Noch 8 Tage bis zum Schach-WM-Kampf Anand-Topalov

Noch 8 Tage bis zur Eröffnungsfeier des Schach WM Kampfs zwischen Viswanathan Anand und Veselin Topalov. Die bulgarische Hauptstadt Sofia ist gerüstet. Das Preisgeld von 2 Millionen Euro steht bereit. Normalerweise müssten Anand und Topalov täglich eine Bobby Fischer Gedächtnis-Minute einlegen. Der Haupakteur des Schachmatch des Jahrhunderts kämpfte als erster Schachspieler vehement für professionelle Preisgelder. Fischer verglich sich gerne mit Boxchampion Muhammad Ali und verwies auf dessen Einkommensmöglichkeiten.

Um überhaupt in Reykjavik 1972 gegen den amtierenden Weltmeister Boris Spasskij spielen zu können, musste Bobby Fischer noch Tigran Petrosjan aus dem Weg räumen. In den vorherigen offensiv geführten Kandidatenmatches  gelangen dem US-Amerikaner mit dem IQ 184 die berühmten 6-0-Siege gegen Mark Taimanov in Vancouver und Bent Larsen in Denver. Im Kandidatenfinale in Buenos Aires 1971 schlug Bobby Fischer den Weltmeister von 1963-1969, Tigran Petrosjan, mit 5:1 Siegen bei drei Remis.

American chess champion and prodigy the controversial and tempermental Bobby Fischer plays Soviet chess player Tigran Petrosian (1929 - 1984) in Buenos Aires, Argentina, September 1971. (Photo by Express Newspapers/Getty Images)

Petrosjan (links im Bild) galt als schwer bezwingbar. Bobby Fischer wollte mit aller Macht ins Finale gegen Spasskij. Er ließ sich nicht aufhalten.

Alle WM-Kämpfe danach mussten sich natürlich am Fischer Mythos messen lassen. Schachikone Garri Kasparow meinte einst:

,,Ich betrachte Fischer als den größten Weltmeister“  

Exweltmeister Michail Tal legte noch eine Schippe Pathos drauf:

,,Fischer ist das größte Genie, das aus dem Schachhimmel auf die Erde herabgestiegen ist.“

Schwenk in die Neuzeit. Anand ist mit der OSG Baden-Baden gerade Deutscher Meister geworden. Okay, Viswanathan hat in der Saison nur 2 Partien gespielt. Sein Terminkalender ließ weitere Einsätze in der Schachbundesliga leider nicht zu. Selbstverständlich drücken die Schachfreunde in Baden-Baden dem amtierenden Weltmeister die Daumen. Veselin Topalov hat Heimvorteil und ist nicht zu unterschätzen. Sofia ist ein gutes Pflaster für ihn. Topalov siegte im Kandidatenfinale im Februar 2009 gegen Gata Kamsky deutlich mit 4,5:2,5 (+3, -1, =3) Punkten und erkämpfte sich das Recht zum Schach-WM-Kampf gegen Anand.

Topalov unterstrich seine gute Form unlängst mit dem Sieg beim renommierten Turnier in Linares. In Spanien brillierte er mit einem Start-Ziel Erfolg und spielte ideenreiches, forsches Angriffsspiel wie hier in der Partie gegen Gashimow.

Was darf der Schachfreund vom Schach-WM-Kampf Anand-Topalov erwarten? Wer geht als Favorit in die Partien? Das Schachmagazin caissa wagt eine Prognose:

,,Das Duell lässt einiges erwarten. Topalow ist für seinen aggressiven Stil von Partiebeginn an berüchtigt, überspannt jedoch zuweilen den Bogen und muss dann in die Verteidigung, die zweifellos nicht zu seinen Stärken gehört. Dagegen hat Anand schon manche sicher verlorenen geglaubte Partie gerettet, ohne deswegen als ausgesprochener Verteidiger zu gelten. Bei der WM 2008 konnte er Wladimir Kramnik mit seiner hervorragenden Vorbereitung ein ums andere Mal überraschen.“

Noch 8 Tage bis zur offiziellen Eröffnung am 21. April 2010 in Sofia. Am 23. April lassen Anand und Topalov die Figuren auf den 64 königlichen Schachfeldern sprechen. 

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