Pressespiegel WM zum Spiel Deutschland – England

Selten sah ich Übungsleiter Löw nach einem Spiel so entspannt. Im ARD TV-Interview mit Jürgen Bergener konnte er sogar lachen. Das war bei seinem Wut-Interview im Fernsehen im Februar ganz anders. So ändern sich die Zeiten. Damals merkte er zu den geplatzten Vertragsverhandlungen mit dem DFB an:

„Ich war über den ganzen Ablauf der letzten Wochen stark verärgert. Weil wir insgesamt ein schlechtes Bild dargestellt haben. Es gab unnötigen Diskussionsstoff. Ein Ultimatum von 48 Stunden. Damit bin ich nicht einverstanden!“

Löw hat immer noch keinen neuen Vertrag. Seine Verhandlungsposition für verschiedene Optionen haben sich mit dem 4:1 gegen England entscheidend verbessert. Erfolgreich an der eigenen Zukunft gebastelt. Mein Kompliment.

Genug der Vorrede, steigen wir in den Pressespiegel zum Spiel Deutschland gegen England ein:

Die Süddeutsche Zeitung bringt eine dpa Meldung vom politischen Parkett:

,,Beim Weltwirtschaftsgipfel in Toronto sind heute während der zweiten Halbzeit des Fußballkrimis Deutschland gegen England zwei Stühle leer geblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premierminister David Cameron haben sich das WM- Achtelfinalspiel in einem separaten Raum gemeinsam angesehen.“

Die protestantische Pfarrerstochter fand Spiel und Sieg toll und übermittelte Glückwünsche aus Kanada nach Südafrika. 

Bild.de vergisst nicht den Dank an den Schiedsrichter und schreibt:

,,Deutschland demütigt England mit 4:1 und hat auch das verdiente Glück, als Schiri Larrionda (Uruguay) einen klaren Treffer von Lampard nicht gab. Dessen Schuss prallte wie in Wembley 1966 unter die Latte, sprang aber anders als damals deutlich hinter die Linie. Beim Stand von 2:1 wäre es der Ausgleich gewesen…

Danke, Herr Schiedsrichter! „

Welt Online titelt Schiedsrichter bringt England um klares Tor und verweist auf die süße Rache und einen emotionalen Höhepunkt von Uwe Seeler.

,,Rache ist süß: Auf diesen Moment hat Fußball-Deutschland 44 Jahre gewartet, DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler muss es aus seinem Sessel gerissen haben. Im packenden WM-Achtelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen England am Sonntag (4:1) in Bloemfontein sahen die 40.510 Zuschauer im Stadion sowie zig Millionen von Fans vor den Fernsehschirmen praktisch ein „umgekehrtes“ Wembley-Tor.“

Spiegel Online verweist auf kommende Diskussionen ob des nicht gegebenen Ausgleichstreffer der Engländer und erinnert an die starke Leistung des jungen Thomas Müller von Bayern München:

,,So hoch hat Deutschland gegen England noch nie gewonnen. In einem Achtelfinal-Drama siegten Joachim Löws Männer 4:1, Thomas Müller als Star des Spiels traf gleich zweimal – doch ein nicht gegebenes Tor für die Gegner wird noch Diskussionen nach sich ziehen.“

Michael Horeni bindet der Mannschaft in der faz einen besonderen Blumenstrauß zum Sieg gegen den klassischen Fußballkontrahenten von der Insel: 

,,Gestatten, das junge Deutschland: Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw hat beim 4:1 im Achtelfinale gegen England einen seiner schönsten Erfolge der vergangenen Jahre erzielt. Der in dieser Höhe ganz unerwartete Erfolg gegen die Meister aus der Premier League mit Rooney, Lampard und Gerard war der Triumph einer spielerisch mitunter vortrefflichen Vorstellung, angereichert mit herrlichen Kombinationen wie man sie von einer deutschen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften nicht oft erleben durfte.“

Die faz bringt auch einige Reaktionen von der englischen Presse. Unter anderen auch vom Daily Mail:

,,England wird von Deutschland bei der WM gedemütigt (mit viel Hilfe vom Schiedsrichter aus Uruguay)“.

