligaalltag wieder. Fußball ist durch. Bayern München gewinnt in Düsseldorf sein achtes Spiel hintereinander. Borussia Dortmund dümpelt nach der Niederlage gegen Schalke 04 meilenweit hinter dem Tabellenersten hinterher. Felix Magath und die VW Elf aus Wolfsburg am Tabellenende. Kann eigentlich im Konzern keinem gefallen. Aber die Tabelle sortiert sich ja auch die nächsten Spieltage noch.

Themawechsel. Schachbundesliga Live. Hier geht es auf bundesliga.liveschach.net in die Endphase der heutigen Auftaktpartien.

Schachbundesliga Live via Inernet ist eine feine Sache. Die ersten Begegnungen sind auch durch. Der Serienmeister aus Baden-Baden gewinnt in Hamburg mit 5,5:2,5. Katernberg und Hockenheim trennen sich 4:4.

Wiesbaden schlägt Emsdetten mit 5:3 und Forchheim unterliegt zu Hause der SG Solingen mit 2:6.

Thriller. Navara gegen Bologan. Zeitnot bei Bologan. Bisheriger Stand bei Mülheim gegen SC Eppingen 3:4. Zeit läuft bei Bologan. Unerbittlich. 1 Minute und 45 Sekunden. Bei der SV Müheim drücken alle Navara die Daumen. Er hat noch 10 Minuten auf der Uhr.

Schwenk. SF Berlin verliert zu Hause gegen Wattenscheid 3:5.

Zurück zum Thriller. Viktor Bologan mit dem 90. Zug.

Noch 2 weitere offene Begegnungen. Griesheim gegen Bremen 2,5:4,5 sowie Norderstedt gegen SG Trier 3:4.

Bei Norderstedt gegen Trier auch ein Zeitkrimi. Gonda (SG Trier) in höchster Zeitnot.

Schachbundesliga Live schlägt locker eine Reihe von Tatort Filmen.

Schwenk. Viktor Bologan überlegt in prekärer Zeitnot seinen 96. Zug.

Bei Griesheim gegen Bremen wird ja auch noch eine Partie ausgespielt. Gyula Iszak mit dem 67. Zug gegen den mit den schwarzen Steinen agierenden Zbynek Hracek.

Viktor Bologan von der SC Eppingen hat die nächste Zeitluft bekommen. Jetzt sieht das ganze doch sehr geschmeidig aus. 3 Bauern, Springer gegen Läufer und Doppelbauern mit der Zeit von 13:31. David Navara steht unter Druck. Seine Mülheimer Mannschaft liegt 3:4 zurück und er hat keine Sieg-Performance zu bieten. Bologan jetzt mit dem 99. Schachzug.

Ich liebe dieses Spiel. Warum ist Schach eigentlich kein Schulfach in Deutschland?

Wer ist eigentlich der zuständige Minister oder Ministerin für das Thema Schach als obligatorisches Unterrichtsfach?

Zurück zum Thriller. Viktor Bologan und David Navara mit dem 100. Zug. Es geht hurtig weiter. 101. Zug.

Bologan mit dem 102. Zug. In puncto Ausdauer, Beharrlichkeit und Konzentration ein Musterbeispiel für die Elf von Jogi Löw.

Kahlert und Gonda trennen sich Remis. Damit Endstand bei Norderstedt gegen SG Trier 3,5:4,5.

Iszak verliert gegen Hracek. Damit auch Finish bei Griesheim kontra Bremen mit 2,5:5,5.

Damit alle Augen auf die zwei letzten spielenden Akteure am heutigen Abend. Bologan gegen Navara. Viktor Bologan mit dem 118. Schachzug. Viktor Bologan begann mit 7 Jahren das königliche Spiel auf den 64 Brettern. Mehr über ihn gibt es auf wikipedia.

Das verdiente Abendbrot wartet auf Viktor Bologan und David Navara. Remis nach 119 Zügen.

Damit endet Mülheim gegen SC Eppingen mit 3,5:4,5.

Alfred Hitchcock wird von seiner Wolke genüßlich herunter lächeln.

Einen schönen Abend noch.

