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Sport am Bodensee: ZDF Sportreporter Nils Kaben beim Match Race Germany 2013 in Langenargen

Sport am Bodensee heute wieder mit einer Sequenz aus Langenargen. Nils Kaben macht einen guten Job beim Match Race Germany. Er ist der Reporter am Mikro. Aber was ist besser wie eine Arbeitsprobe …

ZDF Sportreporter Kaben arbeitet seit 1990 für den Öffentlich-Rechtlichen Sender. Er gilt als Segel- und Fußballexperte. Seit Beginn seiner Tätigkeit beim ZDF war der sympathische Reporter bei allen Fußball-Europameisterschaften und FIFA WM-Turnieren im Einsatz. Im Segelsport hat Nils Kaben selber sportliche Meriten aufzuweisen. In der DDR wurde er im 420er Vize-Meister. Der 44-Jährige berichtet auch engagiert und mit viel Fachwissen von olympischen Segelregatten. Auch den America`s Cup hat Nils Kaben fachmännisch medial begleitet.

Zu den aktuellen Resultaten, Fotos, Basisdaten und Stimmen von Langenargen geht es hier bei der offiziellen Website matchrace.de entlang.

Blick ins Sportarchiv: Texte zu Uli Hoeneß

Auch Maybrit Illner hatte diese Woche das Thema Uli Hoeneß auf dem silbernen Tablett. Doch schauen wir einfach in ein paar Texte zum Präsidenten und ehemaligen Manager von Rekordmeister Bayern München. Das ist der Vorteil beim bloggen, der Gang in das eigene Sportarchiv gelingt mühelos. Also los geht es:

,,Campieren wegen einem 5er Smartphone in München im Jahr 2012 … Das ich das noch erleben durfte. Derweil gibt Uli Hoeneß in der bereits erschienen Ausgabe vom Oktober des Fußballmagazins 11Freunde ein längeres Interview. Da streift er wie nebenbei auch den Fußball in Leipzig. Stichwort RB Leipzig. Attestiert Hopp von Hoffenheim mehr Herzblut und Nachhaltigkeit für Fußball im Vergleich zu Red Bull Chef Mateschitz. Ich bin mir da nicht so sicher. In der Regel zieht Mateschitz seine Sponsorengagements bis zum angestrebten Erfolg durch. Ich wage nicht meinen Instinkten zu widersprechen. RB Leipzig wird Deutschland in einigen Jahren in der Bundesliga sehen. Hoeneß gibt auch VW einen mit. Stichwort Meisterschaft 2009 mit Wolfsburg. Teuer erkauft. Der Weltmeister von 1974 macht über seine Abneigung gegenüber Twitter keinen Hehl draus. Der Präsident von Bayern München will in China Sponsoren stärker mit einbinden. Dort wird bei der Ankunft von Bayern München auch schon einmal von den Chinesen zur Begrüßung der Fußballer Stern des Südens gesungen. Der einstige wieselflinke Stürmer hat bei der Summe von 40 Millionen für Martinez auch an den Bau von Kindergärten für diesen Geldbetrag gedacht. Er sieht die Bundesliga in 10 Jahren in Europa dominieren. Hoeneß trägt dann nach getaner Arbeit inclusive der Fotos zum Interview auch mit den Redakteuren die Bank den Hang hinunter.”

sportinsider, in Warteschlange fernab von Uli Hoeneß am 22.09.2012

Doch tauchen wir ruhig auch in einen bereits etwas länger zurückliegenden Text.