Mirror nennt Müller, die eigene schwache Leistung und den Referee als die entscheidenden Puzzleteile der Niederlage:

„England kracht raus. Three Lions von Deutschland gemüllert – und vom Referee.“

Independent diagnostiziert Herz-Rhytmusstörungen und attestiert England eine farblose Vorstellung:

,,Ein trostloses England erleidet WM-Herzschmerz“

Die Frankfurter Rundschau sieht in Miroslav Klose und Thomas Müller zwei Matchwinner. Klose seine beindruckenden Torzahlen werden ins rechte Licht gerückt:

,,Es war das 50. Tor für Klose in seinem 99. Länderspiel, sein zwölftes Tor bei einer WM. Damit haben nur der Brasilianer Ronaldo (15), Gerd Müller (14) und der Franzose Just Fontaine (13) mehr Tore bei einer Weltmeisterschaft erzielt. Auch in der DFB-internen Rangliste kletterte Klose, der Vielgeschmähte, auf Platz drei, hinter Müller (68) und Joachim Streich (55 für die DDR-Auswahl).“

Bei Thomas Müller wird auf die Spielzeit in der 3. Liga im vergangenen Jahr verwiesen und den Gleichstand in der Torschützenliste bei der WM mit prominenten internationalen Stürmerstars sowie die gemeinsame Auswechslung mit Klose nach getaner Arbeit:

,,Thomas Müller, vor einem Jahr noch in der dritten Liga Fußball spielend bei der Bayen-Amateuren, hat nun bereits sein drittes Tor bei dieser WM erzielt – so viele wie der Argentinier Higuain und der Spanier Villa. Müller wurde zum Mann des Spiels gewählt. Müller und Klose, beide Matchwinner, durften nach 72 Minuten das Feld verlassen – sie hatten ihre Arbeit getan. Sehr gut sogar.“

8 Gedanken zu “Pressespiegel WM zum Spiel Deutschland – England

  1. Marc 28. Juni 2010 / 09:46

    Der Sieg gegen die Engländer war verdient. Aber ich muss auch den Engländern ein Kompliment machen, die meisten suchen nicht die Schuld beim Schiedsrichter und den nicht gegebenen Tor sondern erkennen an, das die deutsche Mannschaft die bessere war.

  2. sportfan 28. Juni 2010 / 10:23

    das traditionelle englische publikum (natürlich nicht die hooligans)ist das fairste und beste publikum der welt, einfach einmalig wie fair sie die niederlage im stadion und in der umgebung gestern ausgehalten haben, das war bei der europameisterschaft 1996 genaus so, da hat man sogar dem gegner applaudiert, selbst von der provokativen und dämlichen triumpfgeste von andreas möller hat man sich nicht von diesem fairen kurs abbringen lassen, alle hochachtung, wie gesagt, einfach einmalig.

  3. der sportmanager 28. Juni 2010 / 12:50

    Dem Lob möcht ich mich auch mal anschließen. Stephen Gerrard zeigte auch einen fairen Sportsgeist (im Gegensatz zu seinem Coach) nach dem Spiel gestern:

    „Die Deutschen waren die bessere Mannschaft. Sie haben hochverdient gewonnen. Wir waren individuell nicht gut genug. Das nicht gegebene Tor ist keine Entschuldigung. Ich stelle mich nicht hier hin, um zu sagen, wir hätten nur verloren, weil der Schiedsrichter das Tor nicht gegeben hat.“

  4. 10senses 28. Juni 2010 / 14:36

    Dieses Spiel hat mich zum Fußball-Fan gemacht ;-)… Super. Nun sitze ich natürlich auch am Samstag wieder vor dem Fernseher und drücke ganz fest die Daumen.

  5. hillspencer 28. Juni 2010 / 16:29

    Ich bin auch der Meinung, das Deutschland auch nach einem 2:2 das Spiel gewonnen hätte.
    Das ist Fussball und im Grundton sind sich die englischen Medien einig, das Deutschland das besserer Team war und England schlecht gespielt hat.

  6. deutsch 28. Juni 2010 / 18:52

    Der Sieg gegenüber England war echt verdient. Ob nun 4:1 oder 4:2. Hoffentlich werden wir beim Spiel gegen Argentinien genauso viele Tore sehen.

  7. Football FAN! 29. Juni 2010 / 10:59

    Ich denke ARGENTINIEN wird kein Problem – und sonst beim gemütlichen in der Sonne stehen und Fußball gucken, wäre eine Niederlage auch nicht der Weltuntergang – Immerhin Viertelfinale!!

    Ich schreibe übrigens auch an einem Blog über die WM -Wenn Du möchtest, schau mal vorbei.

    http://www.blognewz.de

    Danke & LG,

    Der Fußball – Fan

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