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Nachdenkenswert #175

„Die Stimmung war wirklich super. Trotzdem wir nicht ausverkauft waren, fühlte es sich an wie voll – so macht das Spaß.“

Stefan Mau, Manager vom VfB Friedrichshafen, mit seinem Dank an das Publikum nach dem Hitchcock Thriller gegen Berlin Recycling Volleys

Sport am Bodensee: Hitchcock-Thriller zwischen VfB Friedrichshafen und Berlin Recycling Volleys

Der Sonntag ist traditionell für viele Menschen Tatort Abend in Deutschland. Doch es gibt auch jene Momente die fernab von Ermittlern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Hochspannung bringen. Manchmal ist sogar eine Steigerung in Richtung Thriller drin. Gern auch im Rahmen eines Play-off Finales. In der ZF Arena in Friedrichshafen, in der Nähe vom Bodensee Center, war ein Hitchcock-Thriller der feinsten Art angesagt.

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Am Sonntagabend zelebrierten die Volleyballer vom Häfler Kultverein VfB Friedrichshafen und die Berlin Recycling Volleys  einen echten Hitchcock. Dieses Drehbuch war atemberaubend, die Umsetzung grandios und brachte am Ende ein Finale ohne Happy End für die Gastgeber. Am Ende stand eine  2:3 (23:25, 22:25, 25:23, 25:22, 11:15) Niederlage fest, die gleichzeitig die Titelverteidigung für die Berliner bedeutete. Bruder und Freund wikipedia schreibt denn auch schnörkellos über die neuste Aktualisierung:

,,Die Berlin Recycling Volleys sind eine Volleyballmannschaft aus dem Berliner Stadtteil Charlottenburg. Sie sind eine Abteilung des Sportvereins SC Charlottenburg und spielen in der Bundesliga. Bis Sommer 2011 war das Volleyball-Team unter dem Namen SCC Berlin bekannt. 2013 wurde Berlin zum fünften Mal deutscher Meister.”

Dabei fehlte für den VfB Friedrichshafen wirklich nicht viel, und es hätte ein fünftes Spiel in Berlin gegeben. Am 2. Mai gelang den Männern von Erfolgscoach Stelian Moculescu in der Max-Schmeling-Halle mit dem Auswärtssieg jenes 4. Spiel am Sonntag. Leider langte es nicht zu einer weiteren Reise in die Hauptstadt. Der Schiedsrichter Hans-Dieter Gerrets hatte durchaus auch seinen Anteil an der Dramatik und dem Spannungsbogen in der ZF Arena vor 3300 leidenschaftlich mitfiebernden Fans. Im Tagesspiegel lässt Bernd Hüttenhofer den Häfler Trainer Stelian Moculescu zu Wort kommen:

„Wenn man nicht will, dass wir Deutscher Meister werden, kann man immer diesen Schiedsrichter schicken.“

Der Frust über eine titellose Saison saß tief. Selbstverständlich hat der Schiedsrichter einige unglückliche Entscheidungen getroffen. Doch der ehrgeizige Kultcoach und Titelsammler der letzten Jahre erkannte auch die Leistung der Berliner an:

„Sie haben verdient gewonnen und die ganze Saison dominiert“

Vor knapp zwei Jahren eröffneten die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen im September 2011 die Saison im Dornier Museum. Prächtige Veranstaltung, stilvoller Rahmen. Ein sehr schöner Event. Eigentlich geschaffen für die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsserie. Siebenfacher Meister zwischen 2005 und 2011. Als Sahnehäubchen der Gewinn der Champions-League im Jahr 2007 sowie in dem genannten Zeitraum  vier Pokalsiege.

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Die Konkurrenz war oft mehr sprachlos wie ihr lieb sein konnte. Die sportliche Dominanz der Häfler eine Legende. In der Saison 2011/2012 reichte es dann zum Pokalsieg. Der Einzug in das Finale war denn Männern von Stelian Moculescu nicht vergönnt. Berlin Recycling Volleys stand im Weg. Diesmal also wieder die Berliner. Das Trostpflaster Pokalsieg konnten sich die Volleyballer vom Bodensee diesmal auch nicht holen. Eine titellose Saison schmerzt. Gar keine Frage.