,,Szenenwechsel. Uli Hoeneß war kürzlich beim Sparkassenforum in Neustadt/Aisch. Die Markgrafenhalle war bis auf den letzten Platz besucht. Der frühere Bayern München Manager und jetzige Präsident sprach Klartext.   Bratwurstfabrikant Hoeneß referierte zum ThemaDer Weg des FC Bayern München von einem Fußballverein zu einem Wirtschaftsunternehmen -. Das mag Nostalgiker schmerzen. Dabei ging es in meiner Erinnerung (seit 1973 verfolge ich intensiv das Fußballgeschehen) schon immer auch um Geld. Die Summen waren nur kleiner. Erinnert sei an das erste Jahresgehalt von Günter Netzer bei Real Madrid. Oder die kolportierte Summe vom Werbevertrag von Franz Beckenbauer mit dem Tütensuppenhersteller Knorr. Uli Hoeneß seine Rede wurde übrigens mehrfach von stürmischen Beifall unterbrochen.”

sportinsider, in Roman Abramowitsch, Uli Hoeneß, St. Pauli und der Kommerz, am 20.11.10

Im November 2010 gab es ja auch über die Dissonanzen zwischen Louis van Gaal und Uli Hoeneß zu berichten.

,,Medien wollen gefüttert werden. Nach der massiven Kritik von Uli Hoeneß an Meistercoach Louis van Gaal auf Sky gab es reichlich Fleisch. War es ein verspätetes Echo auf die Buchpräsentation von Louis van Gaal in Schuhbecks Südtiroler Stuben?

Derweil dürfte der Konflikt zwischen Hoeneß und van Gaal weiter schwelen. Von einem harmonischen Arbeitsverhältnis sind die beiden so weit entfernt wie der Salzstock in Gorleben von einem verlässlichen Atommüll-Endlager.”

sportinsider, in Sky, Uli Hoeneß und die Raubtierfütterung am 03.11.2010

Uli Hoeneß ist zeitig in mein Leben getreten. Ich war 10 Jahre alt. Anlässlich seines Wechsels vom Manager zum Präsidenten war es im Jahr 2009 Zeit für eine Hommage.

,,Die 2005 eingeweihte Allianz Arena und ihre Finanzierung ist die vielleicht größte Herausforderung für Uli Hoeneß gewesen. Seine gesamten Erfolge als Spieler und Manager für Bayern München aufzählen, hieße Eulen nach Athen tragen. Er ist in den letzten Tagen von den Zeitungen und Magazinen der Republik mit Lorbeeren und Rückblicken auf sein Lebenswerk bedacht worden. Auch seine größten Kritiker nehmen innerlich Haltung an.

Ich habe Uli Hoeneß das erste mal als 10-jähriger Junge 1973 live im Europapokal der Landesmeister gegen Dynamo Dresden spielen sehen. 1976 habe ich mir beim verschossenen Elfmeter von Belgrad im EM Finale die Haare gerauft. Er war und ist für mich der beste Fußballmanager über Jahrzehnte gewesen. Seine Leidenschaft und sein Feuer waren immer stark. Natürlich musste er auch einiges austeilen. Einstecken auch.

Uli Hoeneß hat Bayern München geprägt. Den Verein groß gemacht. Nicht alleine. Das geht auch gar nicht. Doch er war über 30 Jahre lang Lokomotive. Er hat auch stets im Erfolgsfall an die Spieler gedacht die sich mit Verletzungen rumgeschlagen haben, denen es zwischenzeitlich dreckig ging und persönliche Lebenskrisen hatten. Er hat dort immer ein sehr großes Herz gehabt. Mir fallen da spontan seine Unterstützung für Gerd Müller am Krankenbett ein. Seine Hilfe für Alexander Zickler, die Anerkennung für Jens Jeremies seinen körperlichen und gesundheitlichen Einsatz in der Champions-League Saison 2000/20001, die Bemühungen um Sebastian Deisler oder das einstige auffangen von Mehmet Scholl in einer schwierigen Lebensphase. Uli Hoeneß hat immer alles gegeben.”

sportinsider, in Hommage an Uli Hoeneß am 28.11.09

Uli Hoeneß hat sich zahlreich zu Wort gemeldet. Auch in der Personalie des bei der Nationalmannschaft nicht mehr gelittenen Michael Ballack:

,,Es regnet, jedenfalls am Bodensee. Kein Grund sich die Laune verhageln zu lassen. Die ideale Zeit für ein weiteres vergnügliches Kieser Training in Friedrichshafen.  So ganz vergnügt scheint mir hingegen momentan Michael Ballack nicht zu sein. Ich habe soviel vom sich über Monate hinziehenden Dialog zwischen dem Ex-Kapitän und dem Übungsleiter Löw gehört. Sie können sicherlich beide nichts dafür. Mir hängt das Thema jedenfalls zum Halse hinaus. Uli Hoeneß hatte bereits vor einem Jahr in der Sport Bild dazu eine klare Meinung und Ratschlag an den ehemaligen Bayern München Spieler:”

sportinsider, in Uli Hoeneß hat auch in Sachen Michael Ballack den richtigen Richer gehabt am 18.06.11

Dabei habe ich durchaus auch einen kritischen Blick gehabt, bei Dingen wo Uli Hoeneß meiner Meinung nach daneben lag.

,,Jetzt hat der Vater des Bamberger Erfolgs im Basketball fundierte Kritik an Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann in der Süddeutschen Zeitung geäußert. Wolfgang Heyder spricht Klartext. Ungefiltert. Er springt der Trainerkapazität Bauermann zur Seite. Kritisiert die Art und Weise des Umgangs mit dem ehemaligen Coach in München. Die Demontage einer Person und Menschen. Wolfgang Heyder stellt Uli Hoeneß kein Zeugnis mit Bestnoten aus.”

sportinsider, in Wolfgang Heyder kritisiert Uli Hoeneß in Sachen Dirk Bauermann am 06.10.12

Uli Hoeneß hat schon immer polarisiert. Dies ist diese Woche, Medienhype hin oder her, nicht anders gewesen. Auffallend jedoch schon die Reaktionen von Menschen mit Parteibuch die sich vor kurzen noch gerne mit Uli Hoeneß ablichten ließen. Jetzt sei man enttäuscht. Lässt dies per TV verlauten.

Nachdenkenswert #160

,,ARD und ZDF betrachten sich noch immer als Konkurrenten. Tatsächlich aber sind sie Bruder und Schwester, finanziert von den Eltern Gebührenzahlern. Wir brauchen keinen Wettlauf um Übertragungsrechte im Fußball, keine Doppelübertragungen bei königlichen Hochzeiten und auch nicht zwei Sender bei Sportgroßereignissen.”

        Johannes Beermann, CDU, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, im stern

Wahl zum ZF Race Reporter 2012

Die Temperaturen hier unten am Bodensee kündigen es unverblümt an. Dabei gab es gestern zum Beispiel noch bei fabelhaft untergehender Sonne einen grandiosen Blick auf den Säntis und Altmann, diese majestätisch im Sonnenglanz ruhenden schweizer Berge. Aber das Jahresende naht. Noch zwei Monate dann sind wir bereits im Jahr 2013. Es beginnt jetzt so langsam die Periode der Wahlen. Der sportlichen Wahlen. Sportler des Jahres, Schachspieler des Jahres, die verschiedensten regionalen Wahlen nach der Mannschaft des Jahres werden die Aufmerksamkeit in den nächsten Wochen suchen und finden.

Kann sich jemand eigentlich in unserer schnelllebigen Zeit noch an die Gala in Baden-Baden im vergangen Jahr erinnern? An die Sieger? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Form des ZDF übertrug leicht zeitversetzt aus dem Kurhaus Baden-Baden. Der Stadt des Serienmeisters in der Schachbundesliga. Also ist die Erinnerung wieder da? Bei den Frauen gewann die Biathlonkönigin Magdalena Neuner, bei den Männern NBA-Heroe Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks und bei den Mannschaften die meisterlichen Fußballer (inclusive Pokalsieg in Berlin) von Borussia Dortmund. So das Votum der Sportjournalisten im vergangenen Jahr.

