Ein paar Worte zum Abschied der Schachwelt

Nein, heute kein Fußball. Es sei denn hier, hier und hier. Heute sollen die Schachfreunde zu ihrem Recht kommen. Das königliche Spiel auf 64 Feldern.

vater und sohn

© Mario Heinemann: Pixelio 

Das Magazin Schachwelt stellt seine Printausgabe ein. Im Editorial der letzten Ausgabe vom Verleger und Internationalen Großmeister Jörg Hickl heißt es:

,,Mit Ausgabe 07/2010 erscheint SCHACHWELT zum letzten Mal.
Trotz des sehr positiven Feedbacks auf unser Magazin, gestaltet sich das wirtschaftliche Umfeld derart unfreundlich, dass für neue Schachzeitungen, unabhängig von Qualität und Preis, bedauerlicherweise zu wenig Raum vorhanden ist.
SCHACHWELT konzentriert sich in Zukunft auf den Internetauftritt und plant nach der erfreulichen Resonanz auf die WM-Berichterstattung diesen weiter ausbauen.“

Tief durchatmen. Schade. Es gibt auch noch eine Anleitung zum Verhalten der Abonnenten. Es wird um Mitteilung der Bankverbindung und Abonnentennummer gebeten.

,, Haben Sie ein über die Ausgabe 07/2010 hinauslaufendes Abonnement abgeschlossen, erstatten wir die Differenz bis zum Ende der Laufzeit.“

In Dessert zum Schach-WM-Kampf Anand-Topalov hatte ich die Schachwelt geadelt mit den Worten:

,,Hickl ist erst im vergangenen Jahr mit der Schachwelt auf den Markt gekommen. Mein Kompliment. Die Feuertaufe hat er bei der WM mit seinen Mitstreitern Schneider und Löffler mit Bravour bestanden. In der gedruckten Ausgabe vor der WM war unter anderen ein bemerkenswertes Interview von Stefan Löffler mit Veselin Topalov zu lesen.“

Die Schachwelt bekam von mir die Bestnote:

,,Von den deutschen Schachzeitungen hat die Schachwelt in der Kombination Print und Online ganz klar als Klassenbeste abgeschnitten. Das war schwungvolles Angriffsspiel am Königsflügel.“ 

Die Qualität hat sich also nicht in verkauften Exemplaren im gut sortierten Sortiment der Bahnhofsbuchhandlungen niedergeschlagen. Der Kreis der Abbonnenten war offensichtlich auch zu klein. Die Anzeigenkunden aus der Wirtschaft hielten sich offenbar auch zurück. Finanzielle Power war nicht im Überfluss vorhanden. Dabei hatte die Schachwelt das Potenzial für eine Erfolgsstory.

Nun macht Jörg Hickl mit dem Online Auftritt weiter. Ich wünsche viel Erfolg!

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