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Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (27)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (27)

Nach der Völkerschlacht zwischen Brasilien und Kolumbien hat Feldherr Scolari jetzt erstmalig nach vier Spielen hintereinander gegen nichteuropäische Mannschaften wieder ein Team aus Europa vor der Brust. Sehr schöne Halbfinalpaarung.

Brasilien – Deutschland  

Dienstag, 08. Juli, 22.00 Uhr, Belo Horizonte, im ZDF

Ein Sporthändler hier am Bodensee dekorierte Wochen vor Beginn der WM sein Schaufenster unter anderen mit einem leuchtenden Gelb.Traveler Digital Camera

Wie stark wirkte eigentlich der Heimvorteil für den Gastgeber im Halbfinale der bisherigen WM-Geschichte? Ein kleiner Ausflug wenige Stunden vor Beginn des Spektakels.

Der letzte WM-Gastgeber der seinen Heimvorteil in einem Halbfinale versemmelte war Deutschland 2006. An der Seitenlinie Jürgen Klinsmann und sein damaliger Assistent Joachim Löw. In der Kathedrale des deutschen Fußballs, in jenem eindrucksvollen Stadion in Dortmund, gab es jene schmerzhafte Niederlage gegen den späteren Weltmeister Italien. Auch vier Jahre vorher konnte der Gastgeber seinen Vorteil nicht in eine Finalteilnahme umwandeln. Südkorea schied 2002 in Seoul an Kahn und Ballack im Halbfinale mit 0:1 aus. Wir schauen ins Jahr 1998. Da gelang es Gastgeber Frankreich im Duell mit Kroatien den Einzug ins Endspiel mit einem knappen 2:1 Sieg nach einem Rückstand in der 46. Minute durch Davor Suker zu realisieren. Für die französische Mannschaft traf damals der beim AC Parma unter Vertrag stehende Verteidiger Lilian Thuram zweimal in der 47. und 69. Minute. 5 Minuten später dann die rote Karte für Laurent Blanc. Frankreich rettete in Unterzahl den Vorsprung ins Ziel gegen starke Kroaten, die im Viertelfinale Deutschland mit 3:0 aus dem Turnier geworfen hatten.Traveler Digital Camera

1990 gelang es ebenfalls dem Gastgeber nicht seinen Heimvorteil in einen geschichtsträchtigen Finaleinzug umzumünzen. Italien führte lange durch das Tor von Salvatore Schillaci aus der 17. Minute. Jedoch glich Claudio Caniggia in der 67. Minute aus. Dann die Verlängerung und das Drama Elfmeterschießen. Der damals für den SSC Neapel spielende Diego Maradona schoss den letzten Elfmeter für Argentinien und verwandelte. Aldo Serena verschoss anschließend und da auch Roberto Donadoni für die gastgebenden Italiener nicht getroffen hatte, war das italienische Sommermärchen für die Nerven zeigende Mannschaft von Coach Azeglio Vicini vor 24 Jahren beendet.Traveler Digital Camera

1966 gab es einen Gastgebersieg im Halbfinale. England mit Banks, den Charlton Brüdern, Cohen, Wilson, Stiles (der hätte Spaß gehabt bei der Völkerschlacht Brasilien gegen Kolumbien am letzten Freitag - er ging keinem körperlich robusten Zweikampf aus dem Weg, mit dem Hang bis zur Nutzung aller legalen Grenzen und bisweilen auch dem Überschreiten der Regeln),  Moore, Ball, Peters, Hunt und Hurst. Diese Mannschaft besiegte in dieser Aufstellung Portugal mit dem großen Eusebio 2:1. In dem Jahr 1966 war übrigens der TSV 1860 München deutscher Meister. Bayern München holte sich den deutschen Pokalsieg und Borussia Dortmund gewann den Europacup der Pokalsieger. Deutschland unterlag damals dem Gastgeber England im Finale nach Verlängerung mit 2:4.Traveler Digital Camera

Bei der WM in Chile gab es im Halbfinale die Paarung von Gastgeber Chile gegen Brasilien. Brasilien hatte damals im Turnier ihren Star Pele durch Verletzung in der Vorrunde verloren. Doch sie hatten noch andere Stars in ihren Reihen. Der unvergessliche Garrincha erzielte die Tore zum 0:2 in der 9. und 32. Minute. Am Ende mussten sich die Chilenen den Brasilianern mit 2:4 geschlagen geben.Traveler Digital Camera

1958 musste der amtierende Weltmeister Deutschland beim Gastgeber Schweden im Halbfinale antreten. Die schnelle Führung der Deutschen durch Schäfer glich Skoglund aus. Mit dem 1:1 ging es für beide Teams in die Pause. Die schwedische Mannschaft erzielte in der 80. Minute das vorentscheidende 2:1. In der 89. Minute erhöhte Hamrin auf den 3:1 Endstand. Der Heimvorteil trug die Skandinavier ins Endspiel gegen die damalige Übermannschaft Brasilien. Mit Gilmar, Djalma Santos, Bellini, Orlando, Nilton Santos, Zito, Didi, Garrincha, Vava, Pele und Zagallo hatten die Südamerikaner ein Dream-Team zusammen.Traveler Digital Camera

Jetzt tief durchatmen. 1934 gewann Gastgeber Italien gegen Österreich im Halbfinale knapp mit 1:0. Die Umstände des Sieges der Italiener gegen das damalige Wunderteam der Österreicher liest sich bei Bruder Wikipedia so:

,,Mit diesem Erfolg stand die österreichischen Nationalelf im Weltmeisterschaftshalbfinale, wo man auf die Mannschaft des Gastgebers traf und knapp mit 0:1, nach einer zweifelhaften Schiedsrichterleistung des Schweden Eklind, verlor. Dieser war tags zuvor noch Ehrengast Benito Mussolinis gewesen. Österreich begann sehr ambitioniert und vergab in der Anfangsphase bereits eine große Chance durch Sindelar. In der 18. Minute jedoch brach der Italiener Orsi am linken Flügel durch und flankte zur Mitte. Platzer sprang hoch und konnte den Ball fangen, wurde aber von Meazza und Schiavio gefoult und im Fallen über die Torlinie gestoßen. Stark benommen blieb Platzer am Boden liegen, der schwedische Schiedsrichter Eklind erkannte trotz dieser unfassbaren Regelwidrigkeit das Tor an.”

Fair geht anders.Traveler Digital Camera

1930 bezwang Gastgeber Uruguay den Kontrahenten Jugoslawien mit 6:1 und zog ins Endspiel ein. Dort sollten sie die erste Weltmeisterschaft in der Geschichte gegen Argentinien mit einem 4:2 gewinnen. Die Jugoslawen hatten in der Vorrundengruppe 2 gegen Brasilien und Bolivien gewonnen und damit den heutigen Halbfinalgegner der Deutschen aus dem Turnier geworfen.Traveler Digital Camera

Insgesamt gibt es eine Bilanz von 9 Halbfinalspielen von WM-Gastgebern und davon kamen fünf ins Endspiel. Uruguay 1930, Italien 1934, Schweden 1958, England 1966 und Frankreich 1998. Auf der Strecke blieben kurz vor dem Finaleinzug Chile 1962, Italien 1990, Südkorea 2002 und Deutschland 2006.

