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Sport am Bodensee: Intersport mit Magazin sportslife Winter 2013

Friedrichshafen. In Sichtnähe zur ZF Arena der Cracks von Volleyball-Kultcoach Stelian Moculescu liegt das Bodensee Center. Architektonisch ist der Einkaufstempel jetzt nicht der Riesenwurf, aber dies soll heute gar nicht das Thema sein. Im Einkaufszentrum befindet sich der Platzhirsch unter den Sportfachhändlern am Bodensee. Die Rede ist von Intersport. Im Eingangsbereich ist momentan auch immer das von der INTERSPORT Deutschland eG aus Heilbronn herausgegebene 123 Seiten starke Marketingmagazin sportslife mit Blickpunkt Winter 2013 zu finden. Die hauseigene Publikation kommt auf dem Cover mit dem selbstbewussten Statement daher:

,,Weltweit die erfolgreichste Leistungsgemeinschaft selbständiger Sportfachhändler!”

Meine zahlreichen treuen Leser brauchen keine Angst zu haben. Heute kommt nicht  eine ellenlange Blattkritik wie kürzlich zu touchpoint. Mir fielen im Intersport Magazin besonders zwei Seiten ins Auge. Seite 32 und 33. Sportslife ging im Hinblick auf Sotschi 2014 der Frage nach: 10 Dinge, die Sie über die olympischen Winterspiele wissen sollten. Okay, die erfolgreichste deusche Wintersportlerin ist Claudia Pechstein. Das ist Basiswissen. Auch die Spiele 1936 von Garmisch-Partenkirchen, die ja vorerst keinen weiteren deutschen Nachfolger wie München und Co. haben werden, mit dem Alleinstellungsmerkmal – die einzige deutsche Austragungsstätte von olympischen Winterspielen – sind allgemein bekannt. Nicht jeder wird beim Wort Loser aber diese Geschichte parat haben:

,,DEUTSCHLAND KAM…

… sah und siegte nicht. 1928 bei den Spielen von St. Moritz waren erstmals deutsche Athleten bei Winterspielen im Einsatz. 43 an der Zahl. Erfolge waren dennoch eher Mangelware. Nur Bob Deutschland II unter Pilot Hanns Kilian erfüllte sich den Traum vom Edelmetall mit einer Bronzemedaille.”

Erfolgreiche Jahre für Deutschland bei olympischen Spielen, wenn denn schon Medaillen der Gradmesser sein sollen, kamen später.

Die bereits oben erwähnte ehrgeizige und beharrliche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein schrieb an dieser deutschen Erfolgsgeschichte besonders fleißig mit und hat übrigens eine spektakuläre Medaillensammlung hingelegt, die sich in Kurzform so liest:

5 x Olympiasieg

2 x olympisches Silbermedaille

2 x olympische Bronzemedaille

Sie strebt in Sotschi ihre 10. Medaille an.

Apropos 10. Dies Zahl weist übrigens der VfB Friedrichshafen mit dem Erfolgstrainer Stelian Moculescu  momentan auf. Es ist die aktuelle Anzahl der Siege vom Häfler Volleyballteam hintereinander.

Sport am Bodensee: Das scheinbar Unerwartete tritt ein

Es gibt Dinge, die sind schwer vorstellbar. Vier Niederlagen hintereinander von Bayern München unter Pep Guardiola. Oder vier verlorene Spiele in Serie vom Handballgiganten THW Kiel. Oder vier Niederlagen am Stück von der OSG Baden-Baden in der Schachbundesliga. Kaum vorstellbar. Oder? Auch vier Pleiten hintereinander vom einstigen Volleyball-Serienmeister VfB Friedrichshafen am Bodensee waren schwer vorstellbar. Doch seit Mittwochabend traf genau dies in der ZF Arena ein. Der ehrgeizige Kultcoach Stelian Moculescu mag keine Niederlagen. Der Auswärtsniederlage gegen Bühl folgte die verlorene Champions League Partie in Belgien bei Knack Roeselare. Dann folgte die Heimniederlage gegen Generali Haching. Nun folgte eine erneute Heimniederlage. Der polnische Vizemeister Zaksa Kedzierzyn-Kozle war in der Champions League nach 134 Minuten im Krimi zu stark für die Häfler.

