DFB-Elf von Übungsleiterin Neid spürt die Mühen der Ebene

Einige Buchmacher hatten für das Frauen Länderspiel Deutschland gegen Schweden eine Quote von 1,30 aufgerufen. Am Ende wurden die Favoritenwetter belohnt. Doch Nora Kruse verweist auf womensoccer auch deutlich auf die derzeitige Situation und ein sehr bescheidenes Publikum hin:

,,Das Spiel war geprägt von Fehlpässen, mangelnder Abstimmung und Missverständnissen. So bekamen auch die 12.183 Zuschauern am Hamburger Millerntor ein Sonderlob von Bundestrainerin Silvia Neid, schließlich waren sie „mit sehr wenig zufrieden“, lobte Neid die Atmosphäre.“

Menschenskinder, nach Aufbruch sieht das alles noch nicht aus. Schweden (Gastgeber der nächsten EM im Jahr 2013) bestritt nach dem durch die lautstarke Marketingmaschinerie in Deutschland zum Sommermärchen 2011 hochstilisierten Damenturnier, sein erstes Spiel. Deutschland hatte da schon das schwach besuchte Qualifikationsheimspiel gegen die Schweiz und die Partie Stellt Euch vor es ist Frauenfußball EM-Quali und keiner geht hin aufzuweisen.

Etwas zu euphorisch und konträr zu den von Nora Kruse skizzierten Fehlpässen und Missverständnissen geht meiner Meinung nach Spox ran. Sie sehen die Neid Elf bereits schon wieder feste in der Weltspitze:

,,109 Tage nach dem Aus im WM-Viertelfinale sind die deutschen Fußballerinnen mit einem Prestige-Erfolg wieder in der Weltspitze angekommen. Die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid gewann am Hamburger Millerntor ihr Länderspiel gegen den WM-Dritten Schweden verdient mit 1:0.“

Nach einem Freundschafsspiel bereits wieder in der Weltspitze angekommen? Ging ja dann sehr schnell. Mir fehlt da noch etwas der Glaube dran. Es ist ja oft so wie in der bekannten Sache: Drei Ärzte – 4 Diagnosen. Was ist von der einstigen Zuschauereuphorie der WM eigentlich übriggeblieben? Das Thema Zuschauerzahl war zuletzt nicht angetan neue Sponsoren für den Frauenfußball zu gewinnen. Das Stadion am Hamburger Millerntor war besser besucht wie das Augsburger Match mit kürzlich mageren 6632 Zuschauern. Die Minimalkulisse (oder auch gespenstische Leere auf den Rängen) von Bukarest zu übertreffen schaffen selbst Hobbymannschaften. Schwamm drüber. Es bleibt trotzdem zu konsternieren:  Das Millerntor-Stadion hat eine Kapazität von 24.487 Plätzen. Glas halbvoll oder halbleer? 

Den Favoritenwettern wird es egal sein. Sie lösen Ihre Tickets beim Buchmacher ein und machen Kasse. Derweil stehen vor den DFB-Frauen die Mühen der Ebene. 

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