Nachdenkenswert #10

,,Man hat mich im eigenen Land sogar erniedrigt. Die Amerikaner verstehen nicht viel vom Schach. Deshalb hören sie auf andere Leute. Doch ich glaube, wenn ich Spasskij besiege, werden sich die Amerikaner mehr für Schach interessieren, Amerikaner mögen Sieger…Die USA ist kein kultiviertes Land. Die Leute hier wollen unterhalten sein. Sie mögen keine geistige Anstrengung, und Schach ist etwas Hochgeistiges. Die Amerikaner wollen sich vor dem Fernseher räkeln und kein Buch aufschlagen müssen…Aber jetzt hat mir Präsident Nixon einen Brief geschickt, in dem steht, Amerika stünde hinter mir.“

Bobby Fischer, vor dem Schachmatch des Jahrhunderts in Reykjavik 1972 gegen Boris Spasskij

Quelle: Fischer Spasskij Schachmatch des Jahrhunderts

             von Svetozar Gligoric, im Droemer Knaur Verlag, 1972

36. Deutsche Meisterschaft im Blitzschach

Es wird wieder geblitzt. Erst unlängst holte das norwegische Schachgenie Magnus Carlsen  im Moskauer GUM Kaufhaus die WM-Krone im Blitzschach.

Die 36. Deutsche Meisterschaft im Blitzschach findet in Neumarkt/Oberpfalz statt. Der 1. Vorsitzende des Neumarkter Schachklubs  Sebastian Mösl hat dankenswerterweise eine kleine Vorschau auf die Turnierfavoriten geschrieben und auch das Plakatmotiv zur Verfügung gestellt. Ich wünsche viel Erfolg, kurzweilige Partien und eine rundum gelungene Deutsche Meisterschaft.

GM Michael Bezold – Der Oberfranke: Der in der Waischenfelder Pulvermühle aufgewachsene Michael Bezold ist im Schachbezirk Mittelfranken kein Unbekannter, spielte er doch 2005/06 für den damaligen Zweitligisten SC Noris Tarrasch Nürnberg wo er heute noch regel-mäßig Trainingsstunden abhält. Außerdem organisiert er jedes Jahr das hochkarätig besetzte LGA-Open in Nürnberg. 1991 wurde Michael Bezold erster gesamt-deutscher Jugendmeister, nachdem er bereits 1990 den Titel in der BRD errungen hatte. Seit 1998 trägt er den Großmeistertitel und war von 2000-02 als Nachwuchstrainer des Deutschen Schachbundes tätig. Bei den Deutschen Blitzmeisterschaften 2004 und 2005 wurde er jeweils Zweiter – knapp hinter Klaus Bischoff. Der amtierende Bayerische Blitzmeister spielt aktuell in der Bundesliga für den FC Bayern München am Spitzenbrett.

Klaus Bischoff – Der Rekordmeister: Der gebürtige Ulmer trägt seit 1990 den Titel Großmeister und ist mit 10 Meistertiteln der erfolgreichste deutsche Blitzer, wobei er seine Titel immer in Serien holte: zwei Hattricks und einmal gar vier Siege in Folge. Doch auch im Normalschach ist seine Erfolgsliste lang: so erkämpfte er sich bei den Jugendweltmeister-schaften 1980 in Dortmund hinter den Weltklasse-spielern Garri Kasparov und Nigel Short die Bronzemedaille. Er gehörte zur legendären Deutschen Nationalmannschaft die bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul sensationell die Silber-medaille errang und gewann zudem mit dem FC Bayern München und der Solinger SG mehrfach die deutsche Meisterschaft. Obendrein gewann er 2003 die Deutsche Internet-Blitzmeisterschaft und von 2003-05 die Deutsche Schnellschachmeisterschaft. Bekannt ist Klaus Bischoff auch als Kommentator bei großen Schachturnieren, bei denen er die Zuschauer mit fachlichen Analysen und herrlichen Anekdoten in seinen Bann zieht.

GM Robert Rabiega – Der Titelverteidiger: Robert Rabiega gewann im Vorjahr bereits zum dritten Mal die Deutsche Blitz-meisterschaft, womit er in der ewigen Bestenliste Rang drei einnimmt. Seinen größten Erfolg feierte er jedoch 2000 als er Deutscher Meister im Normalschach wurde. Weiterhin gewann der Berliner dreimal die Deutsche Schnellschachmeisterschaft und trägt seit 2002 den Großmeistertitel. In der Bundesliga tritt er für seinen Verein SK König Tegel am Spitzenbrett an.

GM Michael Prusikin – Der „Lokalmatador“: Der gebürtige Ukrainer lebt seit 1995 in Nürnberg und war zunächst für die SF Fürth aktiv. Seit 1997 spielt er mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung für den aktuellen Zweitligisten SC Forchheim, wo er auch während der einjährigen Bundes-ligazugehörigkeit am Spitzenbrett spielte. 2000 wurde er Bayerischer Meister und belegte anschließend bei der Deutschen Rang vier. Im Jahr 2004 errang er den Großmeistertitel und trat für Deutschland u.a. bei der Schach-olympiade 2008 in Dresden an. Darüber hinaus ist Michael Prusikin auch als Trainer sehr erfolgreich und führte u.a. das mittelfränkische Toptalent Dieter Lutz aus Bechhofen zu mehreren Deutschen Jugendmeisterschaften und als erst 18jährigen zum Bayerischen Meistertitel. Seit dieser Saison leitet er den bayerischen D4-Nachwuchskader und trainiert regelmäßig Talente in Mittelfranken.