Auftakt Schachbundesliga 2012/2013

Die Schachbundesliga Saison 2012/2013 beginnt an diesem Wochenende. Mister Schachbundesliga, Georgios Souleidis, hat wie immer kompetent die Dinge auf der offiziellen Website schachbundesliga.de zusammengetragen. Im Einleitungstext nennt er auch ohne Umschweife den erneuten großen Titelfavoriten:

,,Der Hamburger SK begrüßt zum Auftakt der Saison den deutschen Meister aus Baden-Baden. Die Kurstädter gehen auch in dieser Spielzeit als klarer Favorit ins Rennen, insbesondere nachdem der in den letzten Jahren härteste Konkurrent Werder Bremen abgerüstet hat.“

Auf die Mannschaft aus Baden-Baden mit der Unterstützung von Sponsor Wolfgang Grenke kann man getrost das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik setzen. Sie werden auch am Ende der Saison 2012/2013 wieder deutscher Meister sein. Alles andere käme einer mittleren Brettverschiebung gleich. 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012 … Sieben Meistertitel hintereinander. Kontinuität hat einen Namen. Der 8. Titel in Reihenfolge sollte 2013 die logische Folge sein.

Qualitätsunterschiede

Über Übungsleiter Löw reden wir ein andermal. Auch über seine abgesagten Sponsor Termine am Tag nach dem Torfestival in der Hauptstadt Berlin. Sponsor ist ein gutes Stichwort. Die Treue von Nike zum einstigen Radhelden Armstrong scheint jetzt doch deutliche Risse zu bekommen. Der amerikanische Sportartikelhersteller fühlt sich vom siebenfachen Tour de France Sieger nicht ehrlich informiert. Getäuscht. Enttäuscht. Der Volksmund sagt: – Enttäuschung ist das Ende der Täuschung-. Der erfahrene und kompetente Sportjournalist Thomas Kistner hat in der Süddeutschen Zeitung die Thematik der Zusammenarbeit mit Nike und der Werbe-Ikone unter dem Titel Dopingaffäre um Lance Armstrong -Abruptes Ende der ehernen Treue beleuchtet.

Zu erfreulicheren Themen. Karl hat sein Oktoberheft 3/12 in den gut sortierten Buchhandlungen in den Bahnhöfen der Bundesrepublik ausliegen. Das Heft hat das Schwerpunktthema Schach & Alter. Ich mag Karl – Das kulturelle Schachmagazin. Auf der karlonline Seite gibt es einen Einblick in das aktuelle Magazin. Bei der Printausgabe ist wieder sehr viel Herzblut, Wissen, Recherche und beim lesen spürbare Detailarbeit hineingeflossen. Es gibt sie also noch: Die Qualitätsware auf Papier.

Nachdenkenswert #151

„Ich schließe den Wunsch der Sechziger nach einem eigenen Stadion jeden Tag in mein Nachtgebet ein. Wenn 60 aus der Arena auszieht, werde ich persönlich den Marsch anführen. Das würde zwar ein kleines Loch in die Kasse reißen, aber die machen ja auch den Rasen kaputt, dadurch spart man wieder etwas ein.“

Uli Hoeneß, Präsident von Bayern München, auf einer Podiumsdiskussion der Münchner Abendzeitung

Fußball im Kopf des Hörers

Ich mag nach wie vor die Fußballreportage aus dem Radio. Die gut gemachte. In meiner Jugend habe ich oft die Radiokonferenz gehört oder Einzelübertragungen von Europapokalspielen in klangvollen Städten aus England, Schottland, Italien, Frankreich oder Spanien. Radio ist auch im Jahr 2012 noch nicht out. Meine Liebste sagt zu dem Thema gerne:

,,Im Radio kommt ein Fußballspiel viel spannender rüber wie im Fernsehen. Es passiert mehr.“

Ein guter Radioreporter kann den Hörer in fast jeder Spielszene wirklich mit seiner Stimme in Hochspannung versetzen und die Atmosphäre im Strafraum nach einer Flanke zelebrieren. Es entstehen Bilder im Kopf des Hörers. Hörfunkjournalist Holger Senzel hat in seinem Buch „Arschtritt“: – Mein Weg aus der Depression zurück ins Leben eine solche Sequenz beschrieben:

,,Michael Ballack kann verletzungsbedingt schon wieder nicht spielen. Der BBC-Reporter verbirgt die Häme über das deutsche Weichei kaum. Fußball im Radio hat einen besonderen Zauber – und ich bin voller Bewunderung für die Reporter, die 90 Minuten ununterbrochen reden müssen, weil da kein Bild ist, das man mal einen Augenblick lang unkommentiert stehen lassen könnte. Die mit ihren plastischen Schilderungen dieses Bild erst in meinem Kopf entstehen lassen.“

Holger Senzel war London-Korrespondent für die ARD und lebt heute in Hamburg. Seine neue berufliche Heimat ist der NDR.

