Warum mir Bayern München keine schlaflosen Nächte bereitet

Stammleser wissen von meinem Faible für Bayern München seit 1973. Ich war und bin jedesmal hocherfreut bei Siegen der Mannschaft mit den unzähligen Meistertiteln. Dieses Jahr scheint der Zug abgefahren zu sein. Zu sehr ist Dortmund mit dem charismatischen Klopp punktemäßig weggesprungen. Wie locker der Coach drauf ist beschreibt Blogger Kai Pahl alias dogfood von allesaussersport schön auf Facebook bei seinen ersten Eindrücken von der diesjährigen SpoBis in Düsseldorf :

,,Jürgen Klopp stellte sich einer dreiviertelstündigen Podiumsdiskussion über Vermarktung von Sportler. Selbst wenn man sich schon ein Bild von Klopp via TV machen konnte. Klopp in Natura ist noch einmal eine viel größere Rampensau (und damit meine ich alle positiven Attribute die damit verbunden sind). Sehr aufmerksam, extrem schlagfertig und so locker, dass er sogar in Milch schwimmen könnte.“

Louis van Gaal kann ebenfalls schlagfertig und locker sein. Doch er wird die Bilanz von der ersten Saison bei Bayern München dieses Jahr nicht übertreffen. Altmeister Lattek hat in unzähligen Auftritten beim Doppelpass immer wieder die Schwierigkeit einer Saison nach großen Erfolgen betont. Mit einem Meister aus Dortmund sowie dem charismatischen und sympathischen Jürgen Klopp kann ich gut leben. Mein Leben hängt nicht von Siegen von Bayern München ab. Ich bin da nicht der Hardcore-Fan. Meine Schwester rief mich einmal aus Berlin nach einem Unentschieden von Bayern gegen den 1. FC Köln an. Ihre Begrüßungsworte waren charmant gewählt:

,,Na, Deine Bayern waren heute wieder die Loser.“

Ich muss dann immer ein wenig korrigieren. Die Bayern sind nicht meine Bayern. Ich habe dann kein verhageltes Wochenende. Bayern München hat mir schon sehr viele Momente der Freude bereitet. Ein Durchmarsch mit permanenten Siegen wie einst der BFC Dynamo in der DDR-Oberliga würde auf die Dauer auch etwas monoton werden. Natürlich ist Fußball auch eine gute Portion Entertainment. Ich habe mich die Jahre immer gut unterhalten gefühlt. Auch in den Jahren wo es halt nicht für Platz 1 oder einen DFB-Pokal oder den Einzug in das Champions-League Finale gerreicht hat.

Mit den internationalen Erfolgen im Europapokal der Landesmeister 1974, 1975 und 1976 hatte die große Bayern Mannschaft für mich eh das Soll auf internationaler Rasenfläche für viele Jahre erfüllt.  Okay, es hat dann doch tatsächlich bis 2001 in Mailand gegen die Truppe aus Valencia gedauert um einen weiteren Erfolg in der Königsklasse auf den Briefbogen zu bekommen. Doch ich will nicht kleinlich sein. Das müssen andere deutsche Mannschaften erst einmal nachmachen.

Zurück zur nationalen Bühne. Diesmal also offensichtlich wieder eine Saison ohne Meisterschaft. Dann kommt es in solchen Jahren natürlich auch immer ein wenig auf den Alternativ-Titelträger an. Es gibt Mannschaften oder Trainer den kann ich dann eine solche Meisterschaft, in dem seltenen Zeitfenster der fehlenden Bayern-Dominanz, auch von Herzen gönnen. Jürgen Klopp ist so ein Trainer. Seine Dortmunder Elf des Jahres 2011 auch.   

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