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Trotzdem gibt es kein Grund voreilig von einer Wachablösung im deutschen Volleyball zu sprechen. Der Respekt der Berliner gegenüber der Leistung des VfB Friedrichshafen in den letzten Jahren ist zu spüren. Die sportlichen Dauererfolge müssen die Hauptstädter erst noch über einen längeren Zeitraum nachweisen. Erfahrungsgemäß macht so eine titellose Saison hungrig. Stelian Moculescu sein Team ist durchaus fähig zu erneuten Höheflügen durchzustarten. Vielleicht ist dann der nächste Hitchcock-Thriller auch mit einem Happy-End für die Häfler versehen.

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Sport am Bodensee: Häfler Kultverein nach der 6. Etappe der CEV Champions League 2012/2013 vor einem titellosen Übergangsjahr?

Stelian Moculescu ist ein ehrgeiziger Trainer. Er mag Niederlagen nicht. Diesen kann er in der Regel keinen hohen Sympathiewert zuordnen. Natürlich lag nach der Niederlage in der 6. Etappe der CEV Champions League gegen die Österreicher ein wenig der Blues über der ZF Arena. Doch es wurde in Friedrichshafen nicht auf Halbmast geflaggt. Das Leben ging nach dem Verlust des Spiels gegen Hypo Tirol Innsbruck hier am Bodensee weiter. Nach dem Aus im nationalen Pokal gegen evivo Düren nun auch Endstation in dieser Saison auf internationalen Parkett. Stelian Moculescu im Interview auf der Website des Häfler Kultvereins:

,,Wenn man das so deuten will, dann kann man sagen, dass es Programm hat, dass es diese Saison eine Tendenz gibt, dass wir in wichtigen, entscheidenden Momenten nicht richtig reagieren. Wir haben immerhin Spieler, die schon mal Volleyball gespielt haben und die jetzt diese Saison nicht das erste Mal auf so einem Niveau spielen. Von daher fällt die Ursachenforschung schwer.”

Jetzt kann der Meisterschaft die volle Konzentration gelten. Der VfB Friedrichshafen hat oft genug in den letzten Jahren mit voller Power auf allen drei Hochzeiten getanzt. Ein Szenario eines titellosen Übergangsjahres wäre auch kein Weltuntergang, wenngleich für die Macher des Vereins gewöhnungsbedürftig. Titel sind das Salz in der Suppe.

Reden wir über Geld und das Sponsoring. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht in den nächsten Jahren verstärkt neue Unternehmen für den Sponsorenpool zu gewinnen. Visionär 2-3 vertriebsstarke Menschen mit einer Affinität zum Sport und dem Wissen um Zusammenhänge in der Wirtschaft zusätzlich in der Geschäftsstelle des VfB Friedrichshafen einbauen. Von dort die komplette wirtschaftspotente Bodenseeregion vertriebstechnisch professionell täglich bearbeiten. Eine intensive Akquise die den Namen verdient.

Auch neue Wege gehen. Mir fällt da spontan das Thema Spielerpatenschaft ein. Einzelne Spieler für eine Saison für einen interessanten monetären Betrag Unternehmen anbieten. Gegenleistung sollte dann über das Autogrammgeben hinausgehen. Da darf ein Spieler auch in einem Unternehmen wie ZF oder einem neu zu gewinnenden Firmenverbund auch gerne Podiumsvorträge halten über Trainingspläne, Jahresziele, Einteilen der Ziele in Etappen, Motivation, Beharrlichkeit und herauskitzeln der Leistungsreserven. Durchaus Anleihen bei Reinhold Messner sich holen. Über den Tellerrand schauen. Firmen ordern den Bergsteiger mit dem extremen Ehrgeiz und einer kontinuierlichen Lernbereitschaft gerne. Warum sollen leistungsstarke Volleyballer vom VfB mit entsprechender Rhetorik nicht auch den Firmen Mehrwert bieten können? Zu Firmenjubiläen oder einem Tag der offenen Tür Spieler aus dem Nähkästchen plaudern lassen. Oder Kooperationen mit Schulen. Verstärktes Sachsponsoring. Erhöhung des Etats bei den bestehenden Sponsoren. Die Marke VfB Friedrichshafen mit Emotionalität und einer strategischen Sponsorarbeit noch stärker herausarbeiten.