Details

Sabine Küper-Büsch hat einen Tag nach der deutschen Einheit einen lesenswerten Artikel auf Jungle World (Hat-Tip geht an chessbase)  veröffentlicht. Es dreht sich um Facetten der Schacholympiade in Istanbul, die berühmte Schachnovelle von Stefan Zweig, die Schachförderung in der Türkei, die idealen Bedingungen für Elisabeth Pähtz am Bosporus und ihr Fazit über die Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die starke Rolle von Judit Polgár am Schachbrett in Istanbul. Sie flechtet der symphatischen Spielerin einen Lorbeerkranz und verheddert sich dann ein wenig in den Details:

,,Den Titel eines Großmeisters der Männer erreichte sie 1992 im Alter von 15 Jahren und vier Monaten und übertraf damit den Rekord von Bobby Fischer. Fischer war von 1972 bis 1975 Schachweltmeister und hatte als 16jähriger den Titel gegen den Russen Boris Spasski gewonnen.“

Nein. Einspruch. Der Tod des Glücks ist der Vergleich. Bobby Fischer erlangte beim Interzonenturnier in Portorož im August/September  1958 den Titel eines Großmeisters. Fischer war da 15 Jahre alt. Sein Geburtsdatum ist der 9. März 1943. Im Schachmatch des Jahrhunderts in Reykjavik 1972 im Duell gegen den Leningrader Boris Spasskij war das amerikanische Schachgenie 29 Jahre alt. Diese erbsenzähltechnisch anmutende Geschichte von 15 Monaten und  vier Monaten steht beim wikipedia  Eintrag von Judit Polgár  drin:

,,Den Titel eines Großmeisters der Männer erreichte sie 1992 im Alter von 15 Jahren und 4 Monaten und verbesserte damit den Rekord von Bobby Fischer um einen Monat.[1] Verständlicher gesagt: „Die Altersangabe bezieht sich auf die Erzielung der letzten erforderlichen GM-Norm, um daraufhin Anfang 1992 den Großmeister-Titel von der FIDE verliehen zu bekommen“:“

Im Zeitalter der vergessenen Quellenangaben von Politikern bei ihren Doktorarbeiten gibt es selbstverständlich die Offenlegung des Einzelnachweises auf wikipedia:

[1]

Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 81

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Damit dürften wir in keine Schavanistische Falle gelaufen sein. Schachfeunde erinnern sich noch an das vergangene Jahr. Schachspieler Karl-Theodor zu Guttenberg verlor seinen Titelkampf.

Übrigens trafen sich Boris Spasskij und Bobby Fischer am Schachbrett erstmalig 1960 in Mar del Plata. Königsgambit. Fischer verlor mit den schwarzen Steinen nach 29 Zügen. Nach der Schachpartie verfaßte Bobby Fischer den Aufsatz: The King´s Gambit ist busted.

Das Königsgambit ist erledigt. Nun zumindest der damalige 3. Zug von Fischer mit g7-g5. Er empfahl nach der Verlustpartie mit d7-d6  die richtige Fortsetzung aus seiner Sicht.

Noch ein paar Schachanmerkungen aus der Neuzeit. Das Grand Slam Finale ist durch. Die Nachricht vom Sieg von Magnus Carlsen im Blitz-Tiebreak gegen Fabiano Caruana dürfte sich trotz Hype um Extremsportler Felix Baumgartner und die Red Bull Aufholjagd mit Sebastian Vettel herumgesprochen haben. Wer noch ein wenig Fotos von Eric van Reem und seinem Sohn Dennis vom Bilbao Schachfeinkostevent anschauen mag, inclusive Blick auf die Turniertabelle sowie die Ergebnisse in Ruhe nachlesen will ist bei chesstigers richtig. Die einzelnen Ergebnisse von Schachweltmeister Vishy Anand finden sich dort auch. Er hat sein Meisterwerk dieses Jahr bereits in Moskau bei der erneuten Verteidigung seines WM-Titels geliefert. Alle Schachfreunde erinnern sich noch an den kreativen Blog Mate in Moscow von Eric van Reem, der emotionalen Flankierung von Anands WM-Triumph in Text und Bildern aus der russischen Metropole.

