Dessert zum Schach-WM-Kampf Anand-Topalov

Heute vor einer Woche verteidigte Viswanathan Anand seinen Titel und wurde gegen Veselin Topalov Weltmeister. Kleiner Nachschlag gefällig? Ein kleines Dessert für alle Schachfreunde. Auf chess-international bringt Franz Jittenmeier ein Interview mit dem internationalen Schiedsrichter Werner Stubenvoll. Hochinteressant. Stubenvoll war zweiter Schiedsrichter beim Schach-WM-Kampf Anand-Topalov in Sofia. Zusammen mit Mag. Hans Stummer blickt er auf das Schachmatch zurück und nimmt auch Stellung zum Stromausfall in der bulgarischen Hauptstadt und dem anschließenden Umgang mit der Zeitmessung beider Schachhelden. Ein Dank geht hier auch nochmals an den Erfinder der Taschenlampe. Der Schiedsrichter beschreibt auch gut die Atmosphäre zwischen dem indischen Tiger von Madras und dem bulgarischen Löwen. Die 5:45 Minuten Interview sind gut investierte Zeit. Wer obige Verlinkung verpasst hat: Hier geht es zum Interview.  

Turm in der Schlacht

 © Michael Alber: Pixelio 

Der Organisator und Macher von chess-international, Franz Jittenmeier, feierte übrigens am Tag des Sieges von Anand seinen 70. Geburtstag. Wer nochmals einen kleinen textlichen und bildlichen Rückblick auf die Siegerehrung werfen möchte, findet bei Georgios Souleidis auf seinem Blog Schwatt und Weiß schöne Impressionen.

,,Genauso müssen Siegerehrungen ablaufen: Kurz die Nationalhymnen abspielen, ein paar hohe Tiere erzählen das Nötigste – lange hört eh keiner zu – und dann werden die Trophäen überreicht.“

Inzwischen ist Georgios Souleidis wieder zurück in Deutschland. Eine kleine Umstellung für ihn. Er stellt ein „Niveaulag“ bei sich fest und findet:

,,Einige Tage nach der WM in Sofia ist es gar nicht so einfach, sich wieder auf den normalen Schachalltag einzustellen. Zu dramatisch, zu hochklassig war das Geschehen in der bulgarischen Hauptstadt. Allerdings finden zur Zeit so viele Turniere statt, dass man den „Niveaulag“ schnell überwindet.“

Was macht eigentlich Weltmeister Anand? Wer könnte uns dies besser mitteilen, wie chesstigers. Nach der planmäßigen Rückkehr per Flugzeug aus Sofia (die Anreiseise zum Match erfolgte ja per 40 Stunden Autotour) gab es kein großes durchatmen. Die nächsten 8 Wochen ist Viswanathan Anand in seiner Heimat Indien:

,,Von dort aus wird er für die nächsten zwei Monate nach Indien reisen, wo vorerst noch kein Durchatmen und Genießen zu erwarten ist, sondern eine umfangreiche Gratulationstour bei Familie, Regierung, Verbänden und Sportministerium. Natürlich wird er bei seinem Sponsor NIIT (National Institut of Information Technologie) den „Return of Invest“ abliefern dürfen.“

Zum Abschluß noch ein Wort zur Schachwelt. Das war schon ganz großes Kino während der WM. IM Ilja Schneider und GM Jörg Hickl erinnern Rainer Osenberg beim caissa schach-magazin gar an Delling und Netzer und er bringt den Grimme-Preis ins Spiel.

,,Bis zum Grimme-Preis ist es sicherlich noch ein weiter Weg, doch scheint diese Art von Schachreportage geeignet, auch solche Schachfreunde zu begeistern, die sich bisher nicht zum Vereinsschach entschließen konnten. Das Erfolgsrezept ist, gleichzeitig etwas abgehoben wie auch volksnah, vor allem aber einfach menschlich zu wirken und eben nicht als „Nerds“.“

Hickl ist erst im vergangenen Jahr mit der Schachwelt auf den Markt gekommen. Mein Kompliment. Die Feuertaufe hat er bei der WM mit seinen Mitstreitern Schneider und Löffler mit Bravour bestanden. In der gedruckten Ausgabe vor der WM war unter anderen ein bemerkenswertes Interview von Stefan Löffler mit Veselin Topalov zu lesen. Der Vizeweltmeister fährt Opel Insignia und viele andere interessante Details, wie Gourmetfreuden vom bulgarischen Herausforderer und seinem Manager sowie seine detaillierte Meinung zu Anand etc. sind zu erfahren. Gestern habe ich in Nürnberg das Schachheft noch in der Bahnhofsbuchhandlung gesehen.   

Von den deutschen Schachzeitungen hat die Schachwelt in der Kombination Print und Online ganz klar als Klassenbeste abgeschnitten. Das war schwungvolles Angriffsspiel am Königsflügel. 

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