Das Tata Steel Chess 2011 in Wijk aan Zee geht in die Zielkurve

Noch drei Runden sind im niederländischen Schachkultort Wijk aan Zee zu spielen. Wenn mich meine grauen Zellen nicht im Stich gelassen haben, erinnere ich mich an eine Siegquote von Magnus Carlsen von 1,65 im Dezember, aufgerufen vom österreichischen Sportwettenanbieter bwin. Das  norwegische Schachgenie hat schon so manches Turnier im Finish der letzten Runden gewonnen. Doch chesstigers liegt wohl nicht ganz falsch mit der Einschätzung:

,,Die längste Partie der A-Gruppe trugen Magnus Carlsen und Ian Nepomniachtchi aus, und zur Abwechslung war es mal nicht an dem Norweger seinen Gegner zu massieren, es lief komplett umgekehrt. Während die Carlsen-Fans in klarer Verluststellung noch rätselten, wie das ihrem Genie unterlaufen konnte, verwertete der russische Europameister seine Mehrqualität souverän. Völlig abschreiben darf man die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste zwar nicht, aber 1,5 Punkte Rückstand bei drei ausstehenden Runden, das dürfte auch für Carlsen kaum noch aufzuholen sein.“

Das Turnier führen Viswanathan Anand und Hikaru Nakamura an. Der indische Champion, liebevoll von seinen Fans auch Tiger von Mudras genannt, ist eigentlich mit einem großen Turniersieg überfällig. Linares 2008 sollte eigentlich durch Wijk aan Zee 2011 in der Turnierbilanz der Siege vom Schachweltmeister ersetzt werden. So eine lange Zeitspanne ohne Erfolg bei einem klassischen Schachturnier ist nicht sonderlich förderlich für die Reputation von Anand. Oder lege ich zu große und strenge Maßstäbe an? Nein, von einem Schachweltmeister darf dies erwartet werden.

Stefan Löffler ist im Blog der Schachwelt der Frage nachgegangen Wie oft verliert ein Weltklassespieler? und analysierte die Statistik von Carlsen, Anand, Aronian, Kramnik und Topalov.  Hochinteressant. Magnus Carlsen steht seit Januar 2010 mit 10 (kein Schreibfehler) verlorenen Partien bei 64 Begegnungen ganz weit draußen auf der Lichtung. Menschenskinder, diese Bilanz würde einen Bobby Fischer die Tränen in die Augen treiben. Auch Garri Kasparow wird den Kopf schütteln. Unlängst gab er im FAZ Interview bemerkenswerte Einschätzungen zur Leistung des Jungstars aus Skandinavien ab.

Hinter Anand und Nakamura liegen Blitzschachweltmeister Aronian und Kramnik mit einem halben Punkt Rückstand in Lauerstellung. Es ist für genug Spannung in Wijk aan Zee gesorgt.  

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Artverwandte Informationen zum Thema

Offizielle Turnierseite von Tata Steel Chess 2011 in Wijk aan Zee

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