Levon Aronian, Boris Spasskij, Bobby Fischer und der Sprung vom Sekt zu Champagner

Im vergangenen Jahr schrieb ich am 1. Februar meine 10 Erkenntnisse vom Tata Steel Chess 2011 in Wijk aan Zee auf. Unter Punkt 4 erschien:

4. Aronian ist weiter schwer in einer Turnierpartie zu schlagen

,,Er ist für jeden Schachspieler der Welt schwer zu spielen. Levon Aronian, Tal-Memorial Sieger 2010 und amtierender Blitzschachweltmeister, verlor in den Niederlanden keine einzige Schachpartie. Er macht kaum Fehler, spielt hochkonzentriert und ist sicherlich noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Auf seine weitere Schachkarriere darf man gespannt sein.“

Diesmal verlor Levon Aronian zwei Partien gegen den Tabellenzweiten Carlsen und gegen den Vorletzten Navara. Doch dafür durfte er diesmal gar den Turniersieg mit nach Hause nehmen. Chesstigers hat wie immer alles vorbildlich aufbereitet. Text, alle Spielpaarungen und Turniertabelle sowie eine Reihe von Videos. Levon Aronian, Magnus Carlsen etc. Also schaut´s rein. Die obig gelegte Verlinkung zu chesstigers steht stabil.

So jetzt aber noch eine Sektflasche aufgemacht und auf den 75. Geburtstag von Boris Spasskij angestoßen. Ein aktuelles und sehr lesenswertes Interview ist Dagobert Kohlmeyer mit dem Schachheld und Weltmeister von 1969 sowie unvergesslichen Mitgestalter des Schachmatch des Jahrhunderts gelungen. Hier bei chessbase gibt es das komplette Interview.

Chessbase weist auch auf einen Artikel in Märkische Oderzeitung über die Leningrader Schachlegende hin. Dort wird unter anderen auf die monetäre Pionierarbeit von Bobby Fischer hingewiesen.

,,Dank Fischers Hartnäckigkeit sind die Honorare der Schachspieler bei WM-Kämpfen und großen Turnieren in den vergangenen Jahrzehnten bedeutend gestiegen.“

Darauf dann ein Gläschen Champagner. Dabei kommt mir der Verweis auf Fischers finanziellen Kampf für ordentliche Preisgelder bekannt vor. Am 21. April 2010 schrieb ich hier auf dem Blog:

,,Bobby Fischer holte Schach aus der Nische heraus. Er professionalisierte die Sportart wie kein zweiter vor ihm. Unerbittlich kämpfte der amerikanische Großmeister für adäquate Preisgelder.“

Stammleser wissen von meinem Faible für Bobby Fischer. Demzufolge gab es damals im April auch noch etwas obendrauf von mir:

,,1972 holte sich Bobby Fischer dann im Schachmatch des Jahrhunderts gegen Boris Spasskij den Weltmeistertitel. Sein damaliger WM-Kampf in Reykjavik begann auch mit einer zeitlichen Verzögerung. Grund war nicht die isländische Vulkanasche, sondern noch nicht eingelöste finanzielle Forderungen. Der Kampf wurde um zwei Tage verschoben. Hinter den Kulissen wurde gerungen. Der isländische Schachverband blieb jedoch bei seinem finanziellen Standpunkt. Fischer lenkte nicht ein. Er war in New York geblieben. Jim Slater, Inhaber einer Investmentbank, schoß in letzter Minute 50 000 Pfund zu. Dies entsprach damals 125 000 Dollar.“

Mein Lieblingsfoto von dem Schachmatch des Jahrhunderts ist dieses hier.

Geburtstagsjubilar Boris Spasskij und der leider viel zu früh verstorbene Bobby Fischer beim Königlichen Spiel. Ich bin jedesmal sehr angetan von diesem Foto. Es zeigt die Intensität des Kampfes, es lässt sich erkennen wie offensiv Fischer agierte und welch feiner Schachspieler, auch im Augenblick der Niederlage, Boris Spasskij blieb. Dabei bin ich nun wirklich kein Experte für Körpersprache. Aber schaut es Euch selber ein paar Minuten versunken an. Nicht hektisch anklicken und wieder auf die nächste Welle zureiten. Sich ein wenig Zeit nehmen und sich einfühlen in das Foto.

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