Bayern München oder Tage wie dieser

Nein, wirklich überrascht bin ich vom etwas zähen Saisonstart von Bayern München nicht. Bereits während der Fußballfestspiele der FIFA in Südafrika sinnierte Meistercoach Louis van Gaal mit Blick auf seine WM-Teilnehmer:

,,Ich hoffe, dass sie weit kommen, aber für Bayern München ist es besser, wenn sie ausscheiden. Je früher sie ausscheiden desto länger sind sie in der Vorbereitung dabei.“

Ich verfolge die Bundesliga seit 1973. Die Saison 1972/73 schloß Bayern München mit 16 Heimsiegen in 17 Begegnungen im Olympiastadion ab. Diese Heimbilanz haben die Meistermannschaften vom Rekordmeister auch danach nie erreicht. Kann sich Louis van Gaal bereits jetzt die Meisterschaft abschreiben? Dazu gibt es noch keinen Grund. In der Saison 2000/2001 wurde Bayern gar mit 9 Niederlagen in 34 Punktspielen Meister. Die Anhänger von Schalke 04 werden sich ungern an das damalige Saisonende erinnern.

Deutschlands Künstler mit dem Faible für Bayern München müssen also nicht Trübsal blasen. Selbst auf die Gefahr hin eine Phrase zu dreschen: Abgerechnet wird am Schluß der Saison. Es sind noch 28 Spiele zu bestreiten. 84 Punkte können noch ausgefochten, erspielt, erkämpft und erzwungen werden.

Robben fehlt sehr. Seine Verletzung schmerzt. Ribery erzwang zwar gegen Hoffenheim am Dienstag das wichtige Ausgleichstor, büßte es jedoch auch wieder mit einer Verletzung. Doch ich bin nicht der Typ der nach Ausreden sucht. Mainz 05 war körperlich und geistig frisch. Das fiel auf. Der Brustkorb  der einzelnen Spieler nahm vor Selbstbewußtsein teils den Umfang von Schwarzenegger an. Einige Bayern Spieler liefen ihrer Normalform hinterher. Die Körpersprache fiel auch schmaler aus. Bayern war an diesem Wochenende in guter Gesellschaft. Auch Chelsea London verlor sein Punktspiel.

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Trainerstimmen zum Spiel Bayern München – Mainz 05

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Nachdenkenswert #71

,,Das sage ich nicht, weil ich Topalov nicht mag, sondern ich versuche, objektiv zu sein. Sein Markenzeichen sind großartige Resultate, nicht großartige Spiele. Manchmal spielt er auch großartig. Aber im Unterschied zu anderen holt er, wenn er nicht gut spielt, immer noch gute Resultate. Vielleicht weiß er Tricks, die wir Sterblichen nicht kennen.“

         Wladimir Kramnik, im Interview mit Stefan Löffler

         auf Zeit Online am 7.05.2010