Vier Niederlagen am Stück sind unangenehm. Es stört hoffentlich niemanden, wenn ich ein derartig unschönes Thema mit hübschen Bildern vom Bodensee verziere? Danke.copy-045.jpgTraveler Digital CameraTraveler Digital CameraAuch die Zuschauerzahl kann die Verantwortlichen vom VfB Friedrichshafen nicht so richtig zufrieden stellen. Nur 1.800 sahen die Heimniederlage im 1. Heimspiel der Champions-League gegen den polnischen Vertreter. Das ist unter der 2000er Marke und an dem Abend lief kein Konkurrenz-Programm im TV in Form von König Fußball. Sicher, der Gegner hat nicht einen deratigen klangvollen Namen gehabt, doch für einen internationalen Auftakt in der heimischen Arena ist die Zuschauerkulisse zu gering.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraVier Niederlagen sind auch ein Härtetest für das Selbstvertrauen der Häfler Volleyballer. Es fehlt der Speed. Doch ich habe großes Vertrauen in Stelian Moculescu. Der erfolgsbesessene Trainer wird die Mannschaft wieder aufrichten und in die Spur bringen. Ein zweites Jahr ohne Titel wird Moculescu nicht zulassen wollen. Gemach, gemach. Die Saison ist noch sehr lang. Die nationalen Konkurrenten kochen auch nur mit Wasser. Einige nehmen gar den Topf vor dem Kochen von der Herdplatte. Vielleicht sind die vier verlorenen Spiele am Stück gar eine heilsame Lektion. Bottrop wird der nächste Prüfstein am 2.11. für die Häfler sein.

Nachdenkenswert #193

,,Am Mittwoch, 4. September um 18 Uhr, bittet die VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH alle Fans des VfB Friedrichshafen zu einem Fotoshooting in die ZF Arena. Um die neue Saison gebührend zu begrüßen, sollen alle Fans auf einem Foto verewigt werden, das in einer großflächigen Plakataktion in Friedrichshafen ab Anfang Oktober zu sehen ist. Mitzubringen sind: weißes oder blaues T-shirt, Trommeln, Fahnen sowie gute Laune. Die Volleyballer freuen sich über jeden, der kommt und den VfB in der kommenden Saison unterstützt.”

     Der Häfler Kultverein mit einer kreativen Marketingaktion vor Saisonbeginn

Nachdenkenswert #175

„Die Stimmung war wirklich super. Trotzdem wir nicht ausverkauft waren, fühlte es sich an wie voll – so macht das Spaß.“

Stefan Mau, Manager vom VfB Friedrichshafen, mit seinem Dank an das Publikum nach dem Hitchcock Thriller gegen Berlin Recycling Volleys

Sport am Bodensee: Hitchcock-Thriller zwischen VfB Friedrichshafen und Berlin Recycling Volleys

Der Sonntag ist traditionell für viele Menschen Tatort Abend in Deutschland. Doch es gibt auch jene Momente die fernab von Ermittlern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Hochspannung bringen. Manchmal ist sogar eine Steigerung in Richtung Thriller drin. Gern auch im Rahmen eines Play-off Finales. In der ZF Arena in Friedrichshafen, in der Nähe vom Bodensee Center, war ein Hitchcock-Thriller der feinsten Art angesagt.

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Am Sonntagabend zelebrierten die Volleyballer vom Häfler Kultverein VfB Friedrichshafen und die Berlin Recycling Volleys  einen echten Hitchcock. Dieses Drehbuch war atemberaubend, die Umsetzung grandios und brachte am Ende ein Finale ohne Happy End für die Gastgeber. Am Ende stand eine  2:3 (23:25, 22:25, 25:23, 25:22, 11:15) Niederlage fest, die gleichzeitig die Titelverteidigung für die Berliner bedeutete. Bruder und Freund wikipedia schreibt denn auch schnörkellos über die neuste Aktualisierung:

,,Die Berlin Recycling Volleys sind eine Volleyballmannschaft aus dem Berliner Stadtteil Charlottenburg. Sie sind eine Abteilung des Sportvereins SC Charlottenburg und spielen in der Bundesliga. Bis Sommer 2011 war das Volleyball-Team unter dem Namen SCC Berlin bekannt. 2013 wurde Berlin zum fünften Mal deutscher Meister.”