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen nach Hitchcock Thriller in der 4. Etappe der Champions-League wieder in den Mühen des Alltags

Das Spiel hallte nach. Champions-League Feinkost der Marke – Spannend wird es nach einem 0:2 Satzrückstand – bot der VfB Friedrichshafen dem begeisterten Publikum. Gegen den belgischen Vertreter Knack Roeselare boten die Häfler einen spannungsgeladenen Hitchcock Thriller auf höchsten Unterhaltungsniveau in der ZF Arena. Das Volleyballparkett vibrierte. Den Spannungsbogen hätte kein Regisseur besser hinbekommen können. Der Coach des Gästeteams bekam nach der 2:0 Führung zunehmend eine dickere Halsschlagader. Emile Rosseaux konnte einem fast ein bißchen leid tun. Am Ende resümierte er sichtlich verärgert, enttäuscht und auch ein wenig resigniert:

,,Wenn du dich nach zwei Sätzen ausruhst und aufhörst das zu machen, was dir dein Trainer sagt, dann verlierst du.”

Die Volleyballer von Kulttrainer Stelian Moculescu drehten das Spiel zu einem 3:2 Sieg (15:25, 20:25, 25:18, 25:22, 16:14). Alfred Hitchcock hätte seine Freude dran gehabt. 2600 Zuschauer hatten glänzende Augen. Es geht an einem kalten Novemberabend nichts über ein spannendes Volleyballspiel in der Halle. Kürzlich skizierte der Fanbeauftragte der Häfler, Rudi Krafcsik, hier im sportinsider Interview den idealen Spieltag.

,,Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.”

Jetzt ist wieder Alltag angesagt. Die Mühen der Ebene. Es geht diesen Sonntag zu Generali Haching. 16  Uhr ist der smarte, familienfreundliche Beginn.

Sportinsider Interview mit Rudi Krafcsik

Bei den olympischen Spielen in London schlugen sich die deutschen Volleyballer sehr achtbar. In einer Zeit wo Basketballer, Handballer oder Fußballer mit der Nichtteilnahme in der englischen Metropole auffielen und damit das Scheinwerferlicht für Volleyball freigaben. Jetzt im Oktober ist die neue Saison für die deutschen Volleyballvereine in der Bundesliga gestartet. Dieses Jahr sind die Häfler die Jäger. Zeit für ein Interview mit dem Fanbeauftragten vom VfB Friedrichshafen. Rudi Krafcsik nennt seine Titelfavoriten, lobt Kulttrainer Stelian Moculescu als außergewöhnlichen Mensch mit enormen Fachwissen und skizziert einen idealen Spieltag aus Sicht des Fanbeauftragten.

sportinsider: Wie schätzen Sie die vergangene Saison mit dem Abstand von einigen Monaten ein?

Rudi Krafcsik: Im großen und ganzen war ich mit dem Verlauf der letzten Saison zufrieden. Die Mannschaft des VfB hat immerhin den Pokal nach FN geholt. In der Meisterschaft bin ich in diesem Jahr wieder zuversichtlicher.

sportinsider: Berlin Recycling Volleys präsentiert sich auffallend selbstbewusst. Wie sehen Sie die Situation in der gerade angelaufenen neuen Saison 2012/2013? Läuft es auf ein Duell der Berliner und Häfler hinaus? Oder können noch andere Teams eingreifen?

Rudi Krafcsik: Das wird mit Sicherheit nicht auf ein Duell Berlin – FN hinauslaufen. Da werden andere noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden, z.B. Unterhaching und Düren.

sportinsider: Zuschauerzahlen sind immer wieder ein Thema. Was für Ideen haben Sie für einen größeren Zulauf in die ZF Arena?

Rudi Krafcsik: Die Zuschauerzahlen in der Arena sind mir persönlich viel zu gering. Der VfB versucht alles um einen attraktiven Abend zu gestalten. Die Fans tragen auch dazu einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

sportinsider: Stelian Moculescu ist ein erfolgreicher Kulttrainer. Welche 3 Dinge fallen Ihnen spontan zum Chefcoach ein?