Doch zurück in das hier und jetzt.  Stammleser können sich noch an den Beitrag von mir am 27. März diesen Jahres über die Aktion ZF Racereporter erinnern. Meine Einleitungsworte waren:

,,Jede Region hat ihre unternehmerischen Schwergewichte. In Ingolstadt denkt jeder an Audi, in Wolfsburg an VW, Jena und Oberkochen verbindet man mit Carl Zeiss, Gütersloh mit Miele und Bertelsmann. In Friedrichshafen ist ZF so ein Schwergewicht.”

Jetzt ist die Zeit gekommen den Besten ZF Racereporter 2012 zu wählen. Die ZF Friedrichshafen AG mit weltweit über 72.000 Beschäftigten wollte das Sponsoring-Engagement zur DTM 2012 mit einer Kommunikationsstrategie unterstützen. Da sind ja Ideen immer gefragt.  Der ZF Fan Reporter war so ein Geistesblitz. Eine Idee die dann auch umgesetzt wurde. Auf zf.com/motorsport erfolgt die Abstimmung. Das Zeitfenster der Wahl ist bis zum 30.11.2012 geöffnet.

Ein Bonuspunkt in doppelter Ausführung ist auch mit in die Wahl eingebaut. So wird der ZF Race Reporter mit den meisten Wahlstimmen sowie ein Teilnehmer  der Abstimmung eine Reise nach Valencia zum exklusiven Formel BMW Fahrevent gewinnen. Der Formel BMW Talent Cup ist oft der erste Schritt in die Formel 1 – erfolgreiche Fahrer wie der zweifache Weltmeister Sebastian Vettel oder Nico Rosberg haben sie bereits erfolgreich durchlaufen. Es spricht übrigens nichts dagegen, dass der schnelle Red Bull Pilot in Kürze seine dritte Formel 1 Weltmeisterschaft einfährt.

Also ran an die Wahlurne. Wer die obige Ausfahrt zur Abstimmung verpasst hat – hier geht es entlang .

Eishockey: Pat Cortina kennt keine leichte Vorbereitung

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern. Er kommt. Jetzt. Die Rede ist von Pat Cortina. Neuer Coach der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Sein Verein EHC Red Bull München heißt die Doppelfunktion, Vereinstrainer und Verantwortlicher neuer Bundestrainer, für gut. Der Daumen ist nach oben gerichtet. Manager Christian Winkler in der tz vor der Ratifizierung des Vertrags:

,,Die Nationalmannschaft ist die wichtigste Mannschaft Deutschlands. Für den EHC wäre es eine Große Ehre, den Bundestrainer zu stellen.”

Na denn. Pat Cortina übernimmt das Amt vom glücklosen Jakob Koelliker. Das schweizer Experiment war gescheitert. Auch Eishockey in Deutschland ist ein Ergebnisspiel. Der neue Bundestrainer gilt als harter Hund. Cortina ist für eine intensive körperliche Vorbereitung seiner Teams bekannt. Da machte auch der Sommer 2012 keine Ausnahme. Eishockeytrainer Pat Cortina mit einem Statement in der tz:

,,Ich bin jetzt seit 24 Jahren im Geschäft – jedes Jahr gibt es diese Beschwerden. Ich glaube, ich höre auf mit meiner Arbeit, sobald jemand sagt, eine Vorbereitung bei mir wäre leicht. Zusammen mit Fitnesstrainer Daniel Müller haben wir gute Sachen gemacht.”

Die Vita von Pat Cortina weist unter anderen den Aufstieg von Ungarn in die A-Gruppe und das hochhieven vom EHC in die oberste deutsche Eishockey-Spielklasse auf. Ihm wird ein gutes Händchen bei der Förderung junger Spieler und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn nachgesagt. Mit der Verpflichtung zum Bundestrainer richten sich die Augen auch auf die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Pat Cortina wird den Spruch des einstigen Bundescoach Uwe Krupp kennen:

,,Schulterklopfen ist nur 50 Zentimeter von einem Tritt in den Hintern entfernt, du bist immer nur so gut wie dein letztes Turnier.”

Tief durchatmen. In Kürze steht der Deutschland Cup 2012 in München an. Cortina wird dort sein erstes Turnierecho als neuer Bundestrainer bekommen.