Übersteht die Mannschaft von Übungsleiter Löw die ersten 25 Minuten ohne Gegentor gegen die leidenschaftlichen Brasilianer bestehen die Chancen 50% zu 50%. In der Vorrunde haben die Brasilianer eher sehr durchwachsen gespielt. Das ist Schnee von gestern. jetzt stehen sie im Halbfinale. Scolari ist bekannt dafür, seine Mannschaften notfalls mit der nötigen Härte aufs Feld zu schicken. Siehe die Partie damals 2006 in Nürnberg zwischen dem von ihm betreuten Portugal und der Niederlande im Achtelfinale. Die sueddeutsche seinerzeit:

,,Die Partie Portugal gegen Holland entwickelte sich zum Skandalspiel: Vier rote und 16 gelbe Karten machten das Spiel zu einer dramatischen Rauferei. Die Portugiesen kämpften sich besser durch und gewannen mit 1:0. Portugal hat in einer wahren Fußball-Schlacht den niederländischen Titeltraum zerstört.”

Feldherr Felipe Scolari machte sich damals nicht sehr viele Freunde unter den niederländischen Fußballfans. Apropos Anhänger aus den Niederlande. Ein schachspielender Fußballfreund aus unserem sympathischen Nachbarland mailte mir gestern einen Lesehinweis auf mochinegun:

,,For José Pekerman this was a chance to right the wrongs of the Germany match, but he must have been feeling a sense of dread as the parallels with 2006 continued to grow (and no one has beaten Brazil in a competitive home game since Peru turned them over in 1975). Was another tragedy on the horizon, or could Pekerman defeat his demons and Brazil to guide his brilliant Colombia side into the World Cup Semi-Finals?”

Auf Betriebstemperatur in diesen entscheidenden Tagen auch Fokus Fussball, allesaussersport, sportspool.tv und spielverlagerung.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (20)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (20)Foto (9)Heute genau vor 3 Monaten am 1. April saß ich im Hörsaal der Uni Konstanz und horchte andächtig den smarten Ausführungen von Günter Netzer beim SWR UniTalk zu. Er zählte dabei auch einige Komponenten auf, die eine Mannschaft benötigt um Weltmeister zu werden. Er verwies unter anderen auf den Baustein Weltklasse-Außenverteidigerpaar. Diese Komponente hat die Mannschaft von Übungsleiter Löw bei diesem Turnier nicht dabei.

Gestern verloren die Teams mit dem Low Budget gegen die finanziellen Schwergewichte. Nigeria und Algerien leisteten großen Widerstand. Die Mannschaft von Übungsleiter Löw trifft jetzt auf Frankreich. Dies war 1982 und 1986 jeweils die Halbfinalpaarung. Die Franzosen dürften da noch Rechnungen offen haben. Die Deutschen waren schuld, dass Michel Platini nie Weltmeister wurde. Hier eine knapp 11-minütige Zusammenfassung des 82er Thrillers von Sport1 in der Rubrik SportHistory auf YouTube.

Heute stehen die letzten beiden Achtelfinals auf dem Programm. Die Lionel Messi Elf spielte wie Brasilien recht ökonomisch in der Vorrunde. Beide südamerikanischen Mannschaften können frühestens am 13. Juli in Rio de Janeiro im Finale aufeinandertreffen. Doch heute steht für Argentinien erst die Partie gegen die Schweiz auf dem Programm.  Christoph Wesemann hat derweil auf Argentinisches Tagebuch übrigens unter dem Titel Die Flohristen: Wie César Luis Menotti, der verrückte Bielsa, Tata Martino und der Papst Argentinien zum Weltmeister machen eine hochinteressante Sache ausgegraben:

,,Mit dem FC Barcelona hat Leo Messi in dieser Saison nichts gewonnen, nicht die Champions League, nicht die Meisterschaft, nicht einmal den Königspokal. Selbst Weltfußballer ist ein anderer Spieler geworden. Bislang hatten so genannte Experten die Schwächephase des Argentiniers mit anhaltendem Verletzungspech, gesundheitlichen Problemen oder schlaflosen Nächten nach der Geburt seines erstes Sohnes Thiago erklärt. Nun aber sind dem Argentinischen Tagebuch über verschiedene Kanäle Dokumente zugespielt worden, die eine andere Deutung nahelegen.”

Die Dokumente sind sauber aufgedröselt in einer atemberaubenden Geschichte. Vielleicht lesen auch die Männer von Ottmar Hitzfeld die Story. Wenn die Schweiz Messi neutralisieren kann, haben sie eine Chance. Übrigens dürften kürzlich bei den 3 Toren von Bayern München Spieler Xherdan Shaqiri gegen Honduras auch die Sektkorken bei Matthias Sammer und Co. geknallt haben. Der Marktwert steigt in solchen Situationen.

Dann steht heute auch noch das  Duell Wilmots gegen Klinsmann an. Beide Trainer haben selber als Spieler WM Erfahrungen gesammelt. Belgien ging mit der Bürde des oft genannten Geheimfavoriten ins Turnier. Sie kamen nie so richtig aus dem Quark, erbeuteten aber 9 Punkte. Effektiver geht es kaum. Die USA profitierte und zehrte vom 2:1 Auftaktsieg gegen Ghana und dem Remis gegen nie richtig ins Turnier gekommene Portugiesen. Gegen Deutschland reichte dann eine Niederlage zum Weiterkommen ins Achtelfinale. Die Belgier haben bisher nur ein einziges Gegentor, durch einen Elfmeter von Algerien hinnehmen müssen. Der 22-Jährige Torwart Thibaut Courtois stand dieses Jahr bereits in einem großen internationalen Finale. Im Champions-League Finale hütete er das Tor von Atletico Madrid. Vor dem Turnier war aus belgischen Kreisen oft die Erinnerung an die großartige WM-Mannschaft von 1986 zu vernehmen, die damals in Mexiko bis in das Halbfinale vordrang und dort nur dem späteren Weltmeister Argentinien mit Diego Maradona weichen musste.

Argentinien – Schweiz  

Dienstag, 01. Juli, 18.00 Uhr, Sao Paulo, im ZDF

Belgien – USA

Dienstag, 01. Juli, 22.00 Uhr, Salvador, im ZDF

Ich erwarte Argentinien und Belgien im Viertelfinale.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (16)

Heute ist Ruhetag. Zeit zum durchschnaufen.copy-045.jpgDerweil gibt es vielleicht auch die Gelegenheit noch ein wenig zu stöbern in interessantem Zahlenmaterial. Eine gute visualisierte Übersicht der Körpergrößen und Gewichtsmaße aller Teams der WM-Endrunde gibt es hier gut aufbereitet zu sehen.

Die Leichtgewichte bei Deutschland sind Philipp Lahm mit 66 Kilo, Mario Götze mit 68 Kilo und Kevin Großkreutz mit 72 Kilo. Das meiste Gewicht in der DFB-Elf bringt Manuel Neuer mit 92 Kilo auf die Waage. Das sind 30 Kilo mehr wie Argentiniens Lionel Messi.

48 Vorrundenspiele sind um. Jetzt geht es in die K.o. Phase. Die Entscheidung fällt nach 90 Minuten, bei Bedarf nach Verlängerung oder dem sagenumwobenen Elfmeterschießen. Einer der 16 Achtelfinalisten wird am Ende der Weltmeister 2014 sein. Vor dem Turnier war mein WM-Favorit Brasilien. Das hat sich auch nach der Vorrunde nicht geändert. Wie sagte Schauspieler und Fußballfreund Heiner Lauterbach am 16. Juni so schön im Südkurier:

,,Ich habe noch nie eine WM gesehen, bei der der Weltmeister sieben gute Spiele gemacht hat. Der ist immer auch mal gestolpert.”

In der Geschichte der WM haben Uruguay, Italien, England, Deutschland, Argentinien und Frankreich vor heimischem Publikum ihre Weltmeisterschaften 1930, 1934, 1966, 1974, 1978 und 1998 zu Titeln genutzt. Dieser nicht zu unterschätzende Heimvorteil der Elf von Felipe Scolari kann gerade in engen Spielen die entscheidenden 2 bis 3 oder auch 4 Prozent ausmachen. Da haben wir jetzt noch gar nicht über Wunderstürmer Neymar gesprochen.

Ein Dauerthema der WM ist natürlich die Berichterstattung von ARD und ZDF. 11 Freunde Chefredakteur Philipp Köster im lesenswerten Interview bei Meedia:

,,Nervig ist eigentlich nur, dass sich die Sender offenbar durchgehend als versteckte PR-Kompanie des DFB verstehen. Ständig ist von “wir” die Rede, wenn es um die Nationalelf geht. Und ein Reporter, der im Morgenmagazin der deutschen Nationalelf zuruft: “Gebt Gas, Jungs!” – da fragt man sich ja wirklich, ob der noch alle Latten auf dem Zaun hat.”

Stammleser wissen, dass ich nicht zum Fanclub von KMH (Katrin Müller-Hohenstein) gehöre. Kürzlich hatte ich bei einem sogenannten Interview mit Mario Götze umgeschaltet. Auch Philipp Köster hatte sich die Fußball fremdelnde Plauderei zwischen dem Bayern Spieler Götze und der ehemaligen Antenne Bayern Moderatorin zeitweise angeschaut.

,,Trotzdem drängt sich die Frage auf, warum Müller-Hohenstein jedes Gespräch in Rekordschnelle in Richtung Kaffeeklatsch steuert. Wenn man Mario Götze schon mal ausführlicher vors Mikrofon bekommt, wäre das doch eine feine Gelegenheit, ihn mal zu ein paar fußballerischen Dingen zu befragen. Stattdessen geht es dann um Frühstücksrituale und darum, ob er sich nicht der Schafkopfrunde der Kollegen anschließen möchte. Da schaltet man doch gerne schnell mal um.”

Richtig, Fußball wurde gestern auch noch gespielt. Unter anderen Deutschland gegen USA. Für ein Fazit der Tätigkeit von Übungsleiter Löw ist es noch zu früh. Es war übrigens auch keine “Todesgruppe” wie Jürgen Klinsmann nach dem Spiel kund tat. Diese Überhöhung von Fußball nervt manchmal. Die DFB Elf kommt am Ende ihrer Pflichtaufgabe nach. Jetzt also gegen Angstgegner Algerien. Die bisherige Länderspielstatistik sieht zwei Spiele mit Verlustpartien. Die erste gab es vor 50 Jahren. Am Neujahrstag 1964 gab es eine 0:2 Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen das algerische Team. Und dann war da ja noch 1982. Jener 16. Juni mit der 1:2 Niederlage der Derwall-Elf gegen Algerien, der zwischenzeitliche Ausgleich durch Karl-Heinz Rummenigge nur Makulatur.

Russland wahr wahrlich nicht von Glück überschüttet bei dieser WM. Erst der Torwartpatzer zum halben Eigentor gegen Südkorea, dann der nicht gegebene Elfmeter im Spiel mit Belgien und jetzt vor dem Ausgleichstreffer durch Algerien diese Laserpointerattacke auf den russischen Keeper Akinfejew. Ein Glück für das Nationalteam Russlands, sie müssen für das nächste Turnier durch keine Qualifikation.

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (13)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (13)

Die große Fußballnation Italien hat Deutschland bei den Weltmeisterschaften mehrfach weh getan in den Jahren 1970, 1982 und 2006. Übungsleiter Löw machte dann auch noch die Halbfinalerfahrung bei der EM 2012. Lieblingsgegner sehen anders aus.

Nach dem italienischen Auftaktsieg gegen England gab es dann keine weiteren Punkte für die Männer um Buffon, Pirlo, Balotelli und Co. Italien und Uruguay kämpfen heute um den Einzug ins Achtelfinale ab 18.00 Uhr in Natal. Italien war gegen Costa Rica zeitig platt. Die Pässe von Pirlo waren insgesamt zu wenig, um ernsthaften Druck aufzubauen auf die einsatzstarke Abwehr von Costa Rica. Reporter Tom Bartels bei der Liveübertragung im ARD:

,,Costa Rica wird den Eindruck bekommen, wenn der Ball nicht zu Pirlo kommt, kann es nicht gefährlich werden.”

Auch der Uraltdoppelweltmeister Uruguay (1930, 1950) wirkte im ersten Spiel gegen Costa Rica zeitig matt und sie fanden sich zu Recht mit einer 1:3 Niederlage ins Turnier gestartet, am Ende der Gruppentabelle. Im zweiten Spiel gegen England dann mit Superstar Luis Suarez, mit einer ganz anderen Körpersprache und Laufbereitschaft. Können sie diese Intensität nochmals abrufen wird es eng für Italien. Andererseits reicht den Italienern ein Unentschieden. Die Südamerikaner müssen gewinnen. Eine Kleinigkeit, die am Ende durchaus den Unterschied ausmachen kann.

Costa Rica ist durch. England erinnert an die Situation im deutschen Handball.

Costa Rica mit 6:0 Punkten nach den beiden ersten Spielen. Damit konnte das Achtelfinale gebucht werden. Für England wieder ein Turnier der Enttäuschung. Irgendwie erinnern sie mich an die Situation der deutschen handballer. Da haben die Engländer mit der Premier League eine hochgradig starke Liga, doch die eigenen Talente kommen meist nicht an den Schaltstellen zum Einsatz, da qualitativ starke Ausländer diese Positionen in den englischen Vereinen besetzen. Die deutsche Handballbundesliga wirbt damit, die stärkste Liga der Welt zu sein, doch auch hier kommen die einheimischen Talente nicht an den ausländischen Weltklassespielern vorbei. Ein Problem auf das einst Heiner Brand nach Peking im focus hinwies.

„Seit nahezu zwölf Jahren haben ich immer wieder angemahnt, dass junge Spieler gefördert werden müssen, sonst wird irgendwann dieser Zustand, den wir jetzt gerade erleben, zum Normalfall, und das darf im Sinne des Handballs nicht sein.“

Man beachte den von Heiner Brand benanten Zeitraum der angemahnten Versäumnisse. Keine drei Jahre, keine fünf Jahre, keine 6 Jahre. Unglaubliche zwölf Jahre. Der Rufer in der Wüste. 2011 im FAZ Interview unter dem Titel Im deutschen Handball gibt es zu viele Stinkstiefel legte er nach:

,,Dass sich allerdings zum Beispiel bei der Ausländerregelung in der Bundesliga gar nichts tut, dass ein Großteil der Leute nur kurzfristige egoistische Ziele anpeilt und sich nicht strategisch mit der Zukunft des Handballs beschäftigt, ist für mich auf Dauer zermürbend. Das Drumherum im Handball ist nicht das, was ich mir vorstelle. Das bringt die Sportart nicht weiter.”

Auch die englische Fußballnationalmannschaft kommt seit Jahren nicht so richtig weiter. Dabei mag ich den englischen Fußball sehr. Habe die goldene Ära des FC Liverpool erlebt, klar Manchester United und das Barcelona Spektakel oder Chelsea mit dem Sachsen Michael Ballack. Die englischen trinkfesten Fans bei der WM 2006 bei ihrer Stippvisite in Nürnberg. Eine gute Heimreise. Der Tagesspiegel meint:

,,In England ist die Diskussion über das eigene Nationalteam mal wieder bei der Premier League angelangt. Spieler aus der Liga jubeln ja viele bei der WM in Brasilien – nur nicht im England-Trikot. Die eigene Top-Spielklasse wird für die Misere der Engänder verantwortlich gemacht. Eine Lösung ist nicht in Sicht.”

Japan trifft auf Kolumbien 

Von Japan kam bisher nicht so viel. Der Auftaktniederlage gegen die Elfenbeinküste schloss sich die Nullnummer gegen Griechenland an. Selbst gegen dezemierte Griechen gelang kein Sieg. Es war bisher nicht die WM der Asiaten. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.  Wenn Kolumbien nicht volle 100% gibt, da sie schon durch sind, können die Japaner durchaus punkten. Man wird sehen. Um eigene Chancen auf ein Weiterkommen zu beanspruchen, bedarf es eines Sieges der Asiaten gegen die Südamerikaner.

Griechenland bisher noch ohne Tor, Elfenbeinküste mit guter Ausgangslage.

Die Griechen sah ich vor der WM nach der Vorrunde nach Hause fahren. Dass sie noch Chancen haben auf ein Weiterkommen bei der Konstellation der Gruppe C (siehe dazu auch die Tabellenübersicht beim kicker), spricht für die Unausgeglichenheit von Japan und der Elfenbeinküste. Aber ehrlich, wenn ich mir etwas wünschen darf, würde ich dann doch lieber die Elfenbeinküste mit ihrem sympathischen Oldie Didier Drogba im Achtelfinale sehen. Sie haben es selber in der Hand. Bei einem Sieg gegen Griechenland sowieso. Bei einem Unentschieden kommt es auf den Ausgang vom Spiel Japan gegen Kolumbien an. Ein Sieg der Kolumbianer oder ein Unentschieden würden Drogba und Co. dann auch reichen. Bei einem Sieg kommt es auf das Torverhältnis an. Aber vielleicht geht es auch ohne Taschenrechner. Man wird sehen. Das ist ja oft bei solchen Konstellationen in den Gruppen am letzten Spieltag, dieses kribbeln. Die Weltmeisterschaften halten da immer wieder Hitchcock-Thriller bereit.

Italien – Uruguay

Dienstag, 24. Juni, 18.00 Uhr, Natal, im ZDF

Costa Rica – England

Dienstag, 24. Juni, 18.00 Uhr, Belo Horizonte, im ZDFinfo

Japan – Kolumbien

Dienstag, 24. Juni, 22.00 Uhr, Cuiaba, im ZDFinfo

Griechenland – Elfenbeinküste

Dienstag, 24. Juni, 22.00 Uhr, Recife, im ZDF

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (9)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (9)

Die Reihen lichten sich langsam. Die ersten Teams können bereits die K.o. Spiele abschreiben. Seit  dem Ausscheiden von Spanien erhöhte sich signifikant der Traffic meines Blogbeitrages vom 29. Oktober 2012 “Wollen wir wirklich wissen, ob der FC Barcelona eine Dopingfabrik gewesen ist?”. Im Zuge der damaligen Lance Armstrong Affäre hatte die altehrwürdige schwedische Zeitung Aftonbladet gefragt:

,,Die Affäre ist der bisher klarste Beweis, wie verrottet das ganze System ist. Armstrong ist dabei nicht der einzige Heuchler. Wir alle sind es. Wollen wir wirklich wissen, ob der FC Barcelona eine Dopingfabrik gewesen ist?”

Ja, es lohnt durchaus ein wenig genauer hinzuschauen. Thomas Kistner zeichnete vor zwei Jahren in der Süddeutschen Zeitung ein ganz brauchbares Sittengemälde des spanischen Sports unter dem Titel Weltliche Hilfe für die Generation Gold.

Chilenischer Cocktail und Hofberichterstattung mit KMH und Co. bei ARD und ZDF

Der spanische Kontrahent Chile also souverän mit zwei Auftaktsiegen in der nächsten Runde. Indirekter-Freistoss hat bei seiner Presseschau unter dem Titel Pisco & Testeron: Der chilenische Cocktail? liebevoll  Details herausgearbeitet. Erik Meyer verweist in seinem Überblick in der Presselandschaft auch auf eine unsägliche Hofberichterstattung, die sich Dirk Gieselmann im Tagesspiegel vorgenommen hat. Es geht konkret um KMH (für meine Schweizer und österreichischen Leser – KMH steht für die ehemalige Radiomoderatorin von Antenne Bayern, Katrin Müller-Hohenstein) und dem “distanzlosem Ranschmeißjournalismus” der sich bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet hat.

,,ARD-Kommentator Gerd Gottlob etwa spricht von „Wir“, wenn er die deutsche Nationalmannschaft meint, der Fernseh-Azubi Hasan Salihamidzic darf sich mit ehemaligen Mitspielern am Swimmingpool in den Feierabend giggeln. An einem anderen Beckenrand saß wiederum Katrin Müller- Hohenstein mit ihrem Lieblingsstümer Lukas Podolski, sie malten mit den Zehen Kringel ins kühle Nass. Wesentlich interessanter als das so genannte Interview war die Frage: Wann schubst er sie endlich rein? Das war ja damals, im Freibad Bergheim, wo Poldi die Sommerfreien verbrachte, die höchste Form der Liebesbekundung.”

Uruguay fuhr gestern Abend den Sieg ein, den ich ihnen bereits im Auftaktspiel gegen Costa Rica aufgrund des exhorbitant guten Kaders zugetraut hatte. Ein Favoritensieg gab es da jedoch nicht. Es bedurfte wirklich des Einsatzes von Luis Suarez um den ersten Sieg für die Südamerikaner bei diesem Turnier einzufahren. Der englische Star Wayne Mark Rooney wird in fast genau 4 Monaten am 24. Oktober 29 Jahre alt. Gestern erzielte er sein erstes (kein Schreibfehler) WM-Tor. Ein weiterer Kandidat für die Rubrik: Hoffnungsvoller Fußballer mit unvollendeter WM-Karriere. Kolumbien weiter sehr stark. Widerstandsfähig und mental sowie physisch in guter Form. Die Elfenbeinküste war lange zu passiv. Die Einwechslung von Oldie Didier Drogba brachte, anders wie gegen Japan, nicht die gewünschten Resultate. Statt dessen gab es den unmittelbaren Rückstand und Drogba sah da nicht wirklich gut dabei aus.Traveler Digital CameraKann Italien gegen Costa Rica auf die Abgezocktheit von Mario Balotelli vertrauen?

18.00 Uhr und 21.00 Uhr treten vier Mannschaften an, die die WM mit Siegen begannen. Von Costa Rica hatten dies die wenigsten erwartet. Co-Trainer Paulo Wanchope zeigte sich demonstrativ selbstbewusst im Hinblick auf die 2. Partie. Heute kreuzen sie mit Italien die Kräfte. Der Weltmeister von 2006 zeigte gegen die Engländer jene Abgezocktheit, die sie zu insgesamt vier Weltmeistertiteln führte. Im tropischen Manaus war das Enfant terrible Mario Balotteli der Matchwinner. In der Torschützenliste hängt er zwei Treffer hinter Thomas Müller hinterher. Mal sehen ob der Sprücheklopfer und Freund schneller Autos heute weitere Taten folgen lassen kann. Übungsleiter Löw hat an Mario Balotelli ungute Erinnerungen. Seine zwei Treffer besiegelten das Aus der DFB-Elf im Halbfinale der EM. Gegen Balotelli wirkt selbst ein Spieler wie Kevin Großkreutz wie ein braver Musterschüler. Jener Großkreutz durfte diesmal ja mit. Bei der Europameisterschaft 2012 war er noch Zaungast. Holger Gertz schrieb damals vor dem Turnier in der Süddeutschen Zeitung über die Stromlinienförmigkeit der Nationalelf unter Übungsleiter Löw:

,,Der Dortmunder Kevin Großkreutz, vor seiner Karriere ein Stammgast auf der Dortmunder Südtribüne, hat öfter davon geredet, die Konkurrenz aus Schalke zu hassen. Großkreutz hat sich die Dortmunder Skyline als Tattoo auf die Wade stechen lassen. Sein Ansehen bei den Dortmunder Fans mit Gottstatus zu beschreiben, hieße, die Wahrheit nur zu streifen. Großkreutz hat eine beachtliche Saison gespielt, aber es hat nicht gereicht für einen Platz bei Löw. Er hätte auch irgendwie nicht hineingepasst in diese Mannschaft.”

Schweiz und Frankreich können das Tor zum Achtelfinale weit aufstoßen

Ottmar Hitzfeld und Didier Deschamps konnten mit ihren Teams auch die ersten Hausaufgaben lösen. Vor acht Jahren gab es bei der WM in Deutschland ein trostloses 0:0 zwischen der Schweiz und Frankreich. Die Franzosen marschierten dann noch bis ins Endspiel in Berlin. Doch zurück zur WM 2014. Der Last Minute Sieg der Schweizer steht heute auf dem Prüfstand: Wie gut sind diese Eidgenossen? Die Mannschaft ist talentiert, hungrig und mental stark. Frankreich konnte auf den Torinstinkt von Benzema vertrauen, dem 2,5 Tore gegen Honduras gelangen. Offiziell notiert er natürlich bei 2 Treffern. Wo die Franzosen genau stehen, lässt sich nach der Auftaktpartie noch nicht genau bestimmen. Dazu war der Kontrahent nicht widerstandsfähig genug. Coach Deschamps gehört übrigens zu den 2 Trainern bei dieser WM, die als Spieler an einer Weltmeisterschaft teilnahmen und dabei mit dem Weltmeistertitel glänzen konnten. Er gehörte der erfolgreichen französischen Mannschaft von 1998 an. Der zweite Coach mit dieser Vita ist Jürgen Klinsmann, der 1990 mit Deutschland Weltmeister wurde.

Die Auftaktverlierer Honduras und Ecuador kreuzen die Klingen

Honduras und Ecuador gibt es zur geschmeidigen Zeit von 24.00 Uhr im ARD zu sehen. Ecuador ging gegen die Schweiz gar in Führung und mussten sich wie gesagt nur in letzter Minute geschlagen geben. Honduras haderte mit der Torlinientechnologie, hatte aber gegen Frankreich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen können. Turniertechnisch hilft beiden Mannschaften nur ein Sieg. Nach den Vorstellungen zum Auftakt geht Ecuador als Favorit in das Spiel. Ihr Trainer Reinaldo Rueda studierte einst an der Sporthochschule Köln. Der Kolumbianer Rueda kennt den heutigen Kontrahenten gut. 2010 führte er Honduras zur WM nach Südafrika. Jetzt coacht er also Ecuador. Sie investierten gegen die Schweiz viel und mussten nur sich nur knapp durch das besagte späte Tor der Eidgenossen geschlagen. Ecuador setzt dabei große Hoffnung auf Antonio Valencia, den Spieler von Manchester United. 2006 wurde er in einer Internetwahl als Bester Junger Spieler klar vor Cristiano Ronaldo gewählt. Die FIFA bestimmte damals Lukas Podolski zum besten Jungprofifußballer. Auch bei Honduras steht ein Kolumbianer in der Coaching-Zone. Trainer Luis Fernando Suarez ist seit dem 15. März 2011 verantwortlich für die Geschicke der Nationalmannschaft.  Die Bilanz von Honduras gegen Ecuador liest sich so: 13 Spiele, zwei Siege, acht Unentschieden und drei Niederlagen bei 13:14 Toren. Beim letzten Aufeinandertreffen 2013 gab es ein 2:2.

Italien – Costa Rica

Freitag, 20. Juni, 18.00 Uhr, Recife, im ARD

Schweiz – Frankreich

Freitag, 20. Juni, 21.00 Uhr, Salvador, im ARD

Honduras – Ecuador

Freitag, 20. Juni, 24.00 Uhr, Natal, im ARD

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (8)

Fußball-WM 2014: Meine Tage mit Übungsleiter Löw (8)

Nicht jede Zeitung breitete übrigens diese Woche einen euphorischen Teppich für die Elf von Übungsleiter Löw aus. Die LA Times merkte an:

,,Auch eine Szene bleibt in Erinnerung, über die man in Nordamerika nur die Stirn runzelt: Müller schmückte die leichte Berührung von Pepe aus und täuschte Schmerzen vor.”

Apropos Strin runzeln. Sportspool.tv merkt mit Blick auf morgendliche Läufe von Joachim Löw und der medialen Begleitung der ÖR an:

,,Es ist immer wieder erbaulich KMH am Strand zu sehen. Da bekommt die Phantasie Flügel, erfährt man Wissenswertes. Zum Beispiel, dass Frühaufsteher Löw Morgens am Strand nicht joggt, sondern kurze Tempoläufe macht. Da hatten – die lieben Kollegen von der ARD – allerdings anderes berichtet. Jetzt sollte es einen #aufschrei bei Twitter geben. So etwas Unkorrrrrektes kann man einfach nicht durchgehen lassen ….”

Der Tagesspiegel kritisiert die Berichterstattung der WM 2014 unter dem Titel Zwischen den Spielen: Qualitätsvolle Nullberichterstattung und stellt fest:

,,Einiges gewonnen wäre, wenn ARD und ZDF statt der qualitätsvollen Nullberichterstattung aus dem deutschen Mannschaftsquartier etwas mehr Qualität in die Berichte über die Mannschaften der anderen, insbesondere nichteuropäischen Länder stecken würde. Das hätte natürlich auch was Angstlösendes.”

Heute stehen 6 Mannschaften auf dem Rasen und bestreiten ihr jeweils 2. Gruppenspiel. Vier Teams mussten dabei mit Niederlagen vom Auftakt mental klar kommen. Uruguay war für mich persönlich die größte Enttäuschung im bisherigen Weltmeisterschaftsturnier. Die erfahrene Mannschaft mit namhaften Spielern blieb vieles bei der Pleite gegen Costa Rica schuldig. Sie japsten nach Luft, stemmten sich nicht gegen die drohende Niederlage. In der ersten Begegnung des heutigen Tages treffen mit Kolumbien und der Elfenbeinküste zwei Auftaktgewinner aufeinander. Die Südamerikaner überzeugten auch ohne ihren verletzten Star Falcao. Die Elfenbeinküste drehte einen Rückstand gegen Japan auch mit Hilfe des 36-Jährigen Didier Drogba. Der Gewinner des heutigen Matchs kann dann bereits die Organisation der Vorbereitungen an das Achtelfinale beginnen. Gemach, Gemach. Wir werden sehen.

Dann stehen sich heute 21.00 Uhr in Sao Paulo der zweifache Weltmeister Uruguay (1930, 1950) und England, der 66er Weltmeister von Wembley, gegenüber. Schönen Gruß an die Torlinientechnologie. Die Engländer leisteten erheblichen Widerstand gegen abgezockt agierende Italiener. Heute hilft eigentlich beiden fast nur ein Sieg aus turniertechnischer Sicht weiter. Urugay ließ im ersten Spiel den Star Suarez auf der Bank. Während des Spiels machte er sich zeitweilig warm an der Außenlinie, wurde jedoch nicht eingewechselt. Die Südamerikaner kamen 2010 mit einem humorlosen Unentschieden gegen Frankreich schwer ins Turnier und schafften es dann durch furiosen Fußball bis in das Spiel um die Goldene Ananas gegen die deutsche Elf. Diego Forlan war dabei herausragend. Damals war 31. Heute ist Forlan 35. Insgesamt wirkte die Mannschaft von Oscar Tabarez bei der Verlustpartie gegen Coasta Rica überaltert. Kein Spieler in der Anfangsformation, wenn meine Statistik mich nicht im Stich gelassen hat, war jünger wie 27 Jahre. Was soll ich zu England sagen? Seit 1966 ist ihnen nicht mehr wirklich viel gelungen mit der Nationalmannschaft. Die Clubs sind eine ganz andere Spielwiese in puncto Erfolg.

24.00 Uhr Spiele sind ja in der Regel etwas für Hardcore-Fans. Wenn dann noch die Paarung Japan gegen Griechenland lautet, ist ein wachbleiben schon fast ein Statement. Meine Erwartungshaltung gegenüber Griechenland für die WM war nicht besonders hoch. Bei der 0:3 Auftaktniederlage gegen Kolumbien bestätigten sie mein Bauchgefühl. Japan ist meistens unangenehm zu spielen. Laufstark, einsatzstark, auch eine Beharrlichkeit in der Bearbeitung des Gegners. Die japanischen Frauen zerstörten das geplante Sommermärchen 2011 der Mannschaft von Silvia Neid in Deutschland. Matthias Sammer hatte die deutschen Frauen für ihre jahrelange Konzentration auf Turniere immer bewundert. Beim 2011er Turnier vermisste er diese Fokussierung, störte sich auch an den zahlreichen Ablenkungen, Marketingmaßnahmen mit den Spielerinnen etc. vor dem Turnier. Doch zurück zum Männerfußball. Griechenland kontra Japan. Sollen Turnierambitionen für die Runde der letzten 16 gewahrt werden, muss heute ein Sieg her.

Kolumbien – Elfenbeinküste

Donnerstag, 19. Juni, 18.00 Uhr, Brasilia, im ZDF

Uruguay – England

Donnerstag, 19. Juni, 21.00 Uhr, Sao Paulo, im ZDF

Japan – Griechenland

Donnerstag, 19. Juni, 24.00 Uhr, Natal, im ZDF

Reminiszenz an Matchrace Germany 2013 mit ZDF-Reporter Nils Kaben

Morgen beginnt das Match Race Germany 2014. Gelegenheit eine kleine Reminiszenz an das vergangene Jahr in Langenargen einzuflechten. Der bewährte ZDF-Reporter Nils Kaben, wird dieses Jahr nicht dabei sein. Stichwort Fußball-WM. Ich berichtete vor zwei Tagen davon.  In der DDR war er Vizemeister im 420er. Vor 12 Monaten erläuterte Kaben die Regeln vom Matchrace.

Match Race Germany 2014 in Langenargen nimmt Konturen an

Traveler Digital Camera  Einst adelte Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848) Langenargen mit folgenden Worten:

,,Langenargen ist nur mit den schönsten Ansichten bei Genua und Neapel vergleichbar.”

Für solche marketingtechnisch unbezahlbaren Worte würde manch Tourismusverantwortlicher anderer Ortschaften sich händeringend nach einer historischen Dichterin suchend, auf den Weg in die Archive machen. Langenargen ist wirklich mit einer sehr schönen Ansicht und Aussicht gesegnet.Traveler Digital Camera

Dieser Tage rückt das Match Race Germany 2014 immer näher. Im Sportkalender am Bodensee hat das Event mit den packenden Duellsegelsport einen festen Platz. Über die Jahre haben Harald Thierer, Eberhard Magg und Bernd Buck ein Segelevent auf die Beine gestellt, deren Anziehungskraft sich die besten Skipper der ISAF-Weltrangliste nicht entziehen können. Dieses Jahr erlebt Langenargen bereits die 17. Auflage.Traveler Digital Camera

Auch die einheimische Hotellerie profitiert selbstredend vom Segelevent. Die Buchungen sind alle unter Dach und Fach. Die Stammgäste kommen seit vielen Jahren zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Vom Balkon aus entspannt in den Hafen zu schauen, den Morgen in Langenargen mit einer gut duftenden Tasse Kaffee, einem Espresso oder einem Cappuccino zu beginnen, für viele Besucher ein liebgewonnenes Ritual beim Start in den Tag.Traveler Digital CameraTraveler Digital CameraTraveler Digital Camera

Die Vorbereitungen für das diesjährige Match Race Germany vom 5. bis 9. Juni laufen auf Hochtouren. In der aktuellen Pressemitteilung unter dem Titel Ab Montag trainieren die Profis vor Langenargen, 100 Helfer bereiten sich auf Deutschlands Segelklassiker vor heißt es:

,,Das Match Race Germany 2014 kann beginnen: Zwölf Teams, ein Revier mit Charakter, 100 Helfer und ein 2000 Quadratmeter großes Regattadorf im Langenargener Gondelhafen bereiten sich auf den Besuch Zehntausender Besucher vor. Der einzige deutsche Grand Prix der Alpari World Match Racing Tour serviert mehr als 100 Segel-Duelle auf dem Bodensee direkt vor dem Langenargener Ufer und über Pfingsten ein prächtiges Infotainment-Programm an Land. Der erste Startschuss zu Deutschlands führendem Klassiker im Duellsegeln fällt am 5. Juni. 78 Vorrunden-Duelle stehen an, bevor die erfolgreichsten Crews ins Viertelfinale einziehen und bis zum Pfingstmontag ihren Bodensee-König ermitteln. Fünf Tage lang kämpfen die besten Profiteams der Welt um rund 50.000 Euro Preisgeld und wichtige Punkte für die Tour-Wertung, an deren Ende nach insgesamt sechs Regatten auf drei Kontinenten beim Monsoon Cup in Malaysia Ende November die neuen Weltmeister gekürt werden und weitere 500.000 US-Dollar ausgeschüttet werden.”

Bis zum Beginn ist noch einiges zu tun. Am Wochenende habe ich mir selbst vor Ort ein Bild gemacht. Das VIP-Zelt ist noch mit Equipment zu bestücken. Die Aufbruchsstimmung und Vorfreude auf das Segelevent ist in meinem lieblichen Nachbarsort Langenargen spürbar.Traveler Digital Camera

Eine Änderung wird es in Sachen Kommentator dieses Jahr geben. Der bewährte ZDF-Moderator Nils Kaben ist diesmal nicht beim Matchrace dabei. Er hat dieses Jahr die Fußball-WM in Brasilien im Terminkalender. Am Sonnabend interviewte er nach dem Freundschafsspiel Niederlande gegen Ghana den Leader Kevin-Prince Boateng im Rahmen der Berichterstattung über WM-Vorbereitungsspiele des ZDF Sportstudios. Nils Kaben sprach Boateng auch auf sein kürzliches Interview an, in dem er den deutschen Nationalspielern fehlende Führungsstärke und Nicht-Umgehen-Können mit dem Druck vorwarf. Der Schalke Profi muss aus verschiedenen Ecken einiges zu hören bekommen haben. Im Interview nach der Partie gegen die Niederlande mit Nils Kaben wollte er sich nicht weiter dazu äußern und wirkte fast etwas kleinlaut. Doch bleiben wir beim Match Race. Also für den ZDF-Mann Kaben wird dieses Jahr der Kieler-Woche Moderator Christoph Kröger am Mikro sein und die Live-Kommentierung vornehmen.Traveler Digital CameraTraveler Digital Camera

Die Premiere der Veranstaltung Match Race Germany in Langenargen war übrigens 1997. Nur einmal in der Geschichte musste aufgrund von Hochwasser das Segelevent ausfallen. Das war 1999. Wer noch ein wenig in der Geschichte blättern will findet auf der offiziellen Website matchrace Lesestoff.

Kein gutes Omen für Übungsleiter Löw

Heute steht das DFB-Pokalendspiel Bayern München – Borussia Dortmund auf dem Plan. Es ist kein gutes Omen für Übungsleiter Löw.

2008 gab es diese Paarung in Berlin. Anschließend verlor Übungsleiter Löw in der Vorrunde der EM gegen Kroatien, einige Medien brachten da bereits Rücktrittsforderungen ins Spiel, später gab es durch das Ballack Tor gegen Österreich doch das smarte Überspringen der Vorrunde. Im Finale gab es dann jedoch einen mutlosen Auftritt gegen Spanien und eine Finalniederlage.

Auch 2012 standen sich Bayern München und Borussia Dortmund im DFB-Pokalendspiel in Berlin, jener Hauptstadt mit dem Hang zu schlecht geplanten und überteuerten Großprojekten, gegenüber. Anschließend gab es bei der EM 2012 jene berühmt-berüchtigte Niederlage im Halbfinale gegen Italien für Joachim Löw. Stefan Niggemeier titelte Deutschland ringt um Fassung und merkte an:

,,Am Ende nahm das ZDF dann aber doch nur ein ,,ZDF-Spezial” gleich nach der Hauptausgabe der „heute“-Sendung zusätzlich ins Programm. (Nein, nicht zu den Euro-Beschlüssen. Zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Halbfinale bei der Europameisterschaft.)”

In der besagten ZDF-Sendung nach dem EM-Aus 2012 war ein Film von Boris Büchler zu sehen. Der TV-erfahrene Medienjournalist und Kultblogger Niggemeier hat damals die Eingangsworte von Büchler festgehalten:

,,Für den Mann, den sie Jogi nennen, ist die EM Geschichte. Endstation Warschau. Die Stunde Null der vielzitierten goldenen Generation, der anscheinend die Siegermentalität bei großen Spielen, bei Turnieren fehlt. 2012 sollte für das Gesamtwerk des Bundestrainers ein entscheidendes werden. Doch Löw und seine Auserwählten bleiben die Unvollendeten.”

Nun also die WM 2014 in Brasilien vor der Brust und es stehen sich am heutigen Sonnabend die Nationalspieler von Bayern München und Borussia Dortmund im Olympiastadion gegenüber.

In den Jahren der Weltmeistererfolge der deutschen Nationalmannschaft gab es übrigens diese DFB-Pokalendspiele:

1954: VfB Stuttgart – 1.FC Köln 1:0 n.V.   in Ludwigshafen

1974: Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:1 n.V   in Düsseldorf

1990: 1. FC Kaiserslautern – Werder Bremen 3:2   in Berlin

Noch ein paar Worte zu den beiden Erzrivalen, die heute hochmotiviert in das Finale gehen werden. Eine Saison ohne Titel für Borussia Dortmund, wäre nach dem Double 2012 dann bereits die zweite Saison ohne zählbares für die Vitrine. Für Bayern München wäre nur die Meisterschaft 2014 nach dem Triple vom vergangen Jahr auch zu wenig.

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Früheste eingefahrene Meisterschaft hin oder her. Das Momentum scheint auf Seiten der Mannschaft vom begnadeten Geschichtenerzähler Jürgen Klopp zu liegen. Das Punktspiel unlängst in Fröttmaning gewann Dortmund souverän mit 3:0. Eines dieser Spiele, in denen sich Pep Guardiola verstärkt an seinen kahlen Kopf fasste. Er wirkte ratlos. Nach dem Debakel gegen Real Madrid, da gibt es nichts schön zu reden, wirkte Bayern dünnhäutig. Es gibt keinen Grund Kübelweise Häme über einen deutschen Fußballverein zu kippen, wenn er im Halbfinale der Champions-League an einem Team wie Real Madrid scheitert. Doch die Art und Weise war bedenklich. In beiden Spielen war die Anzahl der Torchancen in Richtung Kasten von Casillas sehr überschaubar. Am Ende standen 0:5 Tore und zwei verlorene Spiele zu Buche. Auch im Rückspiel hätte Bayern wohl noch weitere 60 Minuten spielen können ohne Torerfolg. Was zählten da all die schönen Ballbesitzstatistiken. Ich hatte mich bereits nach dem Hinspiel gewundert. Da sprachen die Bayern, Spieler wie Funktionäre, von Dominanz. Sie beriefen sich auf die Ballbesitzstatistik. Die Logik erschloss sich mir nicht. Europäische K.o. Wettbewerbe werden immer noch nach Toren abgerechnet.

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Borussia Dortmund lieferte Real da im Viertelfinale im Rückspiel einen anderen Kampf. Aber Quervergleiche hinken ja oft. Heute beginnt das Spiel, wo ist das Phrasenschwein, wieder bei 0. Borussia Dortmund schlug Bayern München im Endspiel 2012 mit 5:2. Aber damals fiel die Niederlage zu hoch aus. Ob Lewandowski diesmal wieder zu ähnlicher Toreffektivität in der Lage ist, sei Mal dahingestellt. Bayern hatte damals auch jenes Champions-League-Finale gegen Chelsea als Rucksack mit zu tragen. Das kostete vielleicht auch einige Prozentpunkte an Konzentration. Ja keine Verletzung zuziehen. Eine Woche vor dem herbeigesehnten Endspiel in Fröttmaning. Oliver Fritsch schrieb seinerzeit auf Zeit Online:

,,Und die Bayern? Sehr starke erste Halbzeit, da stimme ich Heynckes zu. Aber viele schlimme Fehler in der Abwehr, auch da hat er Recht. Umschalten nach Ballverlust – schon mal gehört? Zweite Halbzeit mit den Gedanken wohl beim nächsten Samstag. Aber man merkte auch, in diesem Finale stand für sie viel auf dem Spiel, vor allem in der Image-Tabelle. Die Bayern haben das Endspiel ernst genommen. Und 2:5 tut weh. A penny for Your thoughts, Uli Hoeneß …”

Den Satz des Abends sprach damals übrigens Philipp Lahm nach der 2:5 Niederlage:

,,Wir waren klar die bessere Mannschaft.”

Also eine Rechnung wäre da also noch offen. Schaun mer Mal.

WM 2014 Sonderhefte von Kicker, Sport Bild, Bravo Sport und 11 Freunde mit unterschiedlichen Anzeigenpreisen

Die Fußball WM in Brasilien rückt näher. Der Fahrplan von Übungsleiter Löw steht fest und erlebt heute das Testspiel in Hamburg gegen Polen. Die tz merkt an:

,,Es braucht keinen Fernseher, um Deutschland gegen Polen zu verfolgen. Ein internetfähiges Gerät tut es auch. Denn: Es gibt einen kostenlosen Live-Stream. Das ZDF zeigt die Partie auf der Webseite zdfsport.de.”

Zwei Tage später wird der Rasen im Norden bereits wieder belastet. Dann steht das Relegationsspiel Hamburger SV gegen Greuther Fürth an. Detailplanung im voraus hat manchmal so seine Tücken. Doch zurück zur Fußball WM in Brasilien. Auf dem ARD Videotext gibt es seit geraumer Zeit einen Zähler der die verbleibende Zeit bis zum Auftakt des Turnieres runterzählt.Traveler Digital CameraAuch das Branchenblatt W&V für Marketing, Media und Digitale Kommunikation hat jetzt jede Woche WM-Themen parat. In der Ausgabe Nr. 18 gab es auf den Seiten 22 bis 34 unter dem Schwerpunkt Sportmarketing folgende  Auswahl:

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Seite 22 Fußball-WM: Für die Sponsoren beginnt die heiße Phase

Seite 26 Golf: Werbungtreibende schätzen das – immer noch – elitäre Image

Seite 30 Werbeartikel: Hersteller zeigen neue Ideen zur Fußball-WM

Seite 34 Sport1:Der TV-Sender hat sich die Übertragungsrechte der Basketball-WM gesichert

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Auf jener Seite 34 findet sich neben dem Text über die Sicherung der Übertragungsrechte der Constantin Medien Tochter Sport 1 für die Basketball-WM 2014 in Spanien auch ein Hinweis auf die den hiesigen Fußballfreund zu erwartende Flut an WM-Sonderheften und die dazugehörigen Anzeigenpreise für die Werbetreibenden. Am preisselbstbewusstesten tritt der Kicker auf. Für eine 4c Seite wird von den Nürnberger der Preis von 29.000 Euro aufgerufen. Sport Bild veranschlagt 28.000 Euro. Die 11 Freunde rufen 17.6000 Euro auf und Bravo Sport hat mit 8.250 Euro die größte Preissensibilität aufzuweisen. Berücksichtigt werden dabei natürlich auch die verschiedenen Druckauflagen. Der Kicker geht mit 600.000 Exemplaren an den Start. Sport Bild hat eine Druckauflage von 500.000 Exemplaren und Bravo Sport geht mit 120.000 in das Rennen.

Derweil positionieren sich auch die Sportartikelhersteller. Das Schweizer Branchenmagazin Sponsoring Extra titel Wettkampf der Marken Nike und Adidas. Dabei beziehen sich die Eidgenossen auf einen Beitrag vom Beratungsunternehmen Repucom zum Duell der Global Player. Wer das Original lesen möchte mit all seinen Details in Text und den 4 Grafiken schaut bei Repucom hinein. Dort wird grafisch die Anzahl der ausgerüsteten Teams der letzten 3 Fußballweltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014 aufgedröselt. Auch die Anzahl der Likes und Follower von Adidas und Nike auf Facebook und Twitter ist zu sehen. Dazu kommt noch eine Top 10 von Likes nach Land für die beiden Sportartikelhersteller.

Auf wessen Rücken wird dieser Kampf zwischen Adidas und Nike eigentlich ausgetragen? Einen Einblick gibt das Interview von Ex-Adidas Näherin Estela Ramirez mit Maik Pflaum, verantwortlich für Arbeitsrechte und die Kampagne für saubere Kleidung bei Christliche Initiative Romero. Das komplette Interview von Estela Ramirez als PDF Dokument sei jedem zur Lektüre empfohlen. Hier geht es zum Interview_mit_Estela_Ramirez unter dem Titel “Wir müssen unsere Kräfte globalisieren”.

Wer Estela Ramirez persönlich erleben möchte, hat am Ende ihrer Rundreise durch Deutschland am morgigen Tag im Haus der Begegnung in Gütersloh Gelegenheit dazu. Sie hält einen Vortrag unter dem Titel Fair play – fair pay? über die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Sportbekleidungsproduktion anlässlich der Fußball-WM in Brasilien. Hier geht es zum Veranstaltungsflyer.Traveler Digital CameraDie teilnehmenden Länder an der WM 2014 in Brasilien haben ihre Ausstatter. Ein Ranking sieht so aus:

Nike rüstet im einzelnen folgende Teams (10) aus:

Portugal, Niederlande, Südkorea, USA, Kroatien, Australien, Brasilien, England, Frankreich und Griechenland

Adidas rüstet im einzelnen folgende Teams (8) aus:

Nigeria, Mexiko, Kolumbien, Japan, Russland, Spanien, Argentinien und Deutschland

Puma rüstet im einzelnen folgende Teams (8) aus:

Elfenbeinküste, Algerien, Ghana, Kamerun, Chile, Uruguay, Schweiz und Italien

Burrda

Belgien

Uhlsport

Iran

Marathon

Ecuador

Lotto

Costa Rica

Legea

Bosnien-Herzegowina

Joma

Honduras

Das Kräfteverhältnis scheint eindeutig zu sein. Wenngleich auch ein Blick auf die nicht ganz so im Schweinwerferlicht stehenden Hersteller lohnt. Trainer Baade titelte kürzlich Burrda ist kein Paradiesvogel in einem sehr geschmeidigen Text über den Ausstatter der belgischen Nationalmannschaft. Einem der Geheimfavoriten. Katarische Wurzeln, Burrdas CEO Laurent Platini (Sohn von Michel Platini), das schöne Wort Trainingsanzüge kommen darin vor.

,,Bei genauem Hinsehen verfliegt die Freude über so viel Exotik in Belgien aber recht schnell. Exotik, über die man sich ja nicht um der reinen Exotik willen freut, sondern aus Gründen der Abwechslung und der Vielfalt heraus, die das Duopol (plus ein halbes) der Ausrüster im großen Fußball durchbricht.”

Kaum glauben mag man auf den ersten Blick der Nachricht vom Schwarzwälder Boten über den bei der WM in Brasilien nicht stattfindenden Trikottausch der Mannschaft vom Iran, die vom deutschen Hersteller Uhlsport aus dem schönen Balingen ausgestattet werden. Neben dem Sparsamkeitsdiktat des iranischen Fußballverbandes hebt man die Augenbrauen auch ob der Aussage von Ersatztorwart Ali-Resa Haghighi, der nach dem Waschen sein XL Trikot in signifikant kleinerer Größe wiederfand und dem Konter vom Verbandspräsidenten:

“Die Spieler müssen die nicht mit heißem Wasser waschen.”

Das lasse ich Mal so unkommentiert stehen.