Olympia Lektüre für den mündigen Bürger

Guten Morgen. Heute ein paar interessante Leseempfehlungen zu den olympischen Leibesübungen. Es vergeht ja kaum ein Tag wo nicht irgendwer über die Medaillenwertung spricht. Der Kampf um Edelmetall hat jedoch seinen Preis. Was kostet das Gold? fragte die faz vor Beginn der Spiele in Vancouver. 

,,Mit 4,8 Millionen Euro gibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Reisekosten für die rund 150 Athleten und 200 Betreuer seiner Olympiamannschaft an. Wäre das alles, hätte jede der angestrebten zwei Handvoll Goldmedaillen einen Gegenwert von knapp einer halben Million Euro. Doch das ist nicht einmal die halbe Rechnung – und nur ein Bruchteil der Kosten.“

Weitere Kosten entstehen zum Beispiel auf den Eisbahnen dieser Republik. 

,, Weltweit gibt es sechzehn Kunsteisbahnen, ein Viertel davon in Deutschland. Nur Kanada, die Vereinigten Staaten und Italien können überhaupt zwei Eiskanäle vorweisen. Der Bund zahlt für die Bahnen in Altenberg, Königssee, Oberhof und Winterberg jedes Jahr 980 000 Euro. Die andere Hälfte der Kosten bestreiten Länder und Kommunen.“

Ronny Blaschke schreibt auf Zeit Online über Olympiasieger ohne berufliche Zukunft und beleuchtet die Situation der Sportsoldaten.

,,Insgesamt sind 824 Sportler bei der Bundeswehr beschäftigt, sie werden mit rund 20 Millionen Euro im Jahr gefördert. Ihre militärischen Pflichten halten sich in Grenzen, im Mittelpunkt steht die Produktion von Medaillen. Nimmt man Polizei, Zoll und Feuerwehr als Förderer hinzu, kommt man auf über 1000 Sportler, die im Dienste des Steuerzahlers sprinten, schießen oder rodeln.“

Markus Völker überschreibt seine Kolumne in der taz mit Heavy Medal und empfiehlt dem DOSB Präsidenten Thomas Bach Gespräche mit Sportlern, die keine großzügige Sportförderung erhalten.

,,Er sollte sich vielleicht einmal mit Aika Klein unterhalten, der Shorttrackerin, die es in der Bundeswehr nicht ausgehalten hat und nun quasi von der Hand in den Mund lebt. Oder er sollte mit dem Snowboarder Christophe Schmidt sprechen, der sich als Profi durchschlägt, ohne Staatssponsoring, ohne bequeme Alimentierung. Sie waren in Vancouver ohne Medaillenchance. Die anderen, die Sportler in Uniform, räumten indes ab. Von den 21 Medaillen, die Deutschland bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe gewonnen hat, kamen nur fünf von Zivilisten.“

Ein Gedanke zu “Olympia Lektüre für den mündigen Bürger

  1. Ferdinand Z. 24. Februar 2010 / 19:16

    Sehr interessante Auszüge. Überraschen sollte das eigentlich niemanden, aber es ist schon interessant zu sehen wieviel Geld in einen Sportler und damit auch seine Errungenschaften investiert wird. Das ist aber an sich nichts schlechtes und das das Geld in diesem Fall vom Steuerzahler kommt, sollte auch nicht überbewertet, bzw. dem Sportler vorgehalten werden. Schließlich ist es der Sportkonsument der immer höchstleistungen erwartet und die Profisportler bestimmter Disziplinen vergöttertert.

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