Nach Moskau ist vor Moskau

Zielfotofinish beim Tal-Memorial in Moskau. Am Ende mußte die Wertung nach Sonneborn-Berger zu Rate gezogen werden. Chesstigers seziert den Endkampf in der Turniertabelle.

,,Das erste Kriterium bei Punktgleichheit sollte der direkte Vergleich sein, doch da die drei Spieler allesamt untereinander remisiert hatten, musste das nächste Kriterium – das so genannte „Koya-System“ – angewendet werden. Dort werden die Punkte addiert, die man gegen die Spieler erzielt hat, die im Wettbewerb 50 Prozent oder mehr erzielt haben. Aber auch dort waren alle drei Spieler absolut gleich, also musste Kriterium Nummer 3 – die Sonneborn-Berger-Wertung – bemüht werden, und diese entschied letztlich, dass Aronian und Karjakin gemeinsam das Turnier gewannen, und Mamedyarov nur der dritte Rang blieb.“

            Turm in der Schlacht

             © Michael Alber: Pixelio

Zum Nachlesen für alle Freunde der Feinwertung gibt es hier auf wikipedia die entsprechenden Erklärungen zur Sonneborn-Berger Thematik. Am Ende also teilt sich der Turnierfavorit von Jan Gustafsson, Levon Aronian, den Sieg beim Tal-Memorial mit Sergej Karjakin. Mein persönlicher Favorit Kramnik landet auf einem Platz unter ferner liefen. Soll ich den Mantel des Schweigens drüber hängen? So leicht will ich es Wladimir Kramnik dann auch wieder nicht machen. 2 Niederlagen gegen die Turniersieger und eine Reihe von Remispartien sorgten für Rang 7. Das Wort Enttäuschung trifft es ganz gut. Mit einer Prognose hatte ich jedoch den richtigen Riecher. Vor Beginn der letzten zwei Runden beim Tal-Memorial in Moskau schrieb ich hier:

,,Für jeden Schachspieler gibt es noch zwei volle Punkte zu gewinnen. Angesichts der Remisflut fast nicht zu glauben, dass ein Spieler seine letzten zwei Partien gewinnt. In den letzten 20 Partien in Moskau gab es 17 Remis und nur 3 Siege.“

Es gelang wirklich keinem Spieler in Runde 8 und 9 beide Schachpartien zu gewinnen. Kleines Trostpflaster für meine Fehlprognose mit Kramnik. Jetzt aber Deckel zu. Die Sache wird nicht mehr erwähnt.

Nach Moskau ist vor Moskau. Dem Tal-Memorial schließt sich nahtlos die Blitzschachweltmeisterschaft mit einem illustren Teilnehmerfeld in der russischen Metropole  an. Magnus Carlsen, norwegisches Wunderkind und beliebt bei den Sponsoren, tritt als Titelverteidiger an. 12 Tage vor seinem 19. Geburtstag gewann Carlsen im vergangenen Jahr vor Anand und bekam als Blitzschachweltmeister einen neuen Sponsoring Vertrag. Der Finanzdienstleister Artic Securities sah das Potenzial von Magnus Carlsen und investierte 240 000 Euro in eine auf vorerst 2 Jahre ausgelegte Sponsorpartnerschaft. Erfolg macht sexy. 

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