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Nadine Kleinert vervollständigt die Medaillensammlung in der Vitrine und Jan Ullrich bloggt auf Eurosport

Im Schatten des Scheiterns von Übungsleiter Löw und seiner betreuten Mannschaft sind die Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki gestartet. Nadine Kleinert zeigt jenen Siegeswillen den die Fußballer vermissen ließen. Im Interview auf leichtathletik.de sagt sie zu Ihrer Gefühlslage:

,,Ich strahle mittlerweile heller als die Sonne. Ich kann es einfach nicht fassen. Das hat man, glaube ich, auch nach dem letzten Versuch gesehen. Mir ist soviel durch den Kopf gegangen. Das war der fünfte Anlauf bei Europameisterschaften. Ich musste 36 Jahre alt werden, um das endlich mal zu erreichen. Ich habe jetzt alle Medaillen, die ein Athlet gewinnen kann, in meiner Vitrine. Darauf bin ich so stolz. Das schaffen nicht so viele.”

Nun, die Magdeburgerin erzielte 19,18 Meter im Kugelstoßen und krönte somit eine lange Laufbahn. Glückwunsch an Nadine Kleinert. Die Weite war ihr dabei egal. Was zählte war der Sieg. Ihr Wille Gold in Helsinki zu holen und in die Geschichtsbücher der Leichtathletik Einzug zu halten.

Warum kriegt die Truppe von Übungsleiter Löw eigentlich nicht diesen unbändigen Siegeswillen hin? Liegt es an der Stromlinienförmigkeit des Teams? Dem nicht zulassen von eckigen und kantigen Charakteren? Es werde Sommerpause. Zeit das sich was dreht.

Derweil startet die Tour de France, auch Höllentour genannt, dieses Wochenende. ARD und ZDF sind nicht dabei. Beide Sender ohne Live-Bilder. Die Tour gibt es bei Eurosport zu sehen. Was macht eigentlich Jan Ullrich? Einstiger Liebling von ARD und ZDF sowie vieler Deutschen. Eurosport hat im Netz einen kleinen Blog mit dem ehemaligen Tour de France Sieger aufgelegt. Mal sehen wie sich die Schreibfrequenz vom Wahlschweizer entwickelt.

Flauschcontent für alle Freunde von Günther Jauch und Helge Schneider

Ich kenne noch die Zeiten, wo der junge Günther Jauch das ZDF Sportstudio moderierte. Lang ist´s her. Später entwickelte sich Jauch zum Multitalent. Er moderierte verschiedene Sendungen. 1994 traf der ehrgeizige Moderator auf Helge Schneider. Jenen Mann mit dem Schalk im Nacken und in den Augen. Bitte den Vorhang auf für ein Spektakel mit deutlichen Punktgewinn für Helge Schneider. 

Biathlon-WM in Ruhpolding 2012: Magdalena Neuner Spiele?

Biathlon taucht heute hier im Blog nicht zur Premiere auf. Am 12. Februar 2010 wagte ich einen kleinen Rückblick auf die olympischen Winterspiele in Innsbruck 1976. Sie waren meine ersten intensiv medial erlebten Wintersportkämpfe. Dabei nutzte ich weder ARD noch ZDF. Es gab damals noch einen anderen deutschen sportaffinen Sender (im Laborversuch DDR) mit einem Faible für Sport im Schnee. Biathlon war noch sehr überschaubar:

,,Das heutige aufgeblähte Programm an Biathlon Wettkämpfen kam in sehr asketischer Form 1976 mit zwei Wettbewerben aus. Die Männer durften über 20 Kilometer und in der 4 x 7,5 km Staffel ihre Kräfte messen. Frauen mit dem Gewehr auf dem Rücken hatten gar keine Wettkämpfe.

Die UdSSR und die DDR belegten vor den USA die Plätze 1 und 2 in der Medaillenwertung. Auf Platz 5 kam die Bundesrepublik Deutschland. Die zwei erstgenannten Nationen gibt es heute auf der politischen Landkarte nicht mehr.”