Soweit die kurze Vorstellung der Titelkandidaten.

Der Eintritt ist für alle frei. 

Start: 5.12.09 ab 13.00 Uhr

Spielort der 36. Deutschen Meisterschaft im Blitzschach ist die Aula des Landratsamts Neumarkt.

Empfehlenswerte Schachseiten im Netz

1. Schachklub Neumarkt

2. ChessBase

3. Schachblog

4. Schach-Welt

5. Schach-Zeitung

6. Karl -Das kulturelle Schachmagazin-

7. Deutscher Schachbund

8. Schacholympiade Dresden 2008

9. Jugendschach

10. Chess Tigers

Red Bull und das Sportsponsoring

Dietrich Mateschitz ist ein Marketing-Genie. Er hat im Sportsponsoring weltweit Akzente gesetzt. Mit dem Energy Drink Red Bull revolutionierte der österreichische Unternehmer einen ganzen Markt.

Im Sponsoring ist der Milliardär mit Red Bull gut aufgestellt. Die Fußballer von RB Salzburg sind aktueller Meister in der höchsten österreichischen Fußball-Liga. Ab der Saison 2009/2010 konnte der renomierte Huub Stevens als neuer Trainer verpflichtet worden. Auch die Salzburger Eishockeycracks tragen das Logo des Energy Drinks auf dem Trikot. International sponsert Dietrich Mateschitz in Amerika mit New York Red Bulls ein Major League Soccer Team und in Deutschland das Markranstädter Fußballteam RB Leipzig. Eine ganze Reihe hochkarätiger Sportveranstaltungen wie das Red Bull Air Race World Championship erfreut sich des Namenssponsorings der Österreicher. Die Formel 1 ist ein weiteres sehr erfolgreiches Sponsoring von Red Bull.

In der vorletzten Saison war Sebastian Vettel in Monza der jüngste Formel 1 Sieger. Der symphatische 21-Jährige lächelt natürlich in die Kameras. Shootingstar Vettel wechselte vor der abgelaufenen Saison vom italienischen Team Toro Rosso (Besitzer Dietrich Mateschitz) zum östereichischen Rennstall Red Bull. Der zweite Geniestreich des Formel 1 Fahrers erfolgte dann beim China GP in Shanghai. In der Regenschlacht legte der Heppenheimer eine Glanzvorstellung hin und verwies damals seinen Teamkollegen Mark Webber auf den 2. Rang.

Sebastian Vettel war nach dem zweiten Sieg seiner Karriere völlig aus dem Häuschen. Nach dem China-GP dankte der Red Bull Pilot seinem Team via Funk:

„Was für ein Rennen! Grüße nach Österreich und ein großer Dank an die ganze Red-Bull-Familie.“

Der 21-Jährigen neue Formel 1 Star hat keinerlei Starallüren. Seine Interviews sind ungefiltert. Sein Lachen nicht einstudiert. Mit 9 Jahren (so die Legende) suchte Sebastian Vettel schon die ersten Sponsoren. Den Vertrag mit Red Bull ließ er nur durch einen Anwalt checken. Mehr nicht. Kein Manager. Kein Beraterstab. Keine Juristen-Gruppe. Vettel mag es einfach.

Dies war und ist auch eines der Erfolgsgeheimnisse von Dietrich Mateschitz. Nach eigener Aussage weiß er gar nicht, wie er vor Red Bull ohne Energy Drink über den Tag gekommen ist. Jetzt will er bis zu 5 Dosen am Tag trinken. Für seine Mitarbeiter bestehe keine Konsumpflicht. Sein Statement:

,,Für mich ist Red Bull Grundnahrungsmittel. Ich fange mit dem Frühstücksbullen an. Nach Mitternacht höre ich auf, die Dosen zu zählen.“

Werden wir Sebastian Vettel und Red Bull noch öfter auf dem Podium sehen ? Ja, das werden wir erleben. Die Chancen stehen verdammt gut. Dietrich Mateschitz und Red Bull verleihen Sebastian Vettel Flügel. Der siebenmalige Formel-1 Weltmeister Michael Schumacher hat viel Freude am Newcomer. Nach dem China-GP sagte er in die Mikrofone der Reporter:

,,Das war grandios. Da kann man nur mit Spaß zuschauen und genießen.“

Red Bull hat auch klare Ziele mit den oben genannten Fußballteam von RB Leipzig. Die Bundesliga ist das Ziel. Spricht man mit Protagonisten des ostdeutschen Fußballs,wie Präsident Hubert Wolf vom ZfC Meuselwitz oder dem Geschäftsführer Frank Duschka von Energie Cottbus, erklingen klare Signale: Red Bull macht das genau so professionell wie in der Formel 1. Die gehen ihren Weg.

Weiterführende Artikel zum Thema Red Bull und Sponsoring

1. Hinz und Kunz über Bundesliga mit Red Bull  

2. Dietrich Mateschitz will RB Leipzig in die Bundesliga führen

3. Mateschitz sieht Vettel 2011 auf dem WM-Thron