Little Hoffenheim und das Problem

Nein, heute kein Radsport. Es sei denn hier, hier und hier. Wir wollen die Akte Little Hoffenheim nicht so schnell weglegen. Was ist da eigentlich mit dem einstigen Projekt schiefgelaufen? Im Herbst 2008 rockte das Team unter Führung von Coach Rangnick durch die Elite-Etage des deutschen Fußballs. Die Bundesliga wurde aufgemischt. Man wähnte sich auf Augenhöhe mit Bayerrn München. Der erste Herbstmeistertitel wurde gefeiert wie die Entschuldung Griechenlands (wenn sie dann kommt). Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres kam die Truppe mit auf das Podest. Die Medien überschlugen sich wie einst beim Toursieg von Jan Ullrich 1997.

Das ist alles lange her. Inzwischen ist das Projekt in Richtung graue Maus gestottert. Little Hoffenheim rockt nicht mehr. Die Elf ist austauschbar wie es andere graue Mäuse wie Arminia Bielefeld, VfL Bochum, Hansa Rostock, Eintracht Frankfurt (….. hier nach Belieben die Mannschaft eigenen Desinteresses einsetzen) auch sind. Ein Abstieg wäre für alle Fußballfreunde (die überschaubare Anzahl an Sympathisanten der Kraichgauer Elf ausgenommen)  kein Beinbruch. Ein dümpeln in den Untiefen der grauen Mittelfeldzone der Bundesliga auch nicht.

Richtig ärgern dürfte sich eigentlich auch Sportartikelhersteller Puma. Die Trikots mit dem Logo der Herzogenauracher  strahlten im Herbst 2008 eine Siegermentalität aus. Das Sponsoring schien eine Erfolgsgeschichte zu sein. Tabellenplatz eins färbt immer auch auf den Hersteller der Trikots ab, in denen die jungen Männer auflaufen. Im Jahr 2012 ist von jenen mentalen Stärken der Elf davon selbst mit einem guten Carl Zeiss Fernglas nicht viel zu sehen.

Indirekter Freistoß hat unter dem Titel Vom Mäzen zum Problem eine kleine Sammlung an interessanten Pressestimmen zusammengestellt und leitet sie mit den Worten ein:

,,In der Presse ist man sich einig: Das Problem in Hoffenheim war nicht Holger Stanislawski.  Hoffenheims Problem heißt Dietmar Hopp.“

Es gibt ganze Abhandlungen über die Rolle von Mäzenen in der Kunst oder im Sport. Ich finde es erst einmal gut wenn es Mäzene gibt. Manch Künstler wäre ohne sie verhungert. Manch Fußballverein ohne den Geldfluß immer zwischen den engen Torstangen seines Dorfplatzes geblieben. Monetäre Power ist erstmal nichts unredliches. Wenn ein Mäzen es in eine Sache pumpt soll sich natürlich etwas bewegen. In die richtige Richtung. Das Mäzene oft mangelnde Geduld mit ihren Projekten haben ist bekannt. Der neue Coach  Babbel wird sich drauf einstellen müssen.

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