Rudi Krafcsik:

a) Ein Mensch der alles , aber auch wirklich alles über Volleyball weiß.
b) Der beste Trainer den ich mir vorstellen kann.
c) Ein ganz feiner Mensch mit dem ich gerne zusammen bin und das Beste was dem VfB je passieren konnte.

sportinsider: Wie sieht aus Sicht des Fanbeauftragten des VfB Friedrichshafen ein idealer Spieltag aus?

Rudi Krafcsik: Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.

Es wird verstärkt geflaggt

Juni 2012. Die Touristen sind da. Hier unten am Bodensee ruht der Mensch sehr in sich. Die übertriebene Hektik mancher Großstadtregion wie Frankfurt oder Hamburg ist nicht anzutreffen. Natürlich gibt es ein Public Viewing in der ZF Arena, dem heiligen Tempel des deutschen Serienmeisters im Volleyball. Dieses Jahr war eine Ausnahme. Schönen Gruß nach Berlin zu den Recycling Volleys. Toller Marketingname. Die PR-Fritzen sind doch irgendwie ….. nein nicht mit Koks durchgeknallt, aber doch irgendwie manchmal schwer am Ideen köcheln. Wer es mag.

Beobachtung am Rande. Die letzten Tage wird ein wenig stärker geflaggt. Die Autos mit dem Kennzeichen FN tragen stolz ihr schmückendes Beiwerk in schwarz-rot-gold. Ein Klassiker liegt in der Luft.

Die mundende Holländische Feinkost gab es sehr oft zu bewundern. Deutsche Hartwurst hielt dagegen. Legendär das Duell von München 1974. Der Kaiser gegen den König. Damals gingen die Elfmeter noch rein. Sah kürzlich im CL-Finale von München etwas anders aus. Allerdings waren es im WM-Finale vor 38 Jahren auch die sehr  ausgebufften Profis Johan Neeskens und Paul Breitner die vom Elfmeterpunkt sicher verwandelten. Doch ich schweife ab. Wir haben ja jetzt die Fußball-EM 2012. Oder die EURO wie manch Marketingfuzzi die Veranstaltung trimmen will. Deutschland und die Niederlande kreuzten die Klinge auch bei der Europameisterschaft. Das Duell 1988 sei für alle nochmals hier in Sequenzen anzuschauen. Tief durchatmen. Sehr tief durchatmen. Fast könnte der geneigte Zuschauer denken es handelte sich bei der EM damals um ein Heimspiel für die Niederlande.

Sport am Bodensee: Das Leben geht weiter

Nein, hier am Bodensee in Friedrichshafen sind die Flaggen nicht auf halbmast gesetzt. Natürlich schmerzt es noch ein wenig. Dieses ärgerliche Ausscheiden gegen die Berlin Recycling Volleys. Doch wie beim kürzlichen Abschied der Handballer vom Team Kadetten Schaffhausen aus der Champions-League geht das Leben weiter. Schaffhausen kann noch ein wenig Motivation vom sensationellen 30:26  im Rückspiel bei BM Atlético de Madrid für die nächste Saison ziehen. Wenngleich das 9 Tore Handicap aus dem Hinspiel eh nur durch eine Copperfield Zaubernummer zu stemmen gewesen wäre.

Ein wenig anders liegen die Dinge jedoch beim VfB Friedrichshafen. 3 Niederlagen hintereinander gegen die Berliner schmerzen und es wird jetzt wohl auch hinter verschlossenen Türen in die tiefere Analyse gehen. Die Volleyballer haben einen Medienpartner. Die Schwäbische Zeitung zeigte sich kritisch unter anderen auch mit der Publikumsresonanz am Bodensee. Das wird nicht jedem schmecken. Giuseppe Torremante schrieb unter anderen in seinem Kommentar:

,,In den beiden Halbfinalspielen gegen Berlin waren es 1400 und 1800. Das sind Zahlen, mit denen der VfB nicht zufrieden sein kann. Sie sind ernüchternd. Eine volle ZF Arena sollte genauso wichtig sein, wie ein voller VIP-Bereich. Das sind Hausaufgaben, die die Verantwortlichen ernstnehmen müssen.”

Nun, hier und da war auch ein Vergleich der Zuschauerzahlen in der Max-Schmeling Halle von Berlin zu lesen. Doch der Tod des Glücks ist der Vergleich. Berlin ist eine Metropolregion mit einem (Speckgürtel mitgezählt) städtischen Einzugsbereich von ca. 4,2 Millionen Menschen. Selbst im letzten Spiel gelang es den Recycling Volleys nicht die Halle voll zu bekommen. Gemach, gemach. Die Berliner klopfen sich jedoch auch zu Recht auf die Brust und veröffentlichen genüsslich und intensiv das Medienecho auf den Finaleinzug.

Und der VfB? Unterm Strich bleibt für diese Saison ein Pokalsieg, ein achtbares Abschneiden in der Champions-League und die Gewissheit, dass der Meistertitel kein Selbstläufer ist.

Derweil geht auch das Leben in Langenargen weiter. Noch 48 Tage bis zur Match Race Germany. Bitte dann wieder mit Traumwetter, atemberaubender Bergkulisse im glitzern der Sonne und wohlig warme Temperaturen. Also bitte kein Bodensee Osternwetter 2012.

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen und Poker für die Psyche

Okay, es ist nichts angebrannt. Der VfB Friedrichshafen verlor in der Hauptstadt bei Berlin Recycling Volleys (der Name ist ja Wahnsinn) nach einer 2:0 Satzführung noch 2:3. Es fehlen noch zwei Siege zum Weiterkommen. So die einfache mathematische Aufgabe. Der Häfler Kulttrainer Stelian Moculescu sollte seinen Jungs vielleicht zur Motivation jenes Interview von Ricardo Galandi unter dem Titel Poker für die Psyche bei neues deutschland zur Lektüre geben. Der deutsche Nationalspieler prognostiziert ein 3:2 in der Play-off Serie für die Berlin Recycling Volleys und sieht für den Gewinn des 5. Spiels in Friedrichshafen ,,Kein Problem“. Interessant auch seine Aussagen zum wachsen des Teamgeists bei den Berlinern:

,,Wir verbrachten die Freizeit miteinander: haben Poker gespielt, abends ein Bierchen getrunken oder Volleyballvideos geschaut. Das schweißt zusammen.”

Entscheidend ist auf dem Parkett. Die Häfler haben noch alle Trümpfe in der Hand. Alles hätte, wenn und aber hilft ja doch nicht weiter. Natürlich war in Berlin eine Vorentscheidung möglich. Doch so bleibt der Spannungsbogen erhalten. Coach Stelian Moculescu zeigt auch keine übertriebene Sorge ob der Niederlage in der Berliner Max-Schmeling Halle. Ganz nüchtern stellt er auf der VfB Website den Zwischenstand fest und ruft zur Leistung auf:

„Es ist nichts passiert. Es steht gerade einmal eins zu eins. In den nächsten Spielen sollten nicht nur zwei oder drei Spieler ihre Leistung bringen, sondern alle. Es müssen nicht einmal hundert Prozent sein, aber eine anständige Vorstellung. Dann funktioniert das auch und wir gewinnen.“

Das 3. Spiel findet in der ZF Arena am 28.03.12 um 20.00 Uhr statt. Gelegenheit zu einer anständigen Vorstellung. Seit 2005 verbuchten die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen immer die Deutsche Meisterschaft. Serienmeister, ein Abo auf den Titel. Die Konkurrenz kam in diesen sieben Jahren kein einziges Mal zum Zug. Keine klitzekleine Ausnahme. Irgendwie müssen innerlich doch einige …  Die Berliner holten übrigens 2003 und 2004 die Meisterschaft. Im Überschwang des sonntäglichen Erfolgs erinnerten die Berlin Recycling Volleys auf Ihrer Webseite an die präsidialen Worte der Vorwoche:

,,Was für ein schöner Sonntag… waren die ersten Worte den neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Exakt eine Woche nach dessen Wahl galt dieser Ausspruch auch für die BERLIN RECYCLING Volleys. Im zweiten Play-off-Halbfinale besiegten die Hauptstädter den Titelverteidiger VfB Friedrichshafen vor 4.367 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 3:2 (23:25, 21:25, 25:19, 25:18, 15:12) und begeisterten dabei durch eine unglaubliche Aufholjagd.”

Dabei hatte die Paarung in der Vergangenheit auch bereits deutlich mehr Zuschauer angezogen. Erinnert sei an die 8.045 Zuschauer in der Saison 2010/2011 im Spitzenspiel gegen die Häfler. Aber andererseits ist die Zahl von 4.367 schon okay.

Sport am Bodensee: Volleyball Feinkost mit VfB Friedrichshafen und Zenit Kazan

Es ist angerichtet. Ab 20.00 Uhr fällt in der ZF Arena zwischen dem VfB Friedrichshafen und Zenit Kazan die Entscheidung über das Weiterkommen in der CEV Volleyball Champions-League. Hinspiel ging für die russische Klassemannschaft mit 3:0 aus. Riecht es im Rückspiel nach Golden Set? Ohne diese umstrittene Reglung wäre das heutige Heimspiel wohl Makulatur. Doch so … Unter dem Titel Den Golden Set erzwingen kommt auf der VfB Website der charismatische Trainer Stelian Moculescu zu Wort:

 „Nur weil der Golden Set uns in diesem Fall theoretisch zugute kommen könnte, ändere ich meine Meinung nicht. Mit dieser Regel wird das Hinspiel in der K.O.-Runde praktisch wertlos.“

Wer nicht die Möglichkeit hat in die Arena zu kommen, kann auf laola1.tv den Live-Stream ab 20.00 Uhr nutzen.

Für den VfB Friedrichshafen wäre ein Weiterkommen eine riesige Sache. Nach Papierform sollte Zenit Kazan sich das Ding nicht mehr nehmen lassen. Doch das ist ja das schöne bei solchen Konstellationen: Überraschungen sind immer drin. Vielleicht hätte ein Ausscheiden der russischen Mannschaft gar den Anstrich einer Sensation. Wenngleich solche Wörter wie Sensation gerade im Sport mitunter inflationären Charakter annehmen.

Derweil hier am Bodensee heute also Volleyball aus der Feinkostabteilung ansteht, wirft Match Race Germany in Langenargen seine Schatten voraus. Nur noch 84 Tage. Dann ist auch der neue Sponsor Porsche mit von der Partie.

Update: Aus für Friedrichshafen titelt der Südkurier und lässt Coach Stelian Moculescu nach der 0:3 (21:25, 21:25, 24:26) Niederlage gegen eine der weltbesten Volleyballmannschaft zu Wort kommen:

 „Wir haben es nicht geschafft, locker zu bleiben, und die Russen haben heute richtig toll gespielt. Kompliment an beide Mannschaften.“

Sport am Bodensee: Stelian Moculescu schaut nach vorn

Deutschlands Serienmeister der letzten Jahre im Volleyball verliert sein Hinspiel bei Zenit Kazan in 72 Minuten mit 0:3. Der VfB Friedrichshafen empfängt jetzt am 28. Februar um 20 Uhr die Akteure der russischen Klassemannschaft in der heimischen ZF Arena in der Zeppelinstadt. Erfolgscoach Stelian Moculescu bläst ob der Hinspielniederlage auch kein Trübsal und  schaut selbstbewusst auf der Website der Häfler nach vorn mit folgenden Worten:

„Das Ergebnis in Kazan heißt eigentlich gar nichts. Kazan muss ja jetzt auch in Friedrichshafen gewinnen. Damit ist das erste Spiel eigentlich wertlos.“

Zenit Kazan ist keine Laufkundschaft. Dies zeigt ein Blick in den Kader. Gelänge dem VfB Friedrichshafen ein Sieg würde im Anschluss sofort die Entscheidung durch das durchaus umstrittene sogenannte Golden Set gespielt. DVL-wiki fasst die Dinge des Regelwerks prägnant zusammen:

,,Der Golden set ist ein Entscheidungssatz, der in Wettbewerben mit Hin- und Rückspiel gespielt wird, sofern beide Mannschaften je ein Spiel gewinnen konnten. Dabei spielt das Satzverhältnis keine Rolle. Der Golden set wird unmittelbar im Anschluss an den letzten Satz des Rückspiels gespielt.”

Zenit Kazan ist also noch nicht durch und wird Moculescus Worte durchaus einzuordnen wissen. Die Papierform spricht für die russische Mannschaft, doch die ist öfters in entscheidenden Momenten auch gerade in europäischen Wettbewerben auf dem Parkett zur Makulatur geworden.