 Nun, jetzt schreiben wir das Jahr 2012. Wintersport hat sich auch medial gemausert. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF zelebrieren seit Jahren Biathlon in der intensiven Dosis. Manch einer spricht gar von Überdosis.  Christian Spiller zog kürzlich auf Zeit Online in einem TV-Experiment Bilanz. Seine Einleitungsworte des Textes Nach 15 Stunden Wintersport schlief ich ein hatten diesen Rhytmus:

,,Der Kühlschrank ist voll, das Handy aus, die Heizung auch, Besucher werden abgewimmelt. 15 Stunden wird das ZDF an diesem Wochenende Wintersport übertragen. Ich werde die ganze Zeit vor dem Fernseher sitzen, fokussiert wie ein Biathlet am Schießstand. Weil ich die knapp zwei Millionen Zuschauer verstehen möchte, die jedes Wochenende einschalten, acht Stunden pro Tag und der ARD und dem ZDF Traumquoten verschaffen. Und weil die Fußball-Bundesliga Winterpause macht.”

Im Blickpunkt seit Jahren auch die Wettkämpfe der Frauen mit dem Gewehr auf dem Rücken. Es gibt unzählige Geschichten, Bilder, Interviews, Werbebotschaften (von Bankzertifikaten bis zur Wolle) etc. über und von Magdalena Neuner. Der Star einer einstigen Randsportart.

Die WM in Ruhpolding 2012 (hier geht es zur offiziellen Website) soll der Schlußstrich unter ihre Laufbahn sein. Vielleicht werden es Magdalena Neuner Spiele. Sechs Medaillen in sechs Wettbewerben sollen es am Ende der Medaillenjagd bei der heimischen WM sein. Die Medien werden sich festbeißen an der Personalie Neuner. Wer noch keine Substratsättigung zu verzeichnen hat, mag vielleicht auch noch ein wenig im Interview “Ich bin nicht nur die kleine süße Lena” auf Welt Online stöbern.

Magdalena Neuner hat noch nie eine Heim-WM bestritten. Die Erwartungen der Zuschauer vor Ort und an den Fernsehgeräten sind hoch. Dabei hat keiner einen Anspruch darauf enttäuscht zu sein, wenn es dann doch nicht nur die insgeheim erhofften goldenen Medaillen geben sollte.  Die Welt würde sich weiterdrehen, die Sonne weiter täglich aufgehen. Also ganz entspannt der Dinge entgegensehen.

Update: Das Sportportal Spox kann sich dem Phänomen Neuner auch nicht entziehen. Dabei wird auch nach links und rechts geschaut. Die Kultseite hat sich elf Kandidaten der Damen- und Herrenkonkurrenz vorgenommen: Die Biathlon-WM Ruhpolding 2012 im Spox Medaillencheck. Wird Ruhpolding zur großen Neuner-Show? Schaun mer mal!

Was macht eigentlich Jan Ullrich im Februar 2012?

Kann sich noch jemand an das Jahr 1993 erinnern? In Oslo holte sich damals ein Nobody den Straßenweltmeistertitel im Radsport bei den Amateuren. 1997 gewann er die Tour de France. In Uruguay wird der damals 23-Jährige daraufhin im November sogar auf einer Briefmarke verewigt. Ganz Deutschland (vielleicht mit Ausnahme die absoluten Nicht-Sportinteressierten) huldigte dem außergewöhnlichen Radsportler mit den Rostocker Wurzeln. Die Zeitungen überschlugen sich mit großen, begeisterten Schlagzeilen und Lobeshymnen. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF rockten förmlich in ihrer Euphorie. Radsport war in Deutschland eine Sportart ersten Ranges geworden. Der Held im Scheinwerferlicht war Jan Ullrich. Im Dezember 1997 wird er zum Sportler des Jahres in Deutschland gewählt.