Nike bleibt Armstrong treu

Trotz aller Turbulenzen im Radsport gibt es noch Sponsoren in dieser schwerst angeschlagenen Sportart. In der Causa Lance Armstrong gibt es ein klares Statement von Nike. Auf sportschau.de im Artikel unter dem Titel „Fall Armstrong“ – Folgen sind unabsehbar:

,,US-Sportartikelhersteller Nike hat bereits angekündigt, Armstrongs Krebs-Stiftung treu bleiben zu wollen. Laut einer jüngst veröffentlichten Studie tut es dem Ruf von Sponsoren ohnehin nicht gut, wenn sie sich spontan von überführten Dopingsündern trennen. Interessant wird sein, wie sich die Sponsoren der Profiteams verhalten. Das Team Garmin-Sharp, bei dem die drei geständigen Vandevelde, Zabriskie und Danielson unter Vertrag stehen, wollte sich noch nicht äußern: „Wir können kein Statement abgeben. Wir stehen unter dem Eindruck der veröffentlichten Fakten und müssen darüber nachdenken, wie es weitergeht“ wird die Teamleitung zitiert.“

Treue in schwierigen Zeiten ist selten geworden. Gefallene Stars, Ex-Bundespräsidenten oder durch Krankheiten aus der Bahn geworfene Sportler können ein Lied davon singen. Die neuesten Enthüllungen in puncto ausgeklügelter Dopingpraxis aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten konnten dabei nicht wirklich überraschen. Armstrongs Logistigkette war präzise auf den maximalen Erfolg ausgelegt. In jeder Hinsicht. Die Spielregeln sahen jedoch sicher ein anderes Ende vorher.

Red Bull Sponsoring für Stratos Mission mit Felix Baumgartner ein Erfolg

Nein, er ist noch nicht gesprungen. Der Rekordversuch von Extremsportler Felix Baumgartner (43) steht noch aus. Verschoben ist nicht aufgehoben sagt der Volksmund, wenn Vorhaben nicht beim ersten geplanten Termin durchgeführt werden. Windverhältnisse sind oft schlecht bis auf das letzte Detail zu planen. Es bedarf idealer Wetterverhältnisse für den Stratosphärensprung. Beim durchdachten und strategisch ausgerichteten Sportsponsoring von Red Bull geht der Plan auf. Das schweizer Branchenblatt Sponsoring Extra titelt auf seiner Online-Seite: Stratos-Mission ein geplantes Riesengeschäft und schreibt:

,,Für den Sponsor Red Bull hat sich die Aktion bisher trotzdem gelohnt: Zahlreiche Fernsehstationen übertrugen die gescheiterten Versuche am Dienstag und Mittwoch stundenlang live, das Thema dominierte auch die Print-, Radio- und Internetmedien. Der zu Red Bull gehörende Privatsender Servus TV holte mit 222’000 Zuschauern in Österreich eine Rekordquote, die dazugehörige Homepage zählte den Tag über gut 604’000 Videoabrufe.“

Felix Baumgartner und Red Bull bekommen von Miriam Bandar (DPA) auf stern.de unter dem Titel Die Red-Bull-Dauerwerbesendung mit Felix Baumgartner wirtschaftliches Geschick attestiert:

,,Der Werbewert des Spektakels samt Medienhype übersteigt aus Expertensicht die geschätzten Kosten von 50 Millionen Euro schon jetzt um ein zigfaches. Egal ob auf Kapsel, Raumanzug oder Truck – immer wenn es um Baumgartner geht, ist das Logo des Energydrink-Herstellers aus Fuschl am See bei Salzburg mit im Bild. Von Kappe über Shirt bis zum Rucksack sind bereits zahlreiche Merchandising-Artikel im Handel.“

Extremsportler wie Reinhold Messner oder Felix Baumgartner beziehen einen Großteil ihrer Faszination für das Publikum aus ihren Grenzgängen. Dabei gehen die Protagonisten kalkuliertes Risiko ein. Die Grenzgänger vermarkten ihre Abenteuer auch mit Statements, die ein ,,normaler“ Sportler oder Fan so nie authentisch bringen könnte. Vom Salzburger Baumgartner ist der Satz nach seinem Sprung von der Christusstatue in Rio de Janeiro am 7. Dezember 1999 überliefert:

„Ich meine, es lohnt sich nie, bei einem Sprung zu sterben. Aber wenn du beim Sprung von der Jesusstatue in Rio abfuckst, hat das wenigstens eine gewisse Glorie.“

Tief durchatmen.

Reminiszenz an einen phänomenalen Empfang für Schachweltmeister Viswanathan Anand

Elo-Zahl hin oder her. Die Königsprüfung ist immer noch der Schach-WM Kampf. Viswanathan Anand bekommt regelmäßig nach seinen WM-Titeln einen sehr emotionalen Empfang bereitet. Bilder sagen mehr wie 1000 Worte. King of Chess stellt sich zusammen mit seiner Frau Aruna auch dem ausgiebigen Interview.

Dann will ich mich nicht länger aufhalten und sage: Vorhang auf!