Plauderei beim Abendbrot

Gestern Abend fragte mich meine Liebste beim Abendbrot (es gab unter anderen Tomaten und Radieschen):

,,Wann beginnt eigentlich die Tour de France?“

Wenn Mann mit großen Interesse an dem Sportgeschehen nicht alt aussehen will, muss da die Antwort prompt kommen.

 ,, Am 2. Juli.“

Nun, dann plauderten wir noch ein wenig. Einst haben wir den Duellen zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich intensiv zugeschaut. Auch Fahrer wie Klöden oder Winokurow waren auf der Sympathieliste ganz oben. Wir beide waren TV-Radsport infiziert.

Begeistert sahen wir später diesen Film von Pepe Danquart über die modernen Gladiatoren auf der Landstraße: Höllentour.

Nun hat Pepe Danquart ja gerade den vieldiskutierten Joschka Fischer Film auf den Markt gebracht. Der ehemalige grüne Außenminister kann auch auf Zeiten intensiven Sports in seinem Leben verweisen. Von Joschka Fischer habe ich noch dieses Buch über seine Vorbereitungen auf seinen ersten Marathonlauf. Darin gibt es auch spektakuläre Fotos von vorher  und nachher. Darin schreibt er auch von seinen Erfolgen im Radsport in Hessen in seiner Jugend.

Auf der offiziellen Website der Tour de France  ist das 2011er Spektakel grafisch und terminlich sowie mit den eingebauten Schwierigkeitsgraden umrissen.

Blogge ich dieses Jahr darüber? Was sagt mein Bauchgefühl? Eigentlich ist die Sportart ja verbrannt in der Meinung der Öffentlichkeit in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatte ich mich auf zwei sportliche Höhepunkte konzentriert beim bloggen. Der Schachkampf des Jahrzehnts zwischen Topalov und Anand sowie die Fußball WM. Eigentlich müsste Fußball nach den bizarren Tagen von Zürich ebenfalls in Deutschland verbrannt sein.
 
Derweil wird gerade wieder in Amerika an einer neuen Superhelden Geschichte für die deutsche Seele gestrickt. Sein Name ist Dirk Nowitzki. Einsatz bei Fieber. Miami wird nieder gefightet. Dank Dirkules. Was für ein Medienrummel. Dirk Nowitzki war aber offenbar auch immer ein trainingsfleißiger Mann: Auf Wikipedia wird darauf auch zurückgeblickt:
 
,,Auch während seiner Zeit als Wehrpflichtiger der Bundeswehr, vom 1. September 1997 bis 30. Juni 1998, spielte Nowitzki Basketball. Er war in der Saison 1997/98 erfolgreichster Korbschütze und Rebounder des damaligen Zweitligisten DJK Würzburg und verhalf der Mannschaft entscheidend zum Aufstieg in die Basketball-Bundesliga.“
Nowitzki schafft es heuer sogar bis in die Tagesthemen.  Was für eine Sehnsucht wieder einen echten deutschen Superhelden zu haben. Die Landschaft der Superhelden ist zur Zeit ein wenig leergefegt. Klar, es gibt Sebastian Vettel, der seine Runden schnell dreht und einen symphatischen Werbeträger für Red Bull darstellt. Okay, Golfprofi Martin Kaymer ist noch auf der Bühne. Die Fußballer haben ihren letzten WM Titel vor provozierend langen 21 Jahren unter Franz Beckenbauer geholt. Die Handballer beenden gerade die Ära Heiner Brand. Im Tennis geht ein sehnsuchtsvoller Blick zurück in die grafschen und beckerschen Zeiten.
 
Doch zurück zum Abendbrot. Wir haben auch keinerlei Hysterie bei uns erkennen können bzgl. dieser Lebensmittelmeldungen… erst Gurke, besonders die spanische (Was essen eigentlich die Fußballer von  Real Madrid oder CF Barcelona?), Sprossen waren im Umlauf, Rohkost hochgefährlich … überhaupt eher einen Hamburger (der wäre unbedenklich). Fleisch ist jedoch auch so eine Sache. Man frage bei Tour de France Sieger Alberto Contador nach. Wir haben mit viel Freude in die Tomate gebissen, Gurken verschmähen wir nicht. Vielleicht wohnen wir mittlerweile am Bodensee aber auch zu tief im Süden. Weit weg vom Gesundheitsministerium. Wer ist da eigentlich Minister? Der FDP Politiker Rösler macht es ja wohl nicht mehr. Vielleicht lese ich auch nur zu wenig den politischen Teil der Zeitungen.