Jahre der Zweikämpfe zweier begnadeter Radsportler sollten folgen. Die einst legendären Duelle zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich sind Sportgeschichte. Die Tour hat diesen Zweikampf in den Bergen und im Zeitfahren jedesmal entgegengefiebert. Die Zuschauer waren in den Bann gezogen. Bereits im Frühjahr wurde mit den Füßen gescharrt. Die Radsportfans wollten Jan und Lance auf dieser besonderen französischen Bühne sehen. Showtime.

Heute schreiben wir das Jahr 2012. Februar. Bitterkalt. Die Wintertemperaturen sind intensiv. Die Heizkosten schnellen in den Haushalten der Bundesbürger nach oben. Basketballfan Christian Wulff ist weiter im Amt. Little Hoffenheim vermeldet nach dem Rauswurf von Trainer Stanislawski eine Neuverpflichtung auf dem Schleuderstuhl.  Derweil schreibt Jan Ullrich auf eigener Webseite unter dem Titel Erklärung von Jan Ullrich zum CAS-Urteil – Schlussstrich unter die Vergangenheit seine Sicht der Dinge. Er blickt dabei auch auf 2006 zurück:

,,Kurz vor der Tour 2006 macht es dann einen großen Schlag: Suspendierung, Schlagzeilen, Ächtung, Hausdurchsuchungen, Strafverfahren, Klagen. Ich fühlte mich alleingelassen, wie durch ein Sieb gefallen. Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen. Wie gesagt: Ich will mich nicht beklagen, dass alles kam nicht ohne Grund. Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden. Auf Anraten meiner Anwälte und wie es in solchen Fällen üblich ist, habe ich zu den Vorwürfen geschwiegen.”

Jan Ullrich ist durch ein Wellenbad der Gefühle gegangen. Einst hochgejubelt, spürte er die Ablehnung und Abkehr von Schulterklopfern, Pseudo-Freunden, Radsportfunktionären, Politikern etc. Auf der aktuellen Facebook-Seite vom Tour de France Sieger 1997 sind zahlreiche Fans vertreten. Sie halten weiter zu ihm. 

Das Leben geht weiter. Auch morgen wird die Sonne wieder aufgehen. Jan Ullrich hat jetzt natürlich viele Zeilen in den Medien erhalten. Stellvertretend sei hier ein Blick in Der Tagesspiegel empfohlen.

Rauswurf von Trainer Stanislawski: Little Hoffenheim und eine arteigene Zeitrechnung

Christian Spiller, Redakteur im Sportressort von Zeit Online, powerte kürzlich ein komplettes Wochenende bei seinem ZDF TV-Experiment durch und zog unter dem Titel Nach 15 Stunden Wintersport schlief ich ein Bilanz. Fernsehen kann anstrengend sein.

Jetzt zeigt er sich wieder gut erholt und nimmt sich dem Thema Little Hoffenheim und die hausgemachten Probleme mit den Trainern sowie anderen Unwägbarkeiten im Kraichgau an.

In Hoffenheim, wo ist das Problem ? kommentiert er den Stanislawski-Rausschmiss und verweist auch auf die Rolle vom milliardenschweren Mäzen Dietmar Hopp:

,,Neulich gab Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp dem Fußballmagazin kicker ein Interview. Darin lobte er die Arbeit seines Trainers Holger Stanislawski. “Ich hoffe, Stani ist in acht Jahren noch hier”, sagte Hopp. Das war Ende Januar, Stani schaffte es gerade noch zehn Tage.”

Irgendwie sieht eine reelle Zeitrechnung anders aus. Oder sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden? Hoffenheim war einst Shooting Star der Bundesliga. Doch das scheint bereits Ewigkeiten her zu sein. Gefühlte 100 Jahre. Spiller nennt Hopp einen ,,Einmischer”. Mäzene haben dies so an sich. Jetzt also der vierte Trainer innerhalb von 14 Monaten. Der Nachfolger von Stanislawski sollte flexibel sein und den Kraichgau mit dem einstigen Regionalligisten Hoffenheim nicht als Lebensstellung sehen.