Dabei fehlte für den VfB Friedrichshafen wirklich nicht viel, und es hätte ein fünftes Spiel in Berlin gegeben. Am 2. Mai gelang den Männern von Erfolgscoach Stelian Moculescu in der Max-Schmeling-Halle mit dem Auswärtssieg jenes 4. Spiel am Sonntag. Leider langte es nicht zu einer weiteren Reise in die Hauptstadt. Der Schiedsrichter Hans-Dieter Gerrets hatte durchaus auch seinen Anteil an der Dramatik und dem Spannungsbogen in der ZF Arena vor 3300 leidenschaftlich mitfiebernden Fans. Im Tagesspiegel lässt Bernd Hüttenhofer den Häfler Trainer Stelian Moculescu zu Wort kommen:

„Wenn man nicht will, dass wir Deutscher Meister werden, kann man immer diesen Schiedsrichter schicken.“

Der Frust über eine titellose Saison saß tief. Selbstverständlich hat der Schiedsrichter einige unglückliche Entscheidungen getroffen. Doch der ehrgeizige Kultcoach und Titelsammler der letzten Jahre erkannte auch die Leistung der Berliner an:

„Sie haben verdient gewonnen und die ganze Saison dominiert“

Vor knapp zwei Jahren eröffneten die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen im September 2011 die Saison im Dornier Museum. Prächtige Veranstaltung, stilvoller Rahmen. Ein sehr schöner Event. Eigentlich geschaffen für die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsserie. Siebenfacher Meister zwischen 2005 und 2011. Als Sahnehäubchen der Gewinn der Champions-League im Jahr 2007 sowie in dem genannten Zeitraum  vier Pokalsiege.

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Die Konkurrenz war oft mehr sprachlos wie ihr lieb sein konnte. Die sportliche Dominanz der Häfler eine Legende. In der Saison 2011/2012 reichte es dann zum Pokalsieg. Der Einzug in das Finale war denn Männern von Stelian Moculescu nicht vergönnt. Berlin Recycling Volleys stand im Weg. Diesmal also wieder die Berliner. Das Trostpflaster Pokalsieg konnten sich die Volleyballer vom Bodensee diesmal auch nicht holen. Eine titellose Saison schmerzt. Gar keine Frage.

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Trotzdem gibt es kein Grund voreilig von einer Wachablösung im deutschen Volleyball zu sprechen. Der Respekt der Berliner gegenüber der Leistung des VfB Friedrichshafen in den letzten Jahren ist zu spüren. Die sportlichen Dauererfolge müssen die Hauptstädter erst noch über einen längeren Zeitraum nachweisen. Erfahrungsgemäß macht so eine titellose Saison hungrig. Stelian Moculescu sein Team ist durchaus fähig zu erneuten Höheflügen durchzustarten. Vielleicht ist dann der nächste Hitchcock-Thriller auch mit einem Happy-End für die Häfler versehen.

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Sport am Bodensee: Häfler Kultverein nach der 6. Etappe der CEV Champions League 2012/2013 vor einem titellosen Übergangsjahr?

Stelian Moculescu ist ein ehrgeiziger Trainer. Er mag Niederlagen nicht. Diesen kann er in der Regel keinen hohen Sympathiewert zuordnen. Natürlich lag nach der Niederlage in der 6. Etappe der CEV Champions League gegen die Österreicher ein wenig der Blues über der ZF Arena. Doch es wurde in Friedrichshafen nicht auf Halbmast geflaggt. Das Leben ging nach dem Verlust des Spiels gegen Hypo Tirol Innsbruck hier am Bodensee weiter. Nach dem Aus im nationalen Pokal gegen evivo Düren nun auch Endstation in dieser Saison auf internationalen Parkett. Stelian Moculescu im Interview auf der Website des Häfler Kultvereins:

,,Wenn man das so deuten will, dann kann man sagen, dass es Programm hat, dass es diese Saison eine Tendenz gibt, dass wir in wichtigen, entscheidenden Momenten nicht richtig reagieren. Wir haben immerhin Spieler, die schon mal Volleyball gespielt haben und die jetzt diese Saison nicht das erste Mal auf so einem Niveau spielen. Von daher fällt die Ursachenforschung schwer.”

Jetzt kann der Meisterschaft die volle Konzentration gelten. Der VfB Friedrichshafen hat oft genug in den letzten Jahren mit voller Power auf allen drei Hochzeiten getanzt. Ein Szenario eines titellosen Übergangsjahres wäre auch kein Weltuntergang, wenngleich für die Macher des Vereins gewöhnungsbedürftig. Titel sind das Salz in der Suppe.

Reden wir über Geld und das Sponsoring. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht in den nächsten Jahren verstärkt neue Unternehmen für den Sponsorenpool zu gewinnen. Visionär 2-3 vertriebsstarke Menschen mit einer Affinität zum Sport und dem Wissen um Zusammenhänge in der Wirtschaft zusätzlich in der Geschäftsstelle des VfB Friedrichshafen einbauen. Von dort die komplette wirtschaftspotente Bodenseeregion vertriebstechnisch professionell täglich bearbeiten. Eine intensive Akquise die den Namen verdient.

Auch neue Wege gehen. Mir fällt da spontan das Thema Spielerpatenschaft ein. Einzelne Spieler für eine Saison für einen interessanten monetären Betrag Unternehmen anbieten. Gegenleistung sollte dann über das Autogrammgeben hinausgehen. Da darf ein Spieler auch in einem Unternehmen wie ZF oder einem neu zu gewinnenden Firmenverbund auch gerne Podiumsvorträge halten über Trainingspläne, Jahresziele, Einteilen der Ziele in Etappen, Motivation, Beharrlichkeit und herauskitzeln der Leistungsreserven. Durchaus Anleihen bei Reinhold Messner sich holen. Über den Tellerrand schauen. Firmen ordern den Bergsteiger mit dem extremen Ehrgeiz und einer kontinuierlichen Lernbereitschaft gerne. Warum sollen leistungsstarke Volleyballer vom VfB mit entsprechender Rhetorik nicht auch den Firmen Mehrwert bieten können? Zu Firmenjubiläen oder einem Tag der offenen Tür Spieler aus dem Nähkästchen plaudern lassen. Oder Kooperationen mit Schulen. Verstärktes Sachsponsoring. Erhöhung des Etats bei den bestehenden Sponsoren. Die Marke VfB Friedrichshafen mit Emotionalität und einer strategischen Sponsorarbeit noch stärker herausarbeiten.

Sport am Bodensee: VfB Friedrichshafen nach Hitchcock Thriller in der 4. Etappe der Champions-League wieder in den Mühen des Alltags

Das Spiel hallte nach. Champions-League Feinkost der Marke – Spannend wird es nach einem 0:2 Satzrückstand – bot der VfB Friedrichshafen dem begeisterten Publikum. Gegen den belgischen Vertreter Knack Roeselare boten die Häfler einen spannungsgeladenen Hitchcock Thriller auf höchsten Unterhaltungsniveau in der ZF Arena. Das Volleyballparkett vibrierte. Den Spannungsbogen hätte kein Regisseur besser hinbekommen können. Der Coach des Gästeteams bekam nach der 2:0 Führung zunehmend eine dickere Halsschlagader. Emile Rosseaux konnte einem fast ein bißchen leid tun. Am Ende resümierte er sichtlich verärgert, enttäuscht und auch ein wenig resigniert:

,,Wenn du dich nach zwei Sätzen ausruhst und aufhörst das zu machen, was dir dein Trainer sagt, dann verlierst du.”

Die Volleyballer von Kulttrainer Stelian Moculescu drehten das Spiel zu einem 3:2 Sieg (15:25, 20:25, 25:18, 25:22, 16:14). Alfred Hitchcock hätte seine Freude dran gehabt. 2600 Zuschauer hatten glänzende Augen. Es geht an einem kalten Novemberabend nichts über ein spannendes Volleyballspiel in der Halle. Kürzlich skizierte der Fanbeauftragte der Häfler, Rudi Krafcsik, hier im sportinsider Interview den idealen Spieltag.

,,Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.”

Jetzt ist wieder Alltag angesagt. Die Mühen der Ebene. Es geht diesen Sonntag zu Generali Haching. 16  Uhr ist der smarte, familienfreundliche Beginn.

Sportinsider Interview mit Rudi Krafcsik

Bei den olympischen Spielen in London schlugen sich die deutschen Volleyballer sehr achtbar. In einer Zeit wo Basketballer, Handballer oder Fußballer mit der Nichtteilnahme in der englischen Metropole auffielen und damit das Scheinwerferlicht für Volleyball freigaben. Jetzt im Oktober ist die neue Saison für die deutschen Volleyballvereine in der Bundesliga gestartet. Dieses Jahr sind die Häfler die Jäger. Zeit für ein Interview mit dem Fanbeauftragten vom VfB Friedrichshafen. Rudi Krafcsik nennt seine Titelfavoriten, lobt Kulttrainer Stelian Moculescu als außergewöhnlichen Mensch mit enormen Fachwissen und skizziert einen idealen Spieltag aus Sicht des Fanbeauftragten.

sportinsider: Wie schätzen Sie die vergangene Saison mit dem Abstand von einigen Monaten ein?

Rudi Krafcsik: Im großen und ganzen war ich mit dem Verlauf der letzten Saison zufrieden. Die Mannschaft des VfB hat immerhin den Pokal nach FN geholt. In der Meisterschaft bin ich in diesem Jahr wieder zuversichtlicher.

sportinsider: Berlin Recycling Volleys präsentiert sich auffallend selbstbewusst. Wie sehen Sie die Situation in der gerade angelaufenen neuen Saison 2012/2013? Läuft es auf ein Duell der Berliner und Häfler hinaus? Oder können noch andere Teams eingreifen?

Rudi Krafcsik: Das wird mit Sicherheit nicht auf ein Duell Berlin – FN hinauslaufen. Da werden andere noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden, z.B. Unterhaching und Düren.

sportinsider: Zuschauerzahlen sind immer wieder ein Thema. Was für Ideen haben Sie für einen größeren Zulauf in die ZF Arena?

Rudi Krafcsik: Die Zuschauerzahlen in der Arena sind mir persönlich viel zu gering. Der VfB versucht alles um einen attraktiven Abend zu gestalten. Die Fans tragen auch dazu einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

sportinsider: Stelian Moculescu ist ein erfolgreicher Kulttrainer. Welche 3 Dinge fallen Ihnen spontan zum Chefcoach ein?

Rudi Krafcsik:

a) Ein Mensch der alles , aber auch wirklich alles über Volleyball weiß.
b) Der beste Trainer den ich mir vorstellen kann.
c) Ein ganz feiner Mensch mit dem ich gerne zusammen bin und das Beste was dem VfB je passieren konnte.

sportinsider: Wie sieht aus Sicht des Fanbeauftragten des VfB Friedrichshafen ein idealer Spieltag aus?

Rudi Krafcsik: Ein idealer Spieltag ist es wenn alles rechtzeitig aufgebaut ist, die Halle zum Brechen gefüllt und ein Sieg der Mannschaft den Abend abrundet. Danach ein gemütliches Bierchen im Kreise der Mannschaft und der Fans.

Es wird verstärkt geflaggt

Juni 2012. Die Touristen sind da. Hier unten am Bodensee ruht der Mensch sehr in sich. Die übertriebene Hektik mancher Großstadtregion wie Frankfurt oder Hamburg ist nicht anzutreffen. Natürlich gibt es ein Public Viewing in der ZF Arena, dem heiligen Tempel des deutschen Serienmeisters im Volleyball. Dieses Jahr war eine Ausnahme. Schönen Gruß nach Berlin zu den Recycling Volleys. Toller Marketingname. Die PR-Fritzen sind doch irgendwie ….. nein nicht mit Koks durchgeknallt, aber doch irgendwie manchmal schwer am Ideen köcheln. Wer es mag.

Beobachtung am Rande. Die letzten Tage wird ein wenig stärker geflaggt. Die Autos mit dem Kennzeichen FN tragen stolz ihr schmückendes Beiwerk in schwarz-rot-gold. Ein Klassiker liegt in der Luft.

Die mundende Holländische Feinkost gab es sehr oft zu bewundern. Deutsche Hartwurst hielt dagegen. Legendär das Duell von München 1974. Der Kaiser gegen den König. Damals gingen die Elfmeter noch rein. Sah kürzlich im CL-Finale von München etwas anders aus. Allerdings waren es im WM-Finale vor 38 Jahren auch die sehr  ausgebufften Profis Johan Neeskens und Paul Breitner die vom Elfmeterpunkt sicher verwandelten. Doch ich schweife ab. Wir haben ja jetzt die Fußball-EM 2012. Oder die EURO wie manch Marketingfuzzi die Veranstaltung trimmen will. Deutschland und die Niederlande kreuzten die Klinge auch bei der Europameisterschaft. Das Duell 1988 sei für alle nochmals hier in Sequenzen anzuschauen. Tief durchatmen. Sehr tief durchatmen. Fast könnte der geneigte Zuschauer denken es handelte sich bei der EM damals um ein Heimspiel für die Niederlande.

Sport am Bodensee: Das Leben geht weiter

Nein, hier am Bodensee in Friedrichshafen sind die Flaggen nicht auf halbmast gesetzt. Natürlich schmerzt es noch ein wenig. Dieses ärgerliche Ausscheiden gegen die Berlin Recycling Volleys. Doch wie beim kürzlichen Abschied der Handballer vom Team Kadetten Schaffhausen aus der Champions-League geht das Leben weiter. Schaffhausen kann noch ein wenig Motivation vom sensationellen 30:26  im Rückspiel bei BM Atlético de Madrid für die nächste Saison ziehen. Wenngleich das 9 Tore Handicap aus dem Hinspiel eh nur durch eine Copperfield Zaubernummer zu stemmen gewesen wäre.

Ein wenig anders liegen die Dinge jedoch beim VfB Friedrichshafen. 3 Niederlagen hintereinander gegen die Berliner schmerzen und es wird jetzt wohl auch hinter verschlossenen Türen in die tiefere Analyse gehen. Die Volleyballer haben einen Medienpartner. Die Schwäbische Zeitung zeigte sich kritisch unter anderen auch mit der Publikumsresonanz am Bodensee. Das wird nicht jedem schmecken. Giuseppe Torremante schrieb unter anderen in seinem Kommentar:

,,In den beiden Halbfinalspielen gegen Berlin waren es 1400 und 1800. Das sind Zahlen, mit denen der VfB nicht zufrieden sein kann. Sie sind ernüchternd. Eine volle ZF Arena sollte genauso wichtig sein, wie ein voller VIP-Bereich. Das sind Hausaufgaben, die die Verantwortlichen ernstnehmen müssen.”

Nun, hier und da war auch ein Vergleich der Zuschauerzahlen in der Max-Schmeling Halle von Berlin zu lesen. Doch der Tod des Glücks ist der Vergleich. Berlin ist eine Metropolregion mit einem (Speckgürtel mitgezählt) städtischen Einzugsbereich von ca. 4,2 Millionen Menschen. Selbst im letzten Spiel gelang es den Recycling Volleys nicht die Halle voll zu bekommen. Gemach, gemach. Die Berliner klopfen sich jedoch auch zu Recht auf die Brust und veröffentlichen genüsslich und intensiv das Medienecho auf den Finaleinzug.

Und der VfB? Unterm Strich bleibt für diese Saison ein Pokalsieg, ein achtbares Abschneiden in der Champions-League und die Gewissheit, dass der Meistertitel kein Selbstläufer ist.

Derweil geht auch das Leben in Langenargen weiter. Noch 48 Tage bis zur Match Race Germany. Bitte dann wieder mit Traumwetter, atemberaubender Bergkulisse im glitzern der Sonne und wohlig warme Temperaturen. Also bitte kein Bodensee Osternwetter 2012.