Thomas Sabo ICE Tigers und die Fanschelte

Ohne den charismatischen Unternehmer Thomas Sabo würde kein DEL-Eishockey  in Nürnberg mehr gespielt werden. Er stemmte mit persönlichen finanziellen Einsatz einst die schwierige Situtation. Die Lichter wären sonst ausgegangen. Die diesjährige Saison kann ihn jedoch nicht zufrieden stimmen. Kürzlich äußerte er sich auf der Website der ICE Tigers mit einem Brief an die Fans. Neben Kritik an der derzeitigen sportlichen Misere gab es auch eine Fanschelte. Thomas Sabo verwies deutlich auf den Umstand fehlender Zuschauerunterstützung hin: 

,,Allerdings muss man an dieser Stelle erwähnen, auch wenn man sich jetzt hierfür keinen Applaus abholt, dass sich die Stimmung in der Arena teilweise nahtlos an die Leistung der Mannschaft angepasst hat. Es kann nicht sein, dass eine Handvoll Iserlohner Fans bei einer 2:1-Führung mehr Stimmung macht, als der Rest der Arena.“

Menschenskinder, Fanschelte ist ein zweischneidiges Schwert. Es handelt sich um zahlende Kundschaft. Manchmal stecken auch Negativerlebnisse tief im Publikum drin.

Erinnert sei an die katastrophale 0:9 Heimniederlage gegen die Düsseldorfer Metro Stars im Herbst 2010 oder den darauffolgenden 0:3 Rückstand im Heimspiel gegen die Scorpions aus Hannover mit Ergebniskosmetik zum 2:3.

Da konnten selbst hartgesottene Dauerkarteninhaber ins Grübeln kommen. Verzweiflung und Resignation nicht ausgeschlossen.

Die verlorene Ehre von Louis van Gaal

Seit 1973 habe ich ein Faible für Bayern München. Eine lange Zeit. Ich habe Trainer kommen und gehen sehen. Am Tag der Demission von Vereinstrainer-Novize Klinsmann sendete die ARD gar einen Brennpunkt oder so etwas in der Art. 

Danach übernahm Trainer Jupp Heynckes, eigentlich bereits im Ruhestand, für 5 Spiele den ruhmreichen Fußballverein Bayern München. Eine Interimslösung. Es sei jetzt wieder ein Fußball-Lehrer am Werk, war aus der Münchner Chefetage zu vernehmen. Am Tag der Entlassung von Klinsmann gab Manager Uli Hoeneß auf der Pressekonferenz sein Statement zur langfristigen Trainerplanung ab und stellte klar:

,,Das beste Konzept auf dem Papier nutzt nichts, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Unser Wunsch ist es, einen Trainer  zu finden, der es schafft, über drei, vier Jahre eine Mannschaft zu formen.“ 

Es wurden damals viele Namen von der Presse gehandelt. In meinen Notitzen im schwarz-roten Büchlein finden sich der damals vereinslose Luiz Felipe Scolari, Gerard Houllier, der St. Petersburg Coach Advocaat, Göran-Eriksson (hatte gerade einen Rauswurf in Mexiko zu verkraften), Oliver Kahn, Stefan Effenberg oder Paul Breitner. Ich muss im Notitzbuch umblättern…

Es finden sich weitere Namen. Der Roberto Mancini (arbeitslos), Carlo Ancelotti (Milan) oder Inter Coach Jose Mourinho wurden in den verschiedensten Gazetten aufgezählt und als mögliche Nachfolger in die Lostrommel geworfen. Doch es waren auch die vereinslosen Michael Laudrup oder Didier Dechamps in der Gerüchteküche gesichtet worden. Arsene Wenger, der 59-Jährige Grandseigneur des FC Arsenal, oder der damalige Real Madrid Coach Bernd Schuster standen ebenfalls für Momente im Raum. Auch Mathias Sammer wurde aufgezählt. Für Martin Jol sprachen die neun Spiele des Niederländer für Bayern München in der Saison 1978/79. Stallgeruch etc.

Am Ende wurde Louis van Gaal der neue Trainer von Bayern München. Tiefes durchatmen in München. Karl-Heinz Rummenigge hatte auf der legendären Pressekonferenz anlässlich der Demission von Jürgen Klinsmann gesagt:

,,Es muss jemand sein, der von der Mannschaft und der Öffentlichkeit respektiert wird.“ 

Spätestens seit Sky, Uli Hoeneß und die Raubtierfütterung war der Respekt nicht mehr im notwendigen Maß für Louis van Gaal zu spüren. Die Polterei von Uli Hoeneß musste an der Ehre von Louis van Gaal kratzen. Der Niederländer hat Fehler gemacht. Gar keine Frage. Einige Versäumnisse vom Feierbiest listet Reality Check beim sportmedienblog unter dem Titel Die Ära van Gaal, eine (Re)Kapitulation auf. Gezieltes Einkaufen um die Mannschaft punktuell zu stärken und sie auf ein breiteres Fundament zu stellen gehörte nicht zur Kernstärke von Louis van Gaal. Das Thema Kommunikation mit Hoeneß und Co. könnte sicherlich ganze Lehrbücher füllen.

Die jetzige Lösung, den Meistercoach bis zum Saisonende zu behalten, ist eher auf den fehlenden Plan B der Bayern-Führung zurückzuführen. Im Moment war einfach kein geeigneter Coach sofort zur Stelle. Louis van Gaal wird die letzten Spiele wie unter dem Vergrößerungsglas absolvieren. Musste er sich eigentlich nicht mehr antun.

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In Sachen Claudia Pechstein

Am Donnerstag ist es soweit. Eisschnelllauf-WM in Inzell. Claudia Pechstein trifft über 3000 Meter auf Jennifer Bay aus Dresden.

Der Bayrische Rundfunk hat auf seiner Website unter dem Titel Blutanomalien: Auffällige Werte nicht nur bei Pechstein über Diagnosen aus der Uniklinik Ulm berichtet. Es geht um diagnostizierte abnormale Blutwerte bei anderen Sportlern.

,,Der Fall Pechstein beschäftigt die Mediziner weiter, obwohl die 39-Jährige ihre Sperre inzwischen abgesessen hat. Bei zwei weiteren Eisschnellläuferinnen, diversen Ausdauerathleten und Fußballern wurden bei der Blutanalyse im Uniklinikum Ulm ähnliche Phänomene wie bei Pechstein festgestellt.“

Claudia Pechstein feierte am 22. Februar ihren 39. Geburtstag. Ihr Comeback auf die Eisschnelllauf-Bühne wird so manchem Sportfunktionär, Politiker oder Sportjournalisten die Sprache verschlagen haben. Für die Zeit der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft erhält die fünfmalige Olympiasiegerin Sonderurlaub von der Bundespolizei.

In Sachen eigener Website kommt Claudia Pechstein mit einem frischen und neuen Auftritt auf ihrer elektronischen Visitenkarte daher. Sie bekennt Habe die Argumentation der ISU auch auf dem Eis entkräftet und freut sich riesig auf die WM.

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Der Kampf des Jahrhunderts

Es gibt Sportereignisse die überdauern den Tag. Über sie wird auch Jahrzehnte danach gesprochen. Heute vor 40 Jahren weckte mein Vater mich. Nein, die Schule musste noch etwas warten. Es war Zeit für etwas besonderes. Kein normaler Boxkampf. Muhammad Ali gegen Joe Frazier. Das kleine TV-Gerät sandte die schwarz-weiß Bilder in die Wohnstube. Faszinierend.

Christian Eichler hat in der FAZ einen sehr lesenswerten Rückblick auf den Fight zwischen Ali und Frazier geschrieben.

,,Der „Kampf des Jahrhunderts“ zwischen Joe Frazier und Muhammad Ali am 8. März 1971 im New Yorker Madison Square Garden bot vor 40 Jahren etwas so Epochales, dass ihm Abermillionen ihren Schlaf vor einem normalen Arbeits- oder Schul-Dienstag opferten.“

Mein Vater redete noch Tage später vom Kampf. Auf dem Schulhof tauschte ich mich mit meinen Schulkumpels aus. Damals haben wir die historische Dimension vielleicht nicht instinktiv fühlen können. Mit Superlativen wird gerade im Sport inflationär gehandelt. Superstar, Mega-Event, Sporthelden, Jahrhundertspiel, Match des Jahrhunderts, Jahrhundertflug, Sensationssieg, Spektaktulärer Weltrekord für die Ewigkeit, Jahrhunderttor etc. Das nutzt sich ab.

 Doch der Boxfight Ali gegen Frazier, jenes Sportereignis mit der Bezeichnung – Kampf des Jahrhunderts – zeigt keinerlei Abnutzungserscheinung. Er berührt mich immer noch emotional sehr tief.

Bayern München powert sich von Sieg zu Sieg

Katzenjammer bei Bayern München? Kommt auf die Sportart an.

Während die einen die 3. Niederlage in Folge einsteckten, powern andere sich zum 17. Sieg in Serie. Die Basketballer von Bayern München  unter dem charismatischen Coach Dirk Bauermann lassen sich auf dem Weg in die Bundesliga nicht aufhalten. Prominente Augenzeugen in der Halle waren unter anderen Bastian Schweinsteiger, Paul Breitner und Owen Hargreaves.

Mir persönlich wäre jetzt auch noch ein erfolgreiches Schachprojekt Bayern München sehr genehm. Ein wenig Geld in die Hand nehmen und die Schachbundesliga aufmischen. Doch das bleibt ein momentaner Tagtraum.

Passive Vergnügungseinrichtungen

Ach, war das Kieser Training wieder gut. Meine Liebste und ich sind danach gut durchgepustet. Meditatives Training inclusive Durchblutungsübungen im Maschinenraum. Am Empfangstresen gibt es immer diverse Merkblätter. Eins fiel mir besonders ins Auge. Topic 10.

Mit der Überschrift Fehlinterpretationen und Irrtümer.

Werner Kieser, Gründer der Kieser Training AG, Zürich – nimmt sich 12 verbreiteter Fehlinterpretationen an. Unter der Nr. 5 setzt er sich mit einer weit verbreiteten Aussage auseinander:

,,Sauna, Solarium und Whirlpool gehören zum Training.“ 

Die folgende Antwort von Werner Kieser werden Sonnenstudiobesitzer oder Anbieter des Schwitzens in der Sauna nicht so gerne hören:

,,Kieser Training steigert die körperliche Leistungsfähigkeit. Dies ist nur durch Training zu erreichen. Passive Vergnügungseinrichtungen wie Sauna, Whirlpool und Solarium bieten Ausweichmöglichkeiten und erwecken den Eindruck, Alternativen zum Training zu sein, was falsch ist.“

Da zieht Fitness-Unternehmer und Philosoph Werner Kieser seine Argumentation stringent durch. Ich bin ja durchaus auch ein Freund des gepflegten Saunierens. Solarium habe ich vor sehr vielen Jahren ausprobiert. Das ist definitiv nichts für mich. Whirlpool finde ich in diesen landläufigen, vom Zeichenbrett geplanten Thermen, durchaus entspannend. Doch ich kann mit der Aussage von Kieser gut leben.

Am Sonnabend ist die nächste Schicht im Maschinenraum von meiner Liebsten und mir geplant. Inclusive Kontrolltraining für meine Jahrhundertliebe. Selbiges hatte ich bereits am Montag hinter mir. Alles andere wie eine passive Vergnügungseinrichtung. Mein Instruktor war doch mit meiner Trainingsleistung sehr zufrieden.

Eiszeit

Es sind verdammt schwere Zeiten für Deutschlands Künstler mit einem Faible für den Fußballverein mit dem größten Sex-Appeal in der Bundesrepublik. Doch es kommen auch wieder bessere Zeiten. 

Ich selber werde heute Abend zum Kieser Training gehen. Ein wenig Abstand gewinnen von den Ereignissen der letzten Tage. Meditatives Training im Maschinenraum. Durchblutungsübungen. Fußball ist in solchen Momenten relativ weit weg.

Olympia 2018:Macht’s den Krach leiser!

Im Zuge des Kampfs um die Meinungshoheit für oder gegen Olympia 2018 gab es unzählige Wortmeldungen. Fehlinterpretationen und Irrtümer waren da nicht ausgeschlossen. Einer der lautesten Zwischenrufe war einst von Sigmund Gottlieb in den Tagesthemen der ARD zu vernehmen.

Mein Gefühl sagte mir da: Der einstige PR-Ton der Aktuellen Kamera und ihr hölzernes Geschwätz im DDR Fernsehen feiert freudige Wiederauferstehung. Es legen sich also nur ein paar Bauern quer vor die Skipisten. Olympia ist also keine Megakommerzveranstaltung. Was dann?  Für Herrn Gottlieb verdichtet sich das Leben bei Olympia. Fehlte eigentlich nur noch so ein richtig ultimatives Schlusswort in der Art: Ich habe die Zukunft gesehen, und Sie wird nicht funktionieren.

Nein, da dreh ich die Regler der Lautstärke automatisch runter.

Wer keine Frontbeschallung will und eine etwas differenziertere Sicht auf die Thematik Olympia 2018 haben möchte, findet bei der NOlympia Presseschau für März 2011 interessanten Lesestoff